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Die Erfindung bezieht sich auf eine Schneidevorrichtung für Bitumendachschindeln od. dgl., mit einer Stanzmesser aufweisenden Schneidewalze und einer damit zusammenwirkenden antrieblosen
Ambosswalze mit durchgehender Oberfläche.
Herkömmliche Schneidevorrichtungen zur Herstellung von Bitumendachschindeln aus einer vorproduzierten, gegebenenfalls verstärkten Materialbahn, weisen eine Schneidewalze und eine damit zusammenwirkende Ambosswalze auf, wobei auf der Schneidewalze neben den Messern, welche die Längs- bzw. Breitseite der Schindeln schneiden, auch Stanzmesser zum Ausstanzen bestimmter
Schindelformen befestigt sind. Die Schneidewalze, deren Umfang der Schindellänge entspricht, d. h. entweder 1 Yard oder 1 Meter, weist in ihrem Inneren eine Ausstossvorrichtung auf, welche mittels Exzenter die Stanzabfälle aus den einzelnen Stanzmessern nach aussen ausstösst. Antrieb und Aufbau dieser Ausstossvorrichtung bedingen einen relativ komplizierten Gesamtaufbau der
Schneidewalzen.
So ist beispielsweise aus der DE-OS 2353226 eine Schneidevorrichtung bekannt, die Matrizen- trommel und eine Walze mit Schneidestempeln aufweist. Diese bekannte Anordnung hat den Nachteil, dass die zusammenarbeitenden Walzen bzw. Trommeln bewegungsmässig exakt aufeinander abgestimmt werden müssen und dass sie jeweils einen speziellen Drehantrieb erfordern, um eine Beschädigung von Schneidestempeln und Lochmatrizen zu vermeiden.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schneidevorrichtung vorzuschlagen, welche die Nachteile herkömmlicher Schneidevorrichtungen vermeidet und insbesondere Stanzmesser aufweist, welche einen exakten Schnitt garantieren, wobei gleichzeitig. das Problem der Beseitigung der Stanzabfälle auf einfache Weise gelöst werden soll.
Diese Aufgabe wird gemäss der Erfindung dadurch gelöst, dass jedes der mit seinen Schneidkanten über die Umfangsfläche des Mantels der hohl ausgebildeten Schneidewalze ragenden Stanzmesser eine Öffnung begrenzt, welche einen sich in Richtung der Achse der Schneidewalze erweiternden Querschnitt aufweist, wodurch die Stanzabfälle ungehindert ins Innere der Schneidewalze gelangen, sowie dass die Schneidewalze auf der Antriebsseite an einem Antriebsflansch und auf der gegenüberliegenden Seite an einem den Innendurchmesser der Schneidewalze freilassenden Gleit- oder Kugellager gelagert ist. Da sich die durch Stanzmesser gebildete Öffnung in Richtung der Achse der Schneidewalze konisch erweitert, verbleibt zunächst jeder Stanzabfall im Messer, wird jedoch vom jeweils nachfolgenden Abfall in die sich erweiternde Öffnung gedrückt.
Dadurch wird der Abfall frei und fällt durch eine sich im Mantel der Schneidewalze anschliessende Öffnung in das Innere der Schneidewalze. Es genügt an sich, eine Stirnseite der Schneidewalze offen zu halten, wobei durch selbsttätiges Rutschen der seitliche Austrag der Stanzabfälle erfolgt.
Dadurch ist vorteilhafterweise im Inneren der Schneidewalze überhaupt keine Mechanik zum Ausstossen der Stanzabfälle notwendig. Ausserdem wird ein Verkleben der Stanzmesser, welches bei Schindelschneidevorrichtungen herkömmlicher Bauart zu deren Zerstörung führen kann, vermieden.
Von grossem Vorteil bei der Erfindung, vor allem beim Auswechseln einzelner Stanzmesser, ist es, wenn in einer Weiterbildung der Erfindung das Stanzmesser in einen Messerhalter eingeschraubt ist, welcher in einer Vertiefung am Umfang der Messerwalze befestigt ist, wobei im Mantel der Schneidewalze eine an diese Öffnung anschliessende Öffnung vorhanden ist, sowie dass im Messerhalter Abdrückgummi zum Abheben des Schnittgutes nach dem Stanzvorgang angeordnet sind. Die Abdrückgummi heben nach erfolgtem Schnitt die ungeschnittene Isolierbahn einerseits bzw. die geschnittenen Schindeln anderseits durch Abdrücken vom Stanzmesser ab. Es sind somit ausser der an sich bekannten Wasserbesprühung keine mechanischen Hilfen zum Schneiden der Schindeln bzw. zum Ausstossen der Stanzabfälle notwendig.
In einer speziellen Ausführung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Stanzmesser U-förmig ausgebildet ist, wobei dessen Symmetrieebene die Achse der Schneidewalze enthält und an der offenen Seite der U-Form von einem Radialmesser begrenzt ist, sowie dass die Länge der Schenkel des U-förmigen Stanzmessers kleiner oder gleich der halben Breite einer Schindel ist. Vorteilhaft ist es dabei, wenn die Schneidewalze einen Umfang von zwei Schindellängen aufweist, wobei dann der Innendurchmesser zirka 450 mm beträgt, so dass die Schneidewalze entsprechend robust ausgeführt werden kann und trotzdem der Innendurchmesser genügend gross für einen sicheren
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Austrag der Stanzabfälle ausgeführt werden kann.
Die solcherart erzeugten Schindeln weisen somit an einer Längsseite beispielsweise drei äquidistante Schlitze auf, die eine Schindel im
Gesamtausmass von zirka 100 cm Länge und 33, 3 cm Breite viermal unterteilen, so dass im verlegten
Zustand der Schindeln von jeder Schindel vier Teilflächen im Ausmass von zirka 14 mal 25 cm sichtbar bleiben.
Bei einem U-förmigen Stanzmesser ist in einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass seitlich neben den Schenkeln des U-förmigen Stanzmessers mindestens zwei Abdrückgummi angeordnet sind.
Von Vorteil ist es dabei, wenn die Abdrückgummi im entlasteten Zustand zumindest gleich weit über den Umfang der Schneidewalze vorstehen, wie das Stanzmesser, einen kreisringförmigen
Querschnitt aufweisen und mit einem Treibzylinder in einer Bohrung des Messerhalters befestigt sind. Die im Messerhalter angeordneten Stanzmesser bilden zusammen mit den dort ebenfalls befestigten Andrückgummi eine Montageeinheit, welche bei Abnutzung oder Bruch leicht in einem
Stück ausgebaut und ersetzt werden kann. Die Abdrückgummi bzw. Gummiausstosshülsen werden mittels Treibzylinder an die Aussenwand der Bohrungen im Messerhalter gepresst und so befestigt und heben nach erfolgtem Schnitt die umgeschnittene Isolierbahn einerseits bzw. die geschnittenen
Dachschindeln anderseits durch Abdrücken vom Stanzmesser ab.
Eine spezielle Ausgestaltung nach der Erfindung sieht vor, dass entlang des Umfanges der Schneidewalze acht U-förmige Stanzmesser vorhanden sind, wobei an den bogenförmigen
Teil jedes vierten Stanzmessers ein zur Achse der Schneidewalze paralleles Quermesser anschliesst.
Durch den vergrösserten Umfang kann die Schneidewalze entsprechend schwerer und robuster ausgeführt werden, wobei mit jedem Umlauf der Schneidewalze zwei Dachschindeln fertiggestellt werden, welche mit den an den bogenförmigen Teil der Stanzmessser anschliessenden Quermessern jeweils an der Breitseite abgeschnitten werden.
Es ist entsprechend der Erfindung natürlich auch möglich, dass mehrere U-förmige Stanzmes- ser, jeweils durch Radialmesser getrennt, in der die Achse der Schneidewalze enthaltenden Symme- trieebene vorliegen, so dass gleichzeitig mehrere Dachschindeln fertigstellbar sind.
Zur besseren Abfuhr der Stanzabfälle kann erfindungsgemäss auch vorgesehen sein, dass auf der Innenfläche der Schneidewalze eine Transportspirale befestigt ist bzw. dass die Innenfläche der Schneidewalze kegelstumpfförmig ausgebildet ist. Schliesslich wird die Standzeit der erfindungs- gemässen Schneidevorrichtung entscheidend verlängert, wenn eine zur Schneidewalze achsparallele
Zugwalze vorhanden ist, deren Geschwindigkeit in Abhängigkeit von der Abnutzung der Stanzund Schneidemesser der Schneidewalze variierbar ist. Die Friktion zwischen Zugwalze und der einzuziehenden Materialbahn, aus welcher die Dachschindeln ausgeschnitten werden sollen, wird durch ein gespannt an die Zugwalze anliegendes Gummiband erzeugt, welches breiter ausgeführt ist als die Materialbahn.
Das Gummiband ist im Anpressdruck variierbar, und zusätzlich kann durch Abstellen oder Andrücken der Zugwalze das Einführen und Geraderichten der Isolierbahn erleichtert werden.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es zeigen Fig. l eine Teilansicht der Schneidevorrichtung, Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie II-II in Fig. l, Fig. 3 ein Detail aus Fig. 2 in gleicher Schnittdarstellung, Fig. 4 einen Schnitt entlang der Linie IV-IV in Fig. 3 und Fig. 5 eine Bitumendachschindel.
Fig. l zeigt eine Teilansicht der Schneidevorrichtung mit einer teilweise angeschnittenen Schneidewalze --1--, welche auf der Antriebsseite --2-- einen Antriebsflansch --3-- aufweist, an welchem die Schneidewalze --1-- im nicht dargestellten Getriebekasten gelagert ist. Auf der gegenüberliegenden Seite ist die Schneidewalze --1-- an einem den Innendurchmesser--4-der Schneidewalze --1-- freilassenden Gleit- oder Kugellager --5-- gelagert, welches vom Rahmen --6-- der Vorrichtung unterstützt wird.
Die um die Achse --7-- rotierende Schneidewalze --1-- wirkt mit der darüberliegenden Ambosswalze --8-- zusammen, welche beidseitig La- ger --9-- aufweist. In dieser Zeichnung sind lediglich einige mit --10-- bezeichnete U-förmige Stanzmesser sowie die Radialmesser --11-- und die Quermesser --12-- schematisch dargestellt.
Es sind natürlich im Rahmen der Erfindung auch andere Stanzmesser --10-- denkbar, die eine anders geformte Öffnung --13-- freilassen. An die sich in Richtung der Achse --7-- der Schneide-
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--1-- erweiternde Öffnung --13-- schliesstdel - durch die Radialmesser --11-- geschnitten wird. Die Stanzmesser --10-- sind im Messerhal- ter --17-- eingeschraubt, welche in Vertiefungen --18-- am Umfang --19-- der Schneidewal- ze --1-- befestigt sind. Es ist natürlich auch möglich, auf der Innenfläche --20-- der Schneide- walze-l-eine Transportspirale anzubringen oder diese Innenfläche --20-- kegelstumpfförmig auszubilden, um das Auswerfen der Stanzabfälle zu erleichtern.
Im Messerhalter --17-- sind Bohrungen --21-- zur Anbringung von Abdrückgummi --22--, welche in den Fig. 3 und 4 näher dargestellt sind, ausgeführt.
In den Fig. 3 und 4 ist der Messerhalter --17-- mit dem Stanzmesser --10-- und dem Abdrückgummi --22-- im Detail dargestellt. Das U-förmige Stanzmesser --10-- weist symmetrisch zur Symmetrieebene --23-- Schenkel --24-- auf, welche mit einem bogenförmigen Teil --25-- verbunden sind, an welchem beim dargestellten Messer ein Quermesser --12-- anschliesst. Das
Stanzmesser --10-- kann natürlich auch aus mehreren Teilmessern zusammengesetzt sein.
Die vom U-förmigen Stanzmesser --10-- begrenzte Öffnung --13-- weist einen sich erweitern- den Querschnitt auf und mündet in die schlitzförmige Öffnung --14-- im Mantel --15-- der Schneidewalze --1--. Neben den Schenkeln --24-- des Stanzmessers --10-- sind in Bohrun- gen --21-- des Messerhalters --17-- Abdrückgummi --22-- bzw. Gummiausstosshülsen mittels
Treibzylinder --26-- befestigt. Die Abdrückgummi --22-- weisen einen kreisringförmigen Quer- schnitt auf und sind in Fig. 3 an ihrem der Materialbahn --16-- bzw. der Dachschindel --27-- zugewendeten Ende durch den Anpressdruck leicht deformiert.
Das Stanzmesser --10--, welches an einem Absatz --28-- des Messerhalters --17-- anliegt, wird durch Schrauben --29-- im Messerhalter --17-- befestigt, welcher seinerseits mittels Schrauben --30-- in der Vertiefung --18-der Schneidewalze-l-verschraubt ist.
Die vom Stanzmesser --10-- ausgestanzten Stanzabfälle --31-- werden von nachfolgenden Abfällen in die sich erweiternde Öffnung --13-- gedrückt und treten dann durch die Öffnung - ins Innere der an zumindest einer Seite offenen Schneidewalze-l-aus.
Schliesslich ist in Fig. 5 eine mit der erfindungsgemässen Schneidevorrichtung hergestellte
Dachschindel --27-- dargestellt. Sie weist drei äquidistante, durch die Stanzmesser --10-erzeugte Schlitze --32-- auf, die die Schindel in vier Teilflächen --33-- unterteilen, wenn sie entlang der Linie --34-- von der darüberliegenden Schindelreihe teilweise überdeckt ist.
PATENtANSPRÜCHE :
1. Schneidevorrichtung für Bitumendachschindeln od. dgl, mit einer Stanzmesser aufweisenden Schneidewalze und einer damit zusammenwirkenden antriebslosen Ambosswalze mit durchgehender Oberfläche, dadurch gekennzeichnet, dass jedes der mit seinen Schneidekanten über die Umfangsfläche (19) des Mantels (15) der hohl ausgebildeten Schneidewalze (1) ragenden Stanzmesser (10) eine Öffnung (13) begrenzt, welche einen sich in Richtung der Achse der Schneidewalze (1) erweiternden Querschnitt aufweist, wodurch die Stanzabfälle ungehindert ins Innere der Schneidewalze (1) gelangen, sowie dass die Schneidewalze (1) auf der Antriebsseite (2) an einem Antriebsflansch (3) und auf der gegenüberliegenden Seite an einem den Innendurchmesser (4) der Schneidewalze (1)
freilassenden Gleit- oder Kugellager (5) gelagert ist.
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