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Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Ätzen von Oberflächen von Glastafeln mittels einer auf die Oberfläche der Glastafel aufgebrachten Ätzflüssigkeit, wobei eine Reaktionskammer vorge- sehen ist, der die Glastafeln mittels einer Fördereinrichtung zuführbar sind und innerhalb der ein horizontalliegender Rahmen angeordnet ist, der Fördermittel, vorzugsweise Rollen, Walzen oder ein Förderband trägt, und der beidseitig der Fördermittel längsverlaufende Rahmenschenkel auf- weist, die jeweils von mehreren über die Länge der Rahmenschenkel verteilten Aufhängungen oder Abstützungen getragen werden.
Siliziumhaltige Gläser, Glastafeln und Spiegel werden seit langem mit Flusssäure und anderen flusssäurehaltigen Mitteln geätzt, wodurch eine "milchige" Oberfläche erhalten wird.
Zum Ätzen von Glastafeln geringerer Grössen wurden bisher bereits Tauchverfahren durchge- führt, bei welchen die Glastafeln horizontal oder vertikal angeordnet in mit Ätzflüssigkeit gefüllte Behälter eingetaucht wurden. Solche Tauchverfahren können nur im Zusammenhang mit Tafeln geringer Grösse durchgeführt werden. Sind nämlich die Tafeln zu gross, so treten zwischen der Ätzflüssigkeit und der Glasoberfläche zu starke und zu lang anhaltende Bewegungen auf, die die Qualität des Ätzvorganges beeinträchtigen.
Grosse Glastafeln wurden daher bislang oberflächlich geätzt, indem an der horizontal angeord- neten Glastafel an ihrer Oberfläche randseitig die Glastafel ringförmig umgebende Wachswülste aufgebracht wurden, die zusammen mit der Glasoberfläche ein flaches Becken bilden. In dieses wird Ätzflüssigkeit eingegossen, wobei die Tafel zunächst etwas schräg gehalten wird. Nach dem Einbringen der Ätzflüssigkeit in dieses Becken, wird die Tafel in die horizontale Lage abgesenkt und die Ätzflüssigkeit wird bis zum Abschluss des Ätzvorganges im Becken belassen. Dieser Ätz- vorgang von grossen Glastafeln wird manuell durchgeführt und ist mit einem erheblichen Aufwand verbunden.
Eine Einrichtung der eingangs genannten Art ist aus der DE 35 35 209 A1 bekannt. Diese Schrift zeigt eine Vorrichtung zum Ätzen wenigstens einer Fläche von Glasscheiben. Die Glas- scheiben werden hierzu über einen Rollenförderer mit einer Mehrzahl von parallelen angetriebenen Rollen geführt. Die Rollen befeuchten im Zuge ihrer Drehung die Unterseiten der Scheiben, da sie mit einer schwammartigen äusseren Fläche versehen sind, die kontinuierlich während der Drehung in einer Säurelösung befeuchtet wird. Durch diese Vorrichtung wird eine kontinuierliche Ätzung der Glasscheiben durchgeführt, wobei hier das Problem der absolut gleichmässigen Aufbringung der Ätzflüssigkeit und Ätzung der Glasscheibe auftritt.
Es besteht bei dieser 'Einrichtung die Gefahr einer gewissen Streifenbildung bei der Ätzung und eine völlig gleichmässige Ätzung kann nicht gewährleistet werden.
Aus der US 3,082,774 A ist eine Einrichtung zur Ätzung von dünnen Metallplatten bekannt. Die Metallplatten werden hierbei mittels eines Rollenförderers kontinuierlich an Sprühdüsen vorbeige- führt, die die Ober- und Unterseite der Metallplatten mit Ätzflüssigkeit besprühen. Ein solcher kontinuierlicher Ätzvorgang wurde nur im Zusammenhang mit Metallplatten, nicht aber Glasplatten angewendet, da der Fachmann bei Glasplatten kein befriedigendes Ätzergebnis erwarten würde, insbesondere durch die nicht vollständig gleichmässige Benetzung der Oberflächen und die dau- ernden Bewegungen der Ätzflüssigkeit während des Ätzens.
Ein vergleichbares kontinuierliches Ätzverfahren ist auch aus der DE 22 15 334 A bekannt. Das darin beschriebene kontinuierliche Verfahren eignet sich für flache Gegenstände wie gedruckte Schaltungen oder dergleichen, nicht aber für Glastafeln.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Einrichtung zum Ätzen von Glastafeln bereitzustellen, mittels der ein automatisiertes Ätzen von Glastafeln ermöglicht wird. Erfindungsgemäss gelingt bei einer Einrichtung der eingangs genannten Art dadurch, dass die Aufhängungen oder Abstützungen einzeln in ihrer Länge veränderbar sind, wobei die horizontalen Lagen der Rahmenschenkel jus- tierbar und die zu ätzenden Glastafeln möglichst horizontal ausrichtbar sind, und dass innerhalb der Reaktionskammer eine an sich bekannte Sprüheinrichtung zum Aufsprühen von Ätzflüssigkeit auf die Oberseite einer auf den Fördermitteln liegenden Glastafel angeordnet ist.
Durch die erfindungsgemässen Massnahmen wird erreicht, dass zumindest die Längsränder einer auf den Fördermitteln in der Reaktionskammer angeordneten Glastafeln exakt horizontal ausricht- bar sind. Dadurch wird ein seitliches Abfliessen der aufgesprühten Ätzflüssigkeit verhindert, ohne dass rundum Wachswülste aufgebracht werden müssen. Durch eine erfindungsgemässe Einrichtung ist der Ätzvorgang somit automatisierbar.
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Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden im folgenden anhand der beiliegenden Zeichnung erläutert. In dieser zeigen: Fig. 1 eine stark schematisierte Darstellung einer vollautomatischen Glasätzanlage; Fig. 2 eine stark schematisierte Darstellung der Reaktionskammer und Fig. 3 einen schematischen Querschnitt der aufgehängten Auflageebene für die Glastafeln innerhalb der Reaktionskammer.
Von einem Glastafelstapel 1 wird eine Glastafel 2 auf eine Fördereinrichtung überführt, die in Fig. 1 durch schematisch dargestellte Rollen 3 angedeutet ist. Die Glastafeln durchlaufen zunächst eine Reinigungszone 4 und weiters eine Beschichtungszone 5, in welcher ihre Unterseiten mit flüssigem Wachs beschichtet werden, welches erhärtet und eine Schutzschicht gegenüber der Ätzflüssigkeit bildet. Diese Vorarbeiten vor dem Ätzen einer Glasoberfläche sind bekannt und üblich und müssen daher hier nicht genauer erläutert werden.
Nach der Wachsbeschichtung werden die Glastafeln 2 ohne Unterbrechung von der Förderein- richtung in eine Reaktionskammer 6 eingefahren (durch eine Einlassöffnung 21), innerhalb der der eigentliche Ätzvorgang der Glastafeln stattfindet.
Innerhalb der Reaktionskammer 6 ist ein horizontalliegender Rahmen 7 angeordnet. Dieser weist beidseitig längsverlaufende Rahmenschenkel 8 auf, an denen zwischen den Rahmenschen- keln 8 und senkrecht zu diesen verlaufende Wellen 9 drehbar gelagert sind, die Rollen 10 tragen.
Zumindest einige der Wellen 9 sind angetrieben, wozu beispielsweise ein umlaufender, von einem Antriebsmotor angetriebener Zahnriemen 11vorgesehen sein kann, der ein starr mit der Welle 9 verbundenes Zahnrad 12 antreibt.
Die längsverlaufenden Rahmenschenkel 8 werden jeweils von mehreren über die Länge der Rahmenschenkel verteilten Aufhängungen 13 getragen (beispielsweise von jeweils 5 - 10 Aufhän- gungen 13), wobei die Rahmenschenkel 8 von einer Tragkonstruktion 14 abgehängt sind. Die Aufhängungen 13 weisen Stangen 15, drehbar mit diesen verbundene Konsolen 16, die ein Innen- gewinde besitzen, und Gewindestangen 25 auf, welche in das Innengewinde der Konsolen 16 eingeschraubt sind und mit ihrem oberen Ende an der Tragkonstruktion 15 befestigt sind. Durch Verdrehung der Konsolen 16 sind die Aufhängungen 13 somit längenveränderbar.
Auf diese Weise sind die abschnittweise aufgehängten Rahmenschenkel in relativ geringen Längsabständen hori- zontal justierbar, wodurch eine exakte horizontale Ausrichtung der Rahmenschenkel und somit der Längskanten 17 der auf ihnen angeordneten Glastafeln 2 ermöglicht wird.
In der Reaktionskammer ist weiters eine Sprüheinrichtung 18 angeordnet. Dies ist im gezeigten Ausführungsbeispiel als stationärer Sprühbalken ausgebildet und sprüht die Ätzflüssigkeit auf die Oberfläche der an ihr vorbeigeförderten Glastafel auf. Weiters weist die Reaktionskammer eine Absaugeinrichtung auf, von der in den Fig. nur der Absaugstutzen 19 dargestellt ist. Mittels dieser Absaugeinrichtung ist während des Ätzvorganges ein Unterdruck in der Reaktionskammer herstell- bar, wobei die Reaktionsgase nicht in die Umgebung entweichen, sondern durch den Absaugstut- zen 19 abgesaugt werden. Unterhalb des Rahmens 7 ist eine Auffangwanne 20 für überflüssige Ätzflüssigkeit montiert.
Die geätzte Glastafel wird mittels der Rollen 10 durch eine Auslassöffnung 22 aus der Reakti- onskammer 6 einer Fördereinrichtung zugeführt, die in den Fig. durch schematisch dargestellte Rollen 23 angedeutet ist. Es folgt eine Reinigungszone 24, in welcher die Glastafel über Spülkas- kaden mittels Spülflüssigkeit von den Säureresten befreit wird. Auch die an der Unterseite einer Glastafel vorhandene Wachsschicht wird über eine Heisswaschanlage oder Dampfsprühdüsen entfernt und einer Wiederverwertung zugeführt. Hierzu wird das heisse Wasser-Wachsgemisch in einem Becken unter eine Glocke eingeleitet. Das leichtere Wachs sammelt sich in dieser Glocke unterhalb der Kuppel. Am höchsten Punkt der Kuppel ist ein waagerechtes Ablassrohr angebracht, welches aus dem Becken herausführt und mittels dem das zurückgewonnene Wachs abgeführt werden kann.
Nach der Wachsentfernung werden die Glastafeln einer Endreinigung zugeführt und aus der Anlage vollautomatisch ausgefahren und für den Versand vorbereitet.
Durch die absolut waagerechte Ausrichtung der Rahmenschenkel 8 wird, wie bereits erwähnt, ein seitliches Ablaufen von Ätzflüssigkeit verhindert. Günstigerweise sind die Glastafeln in Richtung quer zu den Förderbändern ebenfalls möglichst eben unterstützt, wobei hier ein geringfügiges "Durchhängen" weniger kritisch ist. Durch die Oberflächenspannung der Ätzflüssigkeit in Verbin-
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dung der möglichst waagerechten Ausrichtung der zu ätzenden ebenen Glastafeln wird die Ätzflüs- sigkeit bis zu den Kanten gleichmässig verteilt. Dadurch wird ein absolut gleichmässiges Ätzergebnis erzielt.
Die erfindungsgemässe Einrichtung ist in den Fig. stark schematisiert dargestellt. Beispielswei- se wird der Rahmen 7 neben längsverlaufenden Rahmenschenkeln 8 in der Praxis auch querver- laufende Rahmenschenkel aufweisen, die in den Fig. nicht sichtbar sind. Die Fördermittel für die Glastafeln 2 in der Reaktionskammer werden beim gezeigten Ausführungsbeispiel durch die Wel- len 9 in Verbindung mit den Rollen 10 gebildet. Statt dessen könnten die Fördermittel auch von Walzen oder Förderbändern gebildet sein.
Anstelle der Aufhängungen 13 könnten zur Halterung und horizontalen Ausrichtung der Rah- menschenkel 8 auch von den Rahmenschenkeln 8 nach unten verlaufende an einer Tragkonstruk- tion festgelegte oder auf dem Untergrund aufliegende Abstützungen vorgesehen sein, deren Län- gen veränderbar sind.
Beispielsweise kann der Rahmen 4 - 7 Meter lang und 2 - 4 Meter breit sein und Glastafeln von 6 - 8 Quadratmetern aufnehmen, die ein Gewicht bis zu 300 Kilogramm haben können.
Anstelle der stationären Sprüheinrichtung 18 in Form des in Fig. 2 schematisch dargestellten Sprühbalkens, unter dem die Glastafel 3 vorbeibewegt wird, könnte auch eine über die Glastafel bewegbare Sprüheinrichtung vorgesehen sein, mittels der der dünne Film von Ätzflüssigkeit aufge- tragen wird.
Obwohl eine längenveränderliche Ausbildung mittels einer Gewindestange eine einfache und vorteilhafte Lösung darstellt, könnte die Längenveränderung der Aufhängungen und/oder Abstüt- zungen auch auf eine andere Weise erfolgen.
Unterschiedliche weitere Modifikationen des gezeigten Ausführungsbeispiels sind denkbar und möglich, ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen.
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Legende
<tb> zu <SEP> den <SEP> Hinweisziffern:
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<tb> 1 <SEP> Glastafelstapel <SEP> 16 <SEP> Konsole
<tb> 2 <SEP> Glastafel <SEP> 17 <SEP> Längskante
<tb> 3 <SEP> Rolle <SEP> 18 <SEP> Sprüheinrichtung
<tb> 4 <SEP> Reinigungszone <SEP> 19 <SEP> Absaugstutzen
<tb> 5 <SEP> Wachsbeschichtungszone <SEP> 20 <SEP> Auffangwanne
<tb> 6 <SEP> Reaktionskammer <SEP> 21 <SEP> Auslassöffnung
<tb> 7 <SEP> Rahmen <SEP> 22 <SEP> Einlassöffnung
<tb> 8 <SEP> Rahmenschenkel <SEP> 23 <SEP> Rolle
<tb> 9 <SEP> Welle <SEP> 24 <SEP> Reinigungszone
<tb> 10 <SEP> Rolle <SEP> 25 <SEP> Gewindestange
<tb> 11 <SEP> Zahnriemen
<tb> 12 <SEP> Zahnrad
<tb> 13 <SEP> Aufhängung
<tb> 14 <SEP> Tragkonstruktion
<tb> 15 <SEP> Stange
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PATENTANSPRÜCHE: 1.
Einrichtung zum Ätzen von Oberflächen von Glastafeln mittels einer auf die Oberfläche der
Glastafel aufgebrachten Ätzflüssigkeit, wobei eine Reaktionskammer (6) vorgesehen ist, der die Glastafeln (2) mittels einer Fördereinrichtung zuführbar sind und innerhalb der ein horizontalliegender Rahmen (7) angeordnet ist, der Fördermittel, vorzugsweise Rollen (10), Walzen oder ein Förderband trägt, und der beidseitig der fördermittel längsverlau- fende Rahmenschenkel (8) aufweist, die jeweils von mehreren über die Länge der Rah- menschenkel (8) verteilten Aufhängungen (13) oder Abstützungen getragen werden, da- durch gekennzeichnet, dass die Aufhängungen (13) oder Abstützungen einzeln in ihrer
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Länge veränderbar sind, wobei die horizontalen Lagen der Rahmenschenkel (8)
justierbar und die zu ätzenden Glastafeln (2) möglichst horizontal ausrichtbar sind, und dass inner- halb der Reaktionskammer (6) eine an sich bekannte Sprüheinrichtung (18) zum Aufsprü- hen von Ätzflüssigkeit auf die Oberseite einer auf den Fördermitteln liegenden Glastafel (2) angeordnet ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die über die Länge der Rah- menschenkel (8) verteilten Aufhängungen (13) zur Veränderung ihrer Längen Gewinde- stangen (25) und Konsolen (16) mit Innengewinden aufweisen, in die die Gewindestangen ragen, wobei die Gewindestangen (25) und die Konsolen (16) gegeneinander verdrehbar sind.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass.entlang der
Längsausdehnung der Rahmenschenkel (8) jeweils mindestens fünf Aufhängungen vorge- sehen sind.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprüh- einrichtung (18) in an sich bekannter Weise einen stationären Sprühbalken aufweist, unter welchem die Glastafeln (2) von den Fördermitteln vorbeiführbar sind.