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Verfahren und Vorrichtung zur Rückbildung des Schaumes bei gärenden und kochenden Flüssigkeiten.
Während der Hauptgärung der Maische tritt besonders in aer Lufthefefabrikation eine starke Schaumbildung ein und es entsteht dadurch die Gefahr des Überlaufens der schäumenden Maische über den Rand des Gärbottichs. Man hat unter anderem vorgeschlagen, durch Einblasen von Druckluft unter die Oberfläche der schäumenden Flüssigkeit das Überlaufen zu verhindern.
Von anderer Seite ist auch der in der Praxis nicht bewährte Vorschlag gemacht worden, feine. gleichmässig verteilte Luftstrahlen auf die gärende Würze bei der Lufthefefabrikation aufzublasen, wie man vordem schon Luft auf schäumende kochende Flüssigkeiten zwecks Schaumzerstörung aufgeblasen hat.
Nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung, welches ebenfalls in erster Reihe bei der Lufthefefabrikation zur Rückbildung des Schaumes gärender Würze dient, wird der Schaum mittels des zugeleiteten Luftstromes angesogen und teilweise schon hiebei, teilweise beim Ausspritzen des Gemisches von Schaum und Luft verflüssigt. Am einfachsten verfährt man so, dass man den Schaum aus der Schaumschicht im Bottich ansaugt und das Gemisch von Luft und Schaum wieder in die Schaumschicht einspritzt. Man kann statt der einfachen Düsenöffnung längere Rohrleitungen benutzen, welche mit Austrittsöffnungen versehen sind. Vorteilhaft ist es, den Schaum zunächst in an sich bekannten Schaumfängern aufzufangen und aus diesen mittels Ansaugedüsen abzuleiten.
Man kann das Gemisch von Luft und Schaum in verschiedener Höhe in die Schaumschicht blasen, z. B. aus den Öffnungen der Düsen in den unteren Teil der Schaumschicht und aus den an die Düse angeschlossenen, mit Austrittsöffnungen versehenen Leitungen in die obere Schicht.
Die Öffnungen in diesen verlaufen dann zweckmässig etwas schräg nach unten.
Zur Erzeugung eines genügend kräftigen Luftstromes zum Ansaugen des Schaumes durch die Düse genügt ein Überdruck von 0'3 bis i Atm. in dem Luftbehälter, also ein Druck, wie er für die zum Durchlüften der gärenden Hefe dienende Luft dient. Deshalb kann aus einer \bzweigung dieser Leitung auch die Luft für das Verfahren zur Rückbildung des Schaumes zugeführt werden. Die Regelung der Luftzuführung findet durch Ventile statt. Sobald eine lebhafte Schaumentwicklung einsetzt, welche die Gefahr des Übertretens über den Rand des Bottichs mit sich bringt, werden die Ventile wenig geöffnet. Je stärker die Schaumbildung wird, desto mehr Luft wird zugeführt und desto lebhafter wird der Schaum angesogen und ausgespritzt. Lässt die Schaumbildung nach, so wird die Luftzuführung vermindert.
Die Regelung kann durch den Arbeiter, welcher den Betrieb überwacht, nebenher erfolgen, weil nichts weiter zu beachten ist, als dass bei vermehrter Schaumbildung mehr Luft und beim Zurückgehen der Schaumbildung weniger Luft den Düsen zugeführt wird. Hört die Gefahr des Übersteigens des Schaumes auf, so werden die Ventile geschlossen.
Neben der Einfachheit des Verfahrens und der Ersparnis an Fett hat dasselbe den Vorzug
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Luftleitung zur Düse das Niederschlagen des Schaumes auch während der lebhaftesten Zeit der Gärung der gelüfteten Maische zu erreichen. Die Hefeentwicklung und die Beschaffenheit der Hefe werden nicht im geringsten nachteilig beeinflusst.
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Die Ausmessungen der Düsen richten sich nach der Menge der Maische, welche in dem Bottich vergoren wird und nach der Grösse der Bottichfäche. Bei einer \ufnahmefähigkeit von rooo/' !'
Einmaischmaterial und einer Bottichfläche von 6 bis 8 M werden drei Düsen benutzt mit 10 Ifllll lichter Weite für eine Luftzuführungsleitung von o M ; M Durchmesser.
In der Zeichnung ist in beispielsweiser Ausführungsform eine Vorrichtung veranschaulicht. mittels deren unter Mitbenutzung des an sich bekannten Schaumfängers das Verfahren aus- geübt wird.
Fig. i zeigt den Schnitt durch einen Gärbottich, in welchem die zur Rückbildung des
Schaumes dienende Vorrichtung angebracht ist.
Fig. 2 zeigt eine Draufsicht.
An dem Bottich, welcher mit der nach unten führenden Luftleitung zum Zwecke der Durchlüftung des Gärgutes versehen ist, ist der Schaumfänger a angeordnet. Dicht unter demselben liegen Abzweigungen der Luftleitung mit den Ansaugedüsen b. Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, steht die mittlere Düse durch einen Ausschnitt über dem oberen Boden des Schaumfängers mit dem Gärbottich in Verbindung. Bei Offenstellung des mittleren Hahnes d-je nach dem Grade der Schaumbildung mehr oder weniger geöffnet-wird aus dem gefüllten Schaumfänger ein starker Brausestrahl aus der Düse in die Schaumschicht hineingeblasen.
Das Mundstück der mittleren Düse ist so gelagert, dass die innerhalb der Schaumhöhe austretende, zerstäubte Flüssigkeit in horizontaler Richtung in die Schaumschicht ein vasen wird. Dabei entwickelt sich eine Bewegung in der oberen Schaumschicht, mittels deren der Schaum fortwährend von der Seite und von hinten vor die Düse nachtritt, also selbsttätig so bewegt wird, wie es für die Wirkung der Düse am besten ist. An die seitlichen Düsen schliessen sich Verteilungsleitungen c, c an. Beim Öffnen der seitlichen Hähne wird der angesogene und verflüssigte Schaum vom Rande her mit Luft in die Schaumschicht eingeblasen und der Schaum gleichzeitig nach der Mitte zu bewegt.
Die Offnungen f der Verteilungsleitungen c, c sind auf dem Umfang so angeordnet, dass ein gleichmässiges Blasen nach der Mitte zu durch Öffnung der seitlichen Hähne d stattfinden kann. Aber auch ohne dies bewirkt die genügend grosse mittlere Düse die wirksame Verflüssigung des Schaumes auf der ganzen Oberfläche. Die Zuführung der Luft findet statt durch die Abzweigung e der Hauptluftleitung des Betriebes.
In manchen Fällen lässt sich die Anordnung des Schaumfängers und die Mitverwertung des aus dem Schaumfänger von der Düse angesaugten verflüssigten Schaumes auch ersetzen durch eine Düse, die mit einem in die Flüssigkeit tauchenden Abzweigrohr versehen ist. Der durch die Düse zugeführte Luftstrom saugt dann infolge der Verbindung mit der Flüssigkeitsschicht auch Flüssigkeit an undes wird ein Gemisch von Luft und Flüssigkeit in die Schaumschicht eingeblasen. Das Ende der Rohrabzweigung innerhalb der Flüssigkeit wird zweckmässig trichterförmig erweitert.
Die vorstehend in der Anwendung für gärende Würze in der Presshefefabrikation beschriebene Erfindung lässt sich auch zur Schaumdämpfung verwerten bei anderen schäumenden Flüssig- keiten, insbesondere bei kochenden Rübensäften und sonstigen kochenden Pflanzensäften. beim Kochen gegorener Würzen und Pflanzensäfte, z. B. in der Bierbrauerei und in der Fruchtsaftfabrikation.
PATENT-ANSPRÜCHE : i. Verfahren zur Rückbildung des Schaumes gärender Würze, besonders in der Lufthefefabrikation, unter Einblasen von Druckluft, dadurch gekennzeichnet, dass durch Zuführung von Druckluft zu Düsen der Schaum angesogen und das Gemisch von Luft und teilweise vor flüssigtem Schaum in Höhe der Schaumschicht brausestrahlartig in den Bottich zurückgeführt wird.