AT404374B - Verfahren zum einbau einer kaminröhre in einen kaminschacht - Google Patents
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Description
AT 404 374 B
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einbau einer aus mehreren Teilstücken zusammengesetzten Kaminröhre in einen Kaminschacht.
Beim Neubau eines Kamins wird gewöhnlich die Kaminröhre ebenso wie der Kaminschacht von unten noch oben hochgemauert. Die Kaminröhre besteht dabei aus einzelnen Schamotte-Rohrstücken, welche über eine als Steckverbindung ausgeführte Berührungsfläche aufeinander gesteckt werden. Zwischen zwei Rohrstücken wird eine säurefeste Dichtungsmasse angebracht. Der verwendete Schamotte ist so beschaffen. daß er den auftretenden Temperaturen und Chemikalien standhält.
Bei der sog. Kaminsanierung wird in einen schon bestehenden Kaminschacht eine neue Kaminröhre eingebracht. Das ist dann erforderlich, wenn die ursprünglich vorhandene Kaminröhre in Folge der im Rauchgas enthaltenen Chemikalien durch Korrosion zerstört wurde, oder wenn - wie oftmals bei älteren Häusern - gar keine Kaminröhre eingebaut wurde und irgendwann nicht mehr damit das Auslangen gefunden werden kann, daß einfach die Innenwand des Kaminschachtes den Rauch führt.
Bei der Kaminsanierung wird üblicherweise eine Kaminröhre aus einem gut korrosionsbeständigen Stahlblech in den Kaminschacht eingesetzt. Die Kaminröhre besteht dabei aus mehreren einzelnen, über Steckverbindungen und Rohrschellen miteinander zu verbindenden Rohrstücken. Sie wird von oben nach unten, also vom Schornstein auf dem Dach des Hauses aus, in den Kaminschacht gesenkt.
Das derzeit bei der Kaminsanierung für die Kaminröhre angewandte Stahlblech ist wesentlich teurer als das Schamotte, welches beim Neubau eines Kamins für die Kaminröhre verwendet wird. Auch im Hinblick auf Wärmeisolierung und Korrosionsbeständigkeit ist das Stahlblech dem Schamotte unterlegen. Eine weiterer nachteiliger Umstand bei der derzeit angewandten Methode zur Kaminsanierung besteht darin, daß alle Rohrteile auf das Dach des Hauses transportiert werden müssen und auf dem Dach damit hantiert werden muß - was neben vermehrter Transportarbeit auch häufig den Bau von Gerüsten erforderlich macht.
In der Patentliteratur wird entsprechend der DE 31 35 321 A1, der SU 836 329 und der FR 990.714 gezeigt, wie eine röhrenförmiges Bauwerk wie eine Kaminröhre oder ein Silo aus mehreren einzelnen Rohrstücken, die zur Gänze oder in ihrem tragenden Teil aus Stahl oder Stahlbeton bestehen, gebaut werden kann indem jedes neu hinzukommende Rohrstück an das untere Ende der schon bestehende Röhre angeordnet wird und mit dieser verbunden wird. Damit das jeweils neu hinzukommende Rohrstück unter die schon bestehende Röhre angeordnet werden kann, wird diese mittels einer Vorrichtung angehoben. Die Vorrichtung zum Heben der Röhre wird jeweils um diese herum eingeordnet. Sie muß sofern die Kaminröhre in einem Kaminschacht steht in den Kaminschacht eingebracht werden. Für die Sanierung von Kaminschächten wie sie vor allem in Wohnhäusern Vorkommen, mit einer Röhre aus Schamotte sind die aus der Patentliteratur bekannten Verfahren nicht unmittelbar anwendbar. Der Platz zwischen den Innenwänden des Kaminschachtes und dem Außendurchmesser der einzusetzenden Kaminröhre ist normalerweise zu gering um darin die zum Heben der Kaminröhre erforderliche Vorrichtung um die Kaminröhre herum anzubringen. Weiters ist sehr zu befürchten, daß das oberste Schamotte - Rohrstück beim Anheben der Röhre an Unebenheiten der Innenwand des Kaminschachtes anstößt und dort beschädigt wird.
Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe besteht darin, ein Verfahren zum Einbringen einer Kaminröhre von unten in einen bestehenden Kaminschacht zu entwickeln welches auch dann anwendbar ist, wenn zwischen der Innenwand des Kaminschachtes und der Außenwand der Kaminröhre wenig Platz ist und wenn die einzelnen Rohrstücke aus einem relativ zerbrechlichem Material wie insbesondere Schamotte bestehen.
Die Lösung der Aufgabe erfolgt mit dem Verfahren entsprechend den folgenden aufeinanderfolgenden
Teilschritten: a) Herstellen einer Montageöffnung in den Kaminschacht an der Kaminsohle (durch Aufstemmen). Die Öffnung sollte zumindest wenige Zentimeter höher und breiter sein als eines der einzelnen Rohrstücke hoch u. breit ist, aus welchen die Kaminröhre zusammengesetzt werden soll. b) Aufstellen einer Hebevorrichtung außerhalb des Kaminschachtes vor der Öffnung. Die Hebevorrichtung ist mit einem Stützarm an der Außenseite des Kaminschachtes abgestützt und sie reicht mit einer Greifvorrichtung in den Kaminschacht hinein. c) Auf das erste (oberste) Rohrstück an seiner Oberseite einen abnehmbaren sich beispielsweise kegelstumpfartig oder teilkugeiförmig nach oben hin verengenden Aufsatz aufstecken und das Rohrstück in jener Ausrichtung, welche es in der fertigen Kaminröhre haben soll, durch die Öffnung auf die Sohle des Kaminschachtes · oder auf eine dorthin gelegte separate Platte stellen. d) Die Greifvorrichtung, welche Teil der Hebevorrichtung ist, an der Mantelfläche des Rohrstückes -vorzugsweise möglichst weit unten - ansetzen. e) Das Rohrstück mit Hilfe der Hebevorrichtung zumindest geringfügig höher als die Höhe eines weiteres Rohrstückes im Kaminschacht anheben. 2
AT 404 374 B t) Ein weiteres Rohrstück in jener Ausrichtung, welche es in der fertigen Kaminröhre haben soll, durch die Öffnung auf die Sohle des Kaminschachtes stellen. g) Die obere Stirnfläche des unteren Rohrstückes und/oder die untere Stirnfläche des oberen Rohrstük-kes mit einer säurefesten Dichtungsmasse bestreichen. h) Das obere Rohrstücke mit Hilfe der Hebevorrichtung so absenken, daß es mit seiner unteren Stirnfläche auf der oberen Stirnfläche des unteren Rohrstückes zu stehen kommt. (Die beiden aneinander anliegenden Stirnflächen zweier Rohrstücke sind vorzugsweise so ausgeführt, daß die beiden Rohrstücke beim Aneinanderfügen in eine genau definierte Relativlage zueinander einrasten.) i) Die Greifvorrichtung vom oberen Rohrstück lösen und an der Mantelfläche des unteren Rohrstückes fixieren. j) Unteres Rohrstuck zusammen mit dem darauf stehenden oberen Rohstück mit der Hebevorrichtung anheben. k) Weiteres Rohrstück darunterstellen ....
Sobald die Kaminröhre durch den ganzen Kaminschacht verläuft wird der Aufsatz am oberen Ende entfernt und die Kaminröhre wird wie bei der herkömmlichen Kaminsanierung an ihrem oberen und an ihrem unteren Ende mit dem Schornstein bzw. mit der Anschlußöffnung zum Ofen hin verbunden und die Montageöffnung an der Kaminsohle im Kaminschacht wird - üblicherweise mit einer Tür - geschlossen.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnung anschaulicher:
Fig. 1 zeigt als Prinzipskizze in einer Teilschnittansicht einen Kamin und eine zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erforderliche Vorrichtung während der Durchführung des Verfahrens.
Am unteren Ende des durch die Wände 1.1 umfaßten Kaminschachtes 1 wird eine Montageöffnung 1.2 gebildet, deren unteres Seite von der Kaminsohle 1.3 begrenzt wird. In diese Öffnung werden die einzelnen Rohrstücke 2.1 der Kaminröhre 2 eingebracht. Es ist von Vorteil das erste (oberste) dieser Rohrstücke für die Dauer der Montage an seiner Oberseite mit einem abnehmbaren sich beispielsweise kegelstumpfartig oder teilkugelförmig nach oben hin verengenden Aufsatz 2.4 zu versehen. Dadurch wird ein Verklemmen der Kaminröhre beim Anheben vermieden und die obere Stirnfläche des obersten Rohrstückes wird vor Beschädigung geschützt. Selbstverständlich können die Stirnflächen 2.2 der Rohrstücke 2.1 auch schon vor dem Einbringen in den Kaminschacht mit einer säurefesten Dichtungsmasse 2.3 bestrichen werden (Teilschritt f gemäß obiger Auflistung der Arbeitsschritte).
Damit zwei aneinander über die Stirnflächen 2.2 anschließende Rohrstücke 2.1 beim Aneinanderfügen in eine genau definierte stabile Relativlage zueinander kommen, wird die Verbindungsfläche an einem Rohrstück üblicherweise mit einem Zylinder- oder kegelstumpfförmigen Fortsatz ausgebildet, welchem auf der korrespondierenden Verbindungsfläche des anschließenden Rohrstückes eine geringfügig größere kegelstumpf- bzw. zylinderstumpfförmige Öffnung gegenüberliegt in die er beim Zusammenfügen der beiden Rohrstücke einrastet.
Die Hebevorrichtung 3 kann auf verschiedenste Weisen realisiert werden. Unumgänglich ist, daß sie eine Greifvorrichtung 3.4 aufweist mit der die Rohrstücke 2.1 - vorzugsweise an ihrer Mantelfläche so fest gefaßt werden können daß über diese Verbindung die gesamte darüber befindliche Kaminröhre hochgehoben werden kann. Die Greifvorrichtung kann beispielsweise durch eine Rohrschelle, also durch zwei halbkreisförmig gebogene Blechlaschen gebildet werden, welche durch eine oder zwei Schrauben miteinander verbunden sind und durch Anziehen bzw. Lösen dieser Schrauben um die Mantelfläche der Kaminröhre gespannt bzw. davon gelöst werden. Die Greifvorrichtung kann aber beispielsweise auch durch zwei teilkreisförmige, mit einem elastischen Material gepolsterte Stahlteile gebildet werden, welche durch eine Pneumatik zangenartig aufeinander zu bzw. voneinander weg bewegt werden können. Die Greifvorrichtung 3.4 ist über einen Arm 3.2 mit einem Hebemechanismus 3.3 verbunden durch welche der Arm angehoben, in gehobener Stellung fixiert und abgesenkt werden kann. Für den Hebemechanismus gibt es wiederum viele Ausführungsmöglichkeiten. In Frage kommen Hebel die einfach durch Muskelkraft oder ein Gegengewicht betätigt werden, Hydraulik - oder Pneumatikzylinder, Gewindespindeln, Seil- oder Kettenzüge in Kombination mit Führungsschienen usw.. Damit das Gestell 3.1 an welchem der Arm 3.2 über den Hebemechanismus 3.3 in vertikaler Richtung beweglich befestigt ist unter der Wirkung des Gewichtes der Kaminröhre 2 nicht umkippen kann, kann es wie im dargestellten Beispiel über einen Stützarm 3.5 an der Außenseite der Wand 1.1 des Kaminschachtes 1 abgestützt werden.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird nicht nur die weiter oben genannte Aufgabenstellung erfüllt. Es hat sich auch gezeigt, daß damit die Kaminsanierung in einer deutlich kürzeren Zeit und mit geringerem Aufwand an körperlicher Arbeit möglich ist als mit dem für enge Kaminschächte vorbekannten Verfahren. 3
Claims (1)
- AT 404 374 B Patentansprüche 1. Verfahren zum Einbau einer Kaminröhre in einen bestehenden Kaminschacht, wobei die Kaminröhre aus mehreren axial aneinander anschließenden Rohrstücken gebildet wird wobei zuerst das oberste Rohrstück der Kaminröhre in den Kaminschacht eingebracht wird, dann dieses mittels einer Hebevorrichtung angehoben wird und an dessen Unterseite das nächstuntere Rohrstück angeordnet wird, dann beide Rohrstücke angehoben indem die Hebevorrichtung an dem unteren Rohrstück angreift, wobei weiters an der Unterseite des unteren Rohrstückes wiederum das nächstuntere Rohrstück angeordnet wird und dieser Zyklus so lange fortgesetzt wird, bis die dabei entstehende Kaminröhre die gewünschte Länge hat, gekennzeichnet dadurch, daß an der Kaminsohle (1.3) in der Wand (1.1) des Kaminschachtes (1) eine Montageöffnung (1.2) gebildet wird, welche geringfügig höher und breiter ist als eines der einzelnen Rohrstücke (2.1) hoch u. breit ist aus denen die Kaminröhre (2) zusammengesetzt wird, daß die Hebevorrichtung (3) außerhalb des Kaminschachtes angeordnete ist und über eine Greifvorrichtung (3.4) mit dem jeweils zuunterst im Kaminschacht befindlichen Rohrstuck (2.1) lösbar verbunden wird, daß die Hebevorrichtung (3) über einen Stützarm (3.5) an der Außenseite des Kaminschachtes (1) abgestützt wird, und daß die obere Seite des als erstes in den Kaminschacht (1) eingebrachten Rohrstückes (2.1) für die Dauer der Montage mit einem abnehmbaren sich nach oben hin verengenden Aufsatz (2.4) versehen wird. Hiezu 1 Blatt Zeichnungen 4
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| ATA184896A ATA184896A (de) | 1998-03-15 |
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| AT (1) | AT404374B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10324899A1 (de) * | 2003-05-30 | 2005-01-27 | Helmut Aggen | Vorrichtung zum Einziehen eines Rohres in einen Schacht |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR990714A (fr) * | 1944-03-30 | 1951-09-25 | Procédé et moyens de construction des ouvrages en béton armé | |
| SU836329A1 (ru) * | 1978-08-17 | 1981-06-07 | Центральное Производственно-Тех-Ническое Предприятие По Ремонту,Наладке И Проектированию Энергети-Ческих Установок Предприятий Чернойметаллургии | Способ монтажа цилиндрическихКОНСТРуКций |
| DE3135321A1 (de) * | 1980-09-08 | 1982-04-29 | Chicago Bridge & Iron Co., Oak Brook, Ill. | Apparatur fuer die beseitigung heisser abgase |
-
1996
- 1996-10-22 AT AT184896A patent/AT404374B/de not_active IP Right Cessation
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| FR990714A (fr) * | 1944-03-30 | 1951-09-25 | Procédé et moyens de construction des ouvrages en béton armé | |
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|---|---|---|---|---|
| DE10324899A1 (de) * | 2003-05-30 | 2005-01-27 | Helmut Aggen | Vorrichtung zum Einziehen eines Rohres in einen Schacht |
| DE10324899B4 (de) * | 2003-05-30 | 2005-04-07 | Helmut Aggen | Vorrichtung zum Einziehen eines Rohres in einen Schacht |
Also Published As
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|---|---|
| ATA184896A (de) | 1998-03-15 |
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