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Die Erfindung betrifft ein Fluggerät, insbesondere einen Hängegleiter mit einem flexiblen Flügel und einem vorzugsweise unter diesem angeordneten Pilotenplatz, von dem aus das Fluggerät steuerbar ist
Derartige Fluggeräte bzw Hängegleiter (Rogollo-Flugel) kommen bereits seit längerem zum Einsatz üblicherweise erstreckt sich von einer profilierten starren Flügelnase aus ein Flügel aus flexiblem Material nach hinten, der über Seile mit einem Rohrgestänge des Hängegleiters verspannt ist Das Steuern bzw Lenken eines solchen Fluggerätes bzw. Hängegleiters erfolgt durch Gewichtsverlagerung des Piloten, der unter dem Flügel hängt
Die US 5, 252, 068 A beschreibt einen Hängegleiter mit flugzeugähnlichen Flügeln, deren Querruder über Servomotoren verstellbar sind.
Die WO 88/06550 A 1 zeigt einen Hängegleiter, bei dem an der Oberfläche ausstellbar Klappen vorgesehen sind, die im ausgestellten Zustand über die übrige Fläche des Flügels vorstehen und damit ein Lenken ermöglichen Die Klappen sind wie die Ruder der US 5, 252, 068 A gelenkig gelagert. Ebenso zeigt die FR 2 535 285 A1 bel einem Hängegleiter ruderähnliche gelenkig gelagerte Klappen. Derartige gelenkig gelagerte Klappen bzw Ruder sind jedoch konstruktiv relativ aufwendig und behindern die rasche Zusammenlegbarkeit des Hängegleiter.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine verbesserte Steuerung für ein Fluggerät, insbesondere einen Hängegleiter der eingangs genannten Gattung zu schaffen Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass die Hinterkante des flexiblen Flügels mittels einer von dort zum Pilotenplatz führenden Übertragungseinrichtung bereichsweise anhebbar und/oder absenkbar ist.
Mittels der erfindungsgemässen Übertragungseinrichtung, welche - wie im folgenden noch beschrieben werden wird - Steuerselle und/oder Steuergestange umfassen kann, ist es dem Piloten vom Pilotenplatz aus möglich, die Hinterkante des flexiblen Flügels bereichsweise (insbesondere links oder rechts der Längsmittelebene des Fluggerätes) anzuheben bzw abzusenken und damit einen lenkenden Rudereffekt zu erzielen. Anders als bei Flugzeugen üblich, brauchen die Ruder aber nicht aus gesonderten Bauteilen, die gelenkig gelagert sind, ausgebildet sein. Vielmehr reicht es aus, den flexiblen Flügel durch die Übertragungseinrichtung (Steuerseile und/oder Steuergestänge) zu deformieren" bzw. zu verwinden, um den gewünschten lenkenden Rudereffekt zu erzielen.
Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft die Verstärkung der Hinterkante des Flügels durch mindestens ein versteifendes längliches Element, insbesondere einen Stab. Dieser Stab trägt einerseits zur Stabilität der Hinterkante des Fluggerätes und damit zur Verbesserung der Flugeigenschaften bei und kann andererseits als Angriffspunkt für die steuernde Übertragungseinrichtung dienen.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sind anhand der nachfolgenden Figurenbeschreibung näher erläutert.
Die Fig 1 zeigt in einer schematischen perspektivischen Ansicht ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemassen Fluggerätes, die Fig. 2a, 2b und 2c zeigen in einer schematischen Vorderansicht verschiedene Flug- bzw
Lenkzustände dieses Fluggerätes, die Fig. 3a und 3b zeigen altemative Führungen der Übertragungseinrichtung in zwei verschiedenen Flugzuständen ohne Turm, bei denen die Übertragungseinrichtung unterhalb des Flügels zum Pilotenplatz geführt ist, die Fig. 4 und 5 zeigen weitere Ausführungsbeispiele ohne Turm, bei denen die Übertragungseinrichtung unterhalb des Flügels zum Pilotenplatz geführt ist, die Fig. 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem die Übertragungseinnchtung im Flügel geführt ist, wobei das dabei zum Einsatz kommende Gestänge in Fig.
7 im Detail vergrössert dargestellt ist, die Fig 8 zeigt nochmals schematisch die Seilführung über einen oberhalb des Flügels liegenden Umlenkpunkt zum Fuss des Piloten, die Fig. 9,10, 11 und 12 zeigen Möglichkeiten der Steuerung mittels der Hände des Piloten, die Fig. 13 zeigt eine Steuerungsmöglichkeit durch Korperverlagerung
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Der in Fig 1 dargestellte Hängegleiter weist einen allgemein mit 1 bezeichneten Flugel aus flexiblem Material auf, der sich von einer von einem Gestänge gestützten Flügelnase 1 a nach hinten erstreckt.
Das tragende Gestänge des Hangegleiters umfasst noch einen nach oben aufstehenden Turm 2, sowie einen dreieckigen Steuerbügel 3 für den Piloten Zwischen diesen Elementen vorhandene Seilverspannungen gehören nicht zum Gegenstand der Erfindung und sind daher der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt
Erfindungsgemäss ist eine aus Steuerseilen 4 bestehende Übertragungseinrichtung vorgesehen, mittels derer vom allgemein mit 5 bezeichneten Pilotenplatz unterhalb des Flügels aus die Hinterkanten 1 b des Flügels bereichsweise anhebbar sind, um das Fluggerät zu lenken bzw.
die übliche Lenkung durch Gewichtsverlagerung zu unterstützen
Die Steuerseile 4 greifen an dem in Fig 1 fett eingezeichneten Stegen 6 an der Hinterkante 1b des Flügels 1 an Diese Stäbe können beispielsweise in das textile flexible Material des Flügels an der Hinterkante eingenäht sein. Sie erstrecken sich jeweils links und rechts längs der Mittelebene des Flügels nur über den in Fig 1 ersichtlichen Teil der Lange der Hinterkante 1b.
Die Steuerseile 4 sind über Umlenkrollen 7 gefuhrt, von denen zwei oben am Turm 2 angeordnet sind Durch Ziehen an den Schlaufen 8 kann der Pilot die linke bzw rechte Hinterkante des Fluggerätes nach oben bewegen und somit eine Lenkung bewirken.
Das Lenken bzw Geradeausfliegen ist in den Fig 2a, 2b und 2c dargestellt Die Fig 2a zeigt das Fluggerät im Geradeausflug, die beiden Steuerseile 4 sind unbetätigt, die beiden Flugelhalften links und rechts der Mittelebene liegen symmetnsch Durch Ziehen an dem in Fig 2b rechten Steuerseil 4 wird die Hinterkante 1 b des Flugels bzw der dort angeordnete Stab 6 nach oben gezogen, wodurch ein Rudereffekt entsteht und das Fluggerät lenkt.
Die Fig 2c zeigt den Flug in eine entgegengesetzte Kurve Bei dem in den Fig 3a und 3b dargestellten Ausführungsbeispiel handelt es sich um einen Hängegleiter ohne einen nach oben vorstehenden Turm, die als Übertragungseinrichtung vorgesehenen Steuerseile 4 sind nach unten geführt und zwar über Umlenkrollen 7 am Steuerbügel 3 für den Piloten.
Die Flg 3a zeigt den Geradeausflug, die Fig 3b das Fliegen in eine Kurve, wobei die in Fig 3b rechte Hinterkante durch Ziehen am rechten Bügel 8 durch den Piloten nach unten gezogen wird.
Die Fig 4 zeigt einen Hängegleiter, wie er in den Fig 3a und 3b dargestellt ist, in einer perspektivischen Ansicht, wobei ersichtlich ist, dass die Steuerselle 4 über Umlenkrollen 7 am Steuerbügel 3 gefuhrt sind. In Fig. 5 ist eine Alternative dargestellt, bei dem das Steuerseil 4 nicht nur über eine Umlenkrolle 7 am Steuerbügel 3 geführt ist, sondern über eine zusätzliche Rolle 7', die beispielsweise an einer nicht näher dargestellten unteren Seitenverspannung fur den Flügel angeordnet sein kann. Über diese Umlenkrolle 7'kann das Steuerseil 4 in einem grösseren Winkel auf den Stab 6 geführt werden und damit die Hinterkante 1 b des Fluggerätes effektiver nach unten ziehen und/oder entlang der vorhandenen Seitenverspannung geführt werden.
Die Fig. 6 und 7 zeigen, dass man die Umlenkeinrichtung grossteils in den Flügel selbst integrieren kann Dazu ist beim vorliegenden Ausführungsbeispiel eine am Gestänge 9 schwenkbar gelagerte Stange 10 vorgesehen, die einen ersten Hebel 11 und einen zweiten Hebel 12 in drehfester Verbindung aufweist Am ersten Hebel 11 greift das Steuerseil 4 an, das zum Pilotenplatz führt und am Ende einen Steuerbügel oder eine Steuerschleife aufweist. Der zweite Hebel 12 greift direkt oder indirekt an der Stange 6 an. Wenn man über den Steuerbügel 8 am Seil 4 zieht, verschwenkt die Stange 10 im Gegenuhrzeigersinn und nimmt dabei den Hebel 12 mit nach oben Dadurch bewegt sich die Hinterkante 1 b im Bereich der Stange 6 ebenfalls nach oben (Pfeil 13), womit der gewünschte Ruder- und Lenkeffekt eintritt.
Die Fig. 8 zeigt nochmals schematisch einen unter dem Hängegleiter sitzenden Piloten 14, der seine Hände auf dem Steuerbügel 3 hält Die Schlaufen bzw. Steuerschleifen 8 am Ende der Steuerseile 4 sind mit den Füssen des Piloten verbunden, er kann damit die Querruder"durch Heben der Hinterkante 1 b des Flugeis bewegen Darüber hinaus ist auch noch eine Höhenruderfunktion möglich, in Ergänzung oder altemativ zum Steuerbügel
Die Fig. 9 bis 13 zeigen alternative Einrichtungen, über die der Pilot die Steuerseile 4 betätigen kann :
Bei dem in Flg. 9 dargestellten Ausführungsbeispiel befinden sich am Steuerbügel 3 drehbar gelagerte Griffe 15, die so ausgebildet sind, dass sich deren Drehbewegung in eine Zugbewegung auf das Steuerseil 4 überträgt
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Bei dem in Fig 10 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Griffe 16 verschiebbar gelagert, um direkt einen Zug auf das Steuerseil 4 ausüben zu können.
Bei dem in Fig 11 dargestellten Ausführungsbeispiel befinden sich am Steuerbügel 3 um Achsen 17 schwenkbar gelagerte Hebel 18, an denen die Steuerseile 4 befestigt sind. Durch Verschwenken dieser Steuerhebel kann der gewünschte Lenkeffekt über die Steuerseile erzielt werden
Bei dem in Fig 12 dargestellten Ausführungsbeispiel sind für den sitzenden Piloten 14 an einem doppelt ausgeführten Steuerbügel 13 bzw. an dessen Längsstangen 19 ebenfalls verschiebbare bzw. verkippbare Steuerhebel 20 vorgesehen, die unmittelbar oder über Umlenkmechanismen auf die Steuerseile 4 wirken.
Bei dem in Fig 13 dargestellten Ausführungsbeispiel erfolgt die Lenkung dadurch, dass die Steuerseile 4 am Körper des Piloten festgemacht sind, womit automatisch eine Lenkung durch Körperverlagerung eintritt Das Befestigen der Steuerseile 4 am Piloten kann beispielsweise am Sitzgurtzeug 21 erfolgen Patentansprüche : 1 Fluggerät, insbesondere Hängegleiter, mit einem flexiblen Flügel und einem vorzugsweise unter diesem angeordneten Pilotenplatz, von dem aus das Fluggerät steuerbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Hinterkante (1b) des flexiblen Flügels (1) mittels einer von dort zum Pilotenplatz (5) führenden Übertragungseinrichtung (4 ; 10,11, 12) bereichsweise anhebbar undloder absenkbar ist.