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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Herstellung einer wärme-und zugfesten, sowie biegsamen Verbindung zwischen den Enden von bahnförmigen Materialien, insbesondere zwi- schen einer Lage aus einer Vielzahl paralleler Garne (Garnlage) und einem bahnförmigen Material mit einer ersten Haltevorrichtung zum zeitweiligen Festklemmen des freien Endes des auf einer Vor- ratstrommel aufgewickelten und von diesem abziehbaren bahnförmigen Materials, wobei die Haltevor- richtung seitlich der Transportebene der Garnlage angeordnet ist und in Transportrichtung der
Garnlage gesehen hinter dieser Haltevorrichtung eine Klemmvorrichtung für die Garnlage angeord- net ist, zwischen deren gegeneinander bewegbaren Backen die Transportebene der Garnlage verläuft.
In der Textiltechnik liegt oft die Aufgabe vor, Flächengebilde miteinander zu vereinen, be- sonders dann, wenn Textilbahnen, die kontinuierlich behandelt werden, mit andern Textilbahnen zu verbinden sind, unabhängig davon, ob diese andern Textilbahnen nun Hilfsvorrichtungen sind, mit welchen das Behandlungsverfahren durchgeführt wird, oder um Textilbahnen, die dem Verfah- ren selbst unterworfen werden. Bei solchen Behandlungsverfahren werden die zu bearbeitenden Tex- tilbahnen nicht zur Gänze aus der Behandlungsmaschine herausgezogen, sondern es wird eine neue
Bahn an die zu Ende gehende Bahn angeschlossen.
Auf diese Weise wird vermieden, dass die Be- arbeitungsmaschine, die für solche Textilbehandlungsverfahren ausserordentliche Längen aufweisen, leerläuft, welches aufwendige Mehrarbeiten bringt, eine neue Bahn müsste eingezogen werden, die stillstehende Maschine muss gereinigt werden u. dgl. mehr. In der nachfolgenden Beschreibung und auch in den Ansprüche bedeuten Begriffe wie Garnlage, bahn- oder schichtförmiges Material einen faserartigen zweidimensionalen Werkstoff, dessen Dicke im Vergleich mit der Breite und insbesonde- re der Länge nur einen sehr geringen Wert hat.
Es handelt sich also in der Regel stets um Textil- bahnen im allgemeinsten Sinn dieses Begriffes und darunter werden gewebte und nicht gewebte
Stoffe, Vliese, Wirkware, auch einschichtige und mehrschichtige Bahnen verstanden, letztere auch wenn sie von parallelen Fadenscharen gebildet werden, beispielsweise von Schuss- oder Kettgarnen.
Textile Bearbeitungsverfahren, die in langgestreckten Anlagen ausgeübt werden, sind Wa- schen, Sengen, Bleichen, Zurichten, Bedrucken, Ausrüsten u. dgl. mehr. Fadenscharen werden meist gefärbt und geschlichtet.
Verfahren und Massnahmen zur Behandlung von Fadenscharen an Stelle der letztlich gewonnenen Gewebe verbreiten sich immer mehr und es können bei diesem Verfahren alle Veredelungsoperationen ausgeführt werden, sofern dies im Hinblick auf die nachfolgenden Verarbeitungsschritte sinnvoll ist. Solche Verfahren sind beispielsweise beschrieben in der CH-PS Nr. 612557 und der FR-PS Nr. 1. 201. 724.
Es ist sehr aufwendig und schwierig, Garne, die solchen Verarbeitungsprozessen unterworfen werden, in eine Verarbeitungsmaschine oder -anlage einzuziehen oder nachzuziehen, um die bereits eingeführten und behandelten Garne zu ersetzen, ist doch die Anzahl der parallelen Garne, die eine solche Anlage durchlaufen, ausserordentlich gross. Die Zahl liegt ungefähr zwischen 7 bis 10000 und die Einzuglängen selbst erreichen beachtliche Werte. Es sind hier Längen von 350 und mehr Meter zu berücksichtigen.
Wenn Gewebe solchen Bearbeitungsverfahren und Bearbeitungsschritten unterworfen werden, besteht die vorstehend geschilderte Schwierigkeit im geringeren Ausmass, da in diesem Falle die Anfangsbereiche des neuen Gewebes einfach an die Endbereiche des gerade behandelten Gewebes durch ein oder mehrere Nähte angeschlossen wird, zu welchem Zweck Handnähmaschinen dienen.
In der europäischen Patentschrift 0063 546 ist nun eine Massnahme erläutert, mit welcher solche Garnlagen mit einer Textilbahn verbunden werden können. Bei solchen Gegenlagen handelt es sich um Textilgebilde, die in Längsrichtung, d. h. in Zugrichtung wie Vliese und parallele Fadenscharen ausfasern. Die nach der europäischen Patentschrift 0063 546 vorgeschlagene Verbindung besteht nun aus einer Verklebung oder Heisssiegelung, welche mindestens auf derjenigen Seite, die einer Temperaturbeanspruchung beim betriebsmässigen Einsatz angesetzt wird, durch eine wärmeisolierende und wärmeabweisende Schicht abgeschirmt ist.
Zu diesem Zweck wird nach dem bekannten Vorschlag, die Lage aus einer Vielzahl von parallelen Garnen in gestrecktem Zustand festgehalten u. zw. zwischen einem ersten Streifen aus einem schweissbaren oder heisssiegelfähigen Plastikstoff, der an einem Gewebe befestigt ist, und einem zweiten schweissbaren oder heisssiegelfähigen Streifen, wobei die Ebene beider Streifen und die Garnlage im wesentlichen parallel zueinander verlaufen.
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Dann werden die Streifen und die Garnlage zusammengedrückt und die beiden Streifen durch Heiss- verschweissen oder Versiegeln miteinander verbunden, wobei die Garnlage zwischen den Streifen durch dieses Versiegeln oder Verschweissen sozusagen eingeklemmt wird.
Diese vorbekannte Massnahme hat sich durchaus bewährt und sie wird auch in der Praxis erfolgreich ausgeübt. Der einzige Nachteil dieser Massnahme liegt darin, dass die schweissbar oder heisssiegelfähigen Stoffe im Vergleich zu normalen einfachen Geweben ausserordentlich teuer sind und dass bei der Ausübung dieses Verfahrens solche schweissbare und heisssiegelfähige Stoffe in grossen Mengen verwendet werden müssen, was die Ausübung dieser bekannten Massnahme teuer ge- staltet.
Hier nun setzt die Erfindung ein, die darauf abzielt, eine Vorrichtung der eingangs erwähn- ten Art so zu gestalten, dass auf den Einsatz und die Verwendung solcher in grossen Mengen not- wendigen und sehr teuren schweissbaren und heisssiegelfähigen Stoffen verzichtet werden kann, was erfindungsgemäss dadurch gelingt, dass die beiden Seiten der Transportebene der Garnlage und quer zur Transportrichtung derselben Führungen vorgesehen sind,
wobei an der einen Führung ein min- destens eine Nähnadel für einen Oberfaden aufweisender Nadelkopf und an der auf der andern
Seite der Transportebene der Garnlage befindlichen Führung ein einen Schiffchen- oder Greifer- mechanismus für einen Unterfaden aufweisender Schiffchenkopf angeordnet ist und die beiden Köpfe synchron antreibbar und entlang den Führungen synchron verschiebbar sind und die erste Halte- vorrichtung zum zeitweiligen Festklemmen des frischen Endes des bahnförmigen Materials in Trans- portrichtung zur Garnlage gesehen, hinter jener gedachten Ebene liegt, die die beiden Köpfe mit den Nadeln und den Schiffchen enthält. Es ist an dieser Stelle zu vermerken, worauf schon einleitend hingewiesen wurde, dass es bekannt ist, Gewebebahnen miteinander durch Nähte zu verbinden.
In einem solchen Fall wird der Anfangsbereich des neuen Gewebes einfach an den Endbereich des gerade behandelten Gewebes angenäht. Dies mit Handnähmaschinen. Wenn aber Textilgebilde vorliegen, die in Längsrichtung wie Vliese oder parallele Fadenscharen ausfasern, so wurde eine solche Lösung (Zusammennähen) als nicht brauchbar betrachtet. Entgegen dieser Ansicht ist es jedoch nunmehr möglich, Garnlagen mit einem bahn- oder schichtförmigen Material ausschliesslich durch Nähte wärme- und zugfest sowie biegsam zu verbinden, so dass darauf verzichtet werden kann, die teuren und aufwendigen heisssiegelfähigen und schweissbaren Stoffe einzusetzen.
Unter einem Nadelkopf im Sinne dieser Beschreibung wird eine mechanische Einrichtung verstanden mit mindestens einer hin- und hergehenden Nähnadel, die einen Oberfaden führt, wie dies bei Nähmaschinen bekannt ist. Unter Schiffchenkopf wird eine mechanische Einrichtung im Sinne dieser Erfindung verstanden, die Schiffchen oder Greifer aufweist, die einen Unterfaden führen und die mit der Nadel des Nadelkopfes zusammenwirken, um eine aus mindestens zwei Fäden gebildete Naht zu schaffen.
Zur Veranschaulichung der Erfindung wird diese nun an Hand eines Ausführungsbeispieles näher beschrieben. Es zeigen : Fig. 1 einen Längsschnitt durch die Vorrichtung, die am Einlaufbereich einer Garnbehandlungsmaschine angeordnet ist ; Fig. 2 einen Querschnitt durch die Vorrichtung nach Fig. 1 gemäss der Schnittlinie II-II in Fig. l ; Fig. 3 ein Detail der Vorrichtung nach Fig. 1 u. zw. in Draufsicht gemäss der Schnittlinie III-III in Fig. l ; Fig. 4 eine Ansicht auf das Detail nach Fig. 3 (Blickrichtung Pfeil A in Fig. 3) ; Fig. 5 die mit der Vorrichtung nach den Fig. 1 bis 4 hergestellte Verbindung in Schrägsicht ; Fig. 6 einen Niederhalter für die Nadeln des Nadelkopfes in Ansicht.
Die Vorrichtung nach Fig. 1 ist an der Einlaufseite einer Garnbehandlungsanlage ortsfest angeordnet, von welcher hier jedoch nur der sogenannte Kompensator --20-- dargestellt ist. In einem geeigneten, hier nicht im Detail ausgeführten Maschinengestell-l-ist die horizontal verlaufende Transportebene E durch eine die Vorrichtung quer durchsetzende Garnlage --2-- im Sinne der vorstehenden Darlegungen dargestellt, die etwa in halber Höhe der Vorrichtung liegt. Die Transportrichtung, in welcher die Garnlage --2-- die Anlage und Vorrichtung durchläuft, ist durch einen Pfeil 3 gekennzeichnet. Oberhalb und unterhalb dieser Transportebene sind feststehend im Maschi- nengestell --1-- schienenartige Führungen --4 und 5-- vorgesehen.
Entlang der oberen Führung - und mit dieser verbunden ist ein Nadelkopf --6-- verschiebbar gelagert, der hier zwei
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richtung (Pfeil 3) gegeneinander versetzt. Beim betriebsmässigen Einsatz bewegt sich dieser Nadelkopf senkrecht zur Zeichenebene in Fig. 1. Entlang der Führung --5-- und mit dieser verbunden ist ein Maschinenkopf-9--nachstehend Schiffchenkopf-verschiebbar gelagert, in welchem Schiffchen - oder Greifermechanismen angeordnet sind. Die Nadeln --7 und 8-- führen den Oberfaden, die Schiffchen oder Greifer einen Unterfaden. Unter Nadelkopf im Sinne der gegenständlichen Erfindung wird eine Mechanik verstanden wie sie von Nähmaschinen her bekannt ist.
Die Nadeln sind in ihrer Achsrichtung bewegbar und tragen nahe ihrem spitzen Ende eine Öse, durch welche der sogenannte Oberfaden geschlungen ist. Unter Schiffchenkopf im Sinne dieser Erfindung wird eine mechanische Einrichtung verstanden, in welcher Schiffchen oder Greifer gelagert sind, die einen Unterfaden führen und die mit der hin- und hergehenden Nadel zur Bildung eines Stiches in herkömmlicher Weise zusammenwirken. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die beiden Ma- schinenköpfe --6 und 9-- über ein U-förmiges Joch-10- (Fig. 2) miteinander verbunden, dessen Tiefe grösser ist als die Breite der zu behandelnden Garnlage --2--.
Die Ebene des Joches --10--
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Ein Antriebsmotor --11-- für die Nähnadeln --7 und 8-- und den Schiffchenkopf ist zweckmässiger- weise direkt an diesem Joch --10-- angeflanscht und die Antriebselemente für den synchronen An- trieb von Nadeln und Schiffchen verlaufen zweckmässigerweise in den als Hohlkästen ausgebildeten
Schenkeln dieses Joches --10--. Der die beiden Schenkel des Joches --10-- verbindende Abschnitt ist, wie Fig. 2 zeigt, gegenüber dem Boden-12-- über eine Strebe-13-- mit einer Laufrolle - abgestützt, die zweckmässigerweise entlang einer Führungsbahn geführt ist. Die Arbeits- richtung des Joches --10-- ist durch einen Pfeil 15 in Fig. 2 angedeutet.
Der Schiffchenkopf-9-- ist ferner von einer ortsfest gelagerten, jedoch drehbaren Gewindespindel --16--, durchsetzt, die über einen ortsfesten Motor --17-- antreibbar ist. Durch die sich drehende Spindel --16-- wird das Joch --10-- und mit ihm der Nadelkopf --6-- und der Schiffchenkopf-9-- synchron und rechtwinkelig zur Zeichenebene nach Fig. l verfahren.
Unterhalb der Transportebene E und in Transportrichtung (Pfeil 3) gesehen hinter der Be- wegungsebene der beiden Köpfe --6 und 9-- ist eine erste Haltevorrichtung --18-- angeordnet, die aus zwei gegeneinander verstellbaren leistenförmigen Klemmbacken --21 und 22-- gebildet ist, wobei aus Gründen der Übersichtlichkeit, die Verstelleinrichtung für diese beiden Backen --21 und 22-- hier in Fig. 1 nicht gezeigt ist. Als Verstelleinrichtung können hier zweckmässigerweise hydraulische oder pneumatisch betätigbare Kolbenzylindereinheiten eingesetzt werden.
Gegenüber dem Schiffchenkopf --9-- ist diese Haltevorrichtung --18-- so angeordnet, dass ihre Auflageebene für das bahn- oder schichtförmige Material --19-- auf etwa dem gleichen Niveau liegt wie die Auflageebene --23-- des Schiffchenkopfes --9--, vor welcher, ebenfalls in Transportrichtung (Pfeil 3) gesehen, und unterhalb der Transportebene E eine frei drehbare Umlenkwalze --24-im Maschinengestell-l-gelagert ist.
Vor dem Maschinengestell --2-- der Vorrichtung und ebenfalls unterhalb der Transportbahn --E-- ist ein Wagen-25-- rechtwinkelig zur Zeichenebene nach Fig. 1 verfahrbar gelagert, der eine Vorratsrolle --26-- trägt, auf welcher das bahn- oder schichtförmige Material --19-- aufgewickelt ist.
Oberhalb der Transportebene E und somit oberhalb der Garnlage --2-- ist nun eine zweite Haltevorrichtung vorgesehen, die aus zwei Klemmleistenpaaren --27 und 28-- besteht. Diese beiden Paare --27 und 28-- sind so angeordnet, dass zwischen ihnen die gedachte Verschiebeebene des Nadelkopfes --6-- liegt, mit andern Worten, die beiden Klemmleistenpaare --27 und 28-- lie- gen auf je unterschiedlichen Seiten des Nadelkopfes --6-- und erstrecken sich ebenfalls rechtwinkelig zur Zeichenebene nach Fig. 1. Auch für diese Klemmleistenpaare sind Verstelleinrichtungen - 29 und 30-- vorgesehen, die jedoch aus Gründen der Übersichtlichkeit in Fig. 1 nicht dargestellt sind.
Je eine Leiste der beiden Klemmleistenpaare --27 und 28-- ist endseitig mit einem Querholm - verbunden und diese Teile bilden zusammen einen Rahmen --44--, der entlang von vertikalen Führungen --32-- mittels einer Verstelleinrichtung --33-- gehoben und gesenkt werden kann.
Diese vertikalen Führungen --32-- sind Teile eines Schlittens --34--, der seinerseits horizontal entlang einer bezüglich des Maschinengestells --1-- ortsfesten Führung --35-- horizontal verschieb-
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bar ist. Auch dazu dient als Verstelleinrichtung --36-- eine Kolbenzylindereinheit.
Auf der Seite des Maschinengestells, die der Garnbehandlungsanlage zugewandt ist, ist noch eine Klemmeinrichtung --37-- vorgesehen, durch deren beide Klemmbacken die Transportebene E bzw. die Garnlage --2-- verläuft. Eine Kolbenzylindereinheit --38-- dient auch hier zur Betätigung dieser Klemmeinrichtung. Ihr gegenüber, auf der Eingangsseite der Vorrichtung bzw. des Maschinengestells --1--, ist noch eine Schneidleiste --39-- vorgesehen, deren Betätigungseinrichtung hier jedoch nicht dargestellt ist. Soweit zum konstruktiven Aufbau der Vorrichtung.
Im folgenden wird nun die Arbeitsweise dieser Vorrichtung beschrieben : Eine parallele Faden- oder Garnschar, hier als Garnlage --2-- bezeichnet, läuft von nicht dargestellten Zettelbäumen ab und von links her (Fig. l) in die Vorrichtung ein, durch diese hindurch und anschliessend über eine erste Umlenkwalze --40-- in die eigentliche Garnbehandlungsanlage mit dem vorgeschalteten Kompensator --20--, wo sie den eigentlichen Bearbeitungsvorgängen nacheinander unterworfen wird. Auf dem aufgezeigten Weg geht die Garnlage --2-- durch die vorstehend erläuterten Teile hindurch, deren Zusammenwirken nachstehend nun erläutert wird.
Vorausgeschickt wird dabei, dass die Fig. 1 diese Teile in ihrer jeweiligen Stellung zeigt, die sie während des normalen Arbeitsablaufes einnehmen, d. h. die Schneidleiste --39-- und die Klemmvorrichtung --37-- sind geöffnet, die Klemmleistenpaare --27 und 28-- sind angehoben, ebenso die Nadeln --7 und 8-- des Nadelkopfes --6-- und der Antriebsmotor --17-- steht still. Auf der Vorratsrolle --26-- ist eine Stoffbahn aufgewickelt und ein Stück dieser Stoffbahn --19-- ist abgezogen, über die Umlenkrolle --24-und den Schiffchenkopf --9-- geführt und das freie Ende ist in der ersten Haltevorrichtung --18-eingespannt. Diese Stoffbahn --19-- ist gespannt, da sie von der Vorratsrolle --26-- gegen die Wirkung einer dort angeordneten, jedoch nicht dargestellten Abzugsbremse abgezogen ist.
Ferner ist von den beiden Klemmleistenpaaren --27 und 28-- ein Stoffstreifen --41-- festgehalten und gespannt, der wie aus Fig. 1 ersichtlich, oberhalb der Garnlage --2-- bzw. der Transportebene E liegt. Diese Anordnung betrifft und zeigt die Vorrichtung dann, wenn die Garnlage --2-- die Behandlungsanlage ordnungsgemäss durchläuft, und auf den nicht dargestellten Zettelbäumen noch ein hinreichender Garnvorrat vorhanden ist.
Geht nun aber die Garnlage --2-- zu Ende, so muss nun die notwendige Verbindung mit dem Material --19-- hergestellt werden und es wird nun vorerst der weitere Lauf der Garnlage --2-durch die erfindungsgemässe Vorrichtung gestoppt, indem die Klemmvorrichtung --37-- betätigt
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eigene hier nicht vorgesehene Abzugsbremsen. Der Behandlungsvorgang jedoch in der Behandlungsanlage läuft ungehindert weiter, denn im Kompensator --20-- ist dafür eine hinreichende Menge der zu behandelnden Garnlage bevorratet.
Nun werden die Kolbenzylindereinheiten --33-- beaufschlagt und dadurch werden die Klemmleistenpaare --27 und 28-- und der von ihnen gespannt gehaltene Stoffstreifen --41-- soweit abgesenkt, dass die Stoffbahn --19--, die Garnlage --2-- und der Stoffstreifen --41-- auf der Auf- lageebene --23-- des Schiffchenkopfes --9-- aufliegen. Dabei wird die Garnlage --2-- zwischen den zusammengefahrenen Klemmleisten bzw. Druckleisten eingespannt.
Nun werden die Antriebsmo- toren --11-- für die Näheinrichtung und der Antriebsmotor --17-- für die Verschiebung derselben eingeschaltet und die drei erwähnten Teile --2, 19 und 41-werden nun zusammengenäht, u. zw. bei einem Bewegungsablauf der Näheinrichtung durch zwei Nähte, die auf Grund der gewählten Anordnung der Nadeln --7 und 8-- gegeneinander versetzt liegen. Hat die Nähreinrichtung, bestehend aus den Köpfen --6 und 9-- und ausgehend von der in Fig. 2 gezeigten Ausgangslage ihre
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3)42-- etwas nach rechts gezogen und dann werden die Antriebsmotoren --11 und 17-- neuerlich zugeschaltet, worauf das Joch --10-- in seine aus Fig. 3 ersichtliche Ausgangsstellung zurückläuft, wobei gleichzeitig wieder zwei Nähte gefertigt werden.
Sobald das Joch --10-- seine Ausgangslage erreicht hat (Fig. 3) werden die Motoren --11
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und 17-- abgeschaltet, die Nadeln --7 und 8-- hochgefahren, die Klemmeinrichtungen-18, 27 und 2S-- geöffnet und auseinandergefahren und die Garnlage --2-- selbst durch Betätigung der
Schneidleiste --39-- durchtrennt und dann die Klemmvorrichtung --37-- geöffnet. Die von der Garn- behandlungsanlage her wirkende Einzugskraft zieht nun über die in dieser Behandlungsanlage noch laufende Garnlage --2-- den Stoff --19-- von der Vorratsrolle --26-- ab.
Dieser Stoff --19-- hat bei dem hier nicht näher beschriebenen Garnbehandlungsverfahren nur die Aufgabe, als Produk- tionshilfsmittel zu dienen und er ist wiederholt verwendbar und verwertbar. Dazu kann ein norma- ler einfacher Stoff verwendet werden, der aus Kett- und Schussfäden gebildet ist, es sind aber auch andere Materialien denkbar, beispielsweise Schichtmaterialien, wie Kunststoffolien od. dgl.
Eine Verbindung zwischen dem Material --19--, dem Stoff streifen --41-- und der Garnlage - 2-zeigt Fig. 5 in Schrägsicht. Die hier vorhandenen vier Nähte sind gegeneinander versetzt. Wie Zugversuche mit derart hergestellten Verbindungen zeigen, sind diese ausserordentlich belastungsfähig. Diese Verbindung, wie vorstehend beschrieben und in Fig. 5 veranschaulicht, besteht aus den erwähnten vier gegeneinander versetzten Nähten und den beiden Stoffen --19 und 41--, zwischen welchen die Garnlage --2-- gehalten ist. Es ist nun möglich, die Näheinrichtung mit den Köpfen --6 und 9-- wiederholt bei der Herstellung einer Verbindung in Betrieb zu setzen, so dass nicht nur vier sondern beispielsweise acht Nähte gefertigt werden.
Es ist auch möglich, im Nadelkopf mehr als zwei Nadeln anzuordnen, so dass bei einem Lauf der Näheinrichtung gleichzeitig mehr als zwei Nähte hergestellt werden können.
Der obere Stoffstreifen --41-- übernimmt in dieser Verbindung zwei Aufgaben, einmal dient er als eigentliches Verbindungselement und ferner dient er dazu, dem Niederhalter, der jeder Nadel zugeordnet ist, ein ungehindertes Gleiten über das zu vernähende Material zu ermöglichen.
Falls an die Zugfestigkeit der Verbindung keine allzugrossen Anforderungen gestellt werden, ist es durchaus denkbar, bei der Herstellung dieser Verbindung den oberen Streifen --41-- beispielsweise sozusagen wegzulassen. Damit in diesem Falle ohne Schwierigkeiten genäht werden kann, ist vorgesehen, dass der mit der Nähnadel des Nadelkopfes --6-- zusammenwirkende Niederhalter (s. Fig. 6) als frei drehbar gelagerte Scheibe --45-- ausgebildet ist, deren Drehachsen --46-parallel zur Transportrichtung (Pfeil 3) der Garnlage --2-- liegt.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind Nadelkopf --6-- und Schiffchenkopf --9-- über ein Joch --10-- mechanisch miteinander verbunden. Während des Nähvorganges wandert dieses Joch - seitlich aus. Dafür muss ein entsprechender Platz in der Maschinenhalle vorgesehen sein.
Es ist auch möglich, Nadelkopf-6-- und Schiffchenkopf-9-- als selbständige und voneinander mechanisch getrennte Einheiten zu verwenden, also auf das sie verbindende Joch --10-- zu verzichten. Auf Grund der heute zur Verfügung stehenden modernen elektronischen Steuer- und Regeleinrichtung kann auch unabhängig von einer solchen mechanischen Verbindung über ein Joch --10-- ein exakter synchroner Lauf dieser räumlich voneinander getrennten Bauelemente erreicht werden.
Durchläuft beim gezeigten Ausführungsbeispiel die Garnlage --2-- die Vorrichtung in einer Horizontalebene, so ist es möglich, die Anordnung so zu treffen, dass die Garnlage --2-- diese Vorrichtung in vertikaler Richtung durchläuft. In diesem Falle wird die Vorrichtung als Ganzes oder zumindest einzelner Teile um 900 gedreht. Eine weitere Anordnung im Rahmen der Erfindung liegt darin, die Anordnung so zu treffen, dass zwischen der Transportebene E bzw. der Garnlage - und dem Nadelkopf --6-- das bahnförmige oder schichtförmige Material --19-- liegt. In diesem Fall kann der schmale Stoffstreifen --41-- direkt über dem Schiffchenkopf aufgespannt werden.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung wurde entwickelt, um Garnlagen der vorstehend beschriebenen Art mit schicht- oder bahnförmigen Materialien möglichst billig zu verbinden. Das schliesst natürlich nicht aus, dass die erfindungsgemässe Vorrichtung auch dazu verwendet wird, Gewebebahnen untereinander zu verbinden, auch dafür ist die erfindungsgemässe Einrichtung uneingeschränkt nutzbar.