<Desc/Clms Page number 1>
EMI1.1
Werden Verbrennungskraftmaschinen von Vollast auf kleinere Leistungen heruntergeregelt dann verschlechtert sich der Wärmezustand der Arbeitszylinder mit Bezug auf die Zündung, bis diese bei einer gewissen Mindestleitung überhaupt ausbleibt. Kann z. B. eine nach dem Dieselverfahren arbeitende Verbrennungskraftmaschine bei Vollast mit Teeröl betrieben werden. dann reicht bei kleinerer Belastung und bei Leerlauf die entwickelte Wärme nicht mehr aus, den Brennstoff zu entflammen. Hiezu muss vielmehr ein besonders leicht brennbares ÖL sogenanntes Zündöl, verwendet werden, das im allgemeinen bei sehr kleinen Leistungen und bei Leerlauf überhaupt allein als Brennstoff dient. Nun wäre es denkbar, die Verdichtung im Arbeitszylinder derart zu wählen, dass auch bei Leerlauf der normal verwendete Brennstoff gezündet wird.
Dies gäbe aber bei höherer und Vollbelastung sehr hohe Drücke.
Glühkopfmaschinen verhalten sich ähnlich. Bei ihnen erfolgt die Brennstoffeinspritzung meist lange vor Beendigung des Verdichtungshubes, um die Pumpe gegen einen niedrigen Druck fördern zu lassen. Wollte man in diesen Maschinen die Verdichtung so hoch wählen, dass auch bei kleinerer Belastung und Leerlauf die Zündung stets sicher erfolgte, dann müsste man bei
Vollast überaus reichliche Mengen Wasser einspritzen, um Vorzündungen zu verhindern. Es ist nun aber nicht angängig, mit Rücksicht auf aussergewöhnliche Betriebszustände, wie Leerlauf, beim Normalbetriebe ständig einen schlechten Wirkungsgrad zu haben, wie er durch die zu rei hhchp \\assereinspritzung hervorgerufen wird. Verzichtet man andererseits auf die hohe
EMI1.2
unregelmässig werden bzw. ganz ausbleiben.
Um nun die Gleichmässigkeit der Zündungen zu sichern, hat man bereits vorgeschlagen, bei Ahl1ullme der Maschinenleistung die vom Arbeitskolben zu verdichtende Ladung des Arbeitzylinders zu vergrössern. Man will hiedurch den Ausfall an Verbrennungswärme bei Zuführung kleinerer Bremistoffmengen durch Verdichtul1gswärme ersetzen, die infolge der grösseren Aufladung des Arbeitszylinders wahrend des Verdichtungshubes entsteht.
Dieses Ladeverfahren ist nur für Viertaktmaschinen in der Weise bekannt geworden, dass man bei voller Belastung die Ladung lediglich während der ersten Hälfte des Kolbenhubes an-
EMI1.3
wenn die Maschine bei Belastungsverminderung zusätzliche Ladungen aufnehmen soll. Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass die Maschine mit Rücksicht auf die Regelung bei Vollast nur mit halber Zylinderfüllung arbeiten kann.
Demgegenüber besteht die Erfindung darin, dass der Arbeitszylinder bei allen Betriebs- zuständen, also bei über-und Vollast, Halblast und Leerlauf mindestens derart aufgeladen wird. dass bei Beendigung des Saughubes im Falle des Viertaktes, am Ende der Spülung im Falle des Zweitaktes ein volles Zylindervolumen für die Verdichtung zur Verfügung steht. Hiedurch erreicht man gegenüber der bekannten Maschine eine sehr erhebliche Leistungssteigerung während des normalen Betriebes, so dass der Gesamtwirkungsgrad ein wesentlich besserer ist. Als weiterer Vorteil ist zu erwähnen, dass der Wärmezustand der neuen Maschine infolge der ständigen Vollaufladung des Arbeitszylinders für die Zündung viel günstiger ist, als wenn nur Halbe-oder Drei- viertelfüllungen gegeben würden.
In der Zeichnung ist an zwei Diagrammen einer Glühkopfmaschine ersichtlich, in welcher
EMI1.4
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
Leerlauf. Während bei Vollast der Ladungsdruck am Ende der Spülung etwa 1-2 Atmosphären ttbr'-. t beträgt und gegen Ende des Verdichtungshubes auf ungefähr 16 Atmosphären absolut ansteigt, wird bei Abnahme der aschinenleistung der Spülluftdruck auf 1. Atmosphären absolut erhöht, so dass sich eine Endverdichtung von ungefähr 21 Atmosphären absolut ergibt.
Die bei dieser hohen Verdichtung entstehende Wärme gleicht den Ausfall an Verbrennungswirme aus, der infolge der verringerten Brennstoftzufubr gegenüber der Vollbelastung der Maschine auftritt, so dass der Wärmezustand des Arbeitszylinders auf nahezu gleicher Höhe erhalten wird.
Die Steigerung der Aufladung ist auf die verschiedenste Art und Weise möglich. So kann man die Auffüllung des Arbeitszylinders bei Zwei-und Viertaktmaschinen aus Ladebehältern oder Pumpen zu einem beliebigen Zeitpunkt während des Verdichtungstaktes oder am Anfange desselben durch Drosselung oder Schliessen des Auslasses bzw. bei Viertaktmaschinen auch während des Saughubes erfolgen lassen. Das Lademittel kann reine Luft sein. Gegebenenfalls lässt sich auch indifferentes Gas verwenden, wenn dieses durch besondeie Einführung oder Schichtung die Zündfähigkeit der übrigen Ladebestandteile nicht verschlechtert.
Besonders vorteilhaft lässt sich die Regelung gemäss der Erfindung bei solchen Maschinen ausführen, welche eine oder mehrere Ladepumpen besitzen, die bei Steigerung der Maschinenleistung eine entsprechende zusätzliche Lademenge zu liefern imstande sind. Diese Pumpen können dann gleichzeitig dazu verwendet werden, auch bei Leistungsverminderung die benötigten Luftmengen zu fördern.
Bei Viertaktmaschinen werden zweckmässig die Kurbelkästen als regelbare Pumpen ausgebildet, die bei Leistungsverringerung oder gegebenenfalls auch bei Leistungssteigerucg auf Förderung eingestellt werden. Bei normaler Belastung saugt die Maschine eine genügende Lade- menge an, so dass die Kurbelkastenpumpe nicht zu fördern braucht. Nimmt die Leistung ab, so wird die Pumpe auf Förderung eingestellt.
Sie führt dann jeweils während eines Viertal-tspieles des Arbeitskolbens zwei Saug-und Verdichtungshube aus, wobei die geförderte Menge in einen
EMI2.2
in den Arbeitszylinder fliesst. Dieser erhält somit eine grössere Aufladung als beim. gewöhnlichen Ansaugen, da der Kolben der Kurbelkastenpumpe bei seinem doppelten Arbe. itsspiel - auct im Falle der Regelung - eine grössere Lademenge als das Saugvolumen des Arbeitzylinderb ansaugt und fördert. Natürlich kann die Kurbelkastenpumpe auch dazu verwendet werden, den Arbeitszylinder ber Leistungssteigerung zusätzlich aufzuladen.
Statt Pumpen mit hin und her gehenden Kolben können auch solche mit umlaufenden Kolben verwendet werden. In beiden Fällen erfolgt die selbsttätige oder von Hand vorgenommene
EMI2.3
Hand oder selbsttätig, z. B. durch einen Leistungsregler, erfolgen.
PATENT-ANSPRÜCHE : l. Verhrennungskraftmaschtne, bei der die aus Luft oder aus Luft und Abgasen bestehende Ladung bei Abnahme der Maschinenleistung vergrössert wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitszylinder bei allen Betriebszuständen während der Saug-bzw. Spülperiode mindestens voll aufgeladen wird.