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Die Erfindung betrifft einen Handschuh, insbesonders Arbeits-, Untersuchungs- oder
Operationshandschuh, mit einem einheitlichen Handschuhkörper, vorzugsweise aus flüssigkeitsdichtem, elastischem Material, beispielsweise Gummi, wobei der Handschuhkörper einen eigentlichen Handteil und eine daran anschliessende Stulpe aufweist, an welcher Stulpe aussen an einem Umfangsabschnitt eine Ausziehhilfe vorgesehen ist.
In der US 4 876 747 A ist ein Handschuh beschrieben, der mit Hilfe eines Hakens ausgezogen werden kann, wobei die Handschuhe beider Hände bei Vorhandensein von zwei
Haken auch gleichzeitig von den Händen des Benutzers abgezogen werden können. Dazu ist parallel zum Handschuhrand und auf der Handrückenseite der Stulpe eine Öffnung bzw.
Schleife angebracht, in welche ein an der Wand od. dgl. montierter Haken eingeführt werden kann. Darüber hinaus kann diese Schleife aber auch von der anderen Hand ergriffen und der
Handschuh abgezogen werden, zum Ausziehen des zweiten Handschuhs ist dann aber wieder der Haken erforderlich.
Es war nun die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Handschuh der eingangs angegebenen Art derart zu verbessern, dass in ergonomischer und einfacher Weise ein
Ausziehen der Handschuhe ohne Hilfsmittel auch bei sehr kurzen Stulpen ermöglicht wird, ohne dass die verschmutzte oder kontaminierte Aussenseite mit der Haut des Trägers in
Kontakt kommt. Auch das Anziehen der Handschuhe soll gleichzeitig erleichtert und vereinfacht werden, ohne dass der Träger die Aussenseite beispielsweise steriler Handschuhe mit nicht sterilen Körperteilen oder Hilfsmitteln berühren muss.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist der Handschuh erfindungsgemäss dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine An- bzw. Ausziehhilfe auf einem Umfangsteil der Stulpe vorgesehen ist, welcher dem Handrückenteil gegenüberliegt oder sich auf zumindest einer Seite daran anschliesst. Durch diese geometrische Anordnung der An- bzw. Ausziehhilfe kann die An- bzw. Ausziehhilfe jedes Handschuhs in einfacher Weise in der natürlichen Stellung der gegengleich parallel gehaltenen Arme und Hände von der jeweils anderen Hand ergriffen und zum Abziehen des Handschuhs genutzt werden. Die allenfalls verschmutzte oder kontaminierte Aussenseite der Handschuhe hat dabei keinen Hautkontakt, sondern wird nur mit der durch den anderen Handschuh geschützten Hand berührt.
Die Handschuhe werden beim vorzugsweise gleichzeitigen und gegengleichen Ausziehen gleichzeitig automatisch gewendet, was die nachfolgende Handhabung vereinfacht und sicherer macht.
Gemäss einer ersten Ausführungsform der Erfindung ist zumindest eine An- bzw.
Ausziehhilfe auf einem dem Handrückenteil gegenüberliegenden Umfangsabschnitt der Stulpe vorgesehen, was bei vor den Körper gehaltenen Armen die günstigste Stellung beim Ausziehen ermöglicht.
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Alternativ oder auch ergänzend kann aber auch vorgesehen sein, dass zumindest eine An- bzw. Ausziehhilfe auf zumindest einer sich an den Handrückenteil anschliessenden Seite der Stulpe vorgesehen ist.
Um den Kontakt der kontaminierten Oberfläche des Handschuhs mit der Haut sicher zu vermeiden, ist gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung zumindest eine An- bzw. Ausziehhilfe von der Öffnung der Stulpe beabstandet.
Gemäss einer ersten möglichen Variante kann zumindest eine An- bzw. Ausziehhilfe als an der Stulpe angebrachte oder damit einstückige Schlaufe ausgeführt sein.
Vorteilhafterweise kann das Ergreifen der Schlaufe mit zwei Fingern der jeweils anderen Hand dadurch erleichtert werden, dass die Orientierung zumindest einer Schlaufe um maximal 800 von der Längsachse der Stulpe abweicht, vorzugsweise im wesentlichen mit der Längsachse der Stulpe übereinstimmt.
Gemäss einer anderen Ausführungsform kann aber auch zumindest eine Schlaufe im wesentlichen quer zur Längsachse der Stulpe orientiert sein.
Eine Erleichterung beim Ergreifen der An- bzw. Ausziehhilfe ist gegeben, wenn zumindest eine Schlaufe an einem Zwischenteil vorgesehen oder damit einstückig ausgeführt ist, welcher Zwischenteil selbst an der Stulpe angebracht oder damit einstückig ausgeführt ist.
Als vorteilhafte Varianten für die Anbringung am Handschuh kann vorgesehen sein, dass zumindest eine Schlaufe bzw. Zwischenteil an der Stulpe angeklebt oder damit verschweisst oder vernäht ist.
Für Handschuhe für die Arbeit mit Stoffen, bei welchen Hautkontakt kein Problem darstellt, kann alternativ auch vorgesehen sein, dass zumindest eine Schlaufe durch zumindest einen Einschnitt im Material der Stulpe gebildet ist.
In der nachfolgenden Beschreibung soll die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen erläutert werden.
Dabei zeigen die Fig. 1 bis 8 den gegengleichen Ausziehvorgang mit einem erfindungsgemässen Handschuh-Paar in perspektivischer Darstellung, Fig. 9 bis 11 zeigen Stadien eines Ausziehvorganges mit einem erfindungsgemässen Handschuh-Paar einer alternativen Ausführungsform in perspektivischer Darstellung, entsprechend des Fig. 1, 2 und 6 der ersten Ausführungsform, Flg. 12 zeigt ein Stadium beim Anziehen eines erfindungsgemässen Handschuhs einer weiteren Ausführungsform, Fig. 13 zeigt ein Stadium beim Ausziehen eines erfindungsgemässen Handschuhs einer weiteren Ausführungsform und die Fig. 14 bis 24 stellen weitere Ausführungsformen erfindungsgemässer Handschuhe dar.
Die Fig. 1 zeigt den Beginn des Ausziehvorganges eines Paares erfindungsgemässer Handschuhe in perspektivischer Ansicht. Diese Handschuhe sind vorzugsweise aus
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flüssigkeitsdichtem, elastischem Material, beispielsweise Gummi, hergestellt und dienen vorzugsweise als Untersuchungs- oder Operationshandschuhe. Jeder Handschuh besteht aus einem einheitlichen Handschuhkörper H, wobei der Handschuhkörper einen eigentlichen Handteil 1 und eine daran anschliessende Stulpe 2 aufweist, an welcher Stulpe 2 aussen an einem Umfangsabschnitt eine An- bzw. Ausziehhilfe 3 vorgesehen ist. Diese zumindest eine An- bzw. Ausziehhilfe 3 ist auf einem Umfangsteil der Stulpe 2 vorgesehen, welcher dem Handrückenteil 4 gegenüberliegt oder sich auf zumindest einer Seite daran anschliesst.
Selbstverständlich könnte auch zusätzlich und zur weiteren Verbesserung der Handhabung des Handschuhs zumindest eine weitere An- bzw. Ausziehhilfe 3a auch auf dem Abschnitt der Stulpe 2 vorgesehen sein, der sich direkt an den Handrückenteil 4 anschliesst.
Nach Ergreifen der An- bzw. Ausziehhilfe 3 am ersten Handschuh mit der jeweils anderen Hand kann beispielsweise, wie in Fig. 2 dargestellt ist, die an der Aussenseite des zweiten Handschuhs angeordnete weitere An- bzw. Ausziehhilfe 3a von der ersten Hand in einer ergonomisch günstigen Stellung beider Hände bzw. Unterarme zueinander ergriffen werden.
Beim weiteren Auseinanderziehen der Hände, wie es in den Fig. 3 und 4 zu sehen ist, werden dann gegengleich und im wesentlichen gleichzeitig die Handschuhe von den Unterarmen und dann auch der Handfläche bzw. dem Handrücken abgezogen, wobei die Handschuhe auch bereits zum Teil mit ihrer normalerweise aussen liegenden Oberfläche in den anderen Handschuh hineingezogen werden. Beim weiteren Auseinanderziehen der Hände und dem Abziehen der Handschuhe auch noch von den Fingern beider Hände werden die Handschuhe schliesslich ganz gewendet und durch das weite Ineinanderziehen miteinander verbunden, wie in den Fig. 5 bis 7 zu erkennen ist. Der Benutzer kann daher, wie in Fig. 8 zu erkennen ist, die Handschuhe nach dem Ausziehen halten und handhaben, ohne mit deren allenfalls verschmutzter oder kontaminierter Seite in Kontakt zu kommen.
In den Fig. 9 bis 11 sind einige Stadien des oben erläuterten Ausziehvorganges nochmals mit einem Paar erfindungsgemässer Handschuhe einer anderen Ausführungsform dargestellt. Die An- bzw. Ausziehhilfe 3,3a ist hier als an der Stulpe 2, wiederum in einem dem Handrückenteil 4 gegenüberliegenden als auch sich an diesen anschliessenden Oberflächenbereich der Stulpe 2, befestigte Lasche ausgebildet. Diese Lasche könnte auch ein separat angefertigter und am Handschuh durch prinzipiell beliebige Verfahren angebrachter Teil sein, allenfalls aus einem anderen Material als der Handschuh selbst bestehend. Die An- bzw.
Ausziehhilfen 3,3a können selbstverständlich aber auch einstückige Teile des Handschuhs sein, auch aus dem gleichen Material bestehen und können am Handschuhkörper beispielsweise angeklebt, angeschweisst oder angenäht sein.
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Die erfindungsgemässe Lasche oder andere Ausführungsform einer An- bzw.
Ausz) ehhi) fe 3,3a erleichtert nicht nur wie oben erläutert den Ausziehvorgang, sondern der
Benutzer kann den Handschuh selber leichter überstreifen, indem er ihn an einer Lasche od. dgl. 3,3a ergreift und ihn durch Ziehen daran in Richtung Arm bzw. Körper überstreift. Das
Gleiche kann auch, wie in Fig. 12 zu sehen ist, ein Helfer machen, der eventuell schon (sterile) Handschuhe trägt, wobei dann weitgehende Sterilität gewährleistet ist. Ausserdem kann diese zweite Person den Handschuh aufdehnen indem sie, wenn der Handschuh zwei oder mehrere Laschen 3,3a hat, diese auseinanderzieht und so den Handschuh aufdehnt.
Der Benützer des Handschuhs kann dann leichter in die aufgedehnte Handschuhöffnung (und den Handschuh) schlüpfen.
Wenn die Stulpe 2 des Handschuhs bereits ein Stück umgeschlagen ist, kann der weitere Ausziehvorgang auch erleichtert werden, wenn zusätzlich eine An- bzw. Ausziehhilfe
3b innen in der Stulpe 2 vorgesehen ist, wie dies in Fig. 13 gezeigt ist. Vorzugsweise wird eine derartige An- bzw. Ausziehhilfe 3b innen in der Stulpe 2 näher dem Handteil 1 des
Handschuhs liegen als eine An- bzw. Ausziehhilfe 3,3a aussen auf der Stulpe 2.
Andere Arten von An- bzw. Ausziehhilfen 3,3a, 3b sind dann beispielhaft aber nicht beschränkend in den Fig. 14 bis 24 dargestellt. Neben Stulpen 2, die hinter dem hinteren
Rand 5 eine Öffnung haben, in die man mit zumindest einem Finger hineinschlüpfen kann, oder Stulpen 2, die aufgrund von sich beispielsweise darüber erhebende Oberflächenstrukturen mit Daumen oder Zeigefinger der anderen Hand ergriffen werden können, sind vorzugsweise Schleifen, Laschen oder ähnliche Einrichtungen als An- bzw.
Ausziehhilfen 3 vorgesehen. Diese sind selbstverständlich vom Handschuhkörper H so wenig entfernt bzw. stehen so wenig davon ab, dass sie in keiner Weise bei Arbeits- und Untersuchungsvorgängen etc. stören. Auch sind sie derart weit vom hinteren Rand 5 der Stulpe 2 beabstandet, dass keine Gefahr besteht beim An-bzw. Ausziehvorgang mit der einen behandschuhten Hand das Gewebe (Haut) der gegenüberliegenden Hand zu berühren.
Wie weiters aus den Fig. 14 bis 17,23 und 24 zu erkennen ist, sind die Schleifenglieder, Laschen od. dgl. 3,3a, 3b zumindest an jenem Oberflächenteil der Stulpe, der sich an den Handrückenteil 4 anschliesst, vorzugsweise deutlich von einer normal auf die Längsachse orientierten Richtung abweichend angebracht, so dass zumindest ein Finger der gegenüberliegenden Hand ergonomisch, leicht und sicher in die Lasche 3,3a, 3b bzw. die entstehenden Schlitze eingeführt werden und diese für den An-bzw. Ausziehvorgang sicher umschlossen werden kann. Aber auch Anordnungen der Schleifenglieder, Laschen od. dgl. 3, 3a, 3b genau in Richtung der Längsachse des Handschuhs oder normal auf diese Richtung, wie in den Fig. 18 bis 22 dargestellt, wären möglich.
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Zwei aneinander anschliessende Laschen 3, jeweils zum Ergreifen mit einem Finger der anderen Hand gedacht, sind in Fig. 16 dargestellt, wobei diese Laschen 3 vorzugsweise in einer Linie liegen. Parallele Laschen 3, die jedoch nebeneinander, allenfalls ein wenig gegeneinander versetzt sind, wie in Fig. 24 gezeigt, sind aber auch denkbar.
Die Laschen 3a an der sich an den Handrückenteil 4 anschliessenden Oberfläche der Stulpe 2 können - wie in den Fig. 15,19, 21 und 22 dargestellt ist-auch genau senkrecht auf die Längsachse der Stulpe 2 bzw. des Handschuhs insgesamt orientiert sein.
Fig. 22 soll ein Beispiel für die Anfertigung einer Lasche 3a als separater und mittels verbreiterter Endstücke 3c an der Stulpe 2 angebrachter Teil sein.