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Sprechmaschine.
Die Erfindung betrifft eine Sprechmaschine, bei der nach dem bekannten Poulsen-Prinzip ein auf- und abwickelbarer dünner Stahldraht als Träger für die Laute und Töne benutzt wird. Die Lautstärke und Reinheit der Wiedergabe ist dabei in hohem Masse von der Geschwindigkeit des Stahldrahtes abhängig ; je grösser die Geschwindigkeit, desto besser die Wiedergabe, was aus dem Prinzip der magnetischen
Fixierung folgt. Die Geschwindigkeit, mit der der Stahldraht bewegt wird, darf aber auch nicht zu gross sein. Praktisch kann man nach den bisherigen Erfahrungen unter eine Drahtgeschwindigkeit von 3 m pro
Sekunde nicht heruntergehen. Für manche Zwecke wird eine lange Gesprächsdauer, etwa von einer halben oder einer ganzen Stunde verlangt, so dass der Stahldraht eines solchen Apparates ca. 10.000 m lang und mehrere Kilogramm schwer ist.
Es ist klar, dass die Steuerung einer solchen Masse bei der grossen Draht- geschwindigkeit auf grosse Schwierigkeiten stösst, wobei als sehr erschwerende Bedingung hinzukommt. dass derApparatinseiner Hauptverwendungsart als Bureau-undDiktierapparatvon technisch ungeschulten
Personen bedient werden muss. Das Vorwärts-und Rückwärtslaufen, sowie das augenblickliche Anhalten des Apparates muss daher mit nie versagender Sicherheit erfolgen, wobei darauf Rücksicht genommen werden muss, dass der Draht niehtgefährdet wird. Wenn man ferner bedenkt, dass von einem Bureauapparat ausserdem grösste Geräuschlosigkeit und kleiner Energiebedarf verlangt wird, so ist ersichtlich, dass auf die
Ausbildung der Auf-und Abwickelspulen die grösste Sorgfalt zu verwenden ist.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Steuerung einer Drahtmasse, wie sie für einen Apparat mit praktisch brauchbarer Gesprächsdauer notwendig ist, bei der grossen Drahtgeschwindigkeit oft zu Lagerstössen führt, welche bei dem bisher üblichen Spulendurchmesser von etwa 10 cm und der zur Erzielung der notwendigen Drahtgeschwindigkeit hohen Umdrehungszahl so häufig aufeinander folgen, dass sie in den Bereich der hörbaren Töne fallen und infolgedessen zu Nebengeräuschen Anlass geben, welche die störungsfreie und genaue Aufnahme und Wiedergabe der Sprechschwingungen erschweren.
Weiterhin bietet aber auch der geringe Spulendurchmesser Schwierigkeiten in bezug auf eine einfache und betriebssichere Anordnung der Kupplung, durch welche der Vor-und Rücklauf des Apparates und die schnelle Stillsetzung desselben beim Übergang von der Aufnahme zur Wiedergabe herbeigeführt wird.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind Einrichtungen, durch welche die erläuterten Übelstände vermieden werden.
Das Wesen der Erfindung besteht darin, dass zwischen zwei gleichachsig angeordneten und für sich frei drehbaren Spulenrädern mit gegenüber den üblichen Spulendurchmessern mehrfach vergrösserten Durchmessern eine Triebscheibe angeordnet ist, die stets im gleichen Umlaufsinn gedreht wird und durch deren axiale relative Verschiebung zu den Spulenrädern entweder das eine oder das andere Spulenrad auf Drehung mit ihr gekuppelt wird. Durch die Vergrösserung des Spulendurchmessers wird die Umlaufzahl herabgesetzt und dadurch auch die Zahl der sekundlichen, durch das Lagerspiel hervorgerufenen Stösse vermindert, so dass diese Stösse nicht mehr als tönendes Geräusch die Aufnahmen und Wiedergaben stören können.
Gleichzeitig ermöglicht die Vergrösserung des Spulendurchmessers eine überaus einfache Anordnung des Antriebes und der Kupplung, indem die Triebscheibe zwischen den Spulenrädern gelagert und die Kupplungsorgane in den Spulenrädern selbst angeordnet werden können.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einer beispielsweisen Ausführungsform in Fig. 1 in Ansicht, in Fig. 2 in Querschnitt in derjenigen Stellung der Antriebsscheibe, in welcher die hintere Spule mit dem Antrieb gekuppelt ist, dargestellt, während Fig. 3 einen Querschnitt durch die Vorrichtung in
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mittlerer Stellung der Antriebsscheibe veranschaulicht. Wie aus der Zeichnung hervorgeht, ist eine einfache feste Achse oder Welle einseitig oder doppelseitig in Lagerböcken gelagert. Auf dieser Achse sind frei drehbar die beiden gleich oder verschieden grossen Spulenräder, gegebenenfalls mit abnehmbaren Spulenkränzen 1, 2 angeordnet. Zwischen ihnen liegt die Antriebsscheibe 3, die ganz oder teilweise aus Eisen besteht und mit dem Antriebmotor, z. B. durch Riemen verbunden ist.
Die Drehrichtung dieser Antriebsscheibe ist stets die gleiche. Die Spulenräder 1, 2 sitzen auf ihrer Welle in Längsrichtung derselben unverschiebbar, während die Antriebsscheibe 3 mit geringem Spiel (wenige Millimeter) auf der Welle längs verschoben werden kann.
Die Kupplung zwischen der Antriebsscheibe 3 und den Spulenrädern 1, 2 erfolgt zweckmässig elektromagnetisch. Es tragen nämlich die beiden Spulenräder 1, 2 mehrere symmetrisch verteilte Elektromagnete 4bzw. 5, deren Achsen auf der Ebene der Spulenräder senkreeht stehen und deren freie Pole nach der Triebscheibe 3 gerichtet sind. Es empfiehlt sich, die abgewendeten Pole durch Eisenringe zu schliessen.
Die Stromzuführung zu den Elektromagneten erfolgt durch Schleiffedern. Ferner besitzt jedes Spulenrad mehrere Bremspuffer 6 bzw. 7, welche zweckmässig zwischen den Elektromagneten in Kreisen angeordnet sind und deren Stirnflächen durch Druckfedern gegen die Triebscheibe 3 gepresst werden, so dass in der Mittelstellung der Triebscheibe die Bremspuffer beider Spulenräder 1, 2 gegen die Triebscheibe 3 drücken, die unter Reibung zwischen ihnen sich dreht.
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Werden dagegen die Elektromagnete des Spulenrades 1 erregt, so erfolgt Umschaltung und der Sprechdraht wird im entgegengesetzten Sinne auf-bzw. abgewickelt.
Damit nun dieses Auf-und Abwickeln, Lage neben Lage im gleichmässigen Abstand und ohne Zerrung des Drahtes erfolgt, so ist eine besondere Führungsvorrichtung vorgesehen, bestehend aus einer Führungsrolle 10, deren Rillendurchmesser, um welchen der Sprechdraht 8 geführt ist, dem Abstande der Spulenräder 1, 2 voneinander entspricht. Diese Führungsrolle ist in der Richtung des ab-bzw. zulaufenden Spulenrades federnd gelagert um Überdehnungen im Draht zu verhüten. Gleichzeitig wird die Führungsrolle 10 durch eine auf einer Welle 12 angeordnete, vom Antriebsmotor aus durch Übersetzung 14 gesteuerte Herzscheibe 13 in langsame pendelnde Seitenbewegungen versetzt, dadurch, dass die Rolle 10 auf einer um ein Horizontalgelenk schwingenden Säule 11 gelagert ist, gegen welche die Herzscheibe anliegt.
Daraus ergibt sich, dass das Auf-und Abspulen des Stahldrahtes 8 durch Erregen der Elektromagnete 4, 5 des einen und andern Spulenrades erfolgt, wobei jedesmal das ziehende Rad, auf welches der Draht aufgespult wird, mit dem Triebrad gekuppelt ist, während das abspulende Rad frei läuft.
Leichteste Bedienung, geringer Energiebedarf, Geräuschlosigkeit des Ganges und Schonung des Sprechdrahtes sind die Folge dieser Anordnung.
Zur sofortigen Stillsetzung des Apparates genügt die Ausschaltung der jeweils erregten Elektromagnete. Hiebei schieben die Puffer des jeweils angetriebenen Spulenrades durch ihre Federkraft die Triebscheibe von den Magneten weg, bis die Triebscheibe 3 mit gleichem Druck gegen die Puffer des andern Spulenrades gedrückt wird, so dass in diesem Augenblick beide Räder mit der Triebscheibe gekuppelt sind. Da bis zu diesem Augenblick die Umlaufsrichtungen der Triebräder entgegengesetzte waren, so heben sich ihre Massenmomente mehr oder weniger auf, so dass sofortiger Stillstand eintritt. Die federnde Lagerung der Führungsrolle 10 in der Längsrichtung des Sprechdrahtes ist deshalb besonders wesentlich, weil hiedurch der Sprechdraht stets straff gezogen wird und keine Schleife bilden kann, so dass er vor allem durch das Magnetsystem 9 ungestört hindurchläuft.
Gleichzeitig wirkt die Führungsrolle 10 bei Stillsetzung des Apparates durch die Spannung des Drahtes bremsend auf die Spulenräder. Diese Wirkung kann noch erhöht werden, indem man von der Führungsrolle 10 aus eine Hebelvorrichtung steuert, zum Anlegen von Bremsen an die Spulenräder bei Stillsetzung, etwa derart, dass bei geringer Drahtspannung und Verschiebung der Führungsrolle von den Spulenrädern weg die Bremsen angezogen, im entgegengesetzten Falle dagegen gelöst werden.
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