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Messvorrichtung.
Die Erfindung bezieht sich auf solche Vorrichtungen zum Messen von Längen, bei welchen eine Schraubenspindel mit Teilscheibe die Ablesung des Messresultates vermittelt. Alle Apparate dieser Art leiden an dem Übelstand, dass sie von der Genauigkeit der
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eine Schraubenspindel zu erzeugen, bei welcher z. B. zehn Gänge gen au 10 mm ausmachen, sowie das Auftreten sogenannter periodischer und aperiodischer Fehler sind die wesentlichsten Ursachen der Ungenauigkeit, die nicht überraschend ist, nachdem die Schraubenspindel, als ein an einer Maschine unter Vermittlung einer anderen Schraubenspindel geschnittenes Element, gleichsam alle Fehler kopiert, welche an der erzeugenden Maschine vorhanden waren.
Die Ausgestaltung von Messmaschinen unter Zuhilfenahme von Schraubenspindeln hat daher nur problematischen Wert, solange es nicht gelingt, Schraubenspindeln einwandfrei zu erzeugen. Zweck der vorliegenden Erfindung ist nun, die Genauigkeit einer Messmaschine von der hierbei verwendeten Schraubenspindel unabhängig zu machen, und wird dies dadurch erreicht, dass die Schiene, welche das Messresultat an der Teilscheibe anzeigt, nicht, wie üblich, parallel zu einer Zylindererzeugenden der Teilscheibe angeordnet, sondern auf Grund empirischer Ermittlung derart geformt wird, dass die Fehler der Schraubenspindel in dem Abstand der Schiene von einer den Nullpunkt schneidenden Erzeugenden der Teilscheibe zum Ausdruck kommen.
Die Genauigkeit von der Erfindung gemäss ausgestalteten Messapparaten kann noch dadurch erhöht werden, dass man die Teilung des die vollen Umdrehungen der Messschraube anzeigenden Massstabes vergrössert, zu welchem Zwecke der Massstab der Teilscheibe in Form einer Schraube von grösserer Ganghöhe als die Messschraube auf dem zylindrischen Umfang der Teilscheibe angeordnet wird.
Die Zeichnung zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes. a ist die den Messkopf tragende Spindel, welche in einem Gehäuse. b gelagert ist und mittels des Knopfes c gedreht werden kann. d ist die auf der Spindel sitzende Teilscheibe mit einer schraubenförmigen Rille, längs welcher beispielsweise eine Tausendstelteilung angebracht ist. g ist die Schiene, welche gemäss dem dargestellten Ausführungsbeispiel mittels
Kloben h o. dgl. an Leisten i verschiebbar ist und aus einem Draht besteht, der sich durch Biegen in beliebige Form bringen lässt. I ist ein Fenster im Gehäuse und mein Zeiger, der einerseits in der schraubenförmigen Rille f, andrerseits an der Schiene g geführt ist. Das Fenster ist durch eine Glasplatte gedeckt, auf welcher ein Strich eingeätzt ist, der die Millimeterteilung trägt.
Die Form der Schiene bringt zum Ausdruck, dass die Schraubenspindel zu kurz ist, und zwar ist dieser Fehler im Anfange grösser und bei fortschreitender Messung kleiner. Die stetige Krümmung der Brücke lässt aber erkennen, dass die Spindel keine periodischen
Fehler besitzt. Wären solche vorhanden, so müsste die B : ücke periodisch wiederkehrende
Ausbuchtungen aufweisen, wie dies in strichlierten Linien bei gl angedeutet ist. Eine voll- kommen fehlerfreie Schraubenspindel müsste eine zur Zylinder erzeugenden parallele Schiene ergeben und eine zu lange Schraubenspindel eine Schiene mit abfallender Kurvenform.
Die Verwendung von biegsamem Draht für die Schiene g hat den Vorteil, dass die
Einstellung derselben leicht möglich ist, welcher Umstand von besonderer Wichtigkeit wild ;
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wenn die Notwendigkeit besteht, nachträglich auftretende Fehler der Schraubenspindel auszugleichen.
Die dargestellte Anordnung dürfte in den meisten Fällen ausreichen, d. h. die Ungenauigkeit gewöhnlicher Schraubenspindeln, wie solche mit einiger Sorgfalt auf jeder besseren Drehbank erzeugt werden können, wird sich durch diese Anordnung der Ablesevorrichtung ausgleichen lassen. Sollte jedoch im gegebenen Falle der progressive Fehler derartig bedeutend sein, dass dessen Beseitigung durch Höher-oder Tieferstellung des Ablesezeigers zu umständlichen maschinellen Vorrichtungen-führen würde, so wird es sich in diesem Falle empfehlen, den progressiven Fehler durch empirische Ermittlung mittels normalisierter Erdmasse in den Hauptpunkten festzustellen und darnach die Schraubenlinien für den Massstab der Teilscheibe zu ermitteln, womit der progressive Fehler ausgeschaltet ist,
und nur die Ausschaltung der periodichen und aperiodischen Fehler der Schiene zu übertragen. Die auf diese Weise ermittelte Schraubenlinie wird veränderliche Steigung besitzen und den progressiven Fehler der Messspindel durch die Abweichung von einer Schraubenlinie konstanter Steigung zum Ausdruck bringen.
PATENT-ANSPRÜCHE : i. Messvorrichtung mit Schraubenspindel und Teilscheibe, dadurch gekennzeichnet, dass die Schiene (g), welche das Messresultat an der Teilscheibe anzeigt, derart geformt ist, dass die Fehler der Schraubenspindel in dem Abstand der Schiene von einer den Nullpunkt schneidenden Erzeugenden der Teilscheibe zum Ausdruck kommen.