AT398444B - Vorrichtung zum bergen - Google Patents
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Description
AT 398 444 B
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bergen eines vorzugsweise in einer Tiefgründung blockierten Schlitzwandgreifers mit einem Grundkörper und einem in diesem bewegbaren Greiferschlitten, der die über Schubstangen bewegbaren Schaufeln trägt.
Bei der Herstellung von Schlitz- und Dichtwänden wird üblicherweise ein Schlitzwandgreifer verwendet, wobei dessen klagloser Einsatz den Baufortschritt entscheidend mitbestimmt.
Insbesondere bei Errichtung von Schlitzwänden in größeren Tiefen müssen große und schwere Greifer verwendet werden, insbesondere um den hydrostatischen Gegendruck zu überwinden. Solche für die Herstellung einer Tiefgründung geeignete Schlitzwandgreifer weisen bereits ein Eigengewicht von ca. 20 t auf. Durch eine mehrfache Seileinscherung bewegen sich die Schließkräfte dabei im Bereich um ca. 1001.
Derartig schwere und mit hohen Leistungen ausgestattete Schlitzwandgreifer tendieren oft dazu, sich in diversen Einbauten, wie bspw. Restmauerwerk, oder auch Baumstämmen. Felsnasen, geologischen Verschiebungen usw., zu verklemmen.
Herkömmlicherweise werden verklemmte Schlitzwandgreifer über Seile oder auch durch Freibaggerung mittels Herstellen eines Bergeschlitzes freigelegt, wobei die Verwendung eines Seiles allerdings aufgrund der durch das Trägergerät begrenzten Seilzugkraft eingeschränkt ist. Darüberhinaus ist das Bergen mittels Seilen jedoch in den meisten Fällen erfahrungsgemäß nicht erfolgreich, da das Öffnen der Schaufeln und somit eine Verringerung der Schließkräfte selten gelingt und der Schlitzwandgreifer somit trotz großem Aufwand als verloren angesehen werden muß.
Bei der Herstellung von Tiefgründungen sind allerdings auch die Bagger hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit sehr rasch im Grenzbereich und eine Bergung des Schlitzwandgreifers ist daher unwahrscheinlich. Darüberhinaus ist auch eine erfolgreiche Bergung jedenfalls sehr zeit- und kostenintensiv.
Bei der Erstellung von Tiefgründungen mittels Schlitzwand oder auch Bohrpfahl ist aufgrund der oft vorgegebenen kurzen Bauzeiten ein rasches Fortführen der Arbeit ohne Verlust des Greifers daher unumgänglich.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Bergen eines Schlitzwandgreifers vorzusehen, der die bekannten Nachteile vermeidet und ein sicheres Öffnen der verklemmten Greiferschalen in kurzer Zeit unter geringem Aufwand zuläßt.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, daß diese Vorrichtung an verschiedene Greiferausführungen angepaßt werden kann.
Die Erfindung löst die Aufgabe dadurch, daß am Greiferschlitten ein Quersattel angeordnet ist, wobei der Quersattel, der Greiferschlitten und die Schubstangen kraftschlüssig miteinander verbunden sind, daß der Quersattel von zwei gegen die Mittelachse des Schlitzwandgreifers symmetrisch angeordneten Fangzugstangen durchsetzt ist, welche an ihren im Inneren des Schlitzwandgreifers angeordneten Enden mit je einer Anschlagplatte versehen sind, daß jede Anschlagplatte unterhalb des Quersattels mit dem Grundkörper fest verbunden ist und die Verbindung eine Trenneinrichtung aufweist, und daß außerhalb der Tiefgründung eine mit den Fangzugstangen verbindbare Zugvorrichtung vorgesehen ist.
Durch diese zweigeteilte Vorrichtung ist es möglich, eine Anpassung an verschiedene Greiferausführungen vorzunehmen, ohne bei unterschiedlichen Ausführungen jeweils unterschiedliche Bergevorrichtungen vorsehen zu müssen.
Ein weiteres Merkmal der Erfindung ist es, daß die Trenneinrichtung mechanisch, hydraulisch, pneumatisch oder federbelastet betätigt ist.
Insbesondere bei einer mechanischen Trenneinrichtung ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß die Trenneinrichtung eine Sollbruchstelle ist.
Ein Merkmal der Erfindung ist es dabei, daß die Anschlagplatte mit dem Grundkörper verschraubt ist, wobei die Schrauben die Sollbruchstelle aufweisen. Bei entsprechender Zugkraft brechen die Schrauben an diesen Stellen, wodurch die Verbindung gelöst ist und der Quersattel von der Zugvorrichtung nach oben bewegt werden kann.
Erfindungsgemäß umfaßt die Zugvorrichtung einen über der Tiefgründung fixierbaren Teil, der an die Fangzugstangen anschließbare Zugankerstangen aufweist.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung werden die Zugankerstangen hydraulisch betätigt, wobei die Zugkraft von der Zugvorrichtung über die Zugankerstangen auf die Fangzugstangen übertragen werden.
Erfindungsgemäß sind die Fangzugstangen in ihrem unteren Bereich mit Fanghaken und die Zugankerstangen in ihrem oberen Bereich mit Ösen versehen, womit auf einfache Weise eine Verbindung dieser beiden Teile hergestellt werden kann.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Bergen eines vorzugsweise in einer Tiefgründung blockierten Schlitzwandgreifers unter Zuhilfenahme einer erfindungegemäßen Vorrichtung und ist dadurch gekennzeichnet, daß die Zugvorrichtung über dem Schlitzwandgreifer angeordnet wird, daß die Zugankerstangen mit den Fangzugstangen verbunden und vorgespannt werden, daß die Zugankerstangen in der 2
Claims (7)
- AT 398 444 B Zugvorrichtung fixiert werden und über die Zugvorrichtung auf die Fangzugstangen eine die Trenneinrichtung lösende Zugkraft aufgebracht wird, daß die Fangzugstangen so lange nach oben bewegt werden, bis die Anschlagplatten am Quersattel fest anliegen, und daß die Zugkraft so weit erhöht wird, daß der Quersattel und somit auch der Greiferschlitten nach oben bewegt werden, wodurch sich die Greiferschaufeln öffnen. Durch dieses Verfahren ist eine einfache und zeitsparende Bergung eines mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung versehenen Schiitzwandgreifers möglich. Die Erfindung wird nun im folgenden anhand eines Ausführungsbeispieles unter Zuhilfenahme der angeschlossenen Zeichnungen näher beschreiben. Es zeigen Fig.1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung; Fig.2a - 2f die einzelnen Phasen des erfindungsgemäßen Verfahrens; Fig.3 einen Ausschnitt aus der erfindungegemäßen Vorrichtung nach Fig.1; und Fig.4 die Zugvorrichtung. Fig.1 zeigt einen mit der Bergevorrichtung versehenen Schlitzwandgreifer 1. Der Schlitzwandgreifer 1 besteht aus einem Grundkörper 2. in welchem der Greiferschlitten 3 bewegbar angeordnet ist. Der Greiferschlitten 3 ist über Schubstangen 4 mit einem Schaufelpaar 5 verbunden. Oberhalb des Greiferschlittens 3 ist ein mit diesem kraftschlüssig verbunder Quersattel 6 angeordnet, an welchem üblicherweise das Betätigungsseil 7 für den Schlitzwandgreifer 1 angreift. Der Quersattel 6 ist beiderseits der Mittelachse 8 des Schiitzwandgreifers 1 von je einer Fangzugstange 9 durchsetzt, welche jede eine Anschlagplatte 10 aufweisen. Die Anschlagplatten 10 sind mit dem Grundkörper 2 kraftschlüssig verbunden. Die Fangzugstangen 9 sind zur einfachen Verbindung der Zugankerstangen 11 der Zugvorrichtung 12 mit Ösen 13 versehen, in welche Fangzughaken 14 der Zugankerstangen 11 eingreifen können. Die Zugvorrichtung 12 ist mit einem nicht dargestellten Diesel-Hydraulikaggregat versehen, wobei die Steuerung der Zugankerstangen 11 über Steuerventile erfolgt (Fig.4). In Fig.3 ist die Ausführung einer Trenneinrichtung T dargestellt. In den Grundkörper 2 Ist eine Platte 16 eingeschweißt, auf welcher die Anschlagplatte 10 mittels Schrauben 17 fixiert ist. Jede Schraube 17 hat eine Sollbruchstelle 15, welche bei Überschreiten einer vorwählbaren Zugkraft bricht und damit die Fangzugstange 9 freigibt. Die Figuren 2a - 2f zeigen die unterschiedlichen Phasen des Bergevorganges. Phase 1 zeigt die Ausgangsposition, in welcher der Schlitzwandgreifer 1 normal arbeitet. In Phase 2 verklemmt sich der Schlitzwandgreifer 1 in einer geologischen Formation, da er diese nicht zerstören kann. In dieser Phase 2 kann nach den Versuchen des Baggerfahrers, den Schlitzwandgreifer 1 zu bergen der Bewegungsmechanismus beschädigt werden oder auch das Betätigungseil 7 reißen. Phase 3 zeigt den Beginn der Bergung des Schiitzwandgreifers 1, indem die Zugankerstangen 11 eingebracht und die Fangzughaken 14 in die Ösen 13 der Fangzugstangen 9 eingehängt werden. Die Zugankerstangen 11 sind mit aufgerolltem Gewinde versehen und haben vorzugsweise eine Länge von ca. 6 m. Das Einfädeln der Fanghaken 14 in die Ösen 13 erfolgt wahlweise auch mit einer nicht dargestellten Fangglocke, Anschließend werden die Zugankerstangen 11 mittels Bagger oder einem anderen beliebigen Hubgerät vorgespannt. In Phase 4 erfolgt der Aufbau der Zugvorrichtung 12 und das Fixieren der Zugankerstangen 11 in dieser (Fig.2d). Die in Fig.2e dargestellten Phasen 5 und 6 zeigen den Einsatz der hydraulischen Zugvorrichtung 12, wobei die Zugkraft auf die Zugankerstangen 11 und die Fangzugstangen 9 übertragen wird. Die Fangzugstangen 9 sind, wie in Fig.3 dargestellt, bei Normalbetrieb (Fig.2a) mit dem Grundkörper 2 kraftschlüssig verbunden. Die Zugkraft kann je nach Eigengewicht des Schiitzwandgreifers 1 variabel eingestellt werden und löst die Sollbruchstelle. Die Fangzugstangen 9 bewegen sich anschließend soweit nach oben, bis die Anschiagplatten 10 an der Unterseite des mit dem Greiferschlitten 3 fest verbundenen Quersattels 6 anliegen. Durch Erhöhen der Zugkraft und damit Entlasten des Schließseiles wird anschließend auch der Quersattel 6 und mit diesem der Greiferschlitten 3 nach oben gezogen, wie in Phase 6 dargestellt. Die Zugkraft kann nun über die Schubstangen 4 auf das Schaufelpaar 5 wirken und dieses öffnen. Abschließend wird der Schlitzwandgreifer 1 mit geöffneten Schaufeln 5 über die Zugankerstangen 11 oder aber auch über ein noch vorhandenes Seil geborgen (Fig.2f). Patentansprüche 1. Vorrichtung zum Bergen eines vorzugsweise in einer Tiefgründung blockierten Schiitzwandgreifers mit einem Grundkörper und einem in diesem bewegbaren Greiferschlitten, der die über Schubstangen bewegbaren Schaufeln trägt, dadurch gekennzeichnet, daß am Greiferschlitten (3) ein Quersattel (6) 3 AT 398 444 B angeordnet ist, wobei der Quersattel (6), der Greiferschlitten (3) und die Schubstangen (4) kraftschlüssig miteinander verbunden sind, daß der Quersattel (6) von zwei gegen die Mittelachse (8) des Schlitzwandgreifers (1) symmetrisch angeordneten Fangzugstangen (9) durchsetzt ist, welche an ihren im Inneren des Schlitzwandgreifers (1) angeordneten Enden mit je einer Anschlagplatte (10) versehen sind, daß jede Anschlagplatte (10) unterhalb des Quersattels (6) mit dem Grundkörper (2) fest verbunden ist und die Verbindung eine insbesondere mechanisch, hydraulisch, pneumatisch oder federbeiastet betätigte Trenneinrichtung (15) aufweist, und daß außerhalb der Tiefgründung eine mit den Fangzugstangen (9) verbindbare Zugvorrichtung (12) vorgesehen ist.
- 2. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Trenneinrichtung (15) eine in der Verbindung zwischen Anschlagplatte (10) und Grundkörper (2) vorgesehene Sollbruchstelle (15) ist.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschiagpiatte (10) mit dem Grundkörper (2) über Schrauben (17) verbunden ist.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zugvorrichtung (12) einen über der Tiefgründung fixierbaren Teil umfaßt, der an die Fangzugstangen (9) anschließbare Zugankerstangen (11) aufweist.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zugankerstangen (11) durch die hydraulisch betätigte Zugvorrichtung (12) zu betätigen sind.
- 6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet daß die Zugankerstangen (11) in ihrem unteren Bereich mit Fanghaken (14) und die Fangzugstangen (9) in ihrem oberen Bereich mit Ösen (13) versehen sind.
- 7. Verfahren zum Bergen eines vorzugsweise in einer Tiefgründung blockierten Schlitzwandgreifere unter Zuhilfenahme einer Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Zugvorrichtung (12) über dem Schlitzwandgreifer (1) angeordnet wird, daß die Zugankerstangen (11) mit den Fangzugstangen (9) verbunden werden, daß die Zugankerstangen (11) in der Zugvorrichtung (12) fixiert und vorgespannt werden und über die Zugvorrichtung (12) auf die Fangzugstangen (9) eine die Trenneinrichtung (15) lösende Zugkraft aufgebracht wird, daß die Fangzugstangen (9) so lange nach oben bewegt werden, bis die Anschlagplatten (10) am Quersattel (6) fest anliegen und daß die Zugkraft so weit erhöht wird, daß der Quersattel (6) und somit auch der Greiferschlitten (3) nach oben bewegt werden, wodurch sich die Greiferschaufeln (5) über die Schubstangen (4) öffnen. Hiezu 4 Blatt Zeichnungen 4
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