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Die Erfindung betrifft eine Klappe für einen Schrank, bestehend aus einem Klappenblatt, welches durch beidseitig je ein Paar von Führungszapfen mit Führungsbahnen an einem Schrankkorpus in Eingriff steht, welche einen parallel zur Schranköffnung verlaufenden Bereich und einen daran anschliessenden, in den Schrankinnenraum verlaufenden Bereich aufweisen, und dazu dient, den Schrank zu öffnen bzw. zu verschliessen.
Im häufigsten Anwendungsfall wird die in geschlossenem Zustand an der Schrankvorderseite befindliche Klappe geöffnet, indem sie in einer vertikalen, normal zur Schrankvorderseite stehenden Ebene nach oben und hinten bewegt und dabei in den oberen Teil des Schrankraums eingeschoben wird. Die Klappe ist an den seitlichen Rändern mit jeweils zwei Führungszapfen oder ähnlichem versehen, die in Führungsbahnen gleitend oder rollend beweglich sind, welche sich in oder an den Innenseiten der Seitenwände des Schrankes befinden. Klappen dieser Art sind beispielsweise aus der US 1,529,601 A (Cyril Lyons) und der WO 2002 101185 A1 (Vitra) bekannt.
Gegenüber den Verschlussarten Rollladen, Schiebetür und Drehtür haben Klappenverschlüsse dieser Art den Vorteil, dass sie sowohl einfach zu öffnen und zu schliessen sind, als auch in geöffnetem Zustand den gesamten Innenraum des Schrankes auf einmal zugänglich machen, als auch in geöffnetem Zustand nicht in den Raum des Benutzers ausserhalb des Schrankes ragen.
Eine wesentliche Schwäche von derartigen Klappenverschlüssen besteht darin, dass sie nur für relativ schmale Schrankelemente anwendbar sind. Das kommt daher, dass Klappen aus Komfortgründen nur geringes Gewicht haben dürfen und dadurch nur aus einem dünnen leichten Material bestehen können. Das bewirkt, dass sich breite Klappen leicht durchbiegen. Das hat zur Folge, dass sie sowohl unschön aussehen, als auch dass ihr Führungsspiel nicht exakt eingestellt werden kann, da es sich mit dem Biegezustand ändert. Dadurch, dass das Führungsspiel nicht gut eingestellt werden kann, kommt es bei breiten Klappen beim Öffnen und Schliessen häufig zum Verkanten. Entsprechend der WO 2002 101185 A1 (Vitra) wird durch eine besonders reibungsarme Ausführung eines Führungszapfens je Klappenseite versucht, das Verkanten der Klappe zu vermeiden.
Die Lösung führt zu relativ aufwendigen Teilen an jeder Klappenseite, zudem bewirkt sie ein grosses mögliches Spiel des Klappenblattes in dessen Ebene.
Aus den genannten Gründen gibt es kaum in Führungsbahnen gehaltene Klappen, welche bei der in Büros üblichen Höhe von etwa 40 cm breiter sind als 80 oder maximal 100 cm.
Es gibt Klappen, die nicht in Führungsschienen gehalten werden, sondern an seitlich angeordneten schwenkbaren Gestängen. Damit sind zwar breitere Bauweisen möglich, allerdings werden - um die Gestänge zu verdecken - zusätzliche Innenwände des Schrankes erforderlich.
Das kostet neben zusätzlichem Geld auch Stauraum.
Die US 3,635,278 A (Bocade) zeigt eine zusammenfaltbare Verschlussfläche, beispielsweise für einen Schrank. Die Verschlussfläche ist aus einer Reihe von im wesentlichen rechteckigen Lamellen gebildet, die an ihren Längsseiten gelenkig miteinander verbunden sind. Bei einer Ausführungsform wird jede Lamelle am Schrankkorpus geführt, indem von der Mitte der beiden Stirnseiten jeder Lamelle aus ein Bolzen in eine Nut in der angrenzenden Korpusfläche ragt.
Die Bolzen sind in einer über die gesamte Lamellenlänge verlaufenden Nut gehalten, die durch zwei parallel verlaufende Erhebungen aus der Lamellenfläche gebildet wird. Durch die Erhebungen aus der Lamellenfläche wird auch eine Versteifung der Lamelle gegen Durchbiegung erreicht. Die Lamelle ist einschliesslich dieser Erhebungen aus einem extrudierten Profil hergestellt. Ein zusammenfaltbarer Verschluss hat den Nachteil, dass er auch in zusammengefaltetem Zustand einen relativ grossen Flächenanteil abdeckt. Eine ganze Schrankklappe aus einem extrudierten Profil herzustellen ist zudem unwirtschaftlich, da die am Markt verkaufbaren Stückzahlen zu niedrig sind, um die bei einem derart grossen Profil entstehenden Herstellkosten für das Profiwerkzeug aufzuwiegen.
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Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe besteht darin, Klappen der eingangs genannten Art so zu verbessern, dass sie mit grösserer Breite im Verhältnis zu ihrer Höhe gebaut werden können, ohne dass sie sich durchbiegen oder im Betrieb verkanten. Diese Aufgabe ist möglichst kostengünstig, bei möglichst wenig Verlust von nutzbarem Stauraum und ohne Komfortverluste bei der Bedienung des Schrankes zu lösen.
Zur Lösung der Aufgabe wird vorgesehen, die Klappe durch ein an ihrer Innenseite mit einem horizontal über die gesamte Breite verlaufenden Profil zu versteifen. Das Profil ist mit zwei parallelen Nuten versehen, deren Querschnittsöffnung vom Klappenblatt abgewandt liegt. In die stirnseitigen Enden der Nuten sind über eine Gewindeverbindung die Führungszapfen einge- setzt, die mit ihrem über die Stirnseiten des Profils hinausragenden Ende in die Führungsbahn am Schrankkorpus ragen. An dem in der Nut liegenden Ende ist jeder Führungszapfen mit einem Eingriff für einen Schraubenzieher versehen. Wird der Führungszapfen damit gedreht, so verschiebt er sich nach Art einer Schraube linear in Nutrichtung, womit das Führungsspiel ge- nau einstellbar ist. Damit das Profil bei der Öffnungs- bzw.
Schliessbewegung der Klappe nicht zu viel vom nutzbaren Stauraum des Schrankes kostet, wird es im Bereich zwischen den beiden Nuten niedriger ausgeführt als an den beiden Nuten.
Fig. 1 : - eine Schrägrissansicht einer Klappe entsprechend der Erfindung.
Fig. 2 : - zeigtBolzen und Führungszapfen der Klappe von Fig. 1 in einer Teilschnittansicht.
Am Klappenblatt 1 wird ein über die ganze Breite horizontal verlaufendes Profil 2 angeordnet und mit dem Klappenblatt, vorzugsweise durch Kleben, verbunden. Die versteifende Wirkung ist besonders stark, wenn das Profil 2 möglichst viel Fläche in einem möglichst grossen Normalab- stand zur Fläche des Klappenblattes aufweist.
Das Profil 2 weist zwei Nuten 2. 1 auf, die zueinander einen zur Ebene des Klappenblattes parallel liegenden Abstand haben. Die Querschnittsfläche der Nuten erweitert sich von der Öffnung nach innen. Die Öffnungen der beiden Nuten liegen an einer dem Klappenblatt abge- wandten Seite des Profils 1.
An den stirnseitigen Enden des Profils 2 ist in jede Nut 2. 1 ein Bolzen 4 eingesetzt, welcher einen Führungszapfen 3 trägt. Mit dem Führungszapfen 3 steht die Klappe in zusammengebau- tem Zustand mit Führungsschienen in bzw. an den Innenseiten der Seitenwände des Schran- kes in Eingriff.
Fig. 2 zeigt eine sehr einfache Ausführungsform des Bolzens 4 und des an diesem gehaltenen Führungszapfens 3. Am grössten Teil seiner Länge ist der Bolzen 4 mit einem Aussengewinde versehen. Mit diesem wird er in ein an den Enden der Nuten 2. 1 im Profil 2 befindliches Mut- terngewinde eingeschraubt. Mit einem Ende ragt der Bolzen aus der Nut heraus. An diesem Ende ist er mit einem zylindrischen Fortsatz 4. 1 versehen, dessen Durchmesser idealerweise deutlich kleiner ist als der Durchmesser des Gewindeteiles. An dem zylindrischen Fortsatz ist der Führungszapfen 3 gleitbar gelagert aufgesteckt.
Wenn die Führung zwischen Zapfen und Führungsbahn als Gleitführung ausgelegt ist, kann der Führungszapfen 3 auch direkt als Teil des Bolzens 4 ausgebildet sein.
An seinem zweiten Ende ist der Bolzen 4 idealerweise mit einem Innensechskant-Sackloch 4. 2 dessen Achse mit der Achse des Gewindeteiles zusammenfällt, versehen.
Zum Einstellen des Führungsspieles der am Schrank montierten Klappe fasst man mit einem Schraubenzieher mit Sechskant-Kugelkopf durch die Öffnung der Nut 2. 1 in das Innensechs- kant-Sackloch 4. 2 und dreht den Schraubenzieher, wodurch sich der Bolzen 4 axial, also paral- lel zur Breite der Klappe verschiebt.
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(Ein Sechskant-Kugelkopf-Schraubenzieher ist ein Schraubenzieher, dessen normal zur Längsachse liegende Querschnittsfläche die Form eines regelmässigen Sechskantes hat. In den normal darauf stehenden Ebenen ist der vordere Teil jeder Projektionsfläche annähernd eine Kreisfläche; dadurch kann mit dem Schraubenzieher auch in einen Innensechskant-Schraubenkopf gefasst werden und die Schraube gedreht werden, wenn Schraubenachse und Achse des Schraubenziehers einen von 0 deutlich abweichenden Winkel zueinander einschliessen.) Die Öffnungsbreite der Nut 2. 1 und der Durchmesser dieses Innensechskant-Sacklochs 4. 2 sind so aufeinander abgestimmt, dass der Eingriffsteil des Sechskant-KugelkopfSchraubenziehers, welcher zu dem Innensechskant-Sackloch passt, auch durch die Nutöffnung gebracht werden kann.
Das heisst die Öffnungsbreite der Nut 2. 1 ist gleich oder grösser als der Spitzendurchmesser des Innensechskant-Sacklochs 4. 2.
Natürlich kann man den in der Nut 2.1 liegenden Endbereich des Bolzens 3 auch anders als mit Innensechskant-Sackloch ausführen. Wichtig ist, dass man mit einem Schraubenzieher auch unter einem von 0 um mehrer Grade verschiedenen Winkel zwischen Schraubenzieherachse und Bolzenachse ansetzen und den Bolzen drehen kann. Das ist annähernd bei jeder üblichen Verbindungsgeometrie zwischen Schraubenkopf und Schraubenzieher möglich. Die Verbindung aus Innensechskant-Sackloch Schraubenzieher mit Sechskant-Kugelkopf funktioniert sehr komfortabel und abnützungsfrei.
Das Aussengewinde am Bolzen 4 kann direkt in ein Mutterngewinde im entsprechenden Endbereich einer Nut 2. 1 eingreifen. Das Mutterngewinde kann entweder vorab geschnitten werden oder durch das Aussengewinde am Bolzen 4 selbst. Es ist auch möglich eine Muttern-Hülse in ein Nutende einzusetzen, beispielsweise einzuschlagen, und den Bolzen in diese Hülse einzuschrauben.
Wichtig ist, dass die Gewindepassung keine Spielpassung ist, dass also der Bolzen nicht schon bei geringster Kraft in der Nut vor- oder zurückgeschraubt werden kann, da sich sonst das Führungsspiel unkontrollierbar ändern könnte.
Bei in den Schrank eingesetzter Klappe ist es bei dieser Bauweise durch eine kurze Folge der Handlungen "Drehen des Bolzens 4 mittels Schraubenzieher" und "Ausprobieren der Beweglichkeit der Klappe in der Führung" möglich, das Führungsspiel einfach und genau einzustellen.
Es ist damit problemlos möglich dauerhaft komfortabel funktionierende Klappen herzustellen, welche z. B. 120 cm breit sind und bei denen der Abstand der Führungszapfen an einer Klappenseite 10 cm beträgt. Das ist gegenüber Klappen entsprechend früheren Bauweisen eine markante Verbesserung, die den möglichen Anwendungsbereich von Klappenschränken dieser Art entscheidend verbreitert.
Das Profil 2 hält nicht nur die Bolzen 4 und damit die Führungszapfen 3, es versteift auch das Klappenblatt 1. Dadurch bleibt das einmal eingestellte optimale Führungsspiel dauerhaft erhalten. Weiters kann gegenüber anderen Bauweisen ein dünneres Klappenblatt 1 verwendet werden, wodurch insgesamt oft sogar eine Gewichts- und Kostenersparnis möglich ist. Drittens werden durch das Profil 1 auch Klappenblätter, die bedingt durch ihren Herstellungsvorgang für sich allen nicht eben wären, so gebogen, dass sie eben sind.
Die Führungsbahnen an den Seitenwänden des Schrankes weisen einen vertikal, parallel zur Schranköffnung verlaufenden Bereich auf und einen daran anschliessenden Bereich, welcher im oberen Teil des Schrankinnenraumes horizontal nach hinten verläuft. Der Bereich der Klappe, welcher bei Seitenschnittansicht zwischen den beiden Führungszapfen 3 liegt, schneidet bei Öffnungs- und Schliessbewegungen den Winkel zwischen horizontalem und vertikalem Bereich der Führungsbahnen etwas ab. Damit es dabei nicht zu Kollisionen mit dem im Schrank gelagerten Gut kommt, ist die Höhe des Profils 2 über der Ebene des Klappenblattes im Bereich zwischen den beiden Bolzen 4 geringer ausgebildet als in den Bereichen an den Bolzen 3.
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Das Profil 2 ist am besten als Aluminium-Strangpressprofil auszuführen. Damit ist ein im Möbelbereich vorteilhaft hoher Elastizitätsmodul gegeben und die für die Schraubverbindung, für maximale Biegesteifigkeit und für die Verbindung mit dem Klappenblatt vorteilhafteste Geometrie ist mit einfachen Mitteln annähernd ideal herstellbar.
Die Erfindung wurde an Hand eines Schrankes beschrieben, bei welchem eine Verschlussklappe nach oben hin geöffnet wird. Die Erfindung lässt sich aber ebenso auf Klappenschränke anwenden, bei denen die Klappe durch eine horizontale oder eine nach unten führende Bewegung geöffnet wird.
Patentansprüche : 1. Klappe für einen Schrank, bestehend aus einem Klappenblatt, welches durch beidseitig je ein Paar von Führungszapfen mit Führungsbahnen an einem Schrankkorpus in Eingriff steht, wobei die Führungsbahnen einen parallel zur Schranköffnung verlaufenden Bereich und einen daran anschliessenden, in den Schrankinnenraum verlaufenden Bereich aufwei- sen, gekennzeichnet dadurch, dass am Klappenblatt (1) im Bereich zwischen den beiden
Führungsbahnen ein über die Breite des Klappenblattes (1) durchgehendes Profil (2) be- festigt ist, welches mit zwei parallelen Nuten (2.1) versehen ist, deren Querschnittsöffnung vom Klappenblatt (1) abgewandt liegt, wobei an den stirnseitigen Enden der Nuten (2.1) über eine Gewindeverbindung Bolzen (4) in diese eingesetzt sind, an deren profil-stirnseitig liegenden Ende der Führungszapfen (3)
angebracht ist und deren in der Nut (2.1) liegen- des Ende mit einer Ausnehmung für den Eingriff eines Schraubenziehers versehen ist, und dass das Profil (2) im Bereich zwischen den beiden Nuten (2.1) geringere Höhe über dem
Klappenblatt (1) aufweist als in den Bereichen an den beiden Nuten (2.1).