<Desc/Clms Page number 1>
Bohrgerät zur Herstellung senkrechter Bohrlöcher und Verfahren zu dessen Anwendung.
Es ist bekannt, dass die für den Schachtbau erforderlichen Gefrierbohrlöcher fast nie genau senkrecht im Erdreich verlaufen, sondern meistens kleine Neigungen aufweisen. Diese Abweichungen von der Senkrechten pflegen ursprünglich sehr gering zu sein und mit zu- nehmender Teufe beträchtlich zu wachsen, was zur Folge hat, dass die Bohrlöcher, die über Tage beispielsweise in einem Kreise angeordnet sind, in grösseren Teufen regellos durch- einander laufen. Dann sind aber häufig Abstände zwischen den Bohrlöchern vorhanden, die zu gross sind, als dass die Gefrierbereiche einander übergreifen könnten.
Um das Gelingen von Gefrierschachtbauten zu sichern, musste man deshalb bisher durch Einfahren mit einem besonderen Messgerät den Verlauf der fertigen Bohrlöcher genau ermitteln und, soweit die Abweichungen erheblich waren, eine ganze Reihe von Ersatzbohrlöchern abteufen, deren Verlauf wiederum ermittelt wurde, bis das Zustandekommen der gewünschten Frostmauer gesichert erschien. Eine nachträgliche Richtigstellung von fehlgegangenen Bohrlöchern war nicht ausführbar.
Die vorliegende Erfindung vermeidet diese Nachteile. Sie betrifft ein Bohrgerät und ein Verfahren zu dessen Verwendung, wodurch schon während des Abbohrens etwa eintretende Abweichungen der Bohrlöcher von der Senkrechten alsbald festgestellt und durch Beinflussung des Bohrgerätes berichtigt werden können, zu welchem Zwecke die hohle
EMI1.1
aus der Senkrechten über Tag anzuzeigen, mit einem Bohrmeissel versehen ist, der so gestaltet, beispielsweise exzentrisch ausgebildet oder mit abgeschrägter Schneide versehen ist, dass durch geeignete Austeilung der Meisselschläge bei der Drehbewegung des Bohrers im Bohrloch die Bohrrichtung beeinflusst werden kann.
In der Zeichnung ist die Erfindung schematisch erläutert. 1 ist das untere Ende einer Schwerstange, die den Bohrmeissel trägt. Sie ist hohl und enthält das später zu beschreibende Pendel. Am unteren Ende ist der Bohrmeisselkopf 2 angebracht, an dem der Bohrmeissel J befestigt ist. Die Schneide desselben ist etwas schräg geschliffen, so dass das eine Ende a der Schneidkante tiefer steht als das andere. Ein Pendelgewicht J ist im Punkte 5 als Pendel kardanisch aufgehängt. Es trägt zwei Stäbe 6 und 7, die in Kontaktkugeln 8 und 9 endigen. Die Kugel 8 befindet sich zwischen zwei in geringem Abstand parallel verlaufenden Kontaktbahnen 10. Diese können gemeinsam durch den Elektromotor 12 senkrecht zur Papierebene verschoben werden.
Dabei bleibt ihr Abstand unverändert, aber die eine oder die andere, je nach der Bewegungsrichtung, kommt in Berührung mit der Kontaktkugel 8. Dadurch werden Steuerstromkreise des Motors 12-in der Art geschlossen und unterbrochen, dass die Kontaktbahnen ständig der Bewegung der Kugeln 8 nachfolgen, soweit diese senkrecht zur Zeichnungsebene sich vollziehen. Sobald dann die Kontaktbahnen 10 die Kugel 8 wieder ohne Berührung zwischen sich stehen lassen, ist der Strom für den Motor 12 gänzlich unterbrochen.
Genau die gleiche Einrichtung ist in Kugel 9, Kontaktbahn 11 und Motor 13 verkörpert, mit dem einzigen Unterschied, dass die in der Zeichenebene selbst sich vollziehenden Bewegungen der Kugel 9 von den Kontaktbahnen 11 wiederholt werden. Es wird also
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
der hohlen Schwerstange 1 gegen die Lotlinie. -
An Stelle eines einzigen Pendels können auch zwei getrennte Pendel angeordnet werden, von denen jedes eine Komponente der Neigung misst.
Um die Lagerung der Pendel nach Möglichkeit dem Einfluss der dem Bohrgestänge erteilten Schläge zu entziehen, wird man zweckmässigerweise die ganze Messvorrichtung auf einem in der Längsrichtung der Schwerstange verschiebbaren Schlitten befestigen, welcher mit Federn 15 oder durch Gummistücke u. dgl. gegen die Schwerstange gepuffert ist.
In bekannter Weise werden durch die Umdrehungen der Motoren 12 und 13 auf elektrischem Wege Gleichlaufmotoren angetrieben, die über Tage in geeigneten Apparaten die Stellungen des Pendels, in zwei Koordinate zerlegt, wiedergeben. Wie das im einzelnen geschieht, bildet nicht den Gegenstand der vorliegenden Erfindung und erscheint in der Patentschrift Nr. 62659 dargelegt.
Solange das Bohrloch genau vertikal verläuft, stehen die Ableseapparate auf Null. In diesem Fall wird das Bohrgestänge und damit auch der Bohrmeissel von Schlag zu Schlag dauernd gleichmässig im Kreise herumgedreht, so dass die abgeschrägte Schneide auf der Sohle des Bohrloches einen Kegel erzeugt und keine Abweichung von der Vertikalen begünstigt. Tritt aber eine solche dennoch ein, so wird sie über Tage an den Anzeigeapparaten ersichtlich. Dann lässt man die tiefere Kante a des Bohrmeissel. 3 nur noch in einem Halbkreise hin und her gehen, wodurch die Sohle des Bohrloches an einer Seite tiefer wird alsan der gegenüberliegenden.
Der Meissel sucht dann nach dieser Seite zu abzurutschen, und das bewirkt mit fortschreitender Teufe eine seitliche Versetzung des Bohrloches nach derjenigen Richtnng hin, um welche die Spitze a des Meissels 3 von Schlag zu Schlag im Halbkreis hin und hergeführt wird. Das wird so lange fortgesetzt, bis die Anzeigeapparate über Tage erkennen lassen, dass das Bohrloch wieder senkrechte Richtung angenommen hat
PATENT-ANSPRÜCHE :
I. Bohrgerät zur Herstellung senkrechter Bohrlöcher, gekennzeichnet durch eine hohle Schwerstange, in deren Innerm ein Messpendel angebracht ist, dessen etwaige Abweichungen aus der Senkrechten über Tage angezeigt werden, und die ferner mit einem Bohrmeissel versehen ist, der so gestaltet, beispielsweise exzentrisch ausgebildet oder mit abgeschrägter Schneide versehen ist, dass durch geeignete Austeilung der Meisselschläge bei der Drehbewegung des Bohrers die Bohrrichtung beeinflusst werden kann.