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Die Erfindung bezieht sich auf ein Kunststoffprofil für Fenster und Türen aus einem kammerbildenden Profilstrang und einer Verstärkungseinlage.
Solche Kunststoffprofile werden aus Festigkeitsgründen mit Verstärkungseinlagen bewehrt, um durch die damit erzielbare erhebliche Erhöhung der Biegesteifigkeit der Profile die Funktion der
Fenster bzw. Türen, wie das Zusammenwirken von Flügeln und Rahmen, die sturzsichere Abstützung der Verglasung, die gefahrlose Aufnahme der Windbelastungen u. dgl., zu gewährleisten, wobei die Verstärkungseinlagen im wesentlichen die Gesamtsteifigkeit des
Kunststoffprofils bestimmen. Darüber hinaus sollen die Kunststoffprofile für Fenster und Türen für eine gute Wärmedämmung sorgen, da wegen der bereits sehr hohen Isolierwirkung der bekannten
Isoliergläser der Isolierwirkung der Rahmenkonstruktion immer grössere Bedeutung zukommt.
Die
Kunststoffprofile bestehen daher aus einem kammerbildenden Profilstrang, der auf Grund der
Luftkammern und der verhältnismässig dünnen Zwischenwände eine entsprechend hohe Wärmedämmung erlaubt. Die Verstärkungseinlagen allerdings, die in einer etwa mittigen
Profilkammer eingesetzt sind und meist aussenliegende Gurtteile und einen mittleren Stegteil aufweisen, um die bei einer Biegebelastung auftretende mittlere neutrale Zone überbrücken und die aussenliegenden Zug- bzw. Druckspannungszonen entsprechend verstärken zu können, sind bisher aus einem durchgehenden Metallprofil, beispielsweise mit C- oder T-förmigem Querschnitt hergestellt, so dass sie zwar die Biegesteifigkeit des Kunststoffprofils im erforderlichen Ausmass erhöhen,
gleichzeitig aber auf Grund der guten Wärmeleiteigenschaften des metallenen Werkstoffes die Isolierwirkung der Kunststoffprofile quer zur Profillängserstreckung beträchtlich verringern. Bei den bekannten Kunststoffprofilen ist demnach der Festigkeitsgewinn durch eine Verstärkungseinlage stets mit einem Verlust an Wärmedämmwirkung verbunden.
Gemäss der DE 28 43 437 A wurde auch schon vorgeschlagen, als Verstärkungseinlage Glasfaserrovings im Bereich der von den die Sichtseiten des Profils bildenden Wänden abgehenden Querwände bzw. Stege einzuextrudieren, was allerdings fertigungstechnisch aufwendig ist und im Vergleich zu metallenen Verstärkungseinlagen nur eine recht beschränkte Versteifung des Profiles mit sich bringt. Weiters ist aus der CH 428 163 A ein Rahmen aus Kunststoffprofilen bekannt, die den Innenwandungen zugeordnete Taschen zur Aufnahme von Bewehrungen aufweisen, wobei als Bewehrung vor allem bedarfsweise in die Taschen eingeschobene Flacheisen dienen.
Da diese Flacheisen einzeln und lose in den Taschen sitzen, bleibt zwar die Isolierwirkung der Kunststoffprofile weitgehend unbeeinträchtigt, doch kommt es auch nur zu einem geringen Verstärkungseffekt und die erreichbare Festigkeit der Profile kann höheren Anforderungen nicht genügen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Kunststoffprofil der eingangs geschilderten Art zu schaffen, das sich sowohl durch seine hohe Festigkeit und Stabilität als auch durch seine gute Isolierwirkung auszeichnet.
Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass ein Verbundprofil als Verstärkungseinlage vorgesehen ist, das wenigstens zwei gegeneinander wärmeisolierte Einzelprofile aus hochfestem Material, vorzugsweise Stahl, umfasst. Bei einem solchen Verbundprofil dienen die Einzelprofile als Gurtteile, die wegen der gegenseitigen Wärmeisolierung thermisch voneinander getrennt sind, so dass der Einsatz dieser Verstärkungseinlage keine nennenswerte Verringerung der Isolierwirkung des Kunststoffprofils mit sich bringt.
Da ausserdem die Einzelprofile in Anpassung an die jeweiligen Anforderungen entsprechend steif und stabil gestaltet werden können und sich die Wärmeisolierung in der wenig beanspruchten neutralen Zone anordnen lässt, kommt es praktisch auch zu keiner Beeinträchtigung der Biegefestigkeit des Verbundprofils und die mechanische Stabilität dieses Profils insgesamt bleibt im wesentlichen unverändert. Mit Hilfe eines solchen Verbundprofils als Bewehrung sind daher die Vorteile einer Verstärkungseinlage voll nutzbar, ohne dabei wärmetechnische Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.
Besteht das Verbundprofil aus zwei mit einem freien Randschenkel nebeneinander verlaufenden Einzelprofilen, welche Randschenkel voneinander beabstandet in einem gemeinsamen Kunststoffmittelteil eingebettet sind, ergibt sich ein recht einfaches Verbundprofil, das sich rationell aus beliebigen Einzelprofilen, insbesondere U-Profilen, und einem beispielsweise aufextrudierten oder aufgepressten Kunststoffmittelteil fertigen lässt, wobei der Kunststoffmittelteil aus geeignetem Kunststoff, der auch faserverstärkt sein kann, besteht.
Eine weitere Möglichkeit einer zweckmässigen Herstellung eröffnet sich, wenn das Ver-
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bundprofil aus zwei mit einem freien Randschenkel nebeneinander verlaufenden Einzelprofilen besteht, welche Randschenkel unter Zwischenlage von thermischen Trennfolie miteinander, vorzugsweise durch Längsfalzen od. dgl., verbunden sind. Es entsteht ein verhältnismässig biegesteifes Verbundprofil, das durch die thermischen Trennfolie einen metallischen Kontakt der Einzelprofile unterbindet und dadurch die gewünschte Wärmedämmung gewährleistet.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand schematisch veranschaulicht, und zwar zeigen
Fig. 1 ein erfindungsgemässes Kunststoffprofil im Querschnitt und
Fig. 2 ein abgeändertes Ausführungsbeispiel einer Verstärkungseinlage für ein erfindungs- gemässes Kunststoffprofil ebenfalls im Querschnitt.
Ein Kunststoffprofil 1 zur Herstellung eines Rahmens für Fenster und Türen besteht aus einem kammerbildenden Profilstrang 2 und einer als Verbundprofil 3 vorgesehenen Verstärkungseinlage.
Dieses Verbundprofil 3 umfasst zwei im wesentlichen U-förmige Einzelprofile 4,5 aus Stahl, die nebeneinander verlaufen und mit ihren benachbarten, voneinander beabstandeten Randschenkeln 6,7 in einem gemeinsamen Kunststoffmittelteil 8 eingebettet sind. Es entsteht ein Verbundprofil mit aussenliegenden, durch die Einzelprofile 4,5 gebildeten Gurtteile und einem mittleren, durch den Kunststoffmittelteil 8 gebildeten Stegteil, so dass die Gurtteile thermisch voneinander getrennt sind.
Das Verbundprofil 3 ist in einer im wesentlichen mittigen Profilkammer 9 des Profilstrangs 2 eingesetzt, so dass ein Kunststoffprofil 1 entsteht, das wegen seiner Verstärkungseinlage hervorragende Festigkeitseigenschaften besitzt und zudem wegen der gegenseitigen Wärmedämmung der beiden Einzelprofile 4,5 durch den Kunststoffmittelteil 8 in seiner Isolierwirkung kaum beeinträchtigt ist. Zur Verbesserung der Wärmedämmung kann dabei der Kunststoffmittelteil 8 in seiner Höhe an die Höhe der Profilkammer 9 angepasst sein, so dass diese Kammer 9 in zwei Teilkammern unterteilt wird.
Gemäss dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist ein Verbundprofil 10 als Verstärkungseinlage vorgesehen, das aus zwei nebeneinander verlaufenden, im wesentlichen U-förmigen Einzelprofilen 11,12 besteht, welche Einzelprofile 11,12 mit ihren benachbarten Randschenkeln 13,14 unter Zwischenlage von thermischen Trennfolie 15 durch Längsfalzen miteinander verbunden sind, so dass wiederum ein Verbundprofil mit hochfesten, aber thermisch voneinander getrennten Gurtteile entsteht.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Kunststoffprofil für Fenster und Türen aus einem kammerbildenden Profilstrang und einer
Verstärkungseinlage, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verbundprofil (3,10) als
Verstärkungseinlage vorgesehen ist, das wenigstens zwei gegeneinander wärmeisolierte
Einzelprofile (4, 5 ; 11,12) aus hochfestem Material, vorzugsweise Stahl, umfasst.