AT85803B - Luftsaugebremse mit Zusatzbremszylinder. - Google Patents

Luftsaugebremse mit Zusatzbremszylinder.

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  Luftsaugebremse mit Zusatzbremszylinder. 



   Um bei Luftsaugebremsen für schnellfahrende   Eisenbahnfahrzeuge eine1 anfänglichen   hohen Druck zwischen Bremsklötzen und Radreifen zu eizielen, ist schon vorgeschlagen worden, zwei Bremszylinder oder zwei Gruppen von Bremszylindern auf dasselbe Bremse gestänge in der Weise wirken zu lassen, dass bei Einleitung von   Schnellbremsungen   zunächst beide Bremszylinder bzw.

     Bremszylindergruppen   in   Tätigkeit   treten, wodurch der gewünschte hohe Anfangsdruck der Bremsklötze erzielt wird und nach dem Sinken der   Geschwindigkeit   und dadurch bedingter Zunahme des Reibungskoeffizienten zwischen   Bremsklötzen   und Radreifen einer der beiden als Zusatzbremszylinder (Zusatzbremszylindergruppe) bezeichneten Bremszylinder (Bremszylindergruppen) durch Herstellung einer Verbindung zwischen Unterund Oberkammer mit Hilfe des bekannten, vom Tangentialzug in der   Bremsklotzhängung   betätigten Ausgleichshebels ausser Tätigkeit gesetzt wird. während der andere oder normale Bremszylinder (Bremszylindergruppe) in Tätigkeit bleibt.

   Man hatte dabei die Einrichtung getroffen, dass bei leichten oder sogenannten Betriebsbremsungen der Zusatzbremszylinder gar nicht zur Wirkung kam, sondern bloss der normale Bremszylinder.   Hiebd   ergab sich aber der Nachteil, dass bei längerem, unter Betriebsbremsung erfolgenden   Gefällsfahrten   durch die nicht   vollständig   abdichtenden Stopfbüchsen Luft in die Unterkammer des Zusatzbremszylinders eindrang, was zu einer unerwünschten Betätigung des Zusatzbremszylinders führen kann. 



   Die vorliegende Erfindung beseitigt nun diesen Nachteil dadurch, dass bei jeder 
 EMI1.1 
 Nachteil der bekannten Einrichtungen dieser Art besteht darin, dass die hei Betätigung des Ausgleichshebels herbeigeführte Verbindung der Ober-und Unterkammer des Zusatzbremszylinders eine grössere Zerstörung der Luftverdünnung in diesen Kammern und dem Sonderbehälter herbeiführt, als zur Ausserbetriebsstellung des Zusatzbremszylinders erforderlich 
 EMI1.2 
 Saugarbeit bei der   Entbremsung gespart.

   Die   Erfindung hat schliesslich eine ausserordentliche   Vereinfachung der Steuerorgane für   den Zusatzbremszylinder zum Gegenstande, indem nur ein einziges Steuerorgan verwendet wird, das aus zwei Absperrorganen (Ventilen,   Klappen o. dgl. ) zusammengesetzt ist, von denen eines die Verbindung zwischen Haupt-   leitungsrohr und Unterkammer des Zusatzbremszylinders überwacht und bei der Ruhelage des Ausgleichshebels   zwangläufig offengehalten   wird, bei Drehung des letzteren sich jedoch selbsttätig schliesst, während das zweite Absperrorgan, das die Verbindung der Unterkammer mit der Oberkammer des Zusatzbremszylinders überwacht, in der Ruhelage des Ausgleichshebels   selbsttätig geschlossen gehalten   und bei Drehung desselben   zwangläufig   geöffnet wird.

   
 EMI1.3 
 zylinders unterbrochen hat. Der normale Bremszylinder steht in der bekannten Weise mit dem Hauptleitungsrohr in Verbindung. 



   In der Zeichnung veranschaulicht Fig. i schematisch eine Bremsanlage mit dem Steuer- 
 EMI1.4 
 Steuerventils für den Zusatzbremszylinder, Fig. 3 und 4 zeigen weitere Ausführungsformen hievon. 



   In Fig. i bezeichnet   1   das   Hauptleitungsrohr,.' ?   den mit dem Sonderbehälter 3 verbundenen normalen Bremszylinder, der durch ein Rohr 31 mit dem   Hauptleltungsrohr   verbunden ist und dessen Kolben an der Zugstange   4   des   Bremsgestänges   angreift. Die auf das Rad 8 wirkenden Bremsklötze 7 hängen an den Enden des Ausgleichshebels 9, auf den eine   Feder-M wirkt. J bezeichnet   den mit dem Sonderbehälter 6 verbundenen Zusatzbremszylinder, dessen Kolben gleichfalls an der Zugstange 4 angreift.

   Die Hauptleitung 1 ist (zweckmässig über ein   Schnellbremsventil 28)   durch das Rohr 11 mit einem Steuer- 

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 ventil 12 in Verbindung, von dem ein Rohr 13 zur Unterkammer und ein Rohr   14   zur Oberkammer des Zusatzbremszylinders 5 und zum Sonderbehälter 6 des letzteren führt. Das 
 EMI2.1 
 organe, von denen das eine 15 die Verbindung zwischen den Rohren 11 und 13 und das andere 16 die Verbindung zwischen den Rohren 13 und   14   überwacht.

   Eine im Gehäuse des Steuerventils 12 geführte Stange 17 steht unter der Wirkung eines dreiarmigen Hebels 18, von dem ein Arm 19 an einem Ende des Ausgleichshebels 9 angelenkt ist während die beiden anderen Arme 20, 21 des Hebels 18 an Lappen 22,23 am Gehäuse des Steuerventils anliegen, die als Drehpunkte für den Hebel 18 zu dienen   vermögen.   Eine zwischen der Stange 17 und dem Gehäuse des Steuerventils 12 eingespannte Biegehaut 24 schliesst dieses Gehäuse dicht gegen die Aussenluft ab.

   Die Stange 17 trägt einen Anschlag 25, der bei der in Fig. i und 2 dargestellten Ruhelage der Teile das Ventil 15 zwangläufig offenhält, indem sich dieser Anschlag gegen einen Arm 26 des bei der dargestellten Ausführungsform als Klappe ausgebildeten Ventils 15 legt, während das Ventil 16 hier gleichfalls als Klappe ausgebildet, durch sein Eigengewicht geschlossen gehalten wird. In der in Fig. i und 2 gezeigten Ruhestellung wird beim Absaugen aus der Hauptrohrleitung die Unterkammer des Zusatzzylinders 5 über das offene Ventil 15 und die Oberkammer nebst dem Sonderbehälter 6 über das sich dann selbsttätig öffnende Ventil 16 entlüftet. Wird 
 EMI2.2 
 Ventil 16 ein Eindringen von Luft in die Oberkammer des Bremszylinders verhindert. Gleichzeitig dringt auch Luft durch das Rohr 31 in die Unterkammer des normalen Bremszylinders 2.

   Die beiden Bremszylinder treten also gleichzeitig in Tätigkeit und drücken zusammen die Bremsklötze gegen den Radreifen. Sobald infolge des hohen Druckes die Umfangsgeschwindigkeit des Rades 8 ausreichend gesunken und der Reibungskoeffizient zwischen Bremsklötzen und Radreifen gestiegen ist und daher der Ausgleichshebel 9 entgegen der Wirkung der Feder 10 verdreht wird, wird auch der dreiarmige Hebel 18 je nach der Drehrichtung des Rades um den einen oder den anderen Lappen 22 oder 23 gedreht und die Stange 17 entgegen der Wirkung des äusseren Luftdruckes auf die Biegehaut 24 der Länge nach im Gehäuse des Steuerventils 12 verschoben, wodurch zunächst das Ventil 15 freigegeben wird (indem sich der Anschlag 25 vom Arm 26 entfernt) und sich selbsttätig (durch sein Eigengewicht) schliesst und dann erst das Ventil 16 zwangläufig geöffnet wird,

   indem der Anschlag 25 den Arm 27 zurückdrückt. Durch die so hergestellte Verbindung der Ober-und Unterkammer des Zusatzbremszylinders 5 über das Steuerventil 12 wird der letztere ausser Tätigkeit gesetzt und es wirkt nur der Bremszylinder 2 weiter, wodurch der Bremsklotzdruck gegen den Radreifen verringert wird. Wird zwecks Lösens der Bremsen aus dem Hauptleitungsrohr abgesaugt, so zieht der Kolben des Bremszylinders 2 die Bremsklötze vom Radkranz weg.

   Die Stange 17 ist unter Mithilfe der Wirkung des äusseren Luftdruckes auf die Biegehaut 24 in die Ruhestellung (Fig. i und 2) zurückgeführt worden, so dass sie die Entlüftung beider Kamern des Zusatzbremszylinders 5 und seines Sonderbehälters 6    gestattet. "  
Bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform des Steuerventils sind die nach Fig. i und 2 als Klappen ausgeführten Ventile 15, 16 durch Hubventile 35 bzw. 36 ersetzt, von denen das letztere an seiner Spindel 37 mit Spielraum hängt. Diese Spindel tritt an die Stelle der Stange 17 (Fig. i und 2) und ist durch einen Hebel 38 mit dem Ventil 35 derart gekuppelt, dass dieses in der in Fig. 3 ersichtlichen Ruhestellung zwangläufig offen, das Ventil 36 dagegen selbsttätig geschlossen gehalten wird. Die Wirkungsweise ist genau dieselbe wie bei der Ausführungsform nach Fig. i und 2.

   Bei der in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform sind die Ventile 15, 16 der Fig. i und 2 durch Kugelventile 39, 40 in Körben 41, 42 ersetzt, die an der die Stange 17 der Fig. i und 2 ersetzenden Stange 43 befestigt sind. In der in Fig. 4 gezeigten Ruhelage ist das Kugelventil 39 von seinem Sitz   zwangläufig   weggerückt, während das Kugelventil 40 auf seinem Sitz liegt. Wird bei Verdrehung des Hebels 18 durch den Ausgleichhebel 9 die Stange 43 nach aussen gezogen, so gelangt zunächst das Kugelventil 39 auf seinen Sitz, während das Kugelventil 40 erst dann von seinem Sitz weggerückt wird, wenn das Kugelventil 39 bereits geschlossen ist. Die Wirkungsweise ist auch hier genau dieselbe wie in Fig. i und 2. 



   Wie ersichtlich, werden durch das vorliegende Steuerventil bei jedem Anstellen der Bremsen der Zusatzbremszylinder (Zusatzbremszylindergruppe) gleichzeitig mit dem Normalbremszylinder (Bremszylindergruppe) in Tätigkeit gesetzt und bei Einleitung einer Vollbremsung der Zusatzbremszylinder (Zusatzbremszylindergruppe) nach Abnahme der Umfangsgeschwindigkeit der Räder selbsttätig ausser Tätigkeit gesetzt ;

   wird bei Einleitung einer Betriebsbremsung nur eine geringe Drucksteigerung im Hauptleitungsrohr hervorgerufen, so 

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 erreicht der Druck der Bremsklötze gegen den Radreif nicht die zur Verdrehung des Ausgleichshebels 9 erforderliche, durch Regelung der Spannung der Feder 10 bestimmte Höhe und der Zusatzbremszylinder bleibt während der ganzen Dauer der Bremsung in Tätigkeit, weil die Teile des Steuerventils die in der Zeichnung dargestellte Ruhestellung behalten. 



   An Stelle der beschriebenen Ventilanordnungen könnte auch ohne Änderung der Wirkungsweise eine Hahnsteuerung treten, wobei die Betätigung des zweckmässig als Mehrweghahn ausgebildeten Steuerorgans in gleicher Weise durch den Ausgleichshebel erfolgt. 



   Ein Vorteil des vorliegenden Steuerventils liegt ausser den eingangs genannten Vorteilen noch darin, dass die Umänderung der vorhandenen Bremseinrichtungen mit bloss normalen Bremszylindern in solche mit normalen und Zusatzbremszylindern wesentlich einfacher und billiger durchgeführt werden kann als bisher. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :   i.   Luftsaugebremse mit Zusatzbremszylinder und Ausgleichshebel, dadurch gekennzeichnet, dass bei jeder Bremsung der Zusatzbremszylinder (die Zusatzbremszylindergruppe) gleichzeitig mit dem Normalbremszylinder (der Normalbremszylindergruppe) in Tätigkeit tritt, derart, dass der Zusatzbremszylinder während irgendeiner Bremsung nur dann nicht wirksam ist, wenn er in bekannter Weise durch Verbindung der Ober-und Unterkammer vermittelst des Ausgleichshebels ausser Tätigkeit gesetzt wird. 



   2. Luftsaugebremse mit Zusatzbremszylinder und Ausgleichshebel, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausgleichshebel bei seiner Betätigung erst dann vermittelst eines Absperrorgans die Verbindung von Ober-und Unterkammer des Zusatzbremszylinders herbeiführt, nachdem er vermittelst des gleichen oder eines zweiten Absperrorgans die Unterbrechung der Verbindung zwischen Hauptleitung und Zusatzbremszylinder bewirkt hat.

Claims (1)

  1. 3. Steuerventil für Luftsaugebremsen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das den Zusatzbremszylinder (Zusatzbremszylindergruppe) bedienende Steuerventil (12) aus zwei Absperrorganen (Ventilen, Klappen o. dgl.) zusammengesetzt ist, von denen das eine (15, 35, 39), welches die Verbindung zwischen Hauptrohrleitung (1) und Unterkammer des Zusatzbremszylinders (5) überwacht, bei der Ruhelage des Ausgleichshebels (9) zwangläufig offengehalten wird, sich jedoch bei Drehung des letzteren selbsttätig schliesst, während das zweite Absperrorgan (16, 36, 40) die Verbindung zwischen Unterkammer und Ober- EMI3.1 Biegehaut (24) eingeschaltet ist.
    5. Steuerventil mit einer vom Ausgleichshebel aus betätigten, im Steuerventilgehäuse gefühöten Stange, dadurch gekennzeichnet, dass die leiden Ventile als Kugelventile (39, 40) in an der Stange befestigten Körben (41, 42) ausgeführt sind und diese Körbe und Ventile so angeordnet sind, dass, wenn eines der Ventile auf se : nem Sitz liegt, der Sitz des anderen Ventils freigelegt ist.
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