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Betonkörper
Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass in schlaff bewehrten Betonkonstruktionen das Auftreten von Rissen im Beton praktisch unvermeidlich ist. Risse von 0, 1 bis 0, 2 mm Breite im Beton werden im allgemeinen noch als unschädlich betrachtet, weil bei so geringen Rissbreiten erfahrungsgemäss der sehr beschränkte Zutritt der Atmosphäre noch keine zerstörende Wirkung auf die Bewehrungseisen ausübt.
Grössere Übelstände mit schwerwiegenden Folgen stellen sich aber ein, wenn Risse mit grösserer Brei- te im Beton auftreten. Bei Druckrohrleitungen für Wasser od. dgl. macht sich dieser Übelstand besonders bemerkbar ; in diesem Spezialfall führen selbst Risse unter 0, 1 mm Breite zur Unbenützbarkeit der Beton- rohre, weil durch den Überdruck das Wasser aus dem Innern des Rohres nach aussen gedrückt wird und so- mit Wasserverlust eintreten. Ausserdem dringt das Wasser unter ständiger Erneuerung zur Bewehrung und übt dort eine zerstörende Wirkung auf den Stahl aus. Die Lebensdauer solcher eisenbewehrter Betonrohre ist deshalb begrenzt.
Um diesen Übelstand zu vermeiden, hat man Betonrohre schon auf verschiedene Arten mit flüssigkeitsundurchlässigen Schichten versehen. Beispielsweise ist es bekannt, zwei koaxiale Rohre mit einer zwischenliegenden Dichtungsschicht aus Bitumen od. dgl. zu verwenden oder am Betonrohr an der Innenseite mit einem beiderseits mit Bitumen überzogenen Blech oder mit Kunststoff auszukleiden.
Rohre dieser Art sind teils schwierig herzustellen und teils sind sie wegen der innenseitigen Auskleidung stark der Verletzung oder Korrosion der verschiedenen Schichten ausgesetzt.
Die Erfindung bezweckt, Betonkörper mit flüssigkeitsundurchlässigen Schichten zu schaffen, die leicht durch einen einzigen Betonierungsvorgang herstellbar sind und die flüssigkeitsl1ndurchlässige Schicht durch Einbettung schützen.
Gemäss der Erfindung wird dies dadurch erreicht, dass die flüssigkeitsundurchlässige Schicht aus zumindest einer auf einer oder beiden Seiten an einem Feindrahtnetz anliegenden undurchlässigen Folie besteht, die innerhalb der Wand-bzw. Deckenstärke des Betonkörpers liegt.
Als Folienmaterial kommt vor allem plastischer Kunststoff, wie beispielsweise Polyäthylen, Polyvinylchlorid od. dgl., in Betracht, ferner auch Gummi oder gummiähnlichen Material. An das auf einer Seite oder auf beiden Seiten der Folie anliegende Feindrahtnetz kann sich die Folie beim Betonieren anlegen. Dieses Feindrahtnetz sichert die erforderliche Steifigkeit der Einlage und schützt auch die Folie vor mechanischen Beschädigungen während des Einbetonierens. Im Hinblick auf den beiderseitigen Schutz der Folie gegen Beschädigungen ist es deshalb vorteilhaft, Feindrahtnetze beiderseits der Folie, also gegen die Innen-und Aussenseite des Betonkörpers, vorzusehen.
Eine weitere vorteilhafte Variante besteht darin, eine Doppelfolie mit zwischenliegendem Feindrahmetz zu verwenden, wobei das zwischenliegende Feindrahtnetz ein Stützgerüst für die beiden anliegenden Folien bildet.
Bei allen beschriebenen Kombinationen von Folie und Feindrahtnetz kann eine weitere, die Formhältigkeit der Einlage beim Betonieren verbessernde Steifigkeitserhöhung durch Wellung oder zickzackoder mäanderförmige Biegung des Feindrahtnetzes erzielt werden, wobei sich die Folie den Ausbiegungen des Feindrahmetzes anpassen muss. Dadurch wird auch ein besseres Haften der Folie im Betonkörper erreicht.
Die Wellung oder zickzack- bzw. mäanderförmige Ausbildung der aus Folie und Drahtnetz gebildeten Einlage kann überdies mit Vorteil so gewählt werden, dass sich nach dem Einbetonieren die von den gegenüberliegenden Seiten der Einlage in die konkaven Einbiegungen der Einlage vorspringenden Betonwülste formschlüssig aneinander verriegeln, so dass der gegenseitige Verbund verbessert wird.
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Besondere Bedeutung hat die Erfindung, wie schon erwähnt, für Druckrohrleitungen aus Beton, und sie soll deshalb für diesen wichtigen Anwendungsfall an Hand der Zeichnungen an Ausführungsbeispielen genauer beschrieben werden. Die Fig. 1 - 5 zeigen je einen Teilquerschnitt durch erfindungsgemässe, eisenbewehrte Betonrohre.
Soll in einem Betonrohr 1 gemäss Fig. 1 mit innerem Flüssigkeitsüberdruck die Eisenbewehrung 2 vor
Zerstörung geschützt werden, so wird erfindungsgemäss konzentrisch zur inneren und äusseren Rohroberflä- che innerhalb der Eisenbewehrung in die Rohrwand eine armierte schlauchartige Einlage 3 aus wasserundurchlässigem Material, welche der Form des herzustellenden Betonrohres angepasst ist, einbetoniert. Der Durchmesser dieses Schlauches liegt demgemäss zwischen dem äusseren und dem inneren Durchmesser des Rohres.
Dieser armierte Schlauch wird aus einzelnen Folienteilen zu einem einzigen einheitlichen Stück zusammengeschweisst und bildet durch seine Lage innerhalb der Rohrwand eine absolut dichte Einlage.
Sollte an der Stelle eines Betonrisses die Flüssigkeit mit Überdruck bis zur Folie gelangen, so kann sich zwar im Bereich dieses Risses die Einlage 3 aus Kunststoff, dem Druck der Flüssigkeit nachgebend, nach aussen zu auswölben, doch wird, weil die Breite des möglichen Risses durch die vorhandene Bewehrung auf ein bekanntes Mass von 0, 1 bis 0, 3 mm begrenzt ist, infolge der plastischen Eigenschaften der Einlage ein Reissen nicht eintreten, vielmehr wird durch die Folie eine absolute Dichtung gegen Wasseraustritt gewährleistet..
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 liegen beiderseits der Folie 3 als Armierung Feindrahtnetze 4, 5 an, welche die Folie beim Einbetonieren versteifen und samt der Folie einen zylindrischen Schlauch bilden. Das Aufbringen des Betons kann in üblicher Weise mit Hilfe von Schalungen oder auch durch Auftragen nach dem Schleuder- oder nach dem Spritzverfahren (Torkret-Verfahren) erfolgen.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist die wieder durch eine Kunststoffolie 3 und beiderseits anliegende Feindrahtnetze gebildete Folie zickzackförmig gebogen, um dadurch eine weitere Versteifung zu erzielen.
Zum gleichen Zweck ist beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 die Dichtungseinlage, die hier aus einer Doppelfolie 3, 3'mit einem zwischenliegenden versteifenden Feindrahtnetz 4 besteht, wellig ausgeführt.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 ist die durch eine Folie 3 und beiderseits anliegende Feindrahtnetze 4,5 gebildete Dichtungseinlage mäanderförmig gebogen, u. zw. so, dass die von aussen und von innen her in die konkaven Einbiegungen der Einlage eingreifenden Betonwülste la und li formschlüssig aneinander verriegelt sind, um dadurch einen besseren Verbund zu sichern.
Eine gleichartige Verriegelung von äusseren und inneren Betonwülsten la bzw. li ergibt sich bei der in Fig. 5 dargestellten Ausführungsform, bei welcher wieder eine Doppelfolie 3, 3'mit zwischenliegendem Feindrahmetz vorgesehen und die so gebildete Dichtungseinlage derart gewellt ist, dass jede Welle oben breiter als an ihrer Basis ist.
Alle beschriebenen Ausführungsbeispiele der Erfindung sind natürlich analog auch bei beliebig anders geformten Betonkörper, beispielsweise bei ebenen Wandungen, anwendbar. Im allgemeinen genügt es, erfindungsgemässe Dichtungseinlagen auf einer Seite der Eisenbewehrung vorzusehen. Falls in Sonderfällen eine Gefährdung des Eisens von der andernSeite her nicht schon durch die Dimensionierung der Eisenbewehrung hintangehalten werden kann, wie dies beispielsweise bei konzentrischen Druckrohrleitungen der Fall sein kann, können natürlich auch beiderseits derEisenbewehrung erfindungsgemässe Dichtungseinlagen vorgesehen werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Betonkörper, der mit einer vorzugsweise im wesentlichen parallel zu seinen Begrenzungsflächen angeordneten flüssigkeitsundurchlässigen Schicht versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass diese Schicht aus zumindest einer auf einer oder beiden Seiten an einem Feindrahtnetz anliegenden undurchlässigen Folie besteht, die innerhalb der Wand-bzw. Deckenstärke des Betonkörpers liegt.