<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung betrifft eine Bauplatte zur Herstellung von Fertigteilen zur Errichtung von Gebäuden, mit Distanzstücken zwischen zwei die Aussen- bzw. Innenwand darstellenden Beplankungen, wobei als Distanzstücke Holzsteher parallel zueinander und als Beplankungen mit den Holzstehern verleimt statisch belastbare Platten, insbesondere Gipsfaserplatten, vorgesehen und in den Zwischenraum zwischen den
EMI1.1
sowie Fertigteile, die aus diesen Bauplatten hergestellt sind.
Neben der Urform eines Fertigteilgebäudes, nämlich den Holzblockhäusern, setzen sich In zunehmendem Masse Fertighäuser durch, die aus Fertigteilen bestehen, welche eine belderseits beplankte Rahmenstruktur aufweisen. Die Beplankung kann so ausgeführt werden, dass an der Aussenseite ein Verputz und an der Innenseite eine verfugbare Gipsoberfläche für Malerei oder Tapezferung angebracht werden kann. Zwischen der Beplankung und von der Rahmenstruktur, allseitig umschlossen, sind Isoliermaterialien wie etwa Glaswolle od. dgl. eingebaut. Es wurden bisher ganze Wände, z. B. mit Türen und Fensternvorgefertigt, indem man ein entsprechendes Skelett aus Riegelhölzern zugeschnitten und den Bedürfnissesn entsprechend beplant hatte.
Diese Riegel- oder Ständerbauweise erlaubt die Herstellung von weitgehend komplet- tenfertigteilen von Häusern auf Bestellung aber auch auf Vorrat. Es Ist klar, dass die Lagerung ganzer Fertighäuser neben der benötigten Lagerfläche das Kapital bindet und den baulichen Sonderwünschen des Kunden nicht mehr entsprochen werden kann. Anderseits ist die Herstellung erst bel Vorliegen der Bestellung zeitaufwendig, weil die Fertigteile aus Riegeln, Stehern, Latten und Planken sowie Isoliermaterial zusammengebaut werden müssen.
Aus der WO 81/03041 sind Sandwichbauplatten bekannt, die jeweils einen geschlossenen Holzrahmen aufweisen, der durch parallele Pfosten struktuiert ist. Die Beplankung ist mit Gipskartonplatten ausgeführt, die mit dem Holzrahmen enden. Das Innere Ist mit Isolierschaum ausgefüllt. Werden solche Platten zugeschnitten, dann verlieren sie an Stabilität, da nurmehr Teile des Rahmens erhalten bleiben. Die Schmalseiten werden durch Ebenen ohne Hinterschneldungen, also ohne formschlüssige Strukturen gebildet.
Die FR-A1 2 594 869 zeigt eine Bauplatte, die lediglich einen beplankten Rahmen aufweist und die mit Steinwolle ausgefüllt ist. Die Beplankung überragt den Rahmen und bildet eine umlaufende Verbindungsnut.
Die Rahmenkonstruktion lässt einen Zuschnitt der Platte ohne Stabilitätsverlust nicht zu.
Bei der Ausführung nach der EP-A1 0 125 936 wird ein Rahmenskelett beiderseits tsplankt und der Zwischenraum ausgeschäumt, wobei dies durch Bohrungen ermöglicht wird. Auf diese Weise können komplette Wände vorgefertigt werden. Ein Zuschnitt dieser Wände ist sodann nichtmehr möglich.
Die Erfindung zielt darauf ab, eine flexible, den individuellen Wünschen des Kunden gerecht werdende Bauweise mit Fertigteilen zu schaffen, die rasch und kostengünstig bedarfsgerecht aufgebaut werden können. Dies wird mit einer Bauplatte der eingangs beschriebenen Art dadurch erreicht, dass die Holzsteher in einem Abstand zueinander von etwa ihrer doppelten Breite angeordnet sind und von den Isolierkörpern bei der Herstellung der Bauplatte in diesem Abstand gehalten werden und dass die Beplankungen an den zu den Holzstehern parallelen Schmalseiten der Bauplatte wie auch an den rechtwinkelig dazu verlaufenden Schmalseiten einen Überstand aufweisen und eine die rahmenlose Bauplatte ringsum umgebende Nut bilden.
Diese Bauplatte kann zugeschnitten oder ausgeschnitten werden, ohne dass dadurch ein die Stabilität verlierende Rahmen abgeschnitten und dadurch die Bauplatte als tragendes Element unbrauchbar wird.
Zur Herstellung der Bauplatte wird eine rahmenähnliche Form verwendet, die auf eine Beplankungsplatte aufgesetzt und in die nacheinander abwechselnd langgestreckte Styroporblöcke und seitlich mit Leim versehene Holzsteher eingelegt und nachgeschoben werden, bis die Form ausgefüllt ist. Separate Ab-
EMI1.2
an. Es wird dann nach Bestreichen der Holzsteher auch auf der Oberseite mit Leim eine zweite Beplankungsplatte aufgesetzt und in der Form deckelartig zentriert. Schliesslich erfolgt das Pressen der Platten in einer hydraulischen Vorrichtung, sodass sich eine innige Verbindung der Holzsteher mit den Beplankungplatten an den verleimten Stellen ergibt. Die Form wird dazu entfernt.
Aus diesen Bauplatten, die auf Vorrat produziert werden können, lassen sich rasch und kostengünstig dadurch Fertigteile formen, dass Staffelhölzer als Fussschwellen in die fussseitigen Nuten der Bauplatten eingelegt und mit den Holzstehern fussseitig verschraubt sind und ebensolche Staffelhölzer als Kopfschwellen in den gegenüberliegenden Nuten eingelegt und mit den Holzstehern kopfseitig verschraubt sind, wobei die Fussschwellen und die Kopfschwellen zur Vermeidung durchgehender Fugen gegeneinander und gegenüber den vertikalen Kanten bzw. Fugen aneinanderschliessender Bauplatten oder Bauplattenteile versetzt zueinander angeordnet sind. Diese Fertigteile können individuell gestaltet werden.
Es ist nicht mehr erforderlich, die Fertigteile aus den Grundelemente des Holzbaues zusammenzubauen, sondern es werden die Bauplatten als Vorprodukt eingesetzt und mit diesen endformunabhängigen Elementen Fertigteilen zusammengestellt. Dabei ist es zweckmässig, denn die Bauplatten durch Kopplungsstaffel seitlich verbindbar
<Desc/Clms Page number 2>
sind, die den zweifachen Querschnitt einer Nut einer Bauplatte aufweisen und parallel zu den im Inneren der Bauplatten vorgesehenen Holzstehern In die aneinanderstossenden Nuten benachbarter Bauplatten eingesetzt sind. Es ergibt sich eine statisch tragfähige Konstruktion, wobei In vorteilhafter Weise die Kopplungsstaffel kopf- und fussseitig mit den Kopf- und Fussschwellen verschraubbar und mit den Beplankungen in an sich bekannter Weise durch Klammern verbindbar sind.
Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes sind in den Zeichnungen dargestellt. Fig. 1 zeigt eine Bauplatte gemäss der Erfindung In Seitenansicht, mit einer weggebrochenen Beplankung, Fig. 2 die Ansicht der Bauplatte von oben, sowie seitlich versetzt eine Form bzw. Schablone zur Herstellung der
EMI2.1
besseren Sichtbarkeit der Kopplungsstaffel entfernt wurde und Fig. 5 eine Variante zu Fig. 3.
Eine Bauplatte 1 gemäss Fig. 1 und 2 wird aus parallel zueinander im Abstand geschichteten Holzstehern 2 gebildet, die beiderseits durch Gipsfaserplatten 3,4 beplant sind. Zwischen den Holzstehern 2 sind Styroporblöcke 5 eingelegt. die auf einer Seite, nämlich der dem Rauminneren zugewandten Seite, Kabelkanäle 6 aufweisen. Markierungen auf der Gipsfaserpiatte 4 weisen im Fussbereich der Bauplatte 1 auf die Lage der Kabelkanäle 6 hin. Die horizontale Kabelführung erfolgt vorzugsweise in der Decke.
Die Holzsteher 2 sind mit den Gipsfaserplatten 3, 4 verleimt. Letztere ragen randseitig über die
EMI2.2
undergibt.
Die Herstellung der Bauplatte erfolgt mit Hilfe einer Schablone bzw. Form 8, die in Fig. 2 links und rechts seitlich versetzt zur Bauplatte 1 dargestellt ist. Es wird zunächst die Gipsfaserplatte 4 aufgelegt und auf diese der durch die Form 8 gebildete Rahmen mit seiner umlaufenden Zentrierausnehmung 9 aufgesetzt. Die Holzsteher 2 werden an den Schmalseiten mit Leim bestrichen und unter Zwischenlage der Styroporblöcke 5, die die Funktion von Abstandshaltern haben, in die Form 8 eingelegt. Schliesslich wird die Gipsfaserplatte 3 deckelartig auf die mit Leim bestrichenen Holzsteher 2 aufgelegt und unter Druck versetzt, bis der Leim vollständig ausgehärtet ist und eine innige Verbindung des gesamten Bauelementes bewirkt.
Flg. 3 zeigt drei Bauplatten 1,10 und 11, die alle gleich aufgebaut sind, der Bauplatte gemäss Fig. 1 exakt entsprechen und zusammen einen Fertigteil ergeben. Eine Fensteröffnung 12 ist ausgeschnitten. Die Platten 1,10, 11 werden durch Kopplungsstaffel 13 in den seitlichen Nuten 7 miteinander formschlüssig verbunden. In die fuss- und kopfseitigen Nuten 7 der Bauplatten 1,10, 11 werden Fussschwellen 14 und Kopfschwellen 15 versetzt zueinander und zu den Stössen der Bauplatten 1,10, 11 eingelegt und mit den Holzstehern 2 sowie den Kopplungsstaffelhölzern 13 verschraubt (Verschraubung 16, 17 durch strichpunktierte Linien angedeutet).
In die Ausnehmung 12 werden ein Sturzholz 18 und ein Parapetholz 19 sowie Flankenhözer eingesetzt und mit den Holzstehern 2 verschraubt. Die Ausnehmung 12 kann auch ringsum mit einer Nut ähnlich der Nut 7 versehen werden.
Soll die Bauplatte 11 gekürzt werden, dann kann ein Schnitt beliebig durchgeführt werden. Die Bauplatte 11 zerfällt nicht und behält ihre statischen Eigenschaften. Randseitig wird wieder eine Nut 7 durch Einfräsen ausgebildet, damit eine Verbindung zum nächsten Fertigteil möglich ist, wenn die Platte 11 durch einen vertikalen Schnitt in ihrer Breite gegenüber dem Standardmass der Breite der vorgefertigten Bauplatten reduziert werden muss.
Gemäss Fig. 5 wird der Fertigteil nach Fig. 3 ohne wesentlichen Abfall gebildet. Dazu werden Bauplatten 1,10 und 11 aneinandergefügt, wobei die Bauplatten 10 und 11 vertikal zugeschnitten sind und oberhalb und unterhalb der Fensteröffnung 12 Bauplattenstücke 20 und 21 eingesetzt werden. Die Nuten 7 sind wieder an allen Bauplatten 1,10, 11 und Bauplattenstücken 20 und 21 rundum vorgesehen. Die Verbindung in der Horizontalen erfolgt über die Fussschwellen 14 und Kopfschwellen 15 und in der Vertikalen durch die Kopplungsstaffelhölzer 13 so wie in Fig. 3.
Der Fertigteil gemäss Fig. 3 und 5 wird aus den Bauplatten 1, 10, 11 im Werk zusammengestellt und verschraubt. Die Summe der Fertigteile ergibt das Gebäude, des in kurzer Zeit auf der Baustelle, z. B. auf einem Keller, aufgestellt werden kann.
Ein konkretes Auführungsbeispiel umfasst Bauplatten 1, 10, 11 im Ausmass von 125 x 275 cm, mit einem Holzsteherquerschnitt 2 von 5 x 12 cm, einen Styroporquerschnitt 5 von 10 x 12 cm und mit einer Gipsfaserplattenstärke 3,4 von 15 mm. Die Nuten 7 haben ringsum eine Tiefe von 5 cm und die Kopplungsstaffel 13 haben einen Querschnitt von 12 x 10 cm. Als Isoliermaterial eignen sich auch andere Stoffe als Styropor. Ebenso können andere Beplankungsplatten anstelle von Gipsfaserplatten 3, 4 verwendet werden, so etwa auch Holzplanken oder Holzfaserplatten.