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Verfahren zum Entsaften von Rübenschnitzeln oder dgl. in der gewöhnlichen Diffusionsbatterie.
Den gebräuchlichen Verfahren zum Entsaften von Rübenschnitzeln in der gewöhnlichen Diffusionsbatterie, in welcher die Schnitzel ruhen und nur der Saft sich bewegt, haftet der Übel-
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etwa zwei Drittel der ganzen Diffusionszeit erforderlich ist. So werden, wenn man beispielsweise die ganze Diffusionszeit mit 75 Minuten und den Zuckergehalt der Schnitzel mit 16% in
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50 Minuten, also doppelt so viel Zeit benötigt. Die lange, die Leistungsfähigkeit der Batterie sehr beeinträchtigende Dauer der Endentsaftung bedingt, da die Schnitte schon sehr zuckerarm sind, ausserdem, dass viele Nichtzuckerstoffe in den Saft übergehen und wegen des erforderlichen grösseren Saftabxuges auch die Konzentration der Säfte ungünstig beeinflusst wird.
Diesen Übelständen soll gemäss vorliegender Erfindung dadurch abgeholfen werden, dass man die Entsaftung der Rübenschnitzel in der gewöhnlichen Diffusionsbatterie nicht bis zur völligen Entsaftung der Schnitzel, also bis zu 0'2 bis 0'5% Zucker, sondern nur solange fortführt, bis die Entsaftung sich wesentlich zu verlangsamen beginnt, hierauf die sonst erst nach völliger
Entsaftung der Schnitzel vorzunehmende Abpressung einschaltet und schliesslich die abgepressten
Schnitzel der weiteren Diffusion in der Ruhe unterwirft.
Da die zur Abpressung und nachherigen
Diffusion der Presslinge erforderliche Zeit wesentlich geringer ist als diejenige, die man beim reinen Diffusionsverfahren zur Endentsaftung durch Weiterführung der Diffusion benötigt, wird bei dem neuen Verfahren auch die Diffusionszeit wesentlich verkürzt.
Als Zeitpunkt, an welchem die Entsaftung mittels reiner Dinusionsarbeit zu unterbrechen und die Abpressung einzuschalten ist. wird ungefähr diejenige anzunehmen sein, wenn der Zuckergehalt der Schnitzel
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sie auch von dem Zuckergehalt der zur Verarbeitung gelangenden rohen Schnitzel abhängt. im allgemeinen wird jedoch anzunehmen sein. dass der geeignete Zeitpunkt, die Diffusion zu unter- brechen, bei den in den Fabriken vorhandenen Diffusionsbatterien mit der Verarbeitung des dritten oder vierten Diffuseurs erreicht ist, wobei dann der Zuckergehalt der Schnitte je nach dem ver-
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An sich ist es bei Pressdiffusionsverfahren bekannt, die Schnitzel zu entsaften, abzupressen und dann einer nochmaligen Entzuckerung zu unterwerfen.
Dort handelt es sich aber, wie erwähnt. um Pressdiffusionsverfahren, bei welchen sich auch die Schnitte bewegen und deren Arbeitsweise auf das gewöhnliche Diffusionsverfahren, währenddessen die Schnitte ruhen, nicht ohneweitcrs iibertragen werden kann.
Ausserdem arbeiten auch die Pressdiffusionsapparate noch lange nicht einwandfrei genug, als dass sich die Industrie veranlasst finden könnte, die gebräuchliche IhSusionsbatterie, über die jede Fabrik verfügt, durch neue Pressdiffusionsapparate zu ersetzen ; sie sucht eher die angeblichen Vorteile der Pressdinusionsverfahren durch Verbesserung des gebräuchlichen reinen Diffusionsverfahrens zu erreichen, was ihr weniger Kosten auferlegt und sie
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wesentlichste Vorteil des neuen Verfahrens besteht, wie ausgeführt, in der Abkürzung der Diffusionszeit und in der damit erreichten grössere Leistungsfähigkeit der Batterie.
Von anderen Vorteilen wird umstehend noch die Rede sein.
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gewonnenen Pressrückstände werden der zweiten Diffuseurgruppe B durch geeignete Vorrichtungen zugeschoben und in dieser durch Diffusion zu Ende entzuckert. Der in der zweiten Diffusionsgruppe B gewonnene Saft fliesst nach dem Messgefäss n und wird von hier aus fortlaufend von der Pumpe o durch den Vorwärmer p hindurch in den Druckkasten q befördert. Von dem Druckkasten p wird dann der Saft zwecks Diffusion in die erste Diffusionsgruppe A geleitet.
Der von der Presse in abfliessende Saft wird gleichfalls mittels Pumpe r nach Durchfliessen des Pülpefangers s nach dem Druckkasten q gedrückt und dann gemischt mit dem aus der Diffuseurgruppe B gewonnenen Saft zwecks Diffusion auf den ältesten Diffuseur der Diffuseurgruppe A geleitet. Der Abzug aus der Difluseurgruppe A erfolgt unter dem Druck des Druckkastens q nach dem Messgefäss t bzw. dem Fabrikbetriebe.
Es ist zweckmässig, den zum Einmaischen benötigten Saft mittels Luftdruckes vorzudrücken und aus beiden Diffuseurgruppen A und B die Schnitte mach der Diffusion mittels Luftdruck zu entfernen. l) ars neue Verfahren bietet ausser den schon erwähnten noch folgende Vorteile :
Da zwischen den DiSuseurgruppen A und B die Abpressung erfolgt, werden der Diffuseurgruppe B nur etwa 50% des in die Gruppe A eingeführten Rübengewichtes zugeschoben, man braucht daher die Auslaugung in der Diffuseurgruppe B nicht so weit zu treiben wie bisher, weil bei einer Aus- laugung in dieser der Zuckerverlust, auf das in die Diffuseurgruppe A eingeführte Rübenquantuni berechnet, doch nur die Hälfte desselben betragen würde. Die Möglichkeit einer geringeren Auslaugung gestattet daher auch eine weitere Abkürzung der Diffusionszeit, ebenso wie infolge des früheren Abbruches der Auslaugung entsprechend reinere Säfte gewonnen werden.
In beiden Diffuseurgruppen A und B müssen auf 100 Schnitzelteile 100 Teile Flüssigkeit gesetzt werden. Da nun in die Diffuseurgruppe B nur 50% des der Diffuseurgruppe A zugeführten Rühengewiehtes gelangen, so werden (die durch Abpressung der Schnitte bereits gewonnenen M) % Saft braucht man nicht durch Frischwasser zu ersetzen) für die Diffuseurgruppe B auch nur
50% Flussigkeit bzw. Frischwasser erforderlich. Gegenüber dem bisherigen Diffusionsverfahren spart man also 50% Frischwasser und da ausserdem die Ausschiessflüssigkeit bzw. das Druck-
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mindert.
Durch die Abpressung wird selbstverständlich der Trockengehalt der Schnitzel erhöht.
Abgepresste Rückstande nehmen aber infolge teil weisen Zerreissens der Zellenwandungen bekanntlich nur wenig Wasser mehr auf, so dass sich selbst bei nochmaliger, an die Abpressung sich anschliessender Auslaugung der Rückstände der Gehalt an Trockensubstanz nur wenig ändert.
Im vorliegenden Falle ist überdies die zur Auslaugung der abgepressten Schnitzel zur Verfügung stehende Zeit viel zu kurz, als dass die Presslinge hiebei noch beträchtliche Wassermengen aufnehmen könnten. Auch die Diffuseurgruppe B verlassen daher die Schnitzel immer noch mit einer so hohen Trockensubstanz, dass sie entweder gar keine oder nur noch eine ganz leichte Abpressung erfordern. Da nur 50% des in die Diffuseurgruppe A eingeführten Rübengewichtes zur Abpressung kommen, bilden hiebei die Pressenabläufe auch nur 50% der bisher entstehenden ; auch in dieser Hinsicht tritt also eine Verminderung der Abwässer auf die Hälfte ein.