AT509709B1 - Vorrichtung zum schneiden thermoplastischer hartschaumstoffplatten - Google Patents
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Description
österreichisches Patentamt AT509 709B1 2011-11-15
Beschreibung [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Schneiden thermoplastischer Hartschaumstoffplatten mit einem Träger für einen Heizdraht und mit einem den Träger aufnehmenden Handgriff, wobei der Träger ein in den Handgriff eingesetztes Führungsschwert umfasst, das eine höchstens dem Durchmesser des Heizdrahts entsprechende Dicke aufweist.
[0002] Bei der Wärmedämmung von Gebäuden werden thermoplastische Hartschaumstoffplatten eingesetzt, die insbesondere im Bereich von Wandöffnungen mit Hilfe von Messern oder Sägen entsprechend den baulichen Gegebenheiten von Hand aus zugeschnitten werden, was allerdings mit zunehmender Dicke der Hartschaumstoffplatten wegen der anwachsenden Schnittkräfte zunehmend schwieriger wird. Es sind zwar bereits Handgeräte zum thermischen Schneiden von Werkstücken aus thermoplastischen Hartschaumwerkstoffen bekannt, doch eignen sich diese bekannten Vorrichtungen nicht für ein Zuschneiden dickerer Hartschaumstoffplatten entlang von im Wesentlichen ebenen Schnittflächen, weil der in einem Bügel frei gespannt gehaltene Heizdraht nicht ohne weiteres von Hand aus gerade geführt werden kann. Um eine Führungshilfe zu schaffen, ist es bekannt (CN 201357461 Y), den Bügel als Führungsschwert auszubilden, das jedoch erst mit Abstand vom Heizdraht zum Einsatz kommt. Aufgrund der für dickere Platten erforderlichen höheren Heizleistung besteht außerdem die Gefahr, dass der Hartschaumstoff thermisch beschädigt wird, wenn sich zufolge einer zögerlichen oder stockenden Heizdrahtführung ein Wärmestau im Heizdrahtbereich ergibt.
[0003] Um diese Nachteile zu vermeiden, ist es schließlich bekannt (JPH 0329300 U), den Heizdraht in Form einer Schlaufe um die Stirnseite eines Führungsschwerts herum zuführen, das eine der höchstens dem Heizdrahtdurchmesser entsprechende Dicke aufweist, sodass mit dem Eindringen des Heizdrahtes in den thermoplastischen Hartschaumstoff das Führungsschwert wirksam werden kann. Nachteilig ist allerdings, dass der Heizdraht im Wesentlichen formstabil ausgebildet sein muss, um entlang der flachen Stirnseite des Führungsschwerts geführt werden zu können, was entsprechend dicke Heizdrähte bedingt, die wiederum unerwünscht breite Schnittfugen nach sich ziehen.
[0004] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Schneiden thermoplastischer Hartschaumstoffplatten zu schaffen, die bei einer einfachen Handhabung ein thermisches Schneiden auch dicker Hartschaumstoffplatten entlang ebener Trennflächen erlaubt, ohne die Gefahr einer thermischen Beschädigung der Hartschaumstoffplatten oder breite Schnittfugen in Kauf nehmen zu müssen.
[0005] Ausgehend von einer Vorrichtung der eingangs geschilderten Art löst die Erfindung die gestellte Aufgabe dadurch, dass das Führungsschwert eine umlaufende, stirnseitige Aufnahmenut für den Heizdraht bildet, und dass im Handgriff eine Spanneinrichtung für den Heizdraht vorgesehen ist.
[0006] Durch das Vorsehen einer stirnseitigen Aufnahmenut für den Heizdraht im Führungsschwert wird es in einfacher Weise möglich, vergleichsweise dünne Heizdrähte einzusetzen, die für sich keine ausreichende Formstabilität aufweisen. Es muss allerdings dafür gesorgt werden, dass ein solcher Heizdraht, üblicherweise ein elektrischer Widerstandsdraht, in der Aufnahmenut des Führungsschwerts gehalten wird. Zu diesem Zweck ist für eine Spanneinrichtung im Handgriff gesorgt, die den Heizdraht unter einer Vorspannung hält, sodass der biegeweiche Heizdraht aufgrund der aufgebrachten Zugspannung an die Aufnahmenut angedrückt gehalten wird. Diese Spanneinrichtung bringt aber auch einen Dehnungsausgleich mit sich, wenn der Heizdraht aufgrund seiner Wärmebelastung einer Längsdehnung unterworfen wird. Das Führungsschwert mit dem um es gespannten Heizdraht ermöglicht somit eine vorteilhafte Selbstführung der Vorrichtung innerhalb einer schmalen Schnittfuge, wobei sich wegen der Abstimmung der Dicke des Führungsschwerts auf den Durchmesser des Heizdrahts ein ausreichendes Führungsspiel für das Führungsschwert innerhalb der Schnittfuge ergibt, um eine leichte Schwertführung von Hand aus zu ermöglichen. Trotz der beschränkten Dicke des Führungsschwerts kann die sonst zu einer Überhitzung des thermoplastischen Hartschaumstoffs führen- 1 /4 österreichisches Patentamt AT509 709B1 2011-11-15 de Stauwärme aus dem Schnittbereich abgeführt werden, sodass die Gefahr von Wärmeschäden des Hartschaumstoffs selbst dann gebannt wird, wenn das Führungsschwert in der Schnittfuge angehalten wird. Allenfalls kann aber auch die -Energiezufuhr zum Heizdraht über einen Wärmefühler gesteuert werden.
[0007] Die Spanneinrichtung für den Heizdraht kann an sich unterschiedlich aufgebaut sein. Besonders vorteilhafte Konstruktionsverhältnisse ergeben sich allerdings, wenn die Spanneinrichtung für den Heizdraht eine Führungsstange für einen federbelasteten Spannkopf umfasst an dem die Enden des in einer Schlaufe um das Führungsschwert geführten Heizdrahts angreifen. Wegen des Angriffs beider Enden der Heizdrahtschlaufe am Spannkopf kann mit vergleichsweise geringen Stellwegen des Spannkopfs der notwendige Längenausgleich für den Heizdraht sichergestellt werden. Die federnde Spannkopfbeaufschlagung kann in konstruktiv vorteilhafter Art dadurch erreicht werden, dass die Feder zur Beaufschlagung des Spannkopfs als die Führungsstange umschließende Schraubenfeder ausgebildet ist.
[0008] Da als Heizdraht ein elektrischer Widerstandsheizdraht zum Einsatz kommt, ist zumindest die stirnseitige Aufnahmenut des Führungsschwerts für den Heizdraht elektrisch isoliert auszuführen. Einfache Konstruktionsverhältnisse ergeben sich, wenn das Führungsschwert aus einem elektrisch nichtleitenden, temperaturbeständigen Werkstoff, vorzugsweise aus einem Keramikwerkstoff, geformt ist. In diesem Fall kann auch eine thermische Überlastung des Führungsschwerts durch den Heizdraht ausgeschlossen werden.
[0009] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt.
[0010] Es zeigen [0011] Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Schneiden thermoplastischer Hart schaumstoffplatten in einem schematischen Längsschnitt und [0012] Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie ll-ll der Fig. 1 in einem größeren Maßstab.
[0013] Die dargestellte Vorrichtung zum Schneiden thermoplastischer Hartschaumstoffplatten weist ein Führungsschwert 1 aus einem elektrisch nichtleitenden temperaturbeständigen Werkstoff, vorzugsweise aus einem Keramikwerkstoff, auf, das in einem Handgriff 2 eingesetzt ist. Das Führungsschwert 1 ist stirnseitig mit einer umlaufenden Aufnahmenut 3 für einen Heizdraht 4 versehen, dessen Durchmesser geringfügig größer als die Dicke des Führungsschwerts 1 ist, wie dies der Fig. 2 entnommen werden kann. Aufgrund dieser Abmessungsverhältnisse wird eine leichtgängige Führung des Führungsschwerts 1 innerhalb der Schnittfuge ermöglicht, ohne eine ebene Schnittführung durch das Führungsschwert 1 innerhalb der Schnittfuge zu gefährden.
[0014] Wegen der Wärmedehnungen des Heizdrahts 4 ist innerhalb des Handgriffs 2 eine Spanneinrichtung 5 für den Heizdraht 3 vorgesehen. Diese Spanneinrichtung 5 weist gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel einen auf einer Führungsstange 6 verschiebbar gelagerten Spannkopf 7 auf, an dem die beiden Enden 8 des in einer Schlaufe um das Führungsschwert 1 geführten Heizdrahts 4 angreifen. Zur Spannung der Heizdrahtschlaufe dient eine die Führungsstange 6 umschließende, den Spannkopf 7 beaufschlagende Schraubenfeder 9. Damit die Anlage des Heizdrahts 4 in der Aufnahmenut 3 des Führungsschwerts 1 auch im Bereich des vom Handgriff 2 aufgenommenen Schwertendes sichergestellt wird, werden die beiden Enden 8 der Heizdrahtschlaufe durch zwei Umlenkführungen 10 geführt, über die auch der elektrische Anschluss des Heizdrahts 4 an eine nicht dargestellte Stromquelle erfolgt. Die strichpunktiert angedeuteten Anschlussleitungen sind mit 11 bezeichnet. Als Stromquelle kann ein Akkumulator, aber auch ein Netzteil dienen.
[0015] Zum Schneiden einer Hartschaumstoffplatte wird nach dem Aufwärmen des Heizdrahts 4 auf eine Betriebstemperatur das Führungsschwert 1 an die zu schneidende Hartschaumstoffplatte angesetzt, wobei der Heizdraht 4 die Hartschaumstoffplatte unter einer leichten Druckanwendung auf das Führungsschwert 1 thermisch durchtrennt. Mit dem Einstechen des Führungsschwerts 1 in die Hartschaumstoffplatte ergibt sich eine Selbstführung des Führungsschwerts 1 in der entstehenden Schnittfuge, sodass für einen weitgehend ebenen Schnittverlauf 2/4
Claims (4)
- österreichisches Patentamt AT509 709 B1 2011-11-15 gesorgt ist, ohne dass hiefür besondere Führungsmaßnahmen notwendig werden. Da ein Teil der Wärme des Heizdrahts 4 vom Führungsschwert 1 aufgenommen wird, besteht keine Gefahr für eine thermische Überlastung des Hartschaumstoffs. Als zusätzliche Sicherheit kann die Heizleistung des Heizdrahts 4 in Abhängigkeit von der auftretenden Temperatur gesteuert werden. Patentansprüche 1. Vorrichtung zum Schneiden thermoplastischer Hartschaumstoffplatten mit einem Träger für einen Heizdraht (4) und mit einem den Träger aufnehmenden Handgriff (2), wobei der Träger ein in den Handgriff (2) eingesetztes Führungsschwert (1) umfasst, das eine höchstens dem Durchmesser des Heizdrahts (4) entsprechende Dicke aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsschwert (1) eine umlaufende, stirnseitige Aufnahmenut (3) für den Heizdraht (4) bildet, und dass im Handgriff (2) eine Spanneinrichtung (5) für den Heizdraht (4) vorgesehen ist.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsschwert (1) aus einem elektrisch nichtleitenden, temperaturbeständigen Werkstoff, vorzugsweise aus einem Keramikwerkstoff, geformt ist.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Spanneinrichtung (5) für den Heizdraht (4) eine Führungsstange (6) für einen federbelasteten Spannkopf (7) umfasst, an dem die Enden (8) des in einer Schlaufe um das Führungsschwert (1) geführten Heizdrahts (4) angreifen.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder zur Beaufschlagung des Spannkopfs (7) als die Führungsstange (6) umschließende Schraubenfeder (9) ausgebildet Ist. Hierzu 1 Blatt Zeichnungen 3/4
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