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Verfahren zur trockenen Destillation von in FI088. gkeiten gelösten oder aufgeschlämmten organischen Stoffen.
Die trockene Destillation von in Wasser oder anderer Flüssigkeit gelösten oder aufgeschlämmten organischen Stoffen, wie z. B. Abfallaugen der Holzzellstonabrikation oder dgl., bietet bekanntlich grosse Schwierigkeiten. Wird der Prozess in Retorten vorgenommen, so haften die organischen Stoffe bei beginnender Eintrocknung an den geheizten Flächen des Apparates an und die Verwendung von Rührwerken oder dgl. im Innern der Retorte zwecks Verhinderung eines solchen Anhaftens ist ausgeschlossen, weil die eingedickte Lauge im allgemeinen sehr schmierig oder klebrig ist. Um eine Verkohlung in Retorten möglich zu machen, hat man schon in Vorschlag gebracht, die entsprechend eingedickte Lauge mit Koks oder ähnlichen, die Klebrigkeit beseitigenden Stoffen zu mischen, bevor die Verkohlung ausgeführt wird.
Solche Zusätze und die damit verbundene Arbeit verteuern aber den Prozess erheblich.
Es ist ferner bekannt, die Eindampfung von Laugen und die Verkohlung der organischen Rückstände derart zu bewirken, dass die Lauge ohne Zusatz von die Klebrigkeit beseitigenden Stoffen in einer dünnen Sachet auf von aussen beheizten Fläche ausgebreitete und dort gelassen
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Dauer der Behandlung etwa funf Minuten betragt.
Zweck der vorliegenden Erfindung ist nun, eine erhöhte Leistung bei dem zuletzt beschriebenen Verfahren zu erreichen. Die Mndung gründet sich auf die Beobachtung, dass die Wärmeaufnahme der zu verkohlenden Lauge während der Eindampfperiode und der ersten Verkohlung eine sehr gute ist, dass sie aber dann sehr schnell abnimmt, in dem Masse wie die Verkohlung fortschreitet und der Rückstand immer mehr porös wird. Andererseits lässt sich eine verhältnismässig sehr schnelle Verkohlung einer trockenen organischen Substanz in mit Rührwerken oder dgl. versehenen Retorten, rotierenden Ofen und ähnlichen Apparaten bewirken, die eine innige Durchmischung des behandelten Materiales ermöglichen.
Demgemäss besteht die vorliegende Erfindung in einer Kombination der erwähnten bekannten Verfahren derart, dass die Behandlung der zu verkohlenden Lauge in zwei Stufen zerfällt, und zwar derart, dass die in einer dünnen Schicht auf eine von aussen beheizte Fläche ausgebreitete Lauge zunächst nur soweit erhitzt wird, bis eine zur Beseitigung der Klebrigkeit der organischen Rückstände genügende Kohlenmenge geschaffen worden ist, worauf der Rückstand von der genannten Fläche entfernt und dann in einer von aussen beheizten Förderschnecke, einem rotierenden Ofen oder dgl. bis zur vollständigen Verkohlung erhitzt \\ird.
Bei dei ersten Stufe dieser Erfindung gelingt es, zirka 80 1 Lauge pro m2 Fläche in der Stunde einzudampfen, wobei das Material nur während zirka einer Minute auf die Fläche gelassen zu werden braucht.
In der Zeichnung ist ein senkrechter Schnitt eines zur Ausführung des Verfahrens dienenden Apparates dargestellt.
1 bezeichnet einen geschlossenen Kessel oder Pfanne, zweckmässig aus Gusseisen, welcher Kessel in der Zeichnung die Form eines Doppelkegels besitzt. Oben ist der Kessel mit einer zentral gelagerten dehbaren Welle 2 ausgerustet, die hohl ist und den Zufluss für d-s zu behandelnde Material gestattet. Erforderlichenfalls kann dieses Material unter Druck zugeführt werden. Die
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Spritzdüse J zur Ausbreitung des durch die Welle 2 und das Rohr 4 zugeführten Materials auf dem kegelförmigen Boden 6 des Kessels. Die Umdrehung der Welle 2 geschieht mit einer Geschwindigkeit von etwa einer Umdrehung pro Minute.
Die Schaber J und das Verteilungsrohr sind in der Zeichnung der Deutlichkeit halber mit einem Winkelabstand von 180"dargestellt, bei der praktischen Ausführung werden sie aber derart angebracht, dass das Rohr 4 unmittelbar nach den Schabern folgt. Im Zentrum besitzt der Boden des Kessels eine Öffnung 7, durch welche der Kessel mit einer Förderschnecke, aus einem langgestreckten zylindrischen Mantel 8 und einer sich drehenden Schnecke 9 gebildet, in Verbindung steht.
Der Mantel 8 ist durch eine Rohr-
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behälter 14 eintaucht, so dass ein Wasserverschluss gebildet wird, durch welchen das verkohlte Material aus dem Apparat entnommen wird. 15 ist ein Abzugsrohr für die während der trockenen Destillation entwickelten Gase und Dämpfe, welcher Abzug nach einem nicht dargestelltenKondensor zwecks Gewinnung der wertvollen Bestandteile des Destillats führt. Der Abzug 15
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der Gase und der Dämpfe wird zweckmässig, wie dargestellt, etwa an der Verbindungsstelle zwischen den beiden Föfderachnecken angebracht. Sowohl der Kessel 1 als die Förderschnecken 8, 9 und 11, 12 sind in geeigneter Weise eingemauert und werden von einer Feuerung 16 geheizt.
Die Anordnung der Feuerung und der Feuerkanale ist derartig, dass die Feuergase in Gegenstrom zu dem in den Förderschnecken vorwartsgeführten Materia ! strömen, wonach sie den Kessel 1 umspülen und heizen, ehe sie durch den Schornstein 17 abziehen-
Das Verfahren wird mit Hilfe des beschriebenen Apparates in folgender Weise ausgeführt : Das zu verkohlende Material, z. B. die Schwarzlauge aus der Natronzellulosefabrikation, welche vorher teilweise eingedampft worden ist, wird durch. die sich drehende Hohlwelle 1, das Verteilungsrohr 4 und die Diise 5 in solcher Menge zugeführt, dass das Material in einer dünnen Schicht auf der Fläche 6 ausgebreitet wird. Weil diese Fläche auf eine verhältnismässig hohe Temperatur (z.
B. 400 bis 500oye) erhitzt ist, trocknet die ausgebreitete Masse fast augenblicklich, und in dem Masse wie die Erhitzung fortschreitet, findet eine teilweise Destillation des Materials statt. Wenn das Material während einer Zeit, entsprechend etwa einer Umdrehung der Welle 2, d. h. zirka eine Minute, auf der Fläche in dieser Weise behandelt worden ist, wird es durch die Schaber 3 von der Fläche entfernt, wobei in der Masse etwa vorhandene, nur halbgetrocknete und daher noch klebrige Teile des Materiales in gekohlte Substanz eingebettet werden, wodurch verhindert wird, dass solche Teile an den Wänden oder den übrigen Teilen des Apparates anhaften oder festgebrannt werden. Die Entfernung des behandelten Materials und die Anbringung neuen Materials findet in dieser Weise ununterbrochen statt.
Das von den Schaber entfernte Material fällt durch die Öffnung 7 in die Förderschnecken 8, 9 hinunter, durch welche es langsam vorwärtstransportiert wird, um später in die Förderschnecke 11, 12 hinunterzugleiten. Durch diese letztere wird das Material langsam gegen den Wasserverschluss 13, 14 vorwärtsgeführt, durch den es herausgenommen wird. Während des passierens durch die Förderschnecken wird das Material innig durchmischt und auf eine immer höhere Temperatur erhitzt, so dass es beim Anlangen bei dem Wasserverschluss vollständig ver- kohlt ist.
Statt der Förderschnecken können zur Ausführung der fortgesetzten trockenen Destillation des von der Fläche 6 entfernten Materiales rotierende Ofen, Retorten oder ähnliche bekannte
Einrichtungen zur trockenen Destillation verwendet werden.'
Indem die trockene Destillation auf der Fläche 6 nicht bis zur vollständigen Verkohlung getrieben, sondern in den genannten Hilfsapparaten beendigt wird, wird eine wirtschaftliche
Ausnutzung der Wärme ermöglicht. Ferner wird es hiedurch ermöglicht, die bei niedrigeren Temperaturen entwickelten Destillationsprodukte, welche im allgemeinen bei höberen Temperaturen zersetzt werden, aus dem Apparat zu entfernen, ohne dass sie einer schädlich hohen Temperatur ausgesetzt werden.
Bei der dargestellten Ausführungsform ist zu diesem Zwecke das Gasabzugs- rohr an dem Ende der mit dem Kessel verbundenen Förderschnecke verlegt, wodurch die im
Kessel und in dieser Förderschnecke entwickelten gaslörmigen Produkte abziehen können, ohne die an der Feuerung gelegene und daher am stärksten erhitzte Förderschnecke passieren zu müssen, während die in der letztgenannten Förderschnecke entwickelten gasförmigen Produkte sich gegen weniger stark erhitzte Teile des Apparates bewegen.
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