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Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung für Aufbewahrung, Transport und Endbearbeitung planarisierter hydrophiler torischer Kontaktlinsen im Xerogelzustand.
Unter hydrophilen Kontaktlinsen im Gelzustand werden solche Linsen verstanden, die aus einem gering vernetzten Polymerisat hergestellt sind, das im Gleichgewicht mit Wasser oder mit einer physiologischen Lösung mehr als 10 % Wasser enthält
Unter dem Xerogelzustand eines hydrophilen Gels wird ein Entwässerungszustand verstanden, in dem das Gel die Eigenschaften eines harten Materials aufweist, das durch mechanische Bearbeitung, insbesondere durch Drehen, Schleifen oder Polieren, bearbeitet werden kann. Die charakteristische Eigenschaft des Materials in diesem Zustand liegt darin, dass sich innere Spannungen nicht von selbst durch Relaxation ausgleichen können, die im Verlauf der Trocknung oder durch Einfrieren der Deformation des auf eine höhere Temperatur, bei der das Xerogel in den hochelastischen Zustand übergeht, erhitzten Xerogels erzeugt wurden.
Unter torischen Kontaktlinsen werden ferner solche Linsen verstanden, deren Brechkraft in verschiedenen axialen Ebenen unterschiedlich ist, wobei die Ebene mit der grössten Brechkraft vorwiegend senkrecht zur Ebene mit der niedrigsten Brechkraft liegt. Die Innen- oder Aussenfläche oder auch beide Flächen sind im optischen Bereiche, d. h. bis zu einem Durchmesser von 5 bis 10 mm asphärisch.
In der DE-OS 2925783 sind planarisierte hydrophile Kontaktlinsen im Xerogelzustand sowie ein Verfahren zu ihrer Herstellung aus dem gequollenen Gelzustand heraus angegeben, bei dem die in einem flüchtigen Quellungsmittel gequollenen Kontaktlinsen durch Einschliessen zwischen zwei planen oder schwach gekrümmten Flächen, von denen mindestens eine aus einer dünnen, für das flüchtige Quellungsmittel permeablen Folie
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Bei dieser Verfahrensweise resultieren plane, trockene Kontaktlinsen, die sich ausserordentlich einfach nachbearbeiten lassen, beispielsweise durch Schneiden, Abscheren, Schleifen und Polieren.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Endbearbeitung vorgefertigter hydrophiler torischer Kontaktlinsen im planarisierten Xerogelzustand sowie eine hiefür und zur Aufbewahrung solcher Kontaktlinsen geeignete Vorrichtung anzugeben, mit denen in einfacher Weise die Endbearbeitung solcher Kontaktlinsen im Hinblick auf die individuell gemessene Winkellage der Zylinderachse des Astigmatismus des Trägers vorgenommen werden kann, wobei die Vorrichtung zugleich eine Aufbewahrung ohne erneutes Nachmessen durch den Endabnehmer ermöglichen soll.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäss durch ein Verfahren zur Endbearbeitung vorgefertigter hydrophiler torischer Kontaktlinsen in planarisiertem Xerogelzustand gelöst, das gekennzeichnet ist durch - Befestigen der planarisierten torischen Kontaktlinse auf einer mit einer Winkelmessskala mit einem Winkelbereich von 0 bis 1800 versehenen Unterlage in der Weise, dass die Kontaktlinse zentral über dem Mittelpunkt der Winkelmessskala befestigt und so angeordnet wird, dass ihre Zylinderachse auf der Verbindungslinie der Winkel 0 oder 90 mit dem Mittelpunkt der Winkelmessskala liegt, - Entfernen eines zur individuell gemessenen Winkellage der Zylinderachse des Astigmatismus des Kontaktlinsenträgers ausgerichteten Segments am Rand der Kontaktlinse durch Abschneiden, Abspalten oder Abscheren und - Abrunden und Schleifen bzw.
Polieren der entstandenen Kanten.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist gekennzeichnet durch eine Unterlage mit einer Winkelmessskala mit einem Winkelbereich von 0 bis 180 , auf der die planarisierte Kontaktlinse zentral über dem Mittelpunkt der Winkelmessskala so befestigbar ist, dass ihre Zylinderachse auf der Verbindungslinie der Winkel 0 oder 90 mit dem Mittelpunkt der Winkelmessskala liegt.
Die genaue Planarisierung ist bei der Endbearbeitung vorgefertigter torischer Linsen von besonders grosser Bedeutung. Im Grossen können derartige Linsen nur in vorgefertigter Form mit der primären und zylindrischen Brechkraft hergestellt werden, wobei noch keine Stabilisierung der Linsen entsprechend dem individuell gemessenen Winkel des Astigmatismus des Trägers vorliegt. Diese endgültige Bearbeitung der Linse beruht auf dem Wegschleifen eines Segments auf dem Linsenrand, wodurch sich die Linse im Auge nicht mehr drehen kann und eine solche Lage einnimmt, in der das Segment horizontal unten liegt. Diese Bearbeitung muss selbstverständlich an der trockenen Linse vorgenommen werden, da sonst eine Abrundung und ein Schleifen der neu erzeugten Kanten nicht möglich wäre.
Eine derartige Bearbeitung ist bei Linsen, die durch Trocknung deformiert wurden, nahzu unmöglich, weshalb derartige Bearbeitungen relativ schwierig sind und hohe Anforderungen an die handwerkliche Geschicklichkeit stellen, wenn sie an der xerogelförmigen, beispielsweise durch Drehen hergestellen Linse durchgeführt werden, die die gewölbte Form der relaxierten gequollenen Linse aufweist. Demgegenüber ist die entsprechende Bearbeitung aussererordentlich einfach und genau möglich, wenn sie an vorgefertigten planarisierten Linsen im Xerogelzustand durchgeführt wird
Die erfindungsgemässe Vorrichtung, die sich zur Aufbewahrung, zum Transport sowie zur Endbearbeitung torischer Kontaktlinsen eignet, kann ferner vorteilhaft Angaben zu den optischen sowie den Formparametem der Linse im gequollenen Zustand aufweisen.
Die Kontaktlinse wird vorteilhaft zwischen zwei Schutzfolien eingeschlossen, mit denen sie auf der festen Unterlage, günstigerweise mit einem durchsichtigen Klebeband, befestigt wird.
Da die Unterlage selbst die planarisierte Linse auf der einen Seite vor Beschädigungen schützt, genügt es auch, die lediglich einseitig mit einer Schutzfolie abgedeckte Linse an der Unterlage zu befestigen, wie dies
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beispielsweise bei der serienweisen Planarisierung von auf einer festen Unterlage angeordneten und mit einer darübergespannten Cellophanfolie abgedeckten Linsen geschieht.
Die einfachste Herstellungsweise für eine solche Unterlage besteht beispielsweise in der üblichen Buchbindertechnik, d. h. im Aufkleben von glattem Papier mit Vordruck auf Pappe von etwa 1 mm Stärke sowie Unterkleben der anderen Seite mit nichtbedrucktem Papier gleicher Qualität. Es können jedoch in gleicher Weise auch Kunststoffolien als Unterlage verwendet werden, wobei der Aufdruck dann entweder direkt auf die Folie aufgebracht oder die Folie mit einem gesonderten Etikett versehen wird.
Die in der erfindungsgemässen Vorrichtung angeordnete Kontaktlinse muss vom Endabnehmer nicht erneut nachgemessen werden, auch ist die komplizierte Ermittlung der Position für die erforderliche Abtrennung eines Randsegments nicht mehr notwendig. In planarisiertem Zustand kann das Segment in zuverlässiger Weise durch einfaches Abschneiden, Abspalten oder Abscheren abgetrennt werden, so dass lediglich die hierdurch entstandene Kante einfach poliert werden muss.
Die aus der erfindungsgemässen Vorrichtung sowie der darin befestigten Kontaktlinse bestehende Garnitur eignet sich ferner vorteilhaft für den Handel und Versand von Kontaktlinsen sowie ihre zeitlich unbegrenzte Lagerung, da die Produkte in einer übersichtlichen und zugleich kompakten Form vorliegen. Hierdurch bietet sich ferner die Möglichkeit, auch kleinere Applikationszentren oder Augenoptikgeschäfte mit einem gesamten Sortiment an torischen Linsen auszurüsten, was dadurch wesentlich vereinfacht wird, dass der Parameter der Ausrichtung der Zylinderachse individuell nach dem Astigmatismus des Auges des Patienten berücksichtigt werden kann, wodurch sich die Lagerhaltung zahlreicher Einzeltypen von torischen Kontaktlinsen einsparen lässt.
Zugleich ist diese Endbearbeitung nach der oben erläuterten Verfahrensweise so einfach, dass sie bei der Durchführung keine besondere Qualifikation erfordert.
Im folgenden wird die erfindungsgemässe Vorrichtung zur Aufnahme planarisierter torescher Kontaktlinsen anhand der Zeichnung näher erläutert, in der eine Draufsicht auf eine Garnitur mit einer erfindungsgemässen Vorrichtung dargestellt ist.
Bei der in der Zeichnung dargestellten Vorrichtung, in der eine Kontaktlinse befestigt ist, ist die Unterlage (6) mit einer Winkelmessskala (5) mit einem Winkelbereich von 00 bis 1800 versehen. Auf dieser Unterlage (6) wird die Kontaktlinse (7) in planarisiertem Zustand über dem Zentrum der Winkelmessskala (5) aufgebracht. Die Zylinderachse der Kontaktlinse (7) liegt auf der Verbindungslinie (8), die auf der Winkelmessskala die Winkel 0 und 1800 verbindet. Auf der Unterlage (6) sind ferner erfindungsgemäss vorzugsweise auch die optischen und durch Einprofilieren an der planarisierten Linse angebrachten Parameter (9) der Kontaktlinse im Quellungsgleichgewicht angegeben.
An dieser Stelle können auch andere Angaben angebracht sein, die für den Anwender von Interesse sind, beispielsweise der Linsentyp, der Linsendurchmesser, die sagittale Tiefe, der innere und äussere Krümmungshalbmesser in der Mitte, die Homhautrandstärke, die Stärke im Mittelpunkt, die mittlere Stärke der Kontaktlinse und dergleichen.
Auf der anderen Seite der Unterlage (6) können ferner auch Angaben angegeben sein, mit denen die Linse herstellungsmässig identifiziert werden kann. Die Kontaktlinse kann zwischen zwei Schutzfolien (10) vorgesehen sein, mit denen sie gemeinsam auf der Unterlage (6) mit einem durchsichtigen Klebeband (11) befestigt wird.
Die Endbearbeitung, d. h. die Abtrennung des Stabilisierungssegments der Kontaktlinse (7), wird entsprechend der Winkellage der Achse des Astigmatismus des betreffenden Trägers vorteilhaft direkt auf der Unterlage (6) durchgeführt.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung mit einer eingesetzten planaren Kontaktlinse eignet sich in sehr vorteilhafter Weise für den Postversand, da die gesamte Anordnung so flach ist, dass sie im Brief versandt werden kann.
Ein weiterer Vorteil der Weiterbearbeitung nach dem erfindungsgemässen Verfahren liegt darin, dass aufgrund der flachen Anordnung das gesamte vermessene Segment in einem einzigen einfachen Bearbeitungsschritt, beispielsweise durch Anpressen eines Messers oder mit Hilfe einer Kneifzange, auf einmal abgetrennt werden kann, wodurch das relativ zeitraubende Abschleifen entfällt.
Insbesondere dann, wenn die Kontaktlinse vor der Planarisierung mit Glycerin imprägniert wurde, lässt sich die Abspaltung der Segmente reproduzierbar und genau durchführen, ohne dass unregelmässige Kanten auftreten oder die Trennung in eine nicht gewünschte Richtung verläuft.
Die abschliessende Bearbeitung der Kontaktlinse geschieht dann durch manuelles Abziehen der neu entstandenen Kanten mit feinem Schmirgelpapier und anschliessend auf einem Gewebe mit Polierpaste. Zur späteren Kontrolle der Linsenlage im Auge des Trägers kann die Kontaktlinse noch an der dem abgeschnittenen Segment gegenüberliegenden Stelle durch eine auffällige dunkle Pigmentation markiert werden, was am einfachsten mit Hilfe einer 2- igen Permanganatlösung durchgeführt wird, die man 3 min in die Linse eindiffundieren lässt, worauf sich im Linseninneren ein Pigment aus braunem Mangandioxid bildet.