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Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Transport von Gütern mittels eines Portal- hebezeuges, z. B. eines Portalstaplers, zwischen Fertigungsstätten und/oder Lagerstätten, wobei zwischen den Fertigungsstätten und/oder Lagerstätten Führungen für die Räder des Portalhebezeuges nach Art von rechtwinkeligen Koordinaten angeordnet sind mit an den Kreuzungspunkten der Führungen eine 90 Schwenkung der Räder ermöglichenden Anschlussstücken.
Bei der Herstellung von Betonwaren ist es für das Erreichen einwandfreier Produkte notwendig, die Produkte nach deren Fertigung so zu lagern, dass sie gut aushärten können. Die Lagerung erfolgt dabei auf gedeckten Plätzen bzw. in Hallen, die räumlich getrennt von der Fertigungsstätte angeordnet sind.
Für den Transport der Produkte von der Fertigungsstätte zu den Lagerstätten sind bisher meist Gabelstapler in Gebrauch, die die auf Paletten oder Gestellen lagernden gefertigten Produkte zu den Lagerstätten bringen. Eine derartige Arbeitsweise ist sehr personalintensiv, zeitraubend und daher teuer.
Es sind auch schon Einrichtungen bekannt geworden, bei denen ein auf hohen Schienen fahrendes Transportfahrzeug vor die Erzeugungsstätte fährt und von dort einen mit den gefertigten Produkten beladenen Schlitten übernimmt. Mit diesem Schlitten fährt das Transportfahrzeug vor die Lagerstätte und der Schlitten wird in diese hineingefahren. Auch diese Arbeitsweise ist kompliziert und teuer.
Gemäss der DE 22 24 032 A weist ein Portalkran drehbar angeordnete Radgestelle auf und es sind parallele Gleise sowie ein kreuzendes Gleis vorhanden. Um den Portalkran von einem Gleis über das kreuzende Gleis auf ein anderes paralleles Gleis umsetzen zu können, sind unter den Kreuzungspunkten der Gleise Hebeorgane zum Anheben der Portalfüsse angeordnet. Nach dem Anheben der Portalfüsse wird das Radgestell verdreht, sodass es auf das kreuzende Gleis zu stehen kommt. Es wird dabei vorgeschlagen, dass vorerst nur eine Seite umgesetzt werden soll und erst anschliessend die nächste Seite.
Es steht wohl ausser Zweifel, dass diese Verfahrensweise bzw. Anordnung äusserst kompliziert ist.
Die Erfindung hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Einrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, durch die der Transport wesentlich vereinfacht wird. Erreicht wird dies dadurch, dass die Führungen den umgebenden Boden zumindest nicht wesentlich überragen und somit von Gabelstaplern und anderen Transportfahrzeugen quer überfahren werden können, dass das Portalhebezeug in an sich bekannter Weise mit einer Allradlenkung versehen ist, und dass das Portalhebezeug mit seine Umsetzbewegung steuernden Schaltern versehen ist, wobei die Schalter mit an den Führungen angeordneten Steuerorganen zusammenwirken.
Bei einer erfindungsgemässen Einrichtung kann z. B. bei der Herstellung von Betonwaren, das Portalhebezeug ohne erforderliches Zwischentransportmittel, wie Schlitten, das auf Regalen oder dergleichen gelagerte gefertigte Gut an der Fertigungsstätte aufnehmen und direkt in der Lagerstätte absetzen. Dadurch, dass die Führungen von Gabelstaplern und anderen Transportfahrzeugen quer überfahren werden können, kann der Betrieb auch während des Einrichtens einer erfindungsgemässen Einrichtung oder während einer eventuellen Störung der Einrichtung mit Gabelstaplern oder anderen Transportfahrzeugen aufrecht erhalten werden.
Sind die Räder nur um jeweils 90 schwenkbar, ist die Steuerung bei der Umsetzbewegung vereinfacht.
Die Schalter können als Induktionsschalter und die an den Führungen angeordneten Steuerorgane als Metallstücke ausgebildet sein.
Bei einer anderen Ausführungsform der Erfindung ist es möglich, dass die Schalter von einem Lesegerät betätigt sind und die an den Führungen angeordneten Steuerorgane als Strich- oder Farbcode ausgebildet sind.
Um auch eine Automatisierung des Hubvorganges zu erreichen, können Induktions- und/oder Fotoschalter zur Steuerung eines Hubwerkes angeordnet sein.
Die Anschlussstücke weisen zweckmässig eine in einer Vertiefung angeordnete, auswechselbare Scheibe auf. Dadurch können Abnützungserscheinungen leicht berücksichtigt werden.
Nachstehend ist die Erfindung anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungs- beispieles näher beschrieben, ohne auf dieses Beispiel beschränkt zu sein. Dabei zeigen : 1 die schematische Draufsicht auf eine Fertigungsstätte und Lagerstätten mit den dazwischen ange-
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ordneten Führungen ; 2 eine Seitenansicht eines bei der erfindungsgemässen Einrichtung verwendeten Portalstaplers; Fig. 3 in einem gegenüber Fig. 2 verkleinerten Massstab die Ansicht in Richtung des Pfeiles lll in Fig. 2 ; 4 einen Schnitt durch eine Führung ; 5 die Draufsicht auf ein die Drehung der Räder des Portalstaplers ermöglichendes Anschlussstück; Fig. 6 einen Schnitt nach der Linie VI-VI in Fig. 5.
Gemäss Fig. 1 verlaufen zwischen einer Fertigungsstätte 1 und Lagerstätten 2 Führungen 3 und Führungen 3'. Die Führungen 3 und 3' sind gleich, nämlich wie nach Fig. 4 ausgebildet, jedoch ist der Abstand S zwischen den Führungen 3, die Spurweite, grösser als der Abstand S' zwischen den Führungen 3'. An den Kreuzungspunkten zwischen den Führungen 3 einerseits und den Führun- gen 3' andererseits sind Anschlussstücke 4 (Fig. 5 und 6) angeordnet.
Auf den Führungen 3 bzw. 3' fährt ein Portalstapler P, dessen Aufbau aus den Fig. 2 und 3 er- sichtlich ist. Demgemäss sind die beiden Portale 5 und 5' oben durch einen Längsrahmen 6 ver- bunden und durch Räder 7 auf den Führungen 3, 3' abgestützt. Alle Räder 7 sind über hydrostati- sche Motoren 8 angetrieben und über ebenfalls hydraulische Motoren 9 um wenigstens 90 schwenk- bzw. lenkbar. Hubzylinder 10 betätigen ein Hubwerk, das über Tragleisten 11 mit den gefertigten Produkten beladene Gestelle oder dergleichen heben und absetzen kann. Im Längs- rahmen 6 sind die strichpunktiert angedeuteten Aggregate für den Antrieb der Motoren des Portal- staplers untergebracht.
Die Führungen 3,3' für die Räder 7 des Portalstaplers P weisen einen Breitflanschträger 20 auf, der mit aufgeschweissten Flacheisen 21 versehen ist. Der Breitflansch 20 ist im Boden 22 ver- ankert, sodass die Führungen 3 bzw. 3' nur wenig über dem Boden vorragen und von Gabelstaplern oder anderen Transportfahrzeugen auch quer überfahren werden können.
Das in den Fig. 5 und 6 dargestellte Anschlussstück 4 weist eine mittlere Scheibe 23 sowie vier Randerhöhungen 24 auf, die die Zu- bzw. Abfahrten für die Räder 7 des Portalstaplers P begren- zen. Die Scheibe 23 ist auswechselbar und zwar kann sie über eine in die Gewindebohrung 23' eingesetzte Schraube ausgehoben und durch eine neue Scheibe ersetzt werden.
Um eine automatische Steuerung zu ermöglichen, ist der Portalstapler P mit induktiven Nähe- rungsschaltern 25,26 und 27 ausgestattet. Die Schalter 25 wirken mit in den Führungen angeord- neten Metallstücken (nicht dargestellt) zusammen und steuern die Fahrbewegung des Portalstap- lers P. Die Schalter 26 steuern die Hubbewegung der Hubzylinder 10 und die Schalter 27 steuern die Schwenkbewegung der Räder 7 um jeweils 90 Grad. Überdies sind Fotoschalter 28 angeord- net, die mit einem das zu befördernde Gut tragenden Gestell (nicht dargestellt) zusammenwirken.
Der zeitliche oder örtliche Ablauf der Bewegungen wird durch ein Programm völlig automatisch gesteuert.
Nachstehend ist der Bewegungsablauf anhand eines Beispieles beschrieben, wobei angenom- men wird, dass Produkte vom Teil 1.1der Fertigungsstätte 1 in die Lagerstätte 2. 1 gebracht werden sollen. Der Portalstapler P hebt demnach die in der Fertigungsstätte 1. 1 lagernden Produkte auf, fährt auf den Führungen 3 1 bis zu den Anschlussstücken 4. 1, dort werden die Räder 7 voll automa- tisch um 90 Grad verschwenkt und der Portalstapler P fährt in einer zu der vorherigen Richtung senkrechten Richtung auf den Führungen 3. 1' bis zu den Anschlussstücken 4. 2, wo die Räder 7 wieder um 90 Grad verschwenkt werden. Anschliessend fährt der Portalstapler P auf den Führun- gen 3. 2 bis zu den Anschlussstücken 4. 3, bei denen eine weitere Verschwenkung der Räder 7 um 90 Grad durchgeführt wird.
Es erfolgt aber eine Weiterfahrt auf den Führungen 3. 2' bis zu den Anschlussstücken 4. 4, wo die Räder 7 wieder um 90 Grad verschwenkt werden, sodass der Portal- stapler P auf den Führungen 3. 3 einfahren und das Gut abstellen kann.
Auf diese Weise ist ein weiter Bereich mittels der rechtwinkelig verlaufenden Führungen vom Portalstapier P zu erreichen, wobei in Fig. 1 nur ein ganz geringer Teil der Möglichkeiten darge- stellt ist.
Überhaupt sind im Rahmen der Erfindung zahlreiche Abänderungen möglich. So kann die Durchführung der erforderlichen Bewegungen automatisch, halbautomatisch oder auch in be- stimmten Fällen von einer Bedienungsperson ausgeführt werden. Das Anwendungsgebiet der Er- findung ist äusserst vielfältig. Nicht nur bei der Herstellung von Betonwaren ist die Erfindung an- wendbar, sondern auch sonst in der Baustoffindustrie, z. B bei der Ziegelherstellung, in der Giesse- reiindustrie und auch in der chemischen Industrie bzw. überhaupt bei der Lagerhaltung von irgend- welchen Produkten. Eine spezielle Anwendung ist auch die Lagerung von radioaktiv verseuchten
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Produkten, bei denen eine völlige Abschirmung des Portalhebezeuges von Personen möglich ist.
Als Antrieb ist nicht nur ein diesel-elektro-hydraulischer Antrieb möglich, es kann auch z. B ein elektrohydraulischer Antrieb eingesetzt werden, bei dem die nötige elektrische Energie in bekann- ter Weise über eine Kabeltrommel zugeführt wird.
PATENTANSPRÜCHE:
1. Einrichtung zum Transport von Gütern mittels eines Portalhebezeuges (P), z. B. eines Por- talstaplers, zwischen Fertigungsstätten (1) und/oder Lagerstätten (2), wobei zwischen den
Fertigungsstätten (1) und/oder Lagerstätten (2) Führungen (3,3') für die Räder (7) des Por- talhebezeuges (P) nach Art von rechtwinkeligen Koordinaten angeordnet sind mit an den
Kreuzungspunkten der Führungen (3,3') eine 90 Schwenkung der Räder (7) ermöglichen- den Anschlussstücken (4), dadurch gekennzeichnet, dass die Führungen (3,3') den umge- benden Boden zumindest nicht wesentlich überragen und somit von Gabelstaplern und anderen Transportfahrzeugen quer überfahren werden können, dass das Portalhebezeug (P) in an sich bekannter Weise mit einer Allradlenkung versehen ist, und dass das Portal- hebezeug (P)
mit seine Umsetzbewegung steuernden Schaltern (25,26,27) versehen ist, wobei die Schalter (25) mit an den Führungen (3,3') angeordneten Steuerorganen zusam- menwirken.