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Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Unwirksammachen einer Mündungsbremse für das Verschiessen von unterkalibrigen Geschossen, wie z. B. Pfeilgeschossen mit Treibkäfigen, bei angesetzter Mündungsbremse. Beim Verschiessen von Munition, wie beispielsweise Granaten, ist es bekannt, dass das Rohr eine in seiner Achsrichtung liegende Bewegung, namentlich einen Vor- und Rücklauf, durchmacht. Es ist daher beim Verschiessen von Granaten üblich, vor der Mündung des Rohres Aufsätze anzuordnen, welche diese Bewegung dämpfen und bremsen sollen und üblicherweise als Mündungsbremse bezeichnet werden. Derartige Aufsätze weisen zumeist Schlitze oder Durchbrechungen auf, in welchen sich das Mündungsgas verfängt und auf diese Weise den Rücklauf bremst.
Wenn mit einem derartigen Geschütz, welches mit einer Mündungsbremse versehen ist und auf diese Weise für das Verschiessen von Granaten eingerichtet ist, kurzfristig von Fernzielen auf Nahziele umgestellt werden soll und panzerbrechende Munition Verwendung finden soll, dann lässt sich derartige Munition bei angesetzter Mündungsbremse nicht präzise verschiessen. Panzerbrechende Munition, beispielsweise Pfeilgeschosse mit Treibkäfigen, könnten bei einem Verschiessen mit angesetzter Mündungsbremse den Aufsatz zum Platzen führen und zu gefährlichen Beschädigungen Anlass geben.
Aus der FR-PS Nr. 2. 274. 886 ist bereits eine Mündungsbremse bekanntgeworden, welche aussen am Rohr über eine Verschraubung festgelegt ist. Die bekannte Mündungsbremse konnte mehr oder minder weit auf das Rohr aufgeschraubt werden, um auf diese Weise die Effizienz der Mündungs- bzw. Rücklaufbremse der jeweils verschossenen Munition anzupassen. Sofern derartige Verschraubungen mehrmals betätigt werden, leidet naturgemäss der feste Sitz einer Mündungsbremse an einem Rohr.
Die Erfindung zielt nun darauf ab, einen plötzlichen Munitionswechsel von für Fernziele geeigneter Munition auf für Nahziele geeigneter Munition ohne Abnahme der Mündungsbremse zu ermöglichen. Zur Lösung dieser Aufgabe ist die eingangs genannte Einrichtung im wesentlichen gekennzeichnet durch ein rohrförmiges Passstück, welches an der Rohrmündung festlegbar ist und in die Mündungsbremse einschiebbar ist. Ein derartiges Passstück, welches in vorteilhafter Weise aus dem gleichen Material wie das Rohr gefertigt sein kann, wird in die Mündungsbremse eingeschoben und an der Aussenseite des Rohrmantels oder an der Mündungsbremse festgelegt.
Der nachträgliche Einsatz eines derartigen Passstückes ist in der Regel mit wesentlich geringerem Zeitaufwand verbunden als das Abnehmen der Mündungsbremse, so dass das Ziel, einen raschen Wechsel von einer Munitionsart auf die andere zu ermöglichen, durch den erfindungsgemässen Einsatz sicher und einfacher erreicht werden kann.
In vorteilhafter Weise ist die Ausbildung hiebei so getroffen, dass die dem Rohr zugewendete Stirnfläche des Passstückes bündig an der Stirnfläche des Rohres anschliessbar ist und der Innendurchmesser des Passstückes grösser oder gleich der lichten Weite der Züge des Rohres ist. Wenn das Passstück in die Mündungsbremse eingeschraubt werden soll, so muss das Aussengewinde des Passstückes so angeordnet werden, dass ein Einschrauben bis in diejenige Position möglich ist, in welcher die Stirnfläche des Passstückes an der Stirnfläche des Rohres anliegt. Um Beschädigungen mit Sicherheit zu vermeiden, muss hiebei der Innendurchmesser des Passstückes auf die lichte Weite der Züge des Rohres und nicht auf die lichte Weite der Felder abgestimmt werden.
In einfacher Weise kann das Passstück mit der Mündungsbremse verschraubbar ausgebildet sein. Es ist jedoch ohne weiteres denkbar, das Passstück mit einem Bajonettverschluss an der Aussenseite des Rohres festzulegen. Hiefür kann das Passstück mit einem nach aussen ragenden Flansch ausgebildet sein und von einer Überwurfmutter bzw. von einem Überwurfbajonett in seiner exakten Lage gehalten werden.
Vorzugsweise ist das Passstück aus Aluminium gefertigt.
Die Erfindung wird nachfolgend an Hand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. In diesen zeigen Fig. 1 einen Axialschnitt durch ein Rohr mit angesetzter Mündungsbremse und eingesetztem Einsatz, Fig. 2 eine perspektivische Ansicht einer Ausbildung einer Mündungsbremse und Fig. 3 eine perspektivische Ansicht einer abgewandelten Ausbildung einer Mündungsbremse.
In Fig. 1 ist das Rohrende mit-l-bezeichnet. Auf dieses Rohrende wird eine Mündungsbremse --2-, deren Innenwand beispielsweise in Fig. 2 oder 3 perspektivisch dargestellt ist, aufge-
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--3-- für- des Rohres anliegt. Der Innendurchmesser a des Passstückes --4-- ist hiebei so bemessen, dass er der lichten Weite der Züge des Rohres-l-entspricht. Das Passstück --4-- wird in die Mündungsbremse eingeschraubt. Die Mündungsbremse --2-- weist in ihrem äusseren Bereich - entsprechende Durchbrechungen mit Staudüsen für die Pulvergase auf.
Bei der Darstellung nach Fig. 2 und 3 sind Innenwände von Mündungsbremsen --2-- darge- stellt, welche im Fall der Darstellung nach Fig. 2 radiale Durchbrechungen --8-- und im Falle der Darstellung nach Fig. 3 in axialer Richtung verlaufende Schlitze --9-- aufweist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zum Unwirksammachen einer Mündungsbremse für das Verschiessen von unterkalibrigen Geschossen, wie z. B. Pfeilgeschossen mit Treibkäfigen, bei angesetzter Mündungsbremse, gekennzeichnet durch ein rohrförmiges Passstück (4), welches an der Rohrmündung (l) festlegbar ist und in die Mündungsbremse (2) einschiebbar ist.
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