AT398156B - Sportschuh insb. langlaufskischuh - Google Patents
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Description
AT 398 156 B
Die Erfindung betrifft einen Sportschuh, insbesondere einen Langlaufskischuh mit einem Schaft und einer daran an zwei Anlenkpunkten angelenkten steifen Manschette, deren äußerer Anlenkpunkt an der Außenseite des Langlaufskischuhes tiefer und weiter hinten angeordnet ist als deren innerer Anlenkpunkt an der Innenseite des Langlaufskischuhes.
Ein solcher Langlaufskischuh ist beispielsweise in der FR-A1 2 651 416 geoffenbart. Dieser Sportschuh weist einen Schaft und eine daran an zwei Anlenkpunkten angelenkte steife Manschette auf. Ähnliche Langlaufskischuhe sind auch im Handel erhältlich.
Diese bekannten Langlaufskischuhe haben den Nachteil, daß die Anlenkpunkte der steifen Manschette nicht den anatomischen Gegebenheiten des Fußes des Skilangläufers angepaßt sind. Dadurch ergibt sich bei jedem Schritt eine Relativbewegung zwischen der Manschette und dem Bein des Skilangläufers. Diese Relativbewegungen können zu Reibung und damit zu Wundwerden oder Blasenbildung führen. Außerdem bewirken sie eine größere Anstrengung und damit raschere Ermüdung des Skilangläufers. Bei Alpinskischuhen ist es zwar bereits bekannt, die Anlenkpunkte einer steifen Manschette an der Innenseite und an der Außenseite des Fußes zueinander versetzt anzuordnen (S.EP-A2-0356 400 und CH-PS 529 526). Diese Lösungen sind allerdings wegen der unterschiedlichen Bauweise von Alpinskischuhen und Langlaufskischuhen auf letztere nicht übertragbar. Weiters sind bei beiden bekannten Lösungen die Anlenkpunkte in Höhe der Fußknöchel oder darüber angeordnet, was einer optimalen Fußbewegung hinderlich ist.
Die Erfindung hat sich zum Ziel gesetzt, diese Nachteile zu vermeiden und einen Langlaufskischuh zu schaffen, der den anatomischen Gegebenheiten des menschlichen Fußes und insbesondere der natürlichen Bewegung des Sprunggelenkes optimal angepaßt ist.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der innere Anlenkpunkt und der äußere Anlenkpunkt der Manschette jeweils unterhalb des inneren bzw. äußeren Fußknöchels angeordnet sind und daß der innere Anienkpunkt und der äußere Anlenkpunkt der Manschette jeweils in einem Bereich zwischen 10 und 50 mm, vorzugsweise von 15 bis 25 mm unterhalb des Fußknöchels angeordnet sind. Die Lage der Anlenkpunkte entspricht somit den anatomischen Gegebenheiten des menschlichen Sprunggelenkes. Dadurch, daß der innere und der äußere Anlenkpunkt jeweils unterhalb des inneren bzw. äußeren Fußknöchels angeordnet sind, wird der Tatsache Rechnung getragen, daß der Knöchel bei jeder Gehbewegung des Fußes einen Bogenabschnitt um eine Achse des Sprunggelenkes beschreibt.
Vorrichtungen, mit denen die Position der Manschette eines Skischuhes gegenüber dem Schuhschaft relativ verstellbar ist, sind auf dem Gebiet der Alpinskischuhe in zahlreichen Ausführungen bekannt. In der EP-A1 0 471 955 wurde eine solche Vorrichtung auch für Langlaufskischuhe vorgestellt. Diese bekannte Lösung ermöglicht allerdings eine Verstellung nur in Höhenrichtung und entlang einer Zahnraste. Demgegenüber ist nach Anspruch 2 vorgesehen, einen Langlaufskischuh der eingangs genannten Art mit einer stufenlosen Verstellmöglichkeit auszustatten.
Die Erfindung hat sich weiters zum Ziel gesetzt, einen Langlaufskischuh der eingangs genannten Art so zu gestalten, daß er besonders komfortabel und leicht anzuziehen ist. Gemäß Anspruch 3 ist die Manschette an ihrer Vorderseite geschlossen und weist an ihrer Hinterseite eine durch eine Schnalle verschließbare Öffnung auf. Dadurch und durch eine nach oben gerichtete weiche Verlängerung am fersenseitigen Ende des Schaftes wird einerseits eine besonders gute Abstützung des Schienbeins in der Manschette gewährleistet und andererseits werden Druckstellen am Schienbein und an der Wade vermieden.
Die Ausgestaltung gemäß Anspruch 4 verhindert ein Verrutschen der weichen Verlängerung und damit eine unerwünschte Faltenbildung.
Manschette verschließt, wird auch der Wadenbereich geschützt. Dadurch, daß die Verlängerung weich ist, paßt sie sich dem Fuß bei der Gehbewegung gut an und erfordert keine zusätzliche Biegearbeit.
Die Ausgestaltung gemäß Anspruch 7 verhindert ein Verrutschen der weichen Verlängerung und damit eine unerwünschte Faltenbildung.
Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten werden nun anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen die Figuren 1 und 2 das Ergebnis einer empirischen Aufnahme der Bewegung des Knöchels an der Innenseite bzw. an der Außenseite des Fußes, die Figur 3 den erfindungsgemäßen Langlaufskischuh in einer Seitenansicht von außen, die Figur 4 einen Teilschnitt des Langlaufskischuhes von hinten, die Figur 5 eine teilweise geschnittene Draufsicht und die Figur 6 und 7 ein Detail in zwei Ansichten.
Anatomische Studien des menschlichen Fußes zeigen, daß der äußere Knöchel tiefer und weiter von der Fußspitze entfernt liegt als der innere Knöchel. Dabei ergibt sich je nach den individuellen Gegebenheiten eine geringfügig unterschiedliche Lage, aus der sich jedoch für die Praxis brauchbare Mittelwerte ableiten lassen. In den Figuren 1 und 2 sind nun die Ergebnisse von Messungen dargestellt, wobei jeweils die Bewegung der Knöchel verschiedener Personen von einer Stellung mit um ca. 20° nach hinten geneigter Tibiaachse (Rücklage) über die aufrechte Stellung zu einer Stellung mit um ca. 25 * nach vorne 2
Claims (4)
- AT 398 156 B geneigter Tibiaachse (Vorlage) verfolgt wurde. Die Gegenüberstellung beider Figuren zeigt, daß sich für die möglichen Knöchelpositionen (K) jeweils Punkthaufen ergeben (mit strichpunktierten Linien dargestellt), die oberhalb der Punkthaufen der zugehörigen Drehachsen (a) (mit durchgehenden Linien dargestellt) liegen. Weiters ist klar erkennbar, daß die Knöchel an der Fußaußenseite (s. Fig.2) tiefer und weiter hinten liegen als die Knöchel an der Fußinnenseite (s. Fig.1). In Figur 3 ist der erfindungsgemäße Langlaufskischuh 1 in einer Seitenansicht von außen dargestellt. Es handelt sich hier also um einen linken Schuh. Der rechte Schuh ist in gleicher Weise symmetrisch dazu ausgebiidet. Der Langlaufskischuh 1 hat einen in bekannter Weise ausgestalteten Schaft 2, der mit einer Sohle 3 verbunden ist. Schaft und Sohle sind konventionell hergestellt und daher nicht näher beschrieben. Der Schaft 3 kann in beliebiger Weise, zum Beispiel durch eine Schnüreinrichtung, geschlossen werden und der Verschlußbereich durch eine Lasche 4 abgedeckt sein. Die Sohle 3 weist an ihrem vorderen Ende ein Verbindungselement 5 für eine Langlaufskibindung auf. Der Schaft 3 kann mit Verstärkungsteilen versehen sein und ist insbesondere mit einer Fersenkappe 6 verstärkt. Die Fersenkappe 6 weist seitliche Lagerteile 7,7’ zur Lagerung einer steifen Manschette 8 auf. In den seitlichen Lagerteilen 7, 7' sind ein äußerer Anlenkpunkt 9 und ein innerer Anlenkpunkt 9' (sichtbar in den Figuren 4 und 5) für eine äußere und eine innere Verbindungseinrichtung 10, 10' vorgesehen. Wie besonders in den Figuren 4 und 5 erkennbar ist, ist dabei der äußere Anlenkpunkt 9 an der Außenseite des Skischuhes 1 tiefer und weiter hinten angeordnet als der innere Anlenkpunkt 9' an der Innenseite des Skischuhes 1. Dabei befindet sich jeder der Anlenkpunkte 9, 9’ jeweils ca. 15 bis 30 mm unterhalb des Knöchels. Die Verbindungseinrichtung 10, 10' könnte beispielsweise aus einem Niet oder einer Schraube bestehen. Sie kann aber auch, wie in den Figuren 6 und 7 dargestellt, aus einer mehrere Teile umfassenden und die Verstellung in Höhen- und Längsrichtung ermöglichenden Exzentervorrichtung bestehen. Dabei ist eine Basis 11 verdrehfest im Lagerteil 7 (7') angeordnet. Die Basis 11 weist ein Innengewinde 12 auf. Ein Exzenterstück 13 besteht aus einem nach innen gerichteten Kragen 14 und einem Stützrand 15. Der Kragen 14 ragt durch eine sich nach unten erstreckende seitliche Lasche 20 der Manschette 8 und weist an seiner Stirnseite eine Verzahnung 16 auf. Mit dieser Verzahnung 16 stützt sich das Exzenterstück 13 im geschlossenen Zustand an dem zugehörigen seitlichen Lagerteil 7 (T) ab. Zwischen der seitlichen Lasche 20 und dem seitlichen Lagerteil 7 (7') kann zusätzlich noch eine Distanzscheibe 17 vorgesehen sein. Die Basis 11 und das Exzenterstück 13 sind durch eine Schraube 18 lösbar verbunden. Durch die beschriebene Exzentervorrichtung kann die Stellung der Manschette 8 relativ zum Schaft 2 den individuellen Bedürfnissen des Skilangläufers angepaßt werden. An Stelle der beschriebenen Exzentervorrichtung könnte aber auch jede andere geeignete Verstellvorrichtung verwendet werden. Weiters kann wahlweise nur eine der beiden seitlichen Laschen 20 mit einer solchen Exzentervorrichtung versehen sein oder beide. Die Manschette 8 ist aus steifem Material gebildet und besteht aus einem hinten offenen ringförmigen Teil 19 und den seitlich nach unten ragenden Laschen 20, 20'. Sie ist an ihrer Hinterseite durch eine konventionelle längenverstellbare Schnalle 21 verschließbar. Die Manschette 8 hat an ihrer Innenseite ein weiches Futter 22. An der Fersenkappe 6 ist eine zungenartige nach oben ragende Verlängerung 23 angeordnet. Diese Verlängerung 23 besteht aus einem weichen, nachgiebigen Material und ist an der Innenseite zumindest bereichsweise mit einem Futter 24 versehen. Sie erstreckt sich in Höhenrichtung etwa bis in den Bereich der Manschette 8 oder etwas darüber hinaus und ist so innerhalb dieser angeordnet, daß sie die Manschette 8 an ihrer Hinterseite abschließt. Zwischen dem Außenmaterial der nach oben ragenden Verlängerung 23 und ihrem Futter 24 kann im oberen Bereich eine Platte 26 angeordnet sein, die eine gleichmäßige Druckverteilung am Bein bewirkt. An ihrer Außenseite weist die nach oben ragende Verlängerung 23 in ihrem oberen Bereich eine Halterung 25 für die Schnalle 21 bzw. deren Band auf. Selbstverständlich soll die Erfindung nicht an das dargestellte Ausführungsbeispiel gebunden sein. Es sind vielmehr Abwandlungen möglich, die durchaus im Rahmen der Erfindung bleiben. Insbesondere führt eine andere Ausgestaltung des Schaftes, der Sohle, des Verschlußbereiches oder des Verbindungselementes für die Langlaufskibindung nicht aus dem Rahmen der Erfindung. Patentansprüche 1. Sportschuh, insbesondere Langlaufskischuh mit einem Schaft und einer daran an zwei Anlenkpunkten angeienkten steifen Manschette, deren äußerer Anlenkpunkt (9) an der Außenseite des Langlaufskischuhes (1) tiefer und weiter hinten angeordnet ist als deren innerer Anlenkpunkt (9') an der Innenseite des Langiaufskischuhes (1), dadurch gekennzeichnet, daß der innere Anlenkpunkt (9') und der äußere Anlenkpunkt (9) der Manschette (8) jeweils unterhalb des inneren bzw. äußeren Fußknöchels angeord- 3 AT 398 156 B net sind und daß der innere Anlenkpunkt (9') und der äußere Anlenkpunkt (9) der Manschette (8) jeweils in einem Bereich 2wischen 10 und 50 mm, vorzugsweise von 15 bis 25 mm unterhalb des Fußknöchels angeordnet sind.
- 2. Sportschuh, insbesondere Langlaufskischuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Manschette (8), wie für sich bekannt, an zumindest einem der Anlenkpunkte (9,9') stuferlos verstellbar angelenkt ist.
- 3. Sportschuh, insbesondere Langlaufskischuh nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Manschette (8) an ihrer Vorderseite geschlossen und an ihrer Hinterseite eine durch eine für sich bekannte Schnalle (21) verschließbare hintere Öffnung aufweist, daß die hintere Öffnung der Manschette (8) durch eine am fersenseitigen Ende des Schaftes (2) des Langlaufskischuhes (1) angeordnete nach oben gerichtete weiche, nachgiebige Verlängerung (23) verschließbar ist, und daß die weiche Verlängerung (23) sich zumindest bis in den Bereich der Manschette (8), vorzugsweise in Höhenrichtung darüber hinaus, erstreckt.
- 4. Sportschuh, insbesondere Langlaufskischuh nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, die weiche Verlängerung (23) an ihrer Außenseite eine Halterung (25) für die schnalle (21) oder deren Band aufweist. Hiezu 3 Blatt Zeichnungen 4
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| AT239U3 (de) * | 1994-02-16 | 1995-12-27 | Ahlbaeumer Georg Dr | Schuh, insbesondere sportschuh oder orthopädischer strumpf, mit sprunggelenksstabilisierung |
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