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Dichtungsbelag für Stauseen, Druckwasserstollen od. dgl.
Bei der Ausführung von Stauseen, Staumauern, Druckwasserstollen od. dg1. muss ein besonderes Augenmerk auf deren Abdichtung gerichtet werden, um grösseren Wasserverlusten, Zerstörung der Wände durch Wasserdruck oder äusseren Bergdruck od. dgl. vorzubeugen, da die Entstehung von Rissen die Betriebssicherheit der ganzen Anlage in Frage stellen kann. Zur Erfüllung dieser Forderung sind schon verschiedene Vorschläge gemacht worden. Durch Eisenarmierung der Betonwände und Zementeinspritzungen und Anbringen eines Zementverputzes wurde unter Aufwand von sehr viel Material und Zeit versucht, bei Druckwasserkanälen absolute Wasserdichtigkeit und genügende Festigkeit gegen inneren und äusseren Druck zu erzielen.
Da Beton und Zement mit Hilfe von Wasser angemacht werden und letzteres nach dem Verdunsten Poren zurücklässt, so ist die Wasserdichtigkeit eine beschränkte, indem bei einem Druck von über 10 m das Wasser die feinen Poren durchdringt. Entstehen infolge Temperaturschwankungen, Wasserdruck oder Bergdruck losgesprengter Gesteinsmassen od. dgl. Risse, deren Entstehung auch die Eisenarmatur nicht zu verhindern vermag, so besteht die Gefahr der Zerstörung des Kanals und einer grösseren Betriebsunterbrechung der ganzen Anlage. Bei grossen Überlandwasserröhren wurden deshalb zur Erhöhung der Sicherheit gegen Wasserverlust und Röhrenbruch in die Wandung nebst der Eisenarmatur Blechring eingebettet.
Solche Blechring sind aber in fester Verbindung mit dem Beton und bilden für die. innere Zementschicht keinen Schutz gegen Eindrirgen von Wasser und ferner müssen solche Blechring, um dem Wasserdruck gewachsen zu sein, eine entsprechende Stärke haben. Die Kosten solcher Anlagen sind infolgedessen unverhältnismässig hohe. Durch den Dichtungbelag gemäss der Erfindung werden die Nachteile der bekannten Bauweisen vermieden, ihre Vorzüge aber miteinander vereinigt. Nach der Erfindung werden mit Dilatationsausbiegungen versehene, autogen geschweisste Blechtafeln oder Blechring wasserseitig an der zu dichtenden Wand lose anliegend angeordnet. Der Wasserdruck wird durch die Blechtafeln oder Blechring auf die zu dichtende Wand übertragen.
Dank der sich kreuzenden, im Abstand voneinander angeordneten Ausbiegungen vermögen die Blechtafeln oder Blechring ohne Gefahr des Reissens allfälligen Bewegungen der zu dichtenden Wand bis zur völligen Streckung der Ausbiegungen in jeder Richtung zu folgen. Der Wasserdruck wird also grösstenteils von der dicht zu haltenden Wand aufgenommen, ohne selbst mit dem Wasser in Berührung zu kommen und dessen Einflüssen ausgesetzt zu sein. Hiedurch ist die Möglichkeit geboten, verhältnismässig dünnes Blech verwenden zu können. Bei Stauseen ist die Ausbetonierung des Bodens nicht erforderlich, da sich die dünnen Blechtafeln kleineren Unebenheiten leicht anpassen lassen und bei Druckstollen ist die Armierung der Betonwandung überflüssig.
Bereits bestehende Wasserfassungsanlagen können ohne Anwendung von Gerüsten u. dgl. gemäss der Erfindung abgedichtet werden.
In der Zeichnung sind je zwei Ausführungen des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Fig. 1 ist eine Draufsicht der einen ; Fig. 2 ist ein lotrechter Schnitt nach der Linie II-II, und Fig. 3 ist ein lotrechter
Schnitt nach der Linie III-Ill der Fig. 1. Fig. 4 zeigt das zweite Beispiel im Querschnitt und Fig. 5 im Längsschnitt nach der Linie V-V der. Fig. 4.
Der in Fig. 1-3 gezeichnete Dichtungsbelag besteht aus Blechplatten 1, die an ihren Rändern z. B. durch autogene Schweissung od. dgl. wasserdicht zusammengesetzt sind. Jede der Blechplatten 1, die mit Vorteil aus nicht rostendem Material bestehen, besitzt zwei Dilatationsausbiegungen in Form von gepressten, sich kreuzenden Rippen 2 und 3. Die durch Temperaturschwankungen bewirkten Ausdehnungen und Zusammenziehungen der Blechplatten werden von den Rippen 2 und 3 aufgenommen. An der
Kreuzungsstelle sind sie etwas flacher, um dort bei Ausdehnung der Blechplatten keine Knickungen und
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der Blechplatten soll dem aufzunehmenden Wasserdruck angepasst sein. Vor dem Einbringen des Dichtungsbelages in die Wasserfassungsanlage, z.
B. einen Stausee, soll die abzudichtende Fläche egalisiert werden, damit die Blechplatten eine tunlichst gleichmässige Auflage haben.
Bei dem in Fig. 4 und 5 dargestellten Beispiel ist der Dichtungsbelag in Form von zu einer Rohr-
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flächen egalisiert, um eine tunlichst gleichmässige Auflage für die Blechring zu erzielen.
Eine besondere Befestigung des Dichtungsbelages an der Unterlage wird sich erübrigen, da durch den auf ihn wirkenden Wasserdruck der Dichtungsbelag an die abzudichtende Fläche angepresst wird. Allfällig vorkommender äusserer Wasserdruck könnte in üblicher Weise durch Drainage abgeleitet werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Dichtungsbelag für Stauseen, Druckwasserstollen od. dgl. aus wasserdicht zusammengesetzten Blechtafeln, dadurch gekennzeichnet, dass mit Dilatationsausbiegungen versehene Blechtafeln oder Blechring an der zu dichtenden Fläche frei anliegend angeordnet sind.