<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zum Röaten von Textilgut in fliessendem Wasser.
Es ist bekannt, dass das Rösten von Textilgut nichts anderes als einen Gärungsprozess darstellt und daher ist es auch erforderlich, wie bei jeder Mikrobenkultur, einen geeigneten Nähr0 boden zu schaffen, um die Ausbreitung und Entwicklung der Röstbazillen zu begünstigen. Dieses kann nur erzielt werden durch eine geeignete Auswahl des Nährbodens und in zweiter Linie der
EMI1.1
des Nährbodens, welche in dem Entfernen der schädlichen Produkte, wie z. B. Exkremente, Gase, Parasiten usw. besteht, welche der normalen Entwicklung der Röstfermente hinderlich entgegenstehen können.
Von jeher ist als Nährboden zur Ausführung des Röstverfahrens und zum Entwickeln der Röstfermente Wasser benutzt worden, in das das Textilgut eingetaucht wird, so dass die Wahi des Nährbodens feststeht. Es bleiben dann noch die geeigneten Bedingungen auszuwählen, durch welche eine günstigere und stärkere Entwicklung und Vermehrung der Fermente ermöglicht wird, als es der Fall ist, wenn nur Wasser unter Ausserbetrachtlassung der übrigen Bedingungen als Nährboden verwendet wird. In erster Linie muss die Konstanz der Zusammensetzung des Nähr bodens durch das Entfernen der parasitären Produkte gesichert werden, deren Entwicklung oder Verbleiben an dem Ort, an dem das Rösten ausgeführt wird. der Arbeitsweise der Röstfermente entgegenstände.
Des weiteren muss der Druck konstant aufrechtgehalten werden sowie auch die Temperatur. Es ist auch bekannt, dass beim Rosten in fliessendem Wasser nur der obere Teil der Textilbiindel, die in dasselbe getaucht sind, in normaler Weise geröstet wird, während der untere Teil des Faserbündels der Sitz einer schädlichen Gärung ist. Um eine normale Röstarbeit zu erzielen, ist es somit erforderlich, in dem künstlichen Fluss in dem Oberteil des Wassers eine Strömung mit geringerer Geschwindigkeit zu erzielen, weil dadurch die nützlichen Fermente sich regelmässiger entwickeln können und dieselben langsam und methodisch von ihrem Entstehungsort entfernt werden.
Dagegen muss in dem Teil des Wassers, in welchem sich die untere Hälfte der
EMI1.2
mente mitgenommen werden, sowie auch diejenigen Produkte, welche der regelmässigen Arbeit der
Röstfermente entgegenstehen.
Das Verfahren gemäss vorliegender Erfindung besteht nun darin, die angeführten Be- dingungen zu verwirklichen, um eine methodisch und günstige Arbeitsweise zu erzielen. Um dieses zu erreichen, wird in der Wasserströmung, die mit Wasser von konstanter Temperatur und konstantem Gefälle gespeist wird, das Rösten in zwei Perioden ausgeführt, und zwar erfolgt zuerst das Rösten des oberen Teiles des Textilbündels, der sich in der oberen Wasserzone des künstlichen Flusses befindet, in der nur eine langsame Strömung vorherrscht, während in dem unteren Teil des Textilbündels die Strömung viel schneller ist. um die schädlichen Fermente zu entfernen. Dann wird das Bündel umgedreht und in dem abwärtsliegenden Teil des Flusses wird der untere Teil des Bündels geröstet.
Auf den Zeichnungen ist eine beispielsweise Ausführungsform einer Vorrichtung zur Durch- führung der Erfindung veranschaulicht, und zwar stellt Fig. 1 einen senkrechten Querschnitt und Fig. 2 einen senkrechten Längsschnitt durch die Vorrichtung dar. Fig. 3 veranschaulicht einen wagerechten Längsschnitt und Fig. 4 einen senkrechten Querschnitt der Wasserverteilung-
EMI1.3
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
unter dessen Kante das Wasser durchfliessen muss, wodurch gewissermassen ein Saugheber gebildet wird.
Das Wasser wird durch eine Hauptleitung 7 zugeführt, und der Wasserhahn 8 gestattet die Regelung des Zuflusses (Fig. 2,3, 4 und 5). Dieses Wasser tritt zuerst in einen Behälter 9 ein, welcher als Sammelbehälter oberhalb der Einrichtung dient und zwei übereinander liegende Böden besitzt. Der obere Boden 10 ist wagerecht angeordnet und in denselben sind die Verteilungsrohre 3 eingesetzt. Derselbe dient dazu, an der Verteilungsstelle ein konstantes Wasserniveau
EMI2.2
ist auf der Zeichnung mit 11 bezeichnet.
Am Eintritt des Röstbehälters 1 ist ein Wehr 12 angeordnet, welches die eventuelle Entleerung des Behälters gestattet, in dem durch das Wehr gegebenenfalls der Röstbehälter von der übrigen Einrichtung abgeschlossen wird. Zu diesem Zweck sind an dem Wehr zwei gekuppelte Verschlussschieber 13 vorgesehen, die von dem Laufkran der Einrichtung aus betätigt werden.
In den Röstbehälter 1 wird eine gewisse Anzahl Käfige 14 eingeführt, welche den zu behandelnden Flachs oder Hanf enthalten. Diese Käfige sind einer hinter dem anderen angeordnet, und mit Haken versehene Traversen 15 dienen zur mechanischen Handhabung derselben. Ausserdem dienen diese Traversen zur Führung der Käfige in senkrechte Nuten 16, weiche in den Seitenwandungen des Röstbehälters 1 vorgesehen sind. Durch kleine senkrechte Wandungen 17 werden die verschiedenen Käfige durch einen hydraulischen Verschluss voneinander getrennt. Ausserdem wird die Wasserströmung durch eine gewisse Anzahl von senkrechten Wandungen 18 unterbrochen, welche an dem Bodenteil des Röstbehälters vorgesehen sind. Das Wasser wird dadurch gezwungen, in regelmässiger Weise durch die Käfige 14 zu gehen.
An dem unteren Teil des Röstbehälters 1 ist eine Förderschraube 19 angeordnet, durch welche die schweren Stoffe, die sich in dem kegelförmigen Teil des Behälters niedersetzen, angesammelt und befördert werden. Die Förderschraube 19 wird mittels Kettenantrieb 20 betätigt, der seinerseits von einer Riemscheibe 21 angetrieben wird (Fig. 2 und 3). Die durch die Förderschraube beförderten Fremdkörper kommen in eine Grube 22 zu liegen, in welche ein Rohr 23 taucht, das an eine Saugpumpe angeschlossen ist und zur Weiterbeförderung der schweren ausgeschiedenen Stoffe dient. Eine Öffnung 24 mit Schieber- oder Hahnverschluss gestattet die vollständige Entleerung der Behälter 1 und 2 und ein Deckel 25 dient zum Verschliessen dieser Behälter von oben.
Die Hauptsaugleitung 26 (Fig. 1 und 3) ist an einen Saugventilator angeschlossen und durch Zweigleitungen 27 steht dieselbe mit jeder Kammer in Verbindung, in welcher einer der
Käfige angeordnet ist, und diese Zweigleitungen münden zwischen dem oberen Wasserniveau und dem Deckel 25 in den Behälter, so dass die Gase, welche sich bei der Gärung bilden, angesaugt werden können und eventuell dem Schornstein der Fabrik zugeführt werden.
Eine gewisse Anzahl von Dampfrohren 28 (Fig. 1 und 2) ist unterhalb der Käfige 14 vorgesehen und dient dazu, die Temperatur des Rottewassers in dem im Betrieb sich befindlichen Behälter konstant zu halten. Der obere mechanische Laufkran 29 dient zur Handhabung der Käfige, z. B. zum Herablassen in das Wasser, zum Herausziehen, Umdrehen und Befördern derselben. Dieser Laufkran ist mit einem drehbaren Rahmen 30 ausgerüstet, der durch Traversen 31 verstrebt ist, welche auf Drehzapfen 32 sitzen (Fig. 1 und 2). Die Zahnräder 33 betätigen den Rahmen und werden von einer Schnecke 34 aus angetrieben. Ein Getriebe 35 dient zum Antrieb der Schnecke 34.
Des weiteren sind Fuhrungen 36 vorgesehen, welche die Führung der En, fige in dem Tragrahmen 30 ? sichern. An diesen sind unten bewegbare Ansätze 37 angebracht, welche zum Tragen der Käfige in dem Rahmen 30 dienen, wenn dieselben nicht mehr durch die Winde 38 getragen werden während des Umkehrens derselben. Diese mechanische Winde 38 dient gleichfalls zur Handhabung der Käfige 14 und der Verschlussschieber 13.
Man erhält in dieser Weise einen konstanten und homogenen Nährboden, und zwar wird dieser erzielt
A) durch die Konzentration der Röstfermente und das Entfernen der schädlichen Produkte einerseits mittels der Querwandung 6, welche an der Abnussstelle des Röstwassers gelegen ist und dmch die das Wasser gezwungen wird, an der Unterkante dieser Scheidewandung vorbeizugehen, wodurch in dem künstlichem Fluss zwei Schichten mit verschiedener Strömungsgeschwindigkeit gebildet werden und andererseits durch die senkrechten Wandungen M, welche in der unteren Schicht mit grösserer Strömungsgeschwindigkeit eine wellenförmige Bewegung
<Desc/Clms Page number 3>
EMI3.1
Wasser mitgerissen werden.
B) Die gleichmässige und beständig bleibende Speisung der künstlichen Strömung wird vermittelst eines Speiaebehäiters erreicht, welcher quer zu dem Flussbett angeordnet und derart ausgebildet ist, dass in allen seinen Abflussstellen a) dasselbe Gefälle und b) dieselbe Temperatur herrscht.
Dieses Resultat wird einerseits dadurch erreicht, dass die Rohre 3, durch welche das Wasser dem Behälter 2 zugeführt wird, sämtlich in den durchlochten wagerechten Boden der Kammer 10 des Behälters 3 münden und andererseits durch die Änderung des Querschnittes der Kammer 9 im umgekehrten Verhältnis von dem Abstand, welcher die Querschnitte von dem Zuflussrohr 7 trennt, wobei die doppelte Schrägung des Bodens 11 dem Temperaturgefälle von dem Zuflussrohr 7 an bis zu den beiden Enden des Behälters 9 Rechnung trägt.
EMI3.2
1.
Verfahren zum Rösten von Textilgut in fliessendem Wasser, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine von oben an der Abflussstelle des Wassers in einen Behälter eingesetzte Querwand (6) das Wasser in zwei Schichten geteilt wird. von denen die obere nur langsam fliesst und zur Entwicklung der Röstfermente und die untere schneller fliessende, der durch Querwände (18) eine wellenförmige Bewegung mitgeteilt wird, zum Entfernen der schädlichen Fermente und Stoffe dient, wobei die Faserbündel derart in dem Wasser angeordnet sind, dass nur der Oberteil derselben in der langsameren Wasserströmung geröstet wird, während die schnellere Strömung die schädlichen Fermente und Stoffe aus dem Unterteil des Bündels entfernt und dieser von dem Ein-bis zum Auslass dem Behälters um 1800 gedreht wird,
um ein gleichmässiges Rösten zu erzielen.