AT392225B - Reinigungsvorrichtung und reinigungsverfahren, insbesondere fuer hohlkoerper, rohre, schlaeuche und endoskope - Google Patents
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Description
AT 392 225 B
Die Erfindung betrifft eine Reinigungsvomchtung sowie ein Verfahren, insbesondere zur Reinigung von Hohlkörpern, Rohren, Schläuchen und Endoskopen mit einer desinfektionsmittelhaltigen Reinigungsflüssigkeit.
Es ist bereits bekannt, zur Reinigung und Desinfektion von medizinischen Geräten und von Endoskopen Desinfektionsmittellösungen durch die zu behandelnden Hohlräume zu leiten. Dazu werden die in niedriger Konzentration vorliegenden Desinfektionsmittellösungen angeschlossenen Vorratsbehältem entnommen und nach der Verwendung wieder zurückgeführt, wobei die Lösung mehrfach verwendet wird. Dieses Verfahren ist mit erheblichen Nachteilen verbunden, da sich in der Desinfektionsmittellösung nach häufiger Anwendung über einen längeren Zeitraum Verunreinigungen und Keime ansammeln können. Außerdem erfolgt nach längerer Anwendung eine Verdünnung der Lösung durch das zugeführte Wasser. *|
Aus der DE-OS 29 32 467 und aus der DE-OS 33 08 729 ist es bekannt, unter Verwendung von Luft mit Überdruck und einer Reinigungsflüssigkeit Schäume zu erzeugen. Im Falle von Desinfektionsmittellösungen ist zu beachten, daß durch einschlägige Richtlinien für die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankenhausinfektionen darauf hingewiesen wird, daß bei der Reinigung von ärztlichen Instrumenten alle Oberflächen derselben benetzt sein müssen und der Zutritt des Desinfektionsmittels nicht durch Luftblasen behindert werden darf. Der Einsatz von Schäumen auf diesem Gebiet ist daher problematisch.
Weiterhin ist eine Reinigungsvomchtung bekannt, in der ein Desinfektionsmittel im Kreislauf längere Zeit durch die zu behandelnden Hohlräume gepumpt wird, was aber zur Folge hat, daß das medizinische Gerät in diesem Zeitraum nicht zur Verfügung steht Dies ist besonders nachteilig für die Endoskopreinigung, da diese teuren Geräte jeweils nur in geringer Zahl in der Endoskopie-Abteilung der Klinik oder Arztpraxis vorhanden sind.
Ferner sind auch schon Vorrichtungen zur Endoskopreinigung bekannt, die eine in niedriger Konzentration vorliegende Desinfektionsmittellösung einem angeschlossenen Vorratsbehälter entnehmen und durch die zu reinigenden Endoskopkanäle leiten. Die Lösung wird einmal verwendet. Der Nachteil der Reinigungsverfahren, die für diese Vorrichtungen vorgeschlagen werden, besteht darin, daß jeweils nur ein sehr begrenzter Vorrat an Reinigungslösung zur Verfügung steht Da Endoskope aber bekanntlich nach jeder Anwendung gründlich gereinigt und desinfiziert werden müssen und die Untersuchungen oder Behandlungen mit solchen Geräten in kurzen Zeitabständen erfolgen, erfordern solche Reinigungsverfahren den häufigen und regelmäßigen Austausch bzw. ständiges Nachfüllen der Vorratsbehälter. Ein weiterer Nachteil dieser Reinigungsvorrichtungen und -verfahren besteht darin, daß aufwendige Apparaturen erforderlich sind und die Behandlung nur mit Desinfektionsmittellösungen möglich ist die Raumtemperatur aufweisen. Ferner ist zu beachten, daß diese Verfahren nur dort durchführbar sind, wo ein gewisser Überdruck eingesetzt werden kann.
Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Beseitigung dieser Nachteile und der Schaffung einer Reinigungsvorrichtung sowie eines Reinigungsverfahrens, das in einfacher und schneller Weise eine desinfizierende Reinigung der genannten Gegenstände ohne aufwendige Apparaturen gestattet
Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Reinigungsvorrichtung, insbesondere für die Reinigung von Hohlkörpern, Rohren, Schläuchen und Endoskopen mit einer desinfektionsmittelhaltigen Reinigungsflüssigkeit, die dadurch gekennzeichnet ist, daß sie aus einer an eine Wasserzuführung anschließbaren an sich bekannten Dosiervorrichtung, mindestens einem Konzentratbehälter, gegebenenfalls mindestens einem Druckminderventil und einem Anschlußteil besteht, wobei diese Teile der Vorrichtung durch Leitungen miteinander verbunden sind und - wie an sich bekannt - keine Rückführung für die verwendete Reinigungsflüssigkeit vorgesehen ist
Dosiereinrichtungen sind an sich bekannt und werden in Kliniken z. B. zur Bereitung von Desinfektionsmittellösungen, die für die Flächendesinfektion bestimmt sind, verwendet. Ebenfalls ist ihre prinzipielle Funktionsweise bekannt. Sie sind an eine Wasserzuführung und einen Konzentratbehälter angeschlossen und liefern eine verdünnte Lösung des im allgemeinen in flüssiger Form vorliegenden Konzentrats des Desinfektionsmittels.
Bevorzugt werden solche Dosier- oder auch Mischvorrichtungen, die Lösungen mit einem geeigneten niedrigen Druck abgeben, so daß einerseits die häufig empfindlichen Endoskope nicht beschädigt werden können, anderseits aber die Kanäle gut duichgespült werden.
Vorzugsweise liegt der Druck der desinfektionsmittelhaltigen Reinigungsflüssigkeit im Bereich von 0,5 -1 bar, wenn flexible Endoskope gereinigt werden sollen.
Dosiervorrichtungen, die bedingt durch ihre Bauweise die Lösungen unter zu hohem Druck abgeben, können in den erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtungen zusammen mit einem Druckminderventil verwendet werden.
Es können auch mehrere Vorratsbehälter an die Dosiervorrichtung angeschlossen sein, so daß beispielsweise unterschiedliche Desinfektionsmittelkonzentrate wahlweise abwechselnd oder auch gleichzeitig zugemischt werden können.
Gegebenenfalls erforderliche Druckminderventile, die in der erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung verwendet werden können, sind an sich bekannt. Bevorzugt wird ein regelbares Ventil, mit dem sich der Abgabedruck im Hinblick auf die Eigenschaften der zu reinigenden Gegenstände wählen läßt.
Als Anschlußteil für die zu reinigenden Gegenstände können die bereits bekannten und hiefür üblicherweise verwendeten Einzelanschlüsse und Vorrichtungen dienen.
Das erfindungsgemäße Verfahren, insbesondere zur Reinigung von Hohlkörpern, Rohren, Schläuchen und Endoskopen mit einer desinfektionsmittelhaltigen Reinigungsflüssigkeit, ist dadurch gekennzeichnet, daß man -2-
Claims (7)
- AT 392 225 B einer Reinigungsflüssigkeit mittels einer Dosiervorrichtung ein Desinfektionsmittel zusetzt, diese desinfektionsmittelhaltige Reinigungslösung über einen Anschlußteil und gegegebenenfalls ein diesem vorgeschaltetes Druckminderventil durch die zu reinigenden Teile leitet und die gebrauchte Lösung anschließend nicht zurückführt, sondern in einen Abfluß oder Entsorgungsbehälter gelangen läßt Als Reinigungsflüssigkeit dient Wasser, das direkt dem Leitungsnetz entnommen wird. Besonders vorteilhaft ist es, das Reinigungsverfahren mit heißem Wasser durchzuführen. Dadurch braucht die Dosiervorrichtung nur mit einem Heißwasseranschluß oder zweckmäßigerweise mit einer üblichen Mischbatterie verbunden zu werden, mit der die gewünschte Temperatur ohne weitere apparative Maßnahmen gewählt werden kann. Außer dem Desinfektionsmittelkonzentrat kann dem Wasser ein Reinigungsmittel, beispielsweise auf der Basis von Tensiden, oder ein Lösungsmittel, z. B. ein organisches Lösungsmittel, wie Äthanol, zugegeben werden. Die erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung und das Reinigungsverfahren eignen sich besonders gut für medizinische oder chirurgische Geräte oder Instrumente, insbesondere aber für die Endoskopreinigung. Im Gegensatz zu den bekannten Kaltreinigungs-Methoden können die genannten Gegenstände erfindungsgemäß schnell, kostengünstig und ohne apparativen Aufwand unter weitgehender Benutzung der z. B. in der Klinik schon vorhandenen Installationen oder Apparaturen gereinigt werden. Sehr günstig ist dabei auch, daß mit höheren Temperaturen, höherem Druck und höher konzentrierten Reinigungslösungen gearbeitet werden kann, ohne daß ein übermäßiger Aufwand an Arbeit bei der Bereitstellung der Desinfektions·, Reinigungs- oder Zusatz-Mittel erforderlich ist Da unter den besseren Reinigungsbedingungen, wie der erhöhten Temperatur und der höheren Desinfektionsmittelkonzentration in der Reinigungsflüssigkeit, auch die Reinigungszeit verkürzt werden kann, ist der Desinfektionsmittelverbrauch niedrig, obwohl die Reinigungsflüssigkeit nur einmal benutzt wird. In der Zeichnung sind Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung dargestellt Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung der Vorrichtung und die Fig. 2 und 3 zeigen zu Baueinheiten zusammengefügte Teile der Vorrichtung von Fig. 1. In eine Dosiervorrichtung (1) führen eine Wasserzuführung (2) und eine Leitung (3), die von einem Vorratsbehälter (4) mit einem Desinfektionsmittelkonzentrat (4a) herführt Eine Reinigungsflüssigkeitsleitung (5) führt dann zu einem Druckminderventil (6), von dem eine weitere Leitung (7) zum Anschlußteil (8) führt, der mit Anschlußöffnungen (9) zum Anschluß an die zu reinigenden Gegenstände versehen ist Die Fig. 2 und 3 zeigen als Auszug aus Fig. 1 zu Baueinheiten zusammengefügte Vorrichtungsteile (1) und (6) einerseits sowie (6) und (8) anderseits. Die einzelnen Teile der Vorrichtung sind über flexible oder starre Leitungen miteinander verbunden. Dabei können diese Verbindungsleitungen sowohl lösbar als auch unlösbar fest angebracht sein. Lösbare Verbindungen können in an sich bekannter Weise als Schraub- oder Steckanschlüsse ausgeführt sein. Die einzelnen Vorrichtungsteile können alle zusammen in einer Baueinheit zusammengefaßt sein. Gegenstand der Erfindung sind aber auch solche Baueinheiten, die entweder von der Dosiervorrichtung (1) und dem Druckminderventil (6) oder dem Anschlußteil (8) und dem Druckminderventil (6) gebildet werden. Diese Baueinheiten lassen sich dann mit dem jeweils dritten Vorrichtungsteil im Sinne eines Baustein/Baukasten-Systems zusammensetzen. Die auf diese Weise verbesserten Kombinationsmöglichkeiten erleichtern den Einsatz in der Praxis erheblich. PATENTANSPRÜCHE 1. Reinigungsvorrichtung, insbesondere für die Reinigung von Hohlkörpern, Rohren, Schläuchen und Endoskopen mit einer desinfektionsmittelhaltigen Reinigungsflüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus einer an eine Wasserzuführung anschließbaren an sich bekannten Dosiervorrichtung (1), mindestens einem Konzentratbehälter (4), gegebenenfalls mindestens einem Druckminderventil (6) und einem Anschlußteil (8) besteht, wobei diese Teile der Vorrichtung durch Leitungen (2,3,4,5) miteinander verbunden sind und - wie an sich bekannt - keine Rückführung für die verwendete Reinigungsflüssigkeit vorgesehen ist.
- 2. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie mindestens ein an sich bekanntes Druckminderventil (6) besitzt
- 3. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckminderventil (6) regelbar ist -3- AT 392 225 B
- 4. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie zu einer Baueinheit zusammengefaßt ist
- 5. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß Dosierelement 5 (1) und Druckminderventil (6) zu einer Baueinheit zusammengefaßt sind.
- 6. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß Druckminderventil (6) und Anschlußteil (8) zu einer Baueinheit zusammengefaßt sind.
- 7. Verfahren, insbesondere zur Reinigung von Hohlkörpern, Rohren, Schläuchen und Endoskopen mit einer desinfektionsmittelhaltigen Reinigungsflüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß man einer Reinigungsflüssigkeit mittels einer Dosiervorrichtung (1) ein Desinfektionsmittel zusetzt, diese desinfektionsmittelhaltige Reinigungslösung über einen Anschlußteil (8) und gegebenenfalls ein diesem vorgeschaltetes Druckminderventil (6) durch die zu reinigenden Teile leitet und die gebrauchte Lösung 15 anschließend nicht zurückführt, sondern in einen Abfluß oder Entsorgungsbehälter gelangen läßt 20 Hiezu 1 Blatt Zeichnung c -4- ’i
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