<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Hohlkörpern aus Beton oder Ton durch Schleudern.
EMI1.1
formbaren erhärtenden Massen.
Während nach dem Stammpatente nur die Herstellung von Hohlkörpern von runder innerer Querschnittsform möglieh war. bezweckt vorliegende Erfindung die Fabrikation von Hohlkörpern von beliebig polygonalem oder unrundem Innenquerschnitt, sowie die Herstellung vollmassiger Körper, die bei entsprechender Zusammenstellung einen Hohlraum einschliessen.
Ein weiterer. der Erfindung ist die Herstellung von Hohl-oder Vollkörpern aus mehreren verschiedenen über- oder nebeneinanderliegenden Materialschichten, sei es um künstlerische Wirkungen zu erzielen (Fabrikation kunstgewerblicher Erzeugnisse), sei es um Gegenstände ganz oder stell :
üwcise auf der Auben- oder Innenseite mit einer Verkleidung auszustatten.
EMI1.2
durch die Abstreif-, Press- und Glättvorrichtung vorerst die Gestalt eines Hohlkörpers mit zylindrischem Hohlraum bezw. bei unrundem Innenquerschnitt durch die bei Wegfall der Pressund Glättvorrichtung alleinwirkende Abstreiivorrichtung einen dem herzustellenden unrunden
EMI1.3
querschnitt ist die Mitverwendung der Press- und Glättvorrichtung vorteilhaft, weil sie bet der Vorformung eines Hohlkörpers mit zylindrischem Hohlraum schon eine entsprechende Vorpressung bewirkt, derzufolge auch das die Ecken der polygonalen Negativform ausfüllende Material
EMI1.4
gemeinsame oder mehrere einzelne Zuführungsvorrichtungen aufeinanderfolgend in die Negativ form eingeführt,
in dieser in übereinander- oder nebeneinanderliegenden schraubengangförmigen Streifen abgelegt und gemeinsam der Einwirkung der Abstreif-. Press-und Glättvorrichtung bezw. auch der Langzugvorrichtung ausgesetzt werden.
Auf der Zeichnung ist eine zur Durchführung beider vorbeschriebener Ausführungsarten des Verfallrens geeignete Maschine und zwar in Fig. 1 im Schnitt nach der Längsachse dargestellt.
EMI1.5
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
Die zur Ausführung des Verfahrens der Verarbeitung zweier verschiedener Materialien dienende Maschine ist im allgemeinen gleich der im Stammpatent beschriebenen, nur besitzt sie eine der Anzahl der zu verarbeitenden Materialien entsprechend mehrteilige Fördervorrichtung, welche vom Supportschlitten K getragen wird.
Die Materialzuführungseinrichtung besteht nach der Darstellung aus der an beiden Enden geschlossenen Röhre I, welche an ihrem vorderen Ende die Abstreif-, Press-und Glättvorrichtung F, G, Gl trägt und mit ihrem rückwärtigen Ende in dem die beiden Mischgutbehälter tragenden Supportschlittengesteü. E befestigt ist.
Im Innern der Rohre I ist der endlose Förderriemen ri über in Kugellagern laufende Leitrollen 0 geführt, der aus den voneinander gesonderten Materialbehältern J1 und 12 zu gleicher Zeit zwei verschiedene Materialien entnimmt und zu den ebenfalls getrennten Auswurföffnungen und H2 fördert, durch welche dieselben übereinander oder nebeneinander auf der Wandung der umlaufenden Negativform schraubengangförmig abgelagert werden. Der Supportschlitten K ist direkt, die Förderriemenantriebsscheibe L durch ein Zwischengetriebe mit der (nicht dargestellten) Leitspindel der Maschine in Eingriff ; ebenso kann die Abstreif-, Press- und Glättvorrichtung F.
EMI2.2
der Ganghöhe der Materiallagen eingestellt werden.
Das Förderband I1 I2 bildet infolge seiner eigenartigen Anordnung und Führung über die auf Kugeln gelagerten Rollen 0 zwei getrennte, gemeinsam angetriebene Förderbahnen, welche das Material getrennt, nach einer Richtung lose und ruhig zu den beiden Auswurföffnungen IJ1 und H2 tragen und dort abfallen lassen.
Diese Art der Förderung in die rotierende Negativform ist wegen ihrer ruhigen, wenig Kraft beanspruchenden, sowie raschen und genau einstellbaren Zuführung und Abgabe für die Herstellung von Hohlkörpern aus Kunststein sowie anderen erhärtenden Massen von grossem Vorteil, umsomehr als durch sie das Material lose in die Form gelangt und demnach gleichmässig und leicht die Maschen einer etwa vorhandenen Armierung durchdringen.
Eh lassen sich nicht nur zweierlei, sondern bei entsprechender Grösse der Röher I und der Anzahl der Materialbehältre, sowie entsprechend oftmaliger Förderriemenumlenkung beliebig viele Materialien zu gleicher Zeit oder abwechselnd in die Form bringen.
Der Antrieb der Forderriemen I1 I2 könnte auch ein geteilter sein, d. h. jeder Riemen für sich angetrieben werden, um durch entsprechende Fördergeschwindigkeit der einzelnen Förder- ricmen, unabhängig von den Materialbehälterabsperrschiebern, die Materialmassen in grösserer oder kleinerer Menge in die rotierende Negativform bringen zu können.
In der Fig. 2 ist die Herstellung von Zementstufen mit einer Überzugschicht aus feinerem Kunststein an der Ober-, Vorder-und Hinterseite veranschaulicht :
T ist eine teilbare Form, die beliebig verstellbar ist und es ermöglicht, vier verschieden oder auch gleich profilierte Stufen zu gleicher Zeit herzustellen. Diese Form wird analog allen anderen Formen an der Planscheibe B befestigt und in der entsprechenden Lünette E gelagert, um horizontal und zentrisch zu rotieren.
EMI2.3
befestigt, welche die Rotation der Negativform T zwangläufig mitmacht.
Zu diesem Zwecke ist'sie in den Führungsschienen U geführt, welche verstellbar mit den Profilleisten V, die wieder für sich auswechselbar sind, an der Innenseite der Negativform T befestigt werden ; dadurch, dass die Langzugvorrichtung in fester Verbindung mit der achsial wandernden Fördereinrichtung ist, bewirkt sie den gewünschten Langzug, d. h. die Formung der ebenen Stufenunterfächen.
Die Stufen liegen wie in Fig. 2 ersichtlich, mit der Tritt- und Profilfläche an der Wandung der verstellbaren Negativform und ist es daher möglich, dieselben in Höhe und Breite verschieden herzustellen. Die Armierung wird, wie üblich, zuerst in die Fo m eingebracht und befestigt.
Wird nun die Form nach Einführung der Fördereinrichtung, welche so zu stehen kommt, dass die Langzugvorricntung sich in der entsprechend gestalteten Laterne N vor der Negativ- form benndet, in Umdrehung gebracht und die Fördervorrichtung für das Material in Wirksamkeit gesetzt, so gelangt zuerst das Kunststeinmaterial aus dem Behälter J2 an die Innenfläche der roüertinden Formwand und bekleidet sie gleichmässig in schraubengangförmigen Streifen. Sobald
EMI2.4
<Desc/Clms Page number 3>
EMI3.1
vorrichtung F-G, (} 1 in Tätigkeit, welche, da ihr Traggestell an der Materialzuführungsröhre befestigt ist, an der Umlaufbewegung der Negativform nicht teilnimmt.
Dadurch wird ein Hohl-
EMI3.2
Pressung und Abtrennung der überschüssigen Kernmasse die Formung der ebenen Begrenzungs- innenrächen herbeiführt.
Soll die Unterfläche der Kunststeinstufen zwecks besseren Haftens des Putzes, der nach dem Versetzen der Stufen am Bau aufgebracht wird, Nuten hergestellt werden, so werden entsprechende Rippen Rund S auf die Aussenseite der Zugvorrichtung Q aufgesetzt. Die Form wird nun der Maschine entnommen, -. zur Seite gebracht und stehend ausgeschaltet, um sofort wieder verwendet werden zu können.
Ebenso leicht wie sich nach diesem Verfahren Stufen bilden lassen, die von hervorragend gleichmässiger Dichte und Güte sind, kann man auch beliebige andere, vollmassige Körper herstellen, die bei entsprechender Zusammenstellung einen Hohlraum ergeben, geteilt aber Körper für sich bilden ; ebenso lassen sich auch vollkommen geschlossene, im Innern unrunde Körper, wie z. B. Eiprofilrohre etc. herstellen, wie dies beispielsweise in den Fig. 5-8 veranschaulicht ist.
Bei Herstellung dieser im Innern unrunden Körper, die jedoch vollkommen geschlossene Formwände haben, werden die Führungsschienen U für die entsprechend gestaltete Langzugvorrichtung Q nach Innen verlegt und durch an dem drehbaren Teil der Lünette E befestigte Pratzen V mit der Negativform verbunden, wodurch ein zwangi ufiges Mitrotieren dieser Vorrichtung bei genauer Führung für den Langzug erzielt wird.
Die Langzugvorrichtung Q arbeitet in diesem Falle unmittelbar hinter der Abstreifvorrichtung F, die beide an der Drehung der Negativform teilnehmen. Erstere ist zu diesem Zwecke mittels Kugellagern auf einem von dem das Förderband 11 umschliessenden Rohre 1 getragenen Zapfen Q1 drehbar. Die Abstreifvorrichtung F greift mit einem Nabenflansch in eine entsprechende, von der r Röhre I getragene Lagerbüchse, so dass ihre zentrische Drehung ermöglicht ist.
Das vom Förderband I1 an die Innenwand der Negativform abgelegte Material wird durch die AbstreifvolTichtung F unter teilweiser pressung vorgeformt und dann unmittelbar durch die Langzugvorrichtung auf den entsprechenden Querschnitt ausgepresst und gleichzeitig geglättet. Es ist klar, dass auch mit dieser Form bei Anwendung einer mehrteiligen Fddervor'i htung Rohre mit innerer Feinschicht angefertigt werden können.
Die Fig. 9 und 10 veranschaulichen zwei verschiedene Ausführungen von Säulen, welche mit Hilfe der Einrichtung gemäss des Stammpatentes und einer Fördervorrichtung nach Fig.-t der Zeichnung hergestellt sind.
Wird eine Negativform T enstprechend dem Körper Fig. 9 in die Maschine eingebracht und nach Einstellung der Fordereinrichtung in Rotation versetzt, so wird zunächst das farbige
EMI3.3
das Kapitäl 2 hergestellt. Ist nun die Fürdervorriehtung entsprechend der Kapitälhohe 2 vorgewandert, so wird nach Einstellung der Materialzufuhr aus J2 und durch Einrücken eines Schiebers das in dem Behälter J1 liegende andersfä Material entnommen und zugeführt. Es entsteht dann bei Einstellung entsprechender abwechselnder Materialzuführung und Anbringung zweckdienlicher Abstreifer eine Säule, deren Kapitäl und Basis aus einheitlichem (gleichen) Stofe bestehen, während der Schaft aus übereinanderliegenden abwechselnd sichtbaren, verschiedenfärbigen Materiallagen gebildet ist.
Da der Innenquerschnitt derartiger Säulen rund ist, genügt die Anwendung der im Stammpa tente beschriebenen Abstreif-, Press-und Glättvorrichtung ohneLangzugvorrichtung.
In Fig. 10 ist die Herstellung einer gewundenen Säule veranschauliche, deren Schaft durch Einstellung eines entsprechenden Vorschubes der Materialzuführungsvorrichtung im Verhältnis der Windungssteigung aus zwei gleichzeitig auf den Innenumfang der Negativform nebeneinander abgelegten schraubengangfürmigen Bändern von verschiedener Farbe gebildet ist. welche Bänder scharf getrennt, jedoch abbindend nebeneinanderliegen.
Fig. 11 veransehaulichtdie Herstellung einer zweifarbigen Yasc nach dem Erzeugungsvorgang gemäss Fig. 9, deren Boden nach Fertigstellung der Vase ausserhalb der Maschine hergestellt und eingesetzt wird.
In Fig. 12 ist die Herstellung einer zweifärbigen Vase veranschaulicht, weiche in der Wandung Durehbrechungen aufweist, die durch entsprechend einspringende Ansätze am Negativkörper
<Desc/Clms Page number 4>
gebildet werden. Das in die Form eingebrachte Material füllt infolge Wirkung der Zentrifugalkraft die die nach innen vorspringenden Stellen 3 der Negativform umgebenden, tiefer liegenden Stellen gleichmässig aus und erhält bei Bearbeitung mit der Abstrcif-, Press- und Glättvorrichtung die Gestalt des durchbrockenen Körpers dadurch, dass die Arbeitsfläche der Abstreifvorrichtung das Materie l von den nach Innen vorspringenden Stellen abstreicht.
Die Querechnittveränderungen des inneren Hohlraumes werden bei den in Fig. 11 und 12 dargestellten Ausführungsformen durch radiale Verstellung der Abstreif-, Press- und Glättvorrichtung in der bereits im Stammpatente beschriebenen Weise erreicht, was ohneweiters möglich ist, da diese Innenquerschnitte kreisrunde Form aufweisen.
Auch Glas- und Steinmosaikarbeiten können auf einfache Weise nach dem Verfahren hergestellt werden, indem man auf geeignet bedruckten oder vorgezeichneten Papieren, welche der Umnäche des herzustellenden Körpers entsprechen, die färbigen Glas-oder Steinmosaikwürfel anklebt, diesen Papierstreifen an der gewünschten Stelle im Negativkörper befestigt und dann das Füllmaterial in üblicher Weise einbringt und bearbeitet.
Rohre mit innerer z. B. säurefesten Feinschicht lassen sich nach diesem Verfahren mit Hilfe der Maschine nach dem Stammpatente und einer Fördervorrichtung gemäss Fig. 1 und 4 : leicht und sicher herstellen, indem das Material aus dem Behälter J2, in gewöhnlicher Zementmischung bestehend, zuerst in die Form eingebracht wird, wobei es die Armierung durchdringt, während die die Feinschicht bildende (säurefeste) Masse aus dem Behälter Jl nur eine innere Kruste ergibt, die von der nachwandernden Abstreif-, Press-und Glättvorrichtung gleich anderen Rohren behandelt wird. Es ergibt sich daraus ein absolut homogenes einwandfreies Erzeugnis.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Hohlkörpern aus Beton oder Ton durch Schleudern und innere Presswirkung nach Patent Nr.42929, dadurch gekennzeichnet, dass das in Schraubenwindungen
EMI4.1
Formgut unmittelbar nach Einwirkung der Abstreif-, Press- und Glättvorrichtung oder nur einer Ab, s'Greifvorrichtung, welche an der Drehbewegung der Negativform teilnimmt, der Einwirkung einer ebenfalls an der Drehbewegung der Negativform teilnehmenden, jedoch mit der Materialzuführungseinrichtung und der Abstreif-, Press-und Glättvorrichtung bezw. nur der Abstreifvorrichtung in achsialer Richtung mit wandernden Langzugvorrichtung ausgesetzt wird, welche die zum Teil vorgepresste bezw.
vorgeformte Materialschicbtc unter entsprechender Verdichtung
EMI4.2
dadurch gekennzeichnet, dass die Materialien an mehreren in der Negativform hintereinander gelegenen Stellen ununterbrochen oder zeitweise zugeführt und in neben-oder übereinander- tiep, enden Schichten abgelegt werden, worauf die Schichten der Einwirkung der gemeinsamen Abstreif-, Press-und Glätteinriebtun bezw. auch einer Langzugvorrichtung ausgesetzt werden.