AT92745B - Künstliches Bein. - Google Patents

Künstliches Bein.

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Jens Peter Knudsen
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Jens Peter Knudsen
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Description


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    Künstliches   Bein. 



   Die Erfindung bezieht sich auf künstliche Beine, die aus einem Oberschenkel. einem Unterschenkel und   einem Fuss   bestehen und zur Verbindung dieser Teile drei Gelenke, u. zw. ein Hüftgelenk, ein Knie- gelenk und ein Fussgelenk aufweisen. 



   Gegenstand der Erfindung sind Verbesserungen an dem Kniegelenk und dem Fussgelenk. Die Ver- besserung am Kniegelenk besteht in zwei auf demselben angebrachten Gesperren und aus einem im Ober- schenkel gelagerten Kipphebel, wodurch bei Bewegung des Oberschenkels in seiner Bandage die Gesperre abwechselnd zur Wirkung kommen um bei gebogener Beinstellung den Unterschenkel am Oberschenkel festzuhalten, und das Zusammenknicken des Beines zu verhindern. Die Verbesserung am Fussgelenk besteht in der Anordnung eines Hebels an der Gelenkachse, der eine Klinke   betätigt.   bei deren Auslösung die Fuss- spitze beim Vorschwingen des Fusses sich frei nach oben biegen kann und nicht durch eine den Unter- schenkel mit dem Fuss verbindende Feder an dieser Bewegung gehindert ist.

   Die Bewegung des Fusses in der zurückgeführten Lage des Beines ist in der durch eine Feder mit dem Unterschenkel verbundenen
Ferse verriegelt. 



   In der Zeichnung ist ein mit diesen Verbesserungen versehenes   künstliches   Bein in Seitenansicht und teilweisen   Längsschnitt   dargestellt. 



   Das Bein ist für solche Patienten ausgeführt, welchen das natürliche beschädigte Bein an der Hüfte amputiert werden musste. Das Bein, wie es dargestellt ist, besteht aus den folgenden Teilen :
Einer ledernen Bandage L, welche stramm um die Lenden und die Hüfte   geschnallt   wird, einem
Oberschenkel 0, einem Unterschenkel U und einem Fuss F. Diese Teile sind durch Scharniere oder Gelenke miteinander verbunden, also eines an der Hüfte, eines am Knie und eines am Fussgelenk.

   Die Achsen der
Hüft-und Fussgelenke sind annäherungsweise parallel zueinander, während die Achse des Kniegelenkes zwar   wagreeht, aber schräg   zu den beiden andern Gelenkachsen angeordnet ist, so dass, wenn der Unter- schenkel   zurückgeführt   wird, er gleichzeitig auch schräg nach aussen geführt wird und somit die Gefahr, dass der Fuss beim Vorwärtsschwingen gegen das Fussgelenk des natürlichen Beines anstösst, vermindert wird. Die Lederbandage L ist mit Stahlbändern ausgerüstet, welche den Zweck haben, die Form der
Bandage dauernd zu erhalten, sowie zum Halten des Hüftglenkes   H   zu dienen.

   An der unteren Kante der Lederbandage L ist eine kreisförmig gebogene flache Stahlschiene b befestigt, welche bei angeschnallter
Bandage in einer entsprechenden Nut   c   in der oberen Fläche des Oberschenkels 0 ruht. An der Aussenseite des Oberschenkels ist ein Beschlag 30 befestigt (auf der Zeichnung abgebrochen dargestellt), mit dem der   Oberschenkel sehwingbar   an dem Hüftgelenkzapfen H angehängt ist. Dieser Beschlag hat einen   Daumen 37,   der bei der   Rückwärtsbewegung   des Oberschenkels   gegen einen Anschlag' ?   an dem Beschlag der Bandage anliegt, wodurch diese   Rückwärtsbewegung   des Oberschenkels im Hüftgelenk begrenzt wird. 



   Durch den Oberschenkel ist eine Welle 9 hindurchgeführt, auf der ein Kipphebel 10 drehbar auf- gesetzt ist. Dieser Hebel wird durch eine Feder 17 in bekannter Weise gezwungen, die eine von zwei bestimmen Grenzlagen einzunehmen. Die Enden des'Hebels sind durch   Metalldrähte   7 und 8 mit zwei
Schrauben 39 und 40 verbunden. Die Metalldrähte enden nicht an dem Hebel, sondern'sind weiter ge- 
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 drehbar angeordnet sind. Diese Klinken 1 und 2 greifen abwechselnd in zwei   Sperradstücke     3   und   4   ein. die sich um die Kniegelenkachse K drehen.

   Die Klinke 1 wird durch eine Feder 11 gegen das   Sperradstück' ?   gedrückt, bleibt aber in einem solchen Abstande von demselben, dass das Sperrad sich frei in der Richtung des Uhrzeigers drehen kann. ohne dass die Zähne des Rades an der Klinke schleifen und dadurch ein Rasseln 

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 mit dem Unterschenkel verbunden. Die   Ausschläge   der beiden Sperräder sind durch   Gummiansehläge 79   und 29 begrenzt. 



   Der Unterschenkel   C'wird zweckmässig aus Holz, u.   zw. hohl hergestellt und ist oben mit Lagern für die   Kniegelenkachse K und-mit   einer Aussparung für die Sperräder 3 und 4 und unten mit Lagern für die   Fussgelenkachse   A und für eine Achse 41 versehen ; auf der Achse 41 sitzt eine Klinke 5, deren Haken über einen Ansatz 18 an einem Hebel 31 greift, der drehbar auf der   Fussgelenkachse   A angeordnet ist. Die Fussspitze bildet nicht einen rechten Winkel mit der Achse A, sondern ist schräg nach aussen, mit der Ferse nach innen, gerichtet ; der Zweck dieser Anordnung, sowie die sich daraus ergebenden Vorteile werden aus der nachfolgenden Beschreibung verständlich. 



   Die Klinke 5 ist durch eine Schnur 42 mit einer Schraube 43 auf dem Sperradstück 4 verbunden ; wenn nun der Unterschenkel sich mit Bezug auf den Oberschenkel nach vorne bewegt, so wird, wenn das Sperrad 4 durch die Klinke 2 festgehalten wird, die Schnur 42 straff angezogen und dadurch der Ansatz   18   freigegeben. Ein elastisches Band   16,   welches den Spann des Fusses mit dem Unterschenkel verbindet, wird infolgedessen die Fussspitze nach oben biegen. Der Fuss ist mit dem Unterschenkel durch einen Beschlag 44 gelenkig verbunden, welcher unter der Fusssohle herumgeht und sich an beiden Seiten nach oben erstreckt. 



   Auf einer Achse 45 in dem Unterschenkel ist ein Winkelhebel V drehbar angebracht, dessen eines Ende 6 gegen einen Anschlag 32 anstossen kann, der in dem Fuss festgemacht ist. Dieses Anschlagen erfolgt vermittels einer Feder 33, wenn das Gewicht des Körpers auf der Ftssspitze raht. An   dem wagreehtcn Arm   des Winkelhebels V ist eine Schnur 46 befestigt, die durch   ein Rohrstück 47 zu   einer   Schraube 4   an der Aussenseite des Oberschenkels oberhalb der Kniegelenkachse   J   hin geführt ist. Wenn das Knie gebogen wird, wird ein Zug   a'if   die Schnur 46 ausgeübt, wodurch die Klinke 6 wieder von dem Anschlag. 32 freigemacht wird. 



   Der Hebel   31   steht unter dem Einfluss von zwei kräftigen Federn   li,   eine an jeder Seite des Hebels. und zwischen Ferse und dem Unterschenkel sind zwei Federn 20, (von denen nur eine auf der Zeichnung zu sehen ist) angeordnet, welche bei Belastung der Ferse zusammengepresst werden und beitragen, den Körper über die   Achse J. hineinzuführen.   



   An der Ferse ist mittels einer verstellbaren Schraube   3. 5 eine Schnur M befestigt, an   der ein Ansatz 49 angelötet ist, der   durch seinenAnschlag   gegen ein Rohrstück 50 die   Aufwärtsbewegung   der Fussspitze begrenzt und die Last des Körpers auf den ganzen Fuss verteilt. Das andere Ende der Schnur 51 ist an einem Flaschenzug   52   befestigt, der eine Feder 13 um ein Stück streckt das zweimal so lang ist, wie der Hub des Flaschenzuges selbst. Die Feder 13 ist durch eine Schraube 36 aussen an dem Oberschenkel befestigt. 



   Die   Rückwärtsbewegung   des Unterschenkels mit Bezug auf den Fuss wird durch   Anschläge   27 und 28 am Unterschenkel bzw. am Fuss begrenzt. Vor dem   Hebel 31   ist ein Gummipuffer 22 in dem Fussteil 
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 Arm des Hebels   31   ist ein Gummipuffer 25 vorgesehen. Der Fuss wird aus Holz mit den erforderlichen Aussparungen für die obengenannten Teile gefertigt und wird in einen ledernen Stiefel gesteckt. Die Fussspitze ist durch die Feder biegsam an dem eigentlichen Fuss angelenkt. 



   Die Wirkungsweise des oben beschriebenen künstliehen Beines ist wie folgt :
Angenommen, der Körper befindet sich im   Vorwärtsschreiten.   Dann wird in einem bestimmten 
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   festhält,   nimmt der Fuss eine hakenförmige Lage ein, d. h. die Klinke 6 stösst gegen den Anschlag 32. Durch diese Bewegung wird ein Teil der durch das Sinken des Körpers geleisteten Arbeit als Kraft in den Federn 1. und 15 aufgespeichert, die dadurch unter Spannung gesetzt werden, indem der Fuss die "Hakenstellung" einnimmt. Da die   Fùss3pitze   nach aussen gerichtet ist, wird das Gewicht des Körpers gleichzeitig auf das natürliche Bein übertragen werden, so dass das künstliche Bein etwas entlastet wird.

   Infolgedessen kann die Feder   18   nunmehr das Kniegelenk biegen, während sich die Fussspitze fest gegen den Boden stemmt. Wenn dann das Kniegelenk um soviel gebogen ist, dass eine durch   B* und X gezogene   Linie vor der   Fussspitze   vorbeigeht, ist die Lage der Schraube 48 im Verhältnis zum Unterschenkel so verändert, dass ein Zug auf die Schnur 46 ausgeübt wird, so dass der Ansatz 6 die Feder   15   so wie die noch in   1. 3 aufgespeicherte   Energie freigibt, wodurch während des Biegens des Beines eine abstossende Bewegung der Fussspitze hervorgerufen wird, wodurch der Fuss angehoben wird.

   Wenn der   Unterschenkel   mit Bezug auf den Oberschenkel am weitesten   zurÜckgebogen   ist und sich dann nach vorne zu bewegen sucht, wird 

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 nach vorn geschwenkt werden kann. Das Eigengewicht wird nunmehr bestrebt sein, den gebogenen und angehobenen Unterschenkel und den Fuss nach unten zu ziehen ; hiedurch wird aber die Schnur 42 gespannt, so dass sie die Klinke 5 freimacht und der Fuss sich unter der Wirkung des elastischen Bandes 16 wieder in   die Hakenstellung"zurückbewegen   wird. Das Knie ist nun stark gebogen und die Fussspitze nach oben gerichtet. Das Bein kann daher frei und unbehindert nach vorne schwingen, ohne dass es gegen die Erde oder das Fussgelenk des natürlichen Beines anstösst. 



   Durch das Vorwärtsschwingen des derart gebogenen Beines wird die Schnur 8 angespannt und der Hebel 10 wird gekippt ; hiedurch wird die Klinke 2 ausgehoben und die Klinke   1   gesenkt. Der Unterschenkel wird dann seine Schwenkung um die Kniegelenkachse fortsetzen, bis das Knie gestreckt ist. 



   Der Unterschenkel wird am   Zurückschwingen dadurch   verhindert, dass er in der vorgestreckten Lage durch die Klinke 1 und das Sperradstück 3 festgehalten ist. Die Ferse des künstlichen Beines wird nun etwas vor dem Schwerpunkt des. Körpers auf den Boden aufgesetzt. Während dieser letzten Bewegung 
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 Körper wird dann auf dem künstlichen Bein vorwärtsbewegt und der nächste Schritt begonnen.

   Durch die dargestellte Anordnung des Sperradstückes 3 im Unterschenkel wird erreicht, dass, da dieses Sperrradstück sich etwas nach beiden Richtungen drehen kann, sowohl die Ferse wie auch die Fussspitze auf Steine od. dgl. treten können, ohne dass dadurch das Gleichgewicht gestört wird, u. zw. weil kleine Bewegungen des Fusses durch entsprechende kleine Drehungen des   Sperradstückes 3 ausgeglichen   werden und der   Hebel 31   auf die Federn 15 oder auf die Gummipuffer 22 und 25 einwirkt. Die Klinke 1 wird nämlich bei einer geringen Drehung, nicht gleich in den ersten Zahn des   Schaltradstückes   3 eingreifen ; wenn z.

   B. die Fussspitze auf einen Stein tritt, wird die Folge davon sein, dass die Klinke 1 sich um einen Zahn des Sperradstückes   3 vorwärtsbewegt,   so dass der Schwerpunkt des Körpers immer noch innerhalb der Unterstützungsebene liegen bleibt ; dies kann man bei Beinen mit'steifem Kniegelenk nicht erreichen. Wenn die Ferse auf einen Stein zu ruhen kommt, wird die Klinke 1 nicht vorwärtsbewegt, wohl aber wird das   Sperradstück   3   zurückbewegt   werden ; die Feder 14 wird dann gespannt und dazu beitragen, das Knie zu strecken, wenn das Bein vorgesetzt worden ist. 



   Wenn die Fussspitze sehr schräg nach oben gerichtet wird, wird der Ansatz 6 gegen den Anschlag 32 stossen und dadurch verhindern, dass die Federn 13 und 15 den Körper aus dem Gleichgewicht herausbringen. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Künstliches Bein mit einer Bandage zur Befestigung an Backen-und Hüftpartie, einem Oberschenkel, einem Unterschenkel und einem Fuss, welche Teile mittels dreier Gelenke verbunden sind, u.   zw.   am   Hüft-,   Knie-und Fussgelenk, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Kniegelenk (K) zwei Sperrad- 
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 40) in der Bandage (L) verbunden sind, und einen Kipphebel   (10),   der auf einer Achse   (9)   im Oberschenkel   (0)   gelagert ist, derart bei der Bewegung des Oberschenkels (0) in der Bandage (L) abwechselnd zum Eingreifen gebracht werden, dass die eine Klinke   (2)   in der gebogenen Lage des Beines den Unterschenkel (U) am Oberschenkel (0) festhält, während die andere Klinke   (1)

     ein Zusammenknicken des Beines verhindert.

Claims (1)

  1. 2. Künstliches Bein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fussgelenkaehse (A) einen Hebel (31) trägt, dessen kurzer Arm (18) derart mit einer Klinke (5) in Eingriff ist, dass eine Feder (15), welche den Unterschenkel mit dem Fuss verbindet, bei der Auslösung der Klinke (5) die Fussspitze beim Vorschwingen nicht verhindert, sich nach oben zu biegen.
    3. Künstliches Bein nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ferse des Fusses (F) mit dem Oberschenkel (0) durch eine Feder (13) verbunden ist, welche durch einen einzelnen Flaschenzug (52) mit einer Schnur (51) in Verbindung ist, und dass die Bewegung des Fusses in der zurückgeführten Lage des Beines in der Ferse des Fusses verriegelt ist.
    4. Künstliches Bein nach den Ansprüchen 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass der senkrechte Arm eines im Unterschenkel angeordneten Winkelhebels (V) gegen einen Anschlag (32) im Fusse anstösst, wenn das Körpergewicht die Fussspitze in eine Lage zum Unterschenkel von etwa weniger als 90 , z. B. 750 gebracht hat.
    5, Künstliches Bein nach den Ansprüchen 1-4, gekennzeichnet, durch einen Riemen (16), welcher den Unterschenkel und den Fuss verbindet und die Fussspitze, wenn der Fuss durch die Klinke 5 ausgelöst ist, emporzieht.
    6. Künstliches Bein nach den Ansprüchen 1-5, dadurch gekennzeichnet, dass die Klinke (5) des Unterschenkels durch eine Schnur (42) von dem Klinkenrad (4) ausgelöst werden kann, so dass die Fussspitze emporgezogen werden kann.
AT92745D 1920-05-11 1920-05-11 Künstliches Bein. AT92745B (de)

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