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Vorrichtung zum plötzlichen Lösen des Walzendruckes.
Die Erfindung bezweckt die plötzliche Lösung des Walzendruckes, welcher durch das Walzverfahren hervorgerufen wird. Bleibt, während sich ein Stab zwischen den Walzen befindet. die Antriebsmaschine stehen oder wickelt sich ein Stab um eine der beiden Walzen, so muss man die Spannung zwischen den beiden Walzen beseitigen. Dies geschieht bis jetzt dadurch, dass man die Druckschrauben zu lösen versucht. Wenn dies nicht gelingt, so müssen die Keile der Kappbolzen gelöst werden, und wenn auch dies keinen Erfolg hat, so bleibt nichts anderes übrig. als den Brechtopf zu sprengen oder ihn zwischen Druckschraube und Einbaustück zu entfernen.
Diese Arbeiten sind sehr schwierig und zeitraubend. Der Stab wird kalt und beim Zurückfahren der Maschine kann das Kaliber durch den kalten Stab beschädigt werden. Ein Mittel. die Walzen plötzlich voneinander zu lösen, wäre von grossem Nutzen und würde einen grossen Fortschritt in der Walzwerkstechnik bedeuten.
Die Erfindung hat ein solches Mittel geschaffen. Es besteht darin, dass an der zu entspannenden Stelle des Walzengerüstes (Druckschraube, Kappbolzen, Bügel, Keile) ein mit Kugeln, Rollen
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geschaltet wird, derart, dass durch Auslassen der Kugeln, Rollen oder dgl. aus dem Zylinder dessen Deckel gesenkt wird.
Diese Vorrichtung ist in der Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt Fig. I und 2 in Schnitt und Draufsicht eine Ausführung mit scheibenförmigem Deckel, Fig. 3 und 4 eine andere mit ringförmigem Deckel, Fig. 5 die Vorrichtung nach Fig. i und 2 in Verbindung mit einer Vorrichtung zum Beseitigen einer Stauung und zum Auffangen der Kugeln.
Die Fig. 6 bis 26 zeigen andere Ausführungsformen. In Fig. 6 und 7 ist das Gefäss zum Auffangen der Kugeln an das die Kugeln enthaltende Gefäss geschraubt. in Fig. 8 bis 11 bestehen beide Gefässe aus einem Stück. Die Fig. 12 bis 17 zeigen Ausführungsformen, bei denen der Deckel
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In Fig. 14 bis 17 ist der versenkte Boden des Deckels durchbohrt und durch die Bohrung geht der Kappbolzen hindurch. Fig. 18 und 19 zeigen die Entlastung nicht durch Herauslassen der
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Befestigung der Walzen durch ein System von Keilen, bei welchem einer der Keile als Kugelgefäss ausgebildet ist.
Die Fig. 23 bis 26 stellen die Verbindung des Walzenlösers mit einem Druckregler dar. der durch Gewichte oder Federn beeinflusst wird.
Fig. 27 zeigt die Anbringung der Vorrichtung an den verschiedenen Stellen des Walzwerkes.
Die Vorrichtung besteht aus einem Zylindei-a (Fig. i und 2). dessen Boden sich vorteilhaft
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getrennt hergestellt und auf den flachen Boden des Zylinders gelegt werden. Der Zylinder wird mit Stahlkugeln gefüllt und seine Öffnung mit einem kolbenartigen Deckel c bedeckt. Die Ausflussöffnung b wird mit einem Riegel oder Zapfen d. der sich in dem Anpassstück e bewegt, verschlossen.
In Fig. 3 und 4 hat der Zylinder zur Aufnahme der Kugeln Ringform. a ist der ringförmige
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Die Vorrichtung wird in dem Walzwerksgerüst so eingebaut, dass sie den Druck auf die Walzen überträgt. Beim Öffnen des Verschlusses strömen die Kugeln aus dem Zylinder. der Deckel senkt sich und die Spannung der Walzen ist sofort beseitigt.
Die ausströmenden Kugeln werden in einem vor die Mündung des Verschlusses gestellten Gefäss aufgefangen. Es kann jedoch vorkommen, dass die Kugeln beim Ausströmen sich stauen und ein Gewölbe bilden. Dieses zu zerstören, dient die Vorrichtung nach Fig. 5. Das Gefäss. welches an die Ausflussmündung angeschlossen ist, besteht aus einem Stutzen f, der mit dem Kugelsammler durch das Rohr g verbunden ist. Der Stutzenboden h ist durchbohrt und in dieser Bohrung bewegt sich die Stange i, welche bis in die Öffnung b eindringen kann. Der Stutzen/ ist an dem Anpassstück r befestigt.
Sobald die Kugeln nicht mehr abfliessen, wird die Eisenstange eingeschlagen. Das Gewölbe wird zerstört, die Kugeln fliessen weiter ab und der Deckel c sinkt nieder.
Der Kugelfänger kann an den Zylinder oder die Ringform angebaut oder angegossen werden.
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zylindrischen Form, welche die Kugeln enthält und ist an dieser Form befestigt oder angegossen. Der Vorteil dieser Vorrichtung besteht darin, dass sich der Kugelfänger beim Öffnen des Riegels immer an der vorgeschriebenen Stelle befindet und dass beim Entfernen des Kugelfängers nach der Walzenentlastung keine Kugeln verloren gehen. Ausserdem kann die innere Seite des Kugelfängers kegelförmig ausgebohrt sein, so dass die Abflussöffnung sich in der Achse dieses Kegels befindet. Durch Wenden der Vorrichtung können die Kugeln wieder in den Zylinderteil abfliessen.
Der Einstosser leistet dann auch vortreffliche Dienste zum Befördern der Kugeln in die Hauptvorrichtung.
In Fig. 6 und 7, von denen Fig. 6 einen senkrechten Mittelschnitt. Fig. 7 einen wagerechten Schnitt nach Linie A-B der Fig. 6 darstellt, bedeutet : a die Zylinderform, welche die Kugeln enthält, b die Abflussöffnung, c den kolbenartigen Deckel, d den Riegel, f den Kugelfänger. iden Stift zum Einstossen der Kugelstauungen, welcher durch die Öffnung p des Kugelfänger-, bis in die Abflussöffnung b eindringen kann. K ist eine Öffnung zum Entfernen der Kugeln aus dem Kugelfänger.
Die Fig. 8 und 9 stellen einen Walzenlöser dar, bei welchem der Kugelfänger sich unter dem Teil, welcher die Kugeln enthält, befindet, und zwar ist Fig. 8 ein senkrechter Querschnitt.
Fig. 9 ein wagerechter Schnitt nach Linie C-D der Fig. 8. Es ist a der Zylinder mit den Kugeln. dessen Boden als Kegel ausgebildet ist, b die Abflussöffnung, c der kolbenartige Deckel, d der Riegel, f der Kugelfänger, i der Einstösser, der durch den um die Achse l drehbaren Hebel ill bewegt wird, k ist die Öffnung zum Entfernen der Kugeln aus dem Kugelfänger. Die Abfluss- öffnung befindet sich in der Mitte des in seinem unteren Teil kegelförmigen Zylinders. Der Kugelfänger hat in seinem oberen Teile ebenfalls die Form eines Kegels ; es ist so möglich, die Kugeln durch Umdrehen der Vorrichtung wieder in dessen oberen Teil fliessen zu lassen. Ein Kugeln-ruht ist dadurch ausgeschlossen.
Bei solchen Vorrichtungen mit Abfluss in der Mitte können, wenn der Druck nicht ganz erheblich ist, ausser Kugeln auch andere feste Körper, welche den nötigen Druckwiderstand haben und sich nicht zusammenpressen lassen, verwendet werden.
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Ring, welcher die Kugeln enthält. Der Ring kann eine oder mehrere Abflussöffnungen haben. hier ist aber nur eine Abflussöffnung vorgesehen. In diesem Fall neigt sich der Boden des Ringes etwas zur Abflussöffnung.
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baren Hebel M ! bewegt wird, k den Verschluss des Kugelfängers, welcher eine oder mehrere offnungen n zum Entfernen der Kugeln enthält. q stellt den Kappbolzen dar, der den Hut des Ständern mit diesem verbindet.
Die Ringform kann auch aus einem Deckel, dessen Fläche in der Mitte versenkt ist und aus einem winkelartig angesetzten Ring gebildet werden. Diese Vorrichtung
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ein Grundriss.
Es bedeuten in diesen Figuren : c den Deckel mit versenktem Mittelteil c', a den unteren winkelartigen Ring. Beide sind so aufeinandergelegt, dass sie den ringförmigen Raum bilden. welcher die Kugeln enthält. Der Deckel c enthält die Öffnung s zum Anfüllen des Ringraume, r mit Kugeln
Damit beim Transport die beiden Teile a und c sich nicht verschieben können, werden auf dem Ring a die Klammern e befestigt.
Diese Klammern können auch durch einen Ring ersetzt werden, der den gleichen Querschnitt wie die Klammern hat und die Vorrichtung vor dem Eindringen von Staub schützt.
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b ist die Abflussöffnung, d der Riegel, i der Einstösser, p die Öffnung, durch welche dieser Einstösser durch den Kugelfänger/geht, M die Öffnung zum Entfernen der Kugeln aus dem Kugelfänger, t der Brechtopf des Walzengerüstes, welcher auf der versenkten Fläche steht.
Zum Einfüllen der Kugeln wird der Deckel c so gestellt, dass der Ringraum r die gewünschte Höhe erhält. Nach der Füllung wird die Öffnung s durch eine Schraube verschlossen.
In den Fig. 14 und 15 ist die Ringform durch zwei winkelartige Ringe gebildet, durch die
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Grundriss der Vorrichtung dar. Die meisten Bezugszeichen haben dieselbe Bedeutung, wie in Fig. 12 und 13.
Der Kugelfänger kann, statt seitlich an dem unteren Ring befestigt zu sein, in diesen Ring eingedreht oder eingegossen werden. Dies ist in den Fig. 16 und 17 dargestellt, von denen Fig. r6 einen senkrechten Schnitt, Fig. 17 einen Grundriss darstellt. Die Teile, die den gleichen oder ähnlichen Teilen der Fig. 14 und 15 entsprechen, sind ebenso bezeichnet. m, M'sind die um die Achsen l drehbaren Hebel zum Bewegen des Einstössers i, q ist der Kappbolzen des Walzengerüstes.
Während bis jetzt die Kugeln aus dem Hohlraum abflossen, lässt sich ein Entlasten des Walzendruckes auch dadurch erreichen, dass man einen keilförmigen Körper, der in diesen Kugel-
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und 19 dargestellt, von denen Fig. 18 ein senkrechter, Fig. 19 ein wagerechter Schnitt durch die Vorrichtung ist.
Es bedeuten : a den Zylinder, r'dessen mit Kugeln gefüllten Hohlraum, c den kolbenartigen Deckel, u den keilförmigen Körper, der in den mit Kugeln gefüllten Raum hineinragt, b'die Öffnung im Zylinder a, durch welche der Körper M herausgezogen wird, v die Stange zum Bewegen des Körpers u, w den Bock zum Festhalten der Stange v und x die Führung für die Stange !'.
Das Bewegen des Körpers u geschieht durch eine Zugkraft, die durch Hebel oder Schrauben übertragen werden kann. Statt Stahlkugeln kann man hier bei leichtem Druck Sand oder andere runde Körper, welche den gewünschten Druckwiderstand haben, vei wenden. Man kann mehle e keilförmige Körper u in demselben Kugelraum vorsehen. In Fig. i bis 19 ist nur zylindrische Kegel-oder Ringform für den Kugelbehälter vorgesehen ; diese Kugelbehälter können alle Formen erhalten.
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erhalten, welche mit Kugeln gefüllt und als Walzenlöser benutzt werden. In den Fig. 20, 21 und 22 ist diese Aussparung an einem Keil vorgesehen.
Fig. 20 stellt einen senkrechten Längsschnitt durch das Keilsystem, Fig. 21 einen senkrechten Querschnitt und Fig. 22 einen Grundriss dar.
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in diesem Keil, 3 den Deckel der Aussparung (Fig. 22), 4 die Abflussöffnung, 5 den Riegel, 6 den Stift zum Einstossen der Stauungen, 7 den Kugelfänger, 8 die Öffnung zum Eindringen des Einstössers 6 in den Kugelfänger, 8'die Öffnung zum Entfernen der Kugeln aus dem Kugelfänger.
9 den unteren beweglichen Keil, 10 dessen Gewinde, XI die zugehörigen Muttern, 12 den Walzenständer, 13 dessen Nocken, der den Walzendruck aufnimmt, 14 das mittlere Einbaustück des Walzengerüstes.
Bei Blechwalzwerken, deren Walzen sehr starke Schläge auszuhalten haben und bei denen andererseits das Werkstück durch mehrfaches Hin-und Herwalzen die gewünschte Dicke erhalten soll, können diese Vorrichtungen mit Nutzen verwendet werden, um die Zapfenbrüche zu vermeiden. Ausser der vorgesehenen Abflussöffnung erhalten die Walzenlöser dann noch einen Druckregler. Dieser besteht aus einem Kolben, der sich in einem Zylinder bewegt. Dieser Kolben ist mittels eines Gegengewichtes oder einer Schraubenfeder so eingestellt, dass er sich erst verschiebt, wenn die Kraft, welche von den Kugeln ausgeübt wird, grösser ist als der Widerstand des Gegengewichtes oder der Schraubenfeder.
Diese Vorrichtungen sind in den Fig. 23 bis 26 dargestellt. Fig. 23 und 25 sind senkrechte, Fig. 24 und 26 wagerechte Schnitte.
Es bedeuten gemeinschaftlich für die Fig. 23 bis 26 : a den Zylinder, c den kolbenartigen Deckel, r'den Kugell'aum, 15 die Öffnung, in welche der Zylinder 16 mündet, 17 den Kolben,
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Riegel, f den Kugelfänger, i den Einstösser.
In den Fig. 23 und 24 sind : 19 der um die Welle 20 bewegliche Hebel, 2jr die Stange, welche das Gegengewicht 22 trägt und auf den Hebel 19 wirkt. In den Fig. 25 und 26 ist 23 die Schraubenfeder.
Auch die Keile in Fig. 13 und 14 können mit Feder oder Gewichtsdruck belastet werden.
In Fig. 27 sind die verschiedenen Stellen verzeichnet, wo die Vorrichtung eingebaut werden kann.
An Stelle 1 sitzt sie zwischen Druckschraube 24 und Einhaustück 25. Sollte trotz dieser Vorrichtung der Brechtopf nötig sein, so wird er zwischen der Vorrichtung und der Druckschraube
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eingeschaltet. Bei schweren Walzenstrassen kann es vorteilhaft sein, diese Vorrichtung gegen zu hohen Druck zu schützen. Sie wird dann an Stelle II unter der Mutter 26 des Kappbolzen--9 eingebaut. I, 9 stellt die Keile dar, welche die Kappbolzen an dem Ständer festhalten. In diesem Falle muss Zylinder und Deckel der Vorrichtung ringförmig ausgebildet werden. Die Anordnung der Lösvorrichtung an den Stellen I und II erlaubt das rasche Lösen der Ober-von der Mittelwalze.
In Stellung III bewirkt die Vorrichtung das Lösen des Walzendruckes zwischen Mittelund Unterwalze ; die Vorrichtung wird zwischen Bügel 27 und Bügelschraube 28 der Mittelwalze eingebaut. Sie kann auch zwischen Bügel und Einbaustück gestellt werden. Wenn die Mittelwalze mittels Keile statt mittels Bügel gehalten wird, so genügt es, die Vorrichtung zwischen Keil und Einbaustück zu stellen.
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so starke Schläge auf, dass glasharte Kugeln leicht zerbrechen, ungehärtete Kugeln aber flach gedrückt werden. Um die Sprödigkeit der gehärteten Kugeln zu verhindern, werden sie auf 400
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An Stelle von Kugeln können auch walzenförmige Körper (Rollen) verwendet werden.
Die Räume werden dann prismatisch geformt und die Abflussöffnungen erhalten rechteckigen Querschnitt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
I. Vorrichtung zum plötzlichen Lösen des Walzendruckes, dadurch gekennzeichnet. dass an der zu entspannenden Stelle des Walzengerüstes ein mit Kugeln, Rollen oder anderen druckfesten, gegeneinander leicht beweglichen Körpern gefüllter Behälter angebracht ist, der mit einem kolbenartigen Deckel bedeckt ist und dass durch Auslassen der beweglichen Körper aus dem Behälter (a) der Deckel (c) gesenkt wird.
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