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Vorrichtung zum Ziehen von Glaszylindern aus der geschmolzenen Masse.
Die Erfindung betrifft das Ziehen von Glaszylindern aus der geschmolzenen Masse.
Beim Ziehen von Glaszylindern hat es sich als notwendig herausgestellt, innerhalb des Zylinders einen gewissen Luftdruck zu erhalten und diesen Luftdruck mit der Abkühlung des Glases im Zieh tiegel während des Ziehens allmählich zu erhöhen. Es hat sich ausserdem ergeben, dass es vorteilhaft ist, die Ziehgeschwindigkeit mit der Abkühlung des Glases zu vergrössern.
Um Zylinder zu erhalten, die durchaus gleichmässigen Durchmesser und gleiche Wandstärke besitzen, ist es wichtig, dass der Luftdruck und die Ziehgeschwindigkeit in jedem Augenblicke während der Zieharbeit genau richtig sind und es ist zu Zeiten erforderlich, diese Faktoren gemäss den sich ändernden Bedingungen, wie der Ofentemperatur, der Lufttemperatur, der Natur des Glases usw., zu regeln.
Bisher sind zwei Methoden zur Regelung des Druckes im Zylinder auf seinen richtigen Wert vorgeschlagen worden. Eine davon besteht darin, ein Ventil in der Luftzuleitung zum Zylinder mehr oder weniger zu öffnen, wobei das Ventil selbsttätig gemäss dem Fortschreiten der Zieharbeit mehr oder weniger geöffnet wird. Gemäss der anderen Methode ist die Druckluftquelle beständig mit dem Zylinder verbunden und die Luftzuleitung an einer Stelle mit einer Öffnung oder einem Auslass versehen. Diese Öffnung oder der Auslass enthält ein Ventil, das selbsttätig mehr oder weniger in dem Masse ge- schlossen wird, wie die "2ieharheit fortschreitet.
Wenn also nur ein schwacher Luftstrom in den Zylinder zu fliessen hat, ist die Öffnung oder der Auslass gross, so dass der grössere Teil der von der Druckluftquelle kommenden Luft durch den Auslass ins Freie fliesst. Wenn aber ein stärkerer Strom in den Zylinder zu fliessen hat, wird der Auslass geschlossen oder nahezu geschlossen, so dass alle oder nahezu alle Luft nach dem Zylinder fliesst.
Diese Methoden haben sich als ausreichend erwiesen, solange die Geschwindigkeit des Zieh uns während der ganzen Zieharbeit konstant erhalten wird, weil dann eine Änderung in der konstanten Ziehgeschwindigkeit von einer Zieharbeit zur anderen durch eine Änderung in der Grösse des Luftdruckes für das ganze Ziehen kompensiert werden kann, ohne die Ztehgeschwindigkeit durch Änderung der selbsttätigen Einrichtung ver- andern zu müssen.
Wenn dagegen eine veränderliche Ziehgeschwindigkeit angewendet wird. so zieht jede Änderung der Ziehgeschwindigkeit eine entsprechende Änderung des Masses des Wachs- tums des Luftdruckes nach sich und damit eine Änderung in der selbsttätigen Einrichtung zur Kontrolle des Luftdruckes.
Die Krfindung betrifft Mittel, wodurch das Mass des Ziehens und des Wachstums des Luftdruckes praktlsch unabhängig voneinander gehalten werden, so dass das Mass des
Ziehens geändert werden kann, ohne eine Änderung an der selbsttätigen Einrichtung zur KunlruHe des Masses des Wachstums des Luftdruckes zu bedingen.
Die Vorrichtung, welche den Gegenstand der Erfindung bildet, besteht in der An- ordnung des selbsttatig kontrollierten Ventiles in der Leitung, welche den Zylinder mit der Luftdruckquelle verbindet, wie es bei der zuerst genannten Methode der Fall war.
Ausserdem wird geläss der Erfindung ein Auslass in der Leitung zwischen dem genannten Ventil und dem Zylinder in oder nahe der Blasrohrmündung im Zylinder vorgesehen, so dass der Luftstrom, welcher durch diesen Auslass fliesst, stets gross ist im Vergleich mit dem Luft- strom welcher in den Zylinder treten soll, um darin den erforderlichen Luftdruck zu erhalten. Wenn dann infolge einer Änderung In dem Masse des Ziehens ein stärkerer Strom in den Zylinder geleitet werden muss, um den Druck zu erhalten, so ist dieser verstärkte Strom noch so gering im Vergleich zu dem Gesamtdurchfluss durch das Kontrollventil, dass der letztere nicht beachtenswert wächst und deshalb auch der Druck an irgend einem Punkte der Luftleitung, einschliesslich des Zylinders selbst, sich nicht erheblich ändert.
Es ist wichtig, dass der Auslass gross genug ist, wenn der Luftstrom nach der Walze sein Maximum erreicht hat. Der Querschnitt des Auslasses kann, wenn es gewünscht wird, während der ganzen Arbeit konstant bleiben. Er kann aber auch, um zu grosse Verluste an Luft zu vermeiden, allmählich in dem Masse geschlossen werden, wie das Eontrollventil den Luftzutritt vermindert. Dabei ist jedoch Bedingung, dass der Luftaustritt durch den Auslass, gegenüber dem Luftzutritt zum Zylinder, gross bleibt.
Der Querschnitt des Auslasses kann dagegen nicht im umgekehrten Sinne kontrolliert werden, d. h. geschlossen
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werden, wenn der Luftzutritt zum Zylinder wächst, weil dann der Zweck der Erfindung nicht mehr erreicht werden würde.
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welcher in den Zylinder fliesst, verursachen könnte. Indem man den Luftstrom durch den Auslass genügend gross macht, kann die Wirkung einer Änderung in der Geschwindigkeit des'Ziehens auf den Druck im Zylinder heliehig klein gemacht werden und die beiden Faktoren, welche zur Bestimmung der Gleichförmigkeit des Zylinders benutzt werden, können unabhängig voneinander geregelt werden.
Es wird daher jede auf das Regulierventil wirkende und dadurch den Luftdruck während des Ziehens regelnde Vorrichtung den Luftdruck nahezu in derselben Weise regeln, selbst wenn die Ziehgeschwindigkeit (innerhalb der in der Praxis vorkommenden Grenzen) geändert wird, weil trotz der durch Änderung der Ziehgeschwindigkeit bewirkten Änderung des Luftzuflusses in den Zylinder
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in anderer Weise selbsttätig während der Hauptarbeit des Ziehens in Tätigkeit gesetzt werden.