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Freitragende Hohldecke bzw. Dachkonstruktion aus armierten Betonformsteinen.
Die Vorteile freitragender, aus Formsteinen hergestellter Decken und Dachkonstruktionen, wie Ersparnis an Material, einfaches Stützgerüst, geringer Arbeitsaufwand, Belastungsmöglichkeit kurz nach Fertigstellung, Feuersicherheit usw. sind allgemein bekannt. Demgemäss wurden bereits zahlreiche Konstruktionen in Vorschlag gebracht, mit welchen die Lösung der Aufgabe, die Tragfähigkeit der Decke durch den blossen Eingriff der Steine zu erzielen, auf verschiedene Art versucht wurde. Die Aufgabe, welche viele Lösungen zulässt, besteht im Wesen darin, den Stoss der Steine so auszugestalten, dass die Beanspruchungen möglichst verteilt, starke Dimensionierung an gefährlichen Querschnitten also im Interesse von Materialersparnis und Gewichtsverminderung vermieden werden.
Im Zusammenhang damit muss das Steinprofil so gewählt werden, dass der Stein leicht und trotzdem tragfähig ist und an den Stossstellen jede umständliche Formgebung vermieden wird. Auf diesen Voraussetzungen beruht der Grundgedanke der vorliegenden Erfindung, welche eine freitragende Hohldecke bzw. Dachkonstruktion aus armierten Betonformsteinen zum Gegenstande hat. Die Erfindung besteht im wesentlichen darin, dass der Eingriff der Steine unter Bildung von Gitterträgern durch Schrägstellung ihrer seitlichen Begrenzungsflächen bei hakenartiger Profilierung der Untergurte erfolgt.
Es können dabei entweder grössere Steine mit mehrmaschigem Gitter und einfache Verbindungssteine oder Ober-und Untergurtsteine, bestehend aus Gurtstück und zwei konvergierenden Rippen, zur Verwendung kommen, welche ausserdem dadurch gegenseitig verankert sind, dass jeder Stein die zwei gegenüberliegenden Steine nach Art einer Zange verbindet.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in drei beispielsweisen Ausführungsformen veranschaulicht, und zwar zeigen die Fig. i und 2 Teile von Decken im Querschnitt, Fig. 3 einen Teil einer Dachkonstruktion im Querschnitt, die Fig. 4,5 und 6 die hierzu verwendeten Steine im Schaubild und Fig. 7 einen Längenschnitt durch die Decke. In Fig. 8 ist die dritte Ausführungsform schaubildlich dargestellt.
Die Decke nach Fig. i besteht aus den in den Fig. 4 und 5 gezeichneten Formsteinen. Diese sind je aus einem Gurtstück und zwei konvergierenden Rippen zusammengesetzt. Die Steine nach Fig. 4 kommen fortlaufend im Obergurt, die anderen im Untergurt zur Verwendung. Ihre Formen sind derart gewählt, dass bei dieser Aneinanderreihung der Steine sämtliche Streben des Gitterwerks aus zwei aneinanderliegenden wechselseitig gegen den Obergurt sich abstützenden Rippen bestehen. Bewirkt bereits diese Anordnung eine gleichmässige Verteilung der Beanspruchungen infolge Eigengewicht und Deckenlast, so wird der Konstruktion ferner dadurch grosse Festigkeit verliehen, dass jeder Stein die beiden gegenüberliegenden Steine nach Art einer Zange zusammenhält. Hakeneingriffe im Untergurt vervollständigen die solide Verbindung der Steine.
Volle oder hohle Auflagersteine ermöglichen es, die Decke als eingespannte Platte herzustellen. Die Steinreihen liegen im Wechselstoss aneinander, wie aus Fig. 3, welche eine aus den beschriebenen Steinen hergestellte Dachkonstruktion zeigt, ersichtlich ist,
Während diese Ausführungsform der Steine durch grosse Handlichkeit gekennzeichnet ist, stellt diejenige nach Fig. 6 einen Stein mit mehrmaschigem Gitterwerk dar. Hier kommt nur eine einzige Steinform zur Verwendung, und zwar werden die Steine ganz gleichmässig aneinander gereiht (Fig. 2), wobei die Stossstellen, deren Zahl bedeutend
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verringert ist, wieder entsprechend dem Grundgedanken der Erfindung ausgebildet sind. Im Untergurt sind wieder die hakenartigen Eingriffe angeordnet.
Eine kürzere Ausbildung der Hakenvorsprünge, und damit eine Verringerung der Bruchgefahr beim Transport der Steine, ermöglicht die Ausführungsform nach Fig. 8, welche aus grösseren fachwerkartig ausgebildeten Formsteinen 1 und Verbindungssteinen 2 besteht, welche abwechselnd aneinandergereiht werden. Die dreieckigen Verbindungssteine verankern, unter Ausgestaltung der Stossstellen gemäss der Erfindung, benachbarte Steine 1 in sehr solider Weise, wie diese Konstruktion überhaupt für stärker belastete Decken bestimmt ist.
Die Hakeneinsätze lassen sich besonders dann verkürzen, wenn der Verbindungsstein einen Ansatz erhält (Fig. 8, rechts), der den Zwischenraum zwischen den Hakenansätzen 3 ausfüllt.
. Zur Erzielung einer festen Verbindung der Steinreihen untereinander sowie eines dichten Abschlusses werden die Längskanten der Steine in bekannter Weise entsprechend profiliert und die so gebildeten Längsnuten nach Verlegung von Rundeisen mit Zementmörtel ausgegossen (Fig. 7). Bei Dächern können an die Stelle der Rundeisen auch Holzlatten treten, an welchen die Dachhaut befestigt wird. Die Verlegung der Steine erfolgt zweckmässig in dünnem Zementmörtel.
, PATENT-ANSPRÜCHE : i. Freitragende Hohldecke bzw. Dachkonstruktion aus armierten Betonformsteinen, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung der Steine unter Bildung von Gitterträgern sowohl durch gegenseitiges Übergreifen der schräg vor-bzw. einspringend ausgebildeten Begrenzungsstege der Steine als auch durch Ineinandergreifen von hakenartigen Profilen der Untergurte erfolgt.