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Künstliches Bein.
Bei der Herstellung von künstlichen Beinen ist die Abnahme der genauen Längenmasse und die Anordnung der Gelenke an der richtigen Stelle am Körper des Amputierten äusserst schwierig. Häufig vorkommende Haltungs-und Stellungsfehler des Gliedstumpfes, des Beckens und der Wirbelsäule bedingen oft ganz andere Massverhältnisse des Kunstbeines, als das noch erhaltene Glied zeigt. Erst wenn der Amputierte Geh-, Sitz-und Stehversuche macht, zeigen sich die Fehler. Nicht selten kommt es daher vor, dass das Bein, das man nach den abgenommenen Massen hergestellt hat, beim Anlegen an den Beinstumpf bzw.
Körper nicht richtig passt, d. h. etwa ein wenig zu kurz oder zu lang ist oder dass die Gelenkachsen nicht richtig gestellt sind. Ein Einrichten des fertigen Beines ist aber dann nicht mehr gut bzw. nur mit Schwierigkeiten möglich.
In richtiger Erkenntnis dieser Übelstände hat man daher bei einem künstlichen Bein die Verwendung eines die Gelenke verbindenden verlängerbaren Rohrwerkes vorgeschlagen, dessen Teile mittels Schraubengewindes ineinandergeschraubt. sind. Diese Ausführung erfüllt nicht ganz den erstrebten Zweck. Wohl lassen sich dabei die Läpgenänderungen des Beines genau einstellen, aber die richtige schräge Gehstellung des Fusses ist hier an eine bestimmte Beinlänge gebunden bzw. kann nicht unabhängig von der Längeneinstellung eingerichtet werden.
Diesem Mangel, der bei der geforderten grossen Genauigkeit der Einstellungen sich sehr fühlbar macht, wird nun gemäss der Erfindung dadurch abgeholfen, dass die Rohrteile des die Gelenke des Beines verbindenden, verlängerbaren Rohrwerkes derart gleitend und drehbar ineinandergesteckt und durch Klemmwirkung feststellbar sind, dass ihre Längenund Dreheinstellungen behufs Erzielung richtiger Gehstellung unabhängig voneinander ausgeführt werden können. Darnach kann also das Bein zunächst auf die richtige Länge eingestellt und dann unabhängig davon der Fuss für diese gewollte Länge in die richtige Schrägstellung gedreht werden, eine Aufeinanderfolge unabhängiger Einstellungen, die natürlich bei einer Gewindeverbindung der Rohrteile nicht möglich ist.
Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ; Fig. i und 2 zeigen in zwei nach senkrecht zueinander stehenden Ebenen genommenen Längsschnitten den Unterschenkelteil und Fig, 3 und 4 in ähnlichen Schnitten den Oberschenkel des Beines. a ist die Schale und b der Drehkopf des Kniegelenkes des gezeichneten künstlichen Beines, c die Schale und d der Drehkopf des Fussgelenkes desselben (Fig. 1 und 2).
Vom Kniegelenk bis zum Fussgelenk erstreckt sich ein Strahlrohr/, das in dem Kniegelenkkopf b über ein Rohrstück g (Fig. i), in dem Fussgelenkkopf d über ein Rohrstück A geschoben ist und mit diesen Rohrstücken ein Rohrwerk bildet, In der Kniegelenkschale a und im Fussgelenkkopf tritt das Rohr f durch je eine in diesen Teilen eingelagerte, von aussen festspannbare Rohrzwinge i bzw. i hindurch. Das Rohr g sitzt starr an einem Scharnierrohr k, das im Kniegelenkkopf b zwischen den nach einwärts gebogenen Schienen I der Stumpfanschlusshülse M : auf zwei hohlen Scharnierzapfen n drehbar ist. Letztere sind von aussen her lösbar in den Kniegelenkkopf b eingesetzt und auf diesem mittels eines Flansches und einer Schraube o befestigt.
In ähnlicher Weise ist das Rohrstück A starr mit einem
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Scharnierrohr p-verbunden, das in der Fussgelenkschale c auf zwei hohlen Scharnierzapfen q drehbar ist. Letztere stecken in einem in der Fussgelenkschale c befestigten Lagerstück r, in das sie von aussen her lösbar eingesetzt sind, wobei sie mittels eines Flansches und einer Schraube s an der Fussgelenkschale c befestigt sind.
< ist die das Kniegelenk und das Fussgelenk verbindende Ummantelung aus Fiber, steifem Leder o. dgl.
Beim Ausprobieren des künstlichen Beines, das vor Anlegen dieser Ummantelung zu geschehen hat, sind die Rohrzwingen i, i gelockert. Der gegenseitige richtige Abstand zwischen dem Kniegelenk und dem Fussgelenk wird durch Ausziehen oder Zusammenschieben des aus dem Rohr j und den Rohrstücken g, h bestehenden Rohrwerkes genau eingestellt. worauf die Rohrzwingen i, i zur Festlegung des Rohrwerkes festgespannt werden. Damit ist das Bein hinsichtlich seiner Länge und Gelenkstellung justiert und es kann die Ummantelung t angelegt werden.
Soll die Scharnier Verbindung In einem der Gelenke nachgesehen oder ausgebessert werden, so genügt es, die Scharnierzapfen n bzw. q nach Lösen der betreffenden Befestigungschrauben nach aussen herauszuziehen, womit die Gelenkverbindung gelöst ist.
Die Teile des Rohrwerkes sind auch zueinander um ihre Längsachse drehbar ; dadurch ist man der Lage, den Fuss für den bequemen Gang im Winkel in korrekte schräge Gehstellung einzurichten. Es ist dabei zweckmässig, die so eingerichtete Stellung vermittelst Stellschrauben oder auf andere Weise zu fixieren.
Zur Verriegelung des Kniegelenkes in gerade gestrecktem Zustand des Beines dient ein Riegel u, der im Gelenkkopf b quet zum hinteren Schlitz v desselben drehbar ist und für das obere Ende des Rohrwerkes des Unterschenkels einen Queranschlag bildet. Der Riegel 1 ist bei 11 drehbar gelagert, und an seinem anderen Ende ist ein von Hand zu bedienender Zugriemen w befestigt. Durch Zug an diesem Riemen wird der Riegel u entgegen der Wirkung der Rückführfeder x emporgedreht, so dass jetzt der hintere Schlitz v freigelegt wird und'das Durchgleiten des oberen Endes des Rohrwerkes gestattet. Eine Klemmschnalle gibt die Möglichkeit, den angezogenen Zugriemen w festzulegen. Wird derselbe freigegeben, dann fällt der Riegel u wieder in seine Verriegelungsstellung zurück.
Fig. 3 und 4 zeigen den Oberschenkelteil des Beines mit dem Kniegelenk und dem Riegelwerk in demselben. Wie aus diesen Figuren ersichtlich ist, sind die Metallschienen 1 einstellbar mit der Stumpfhülse y verbunden, so dass die letztere innerhalb gewisser Grenzen relativ zu den Schienen l und dem'Rohrwerk des Unterschenkels gedreht werden kann, um ein genaues Einstellen der Stumpfhülse zum Stumpf zu ermöglichen. Diese Verstellbarkeit wird dadurch ermöglicht, dass die Befestigungsschlaufen z für die Schienen l an verschiedenen
Stellen der Stumpfhülse y festschraubbar sind.
Aus der vorstehenden Beschreibung lassen sich für das künstliche Bein folgende Vorteile ableiten :
Die Länge des Beines ist leicht und genau justierbar, auch nach der Herstellung und nach längerem Gebrauch desselben.
Die Gelenkverbindungen sind leicht lösbar, die Scharnierteile in den Gelenken dreh-, nachschau-und auswechselbar.
Der Fuss lässt sich in korrekte Winkelstellung bringen.
Das Rohrwerk und die Scharnierteile des Beines lassen sich in Massenfabrikation auf Lager herstellen, indem man für diese Teile nicht an genaue Längenmasse gebunden ist.
Durch dieses Rohrwerk und seine Dreh-und Verschiebbarkeit ist es möglich, alle Bestand-