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Es ist bereits bekannt, poröse Steine aus Kieselguhr- oder ähnlichen Materialien dadurch herzustellen, dass man die Kieselguhr mit einem organischen Stoffe in zerkleinerter Form, wie z. B. Korkklein, gegebenenfalls mit einem Bindemittel, zu einer bildsamen Masse anmacht, diese formt, trocknet und dann einem Brennprozesse unterwirft, wodurch die in der Masse ent- halten'', organische Substanz herausbrennt und in dem gebildeten Stein kleine Hohlräume, Poren, zurücklässt.
Solche Steine wurden vornehmlich als Isoliermaterial, als Filtermaterial oder infolge ihrer Kapilarwirkung auch als Saugstf-ine verwendet. Das Herausbrennen der organischen Substanz beim Brennen solcher Steine erfolgt aber nicht gleichmässig, da die organische Substanz in den äusseren Schichten, zu denen die Luft leicht Zutritt hat, rasch verbrennt, während die
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der koksartigen Rückstände die Brenntemperatur öfters örtlich derart hoch sein wird, dass du Zusammentritten oder Sintern der Kieselguhr und infolgedessen ein stellenweises, stärkeres Schwinden der Massen auftritt, wodurch sich das Volumgewicht des Steines erhöht und der Steil) sich mitunter stark verzieht.
Dieses Verziehen des Steines ist dann besonders nachteilig, wenn Formsteine ganz bestimmter Gestalt und Bemessung erzeugt werden sollen.
Gemäss der vorliegenden Erfmdung können nun Leichtsteine erhalten werden, die sich in gleich vorteilhafter Weise für die oben erwähnten Zwecke, zu denen die bekannten, porösen Kieselguhrsteine oder dgl. verwendet worden sind, eignen, dabei aber gegenüber den bekannten STeinen, sowohl was ihre physikalischen Eigens (haften als auch was ihre Herstellung anbelangt, maneherlei bedeutende Vorteile aufweisen. Die Leichtsteine gemäss vorliegender Erfindung
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organischen Material, wie z. B. Kicsclguh*', Magnesia oder dgl., ausserdem aber auch noch aus d n kohligen und gegebenenfalls pechartigen Produkten der trockenen Destillation des Korkes, gegebenenfalls einem selbsttätig wiik (nden Bindtmittel, wie z. B.
Ton, oder anderen überdies noch durch chemische Reaktion wirkenden Bindemitteln, wie z. B. Kalk, wobei alle ditse Stoff c in der Masse möglichst gleichmässig verteilt sind und einander auch teilweise durchdringen, indem nämlich beispielsweise Kieselguhr die oben erwähnten, pechartigen Produkte im heissen Zustande bei der Herstellung der Steine aufsaugt.
Solche Steine können in einfacher Weise so heigestellt werden, dass, ebenso wie bei der Herstellung der eingangs erwähnten, bekannten, porösen Leichtsteine, eine Mischung des anorganischen Materiales, also z. B. Keselguhr mit Korkklein, gegebenenfalls unter Beimengung eines Bindemittels, wie z. B. Ton, zu einer bildsamen Masse angemacht und diese geformt wird.
Die gebildeten Formstücke werden dann zunächst getrocknet und hitruf in geeigneten Vorrichtungen unter Luftabschluss einer trockenen Destillation unterworfen. Das Trocknen und die
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einanderfolgend ausgeführt werden.
Bei der Destillation dt s Korkes entweichen grosse Mengen hochwertiger Gase, die aufgefangen und zu Leucht- oder Heizzwecken benutzt werden können. Ausserdem erhält man auch Teerprodukte, die gleichfalls in bekannter Weise verwertbar sind. In dem Stein verbleibt ein koksartiger Rückstand, die Korkkohle, deren isolierende Wirkung der der Blätterholzkohle weit überlegen ist. Man erhält also nicht so wie bei dem bekannten Brennprozesse einen Stein mit leeren oder besser gesagt lufterfüllten Hohlräumen, sondern die Hohlräume des Steines sind mit Korkkohleteilchen gefüllt, die lose nebeneinanderliegen oder durch den infolge der Destillation zurückbleibenden, pechartigen Rückstgnd miteinander yerbunden sind, je nachdem der Destillationsprczess geleitet worden-ist.
Man kann nämlich den Destillationsprozess derart ausführen, dass von den entstehenden Teerprodukten nur so viel abdestilliert, dass ein pechartiger Rückstand
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oder dgl. aufzunehmen vermag. Durch das Verbrennen des Rohöls tritt dabei keine Verminderung der Festigkeit des Steines ein.
Die Imprägnierung der L ichtstcine mit dem bei der Destillation zurückbleibenden Pech bewirkt ferner auch, dass die Steine im hohen Grade wasser-und säurebeständig sind, dass sie der
Einwilkung gespannten Dampfes grossen Widerstand entgegensetzen und nicht hygroskopisch sind. Infolge der Verkohlung der organischen Substanz sind die Steine schwarz und fätb. n an der
Oberfläche ab, was, wenn es in irgendeiner Anwendungsart als nachteilig empfunden worden sollte, dadurch leicht Beseitigt werden kann, dass die Steine an ihrer Oberfläche mit Wasserglas oder ähnlichen Mitteln imprägniert werden.
Die Leichtsteine gemäss der vorliegenden Erfindung bieten aber nicht nur als Fertig- produkte, wie ausgeführt, mancherlei Vorteile, sondern können auch in verschiedener Weise mit
Vorteil weiter verarbeitet werden. Werden nämlich solche Lichtsteine einem Br"nnprozesse unterworfen, so können die in ihnen enthaltenen, von der trockenen Destillation her ührendn.
Rückstände, nämlich die kohligen und pcchartigtn Stoffe, entfernt werden, so dass ein mit leeren Hohlräumen oder Poren durchsetzter L@ichtst@ in entsteht, wie er ja an sich bekannt ist. Während aber, wie eingangs geschildert, solche poröse L@ichtsteine bisher nach dem Trocknen der geformten Rohmasse in einem einheitlichen Brennprozesse bei hoher Temperatur gebrannt wurden, wobei sich die gleichfalls erwähnten Nachteile ergeben, ist jetzt, wo das Verfahren sozusagen in zw. i Stunden durchgeführt wird, das Auftreten jener schädlichen Wirkungen nicht mehr zu befürchten.
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Destillation, ganz gleichmässig mit den Kohleteilchen durchsetzt bleibt und an allen Stellen gleichmässig derart gefestigt ist, dass der bei verhältnismässig niedriger Temperatur auszuführende Brennprozess diese Gleichmässigkeit nicht mehr zu stören vormag. Die Steine verzichen sich auch nicht, wodurch sich ein geringerer Herstellungsabfall ergibt und schliesslich hat dieses zweistufige Verfahren zur Herstellung poröser Leichtsteine gegenüber dun bekannt n einstufig (n noch den wirtschaftlichen Vorteil, dass die flüchtigen Destillationsprodukte gewonnen und verwertet werden können.
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