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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines zur Aufnahme eines Zündröhrchens eines Zünders bestimmten sprengstoffgefüllten Splitterkörpers, insbesondere eines Handgranatenkörpers, mit einer Splitterhülle, die aus in einem Kunststoff eingebetteten Splittern besteht, und eine Füllöffnung für den Sprengstoff aufweist.
Vor allem für Handgranaten ist es üblich, eine bis auf die Füllöffnung für den Sprengstoff, durch die dann das Zündröhrchen eingesetzt wird, geschlossene, gegebenenfalls auch aus zwei miteinander zu verbindenden Teilen bestehende Splitterhülle herzustellen, die vorzugsweise mit einer Aussenschicht aus thermoplastischem Kunststoff überzogen wird. Die Füllöffnung kann einen bestimmten Querschnitt nicht unterschreiten, der von den Materialeigenschaften des einzufüllenden Sprengstoffes abhängig ist. Die Füllöffnung wurde daher bisher im allgemeinen dort vorgesehen, wo die an sich kleinere Öffnung für das Zündröhrchen notwendig ist, um wenigstens die restliche Splitterhülle geschlossen ausführen zu können. Eine derartige Handgranate zeigt beispielsweise die AT-PS Nr. 357904.
Aus der AT-PS Nr. 348898 ist eine Handgranate bekanntgeworden, die eine abnehmbare Splitterhülle zeigt, so dass der in einem Topf angeordnete Sprengstoff allein als Angriffshandgranate, und mit Splitterhülle als Verteidigungshandgranate eingesetzt werden kann.
Die Hülle besteht dabei aus einem topfförmigen Unterteil und aus einer vorzugsweise zweiteiligen Kappe mit der Öffnung für das Zündröhrchen, die beispielsweise mittels eines Bajonettverschlusses auf den Unterteil montierbar ist. Die Deckkappe dient dabei gleichzeitig auch der Fixierung des Sprengstofftopfes in der Splitterhülle. Es wird dadurch zwar eine praktisch geschlossene Splitterhülle erzielt, doch ist das Herstellungsverfahren für einfache Verteidigungshandgranaten, bei denen der Sprengstoff nicht in einem eigenen Topf angeordnet wird, zu aufwendig.
Denselben Handgranatentyp zeigen die beiden AT-PS Nr. 299753 und Nr. 323607, bei denen eine Bodenöffnung vorgesehen ist, durch die mittels eines eingesetzten Deckels der von oben eingeschobene Sprengstofftopf mit der Splitterhülle verriegelt wird. Die Splitterhülle beschränkt sich dabei im wesentlichen auf den Mantelabschnitt der Handgranate, da im Boden- und Deckelbereich keine Splitter vorgesehen sind.
Ein Verfahren zur Herstellung eines Splittermantels mit boden- und deckelseitiger Öffnung zeigt die DE-OS 2344173, wonach ein Doppelmantelhohlkörper mit einer härtbaren Kunststoff-Splittermischung gefüllt wird.
Die Erfindung hat es sich nun zur Aufgabe gestellt, einen sprengstoffgefüllten Splitterkörper mit einer bis auf die Einstecköffnung für ein Zündröhrchen vollständig geschlossenen Splitterhülle, insbesondere einen mit dem Zünderkopf zu komplettierenden Handgranatenkörper zu schaffen, wobei die Füllöffnung für den Sprengstoff jede beliebige bzw. benötigte Grösse aufweisen kann.
Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe nun dadurch gelöst, dass die Begrenzungswand der Füll- öffnung mit Unebenheiten ausgebildet wird, und nach der Einfüllung des Sprengstoffes unter Ausbildung einer Verzahnung mit den Unebenheiten ein Verschlussstopfen aus eingebettete Splitter aufweisendem Kunststoff in die Füllöffnung eingegossen wird, wobei die Verteilung der Splitter im Verschlussstopfen im wesentlichen der Verteilung der Splitter in der restlichen Splitterhülle entspricht.
Durch das erfindungsgemässe Verfahren wird es also möglich, trotz einer beliebig grossen Füll- öffnung eine möglichst geschlossene Splitterhülle zu erzielen, so dass eine wesentlich gleichmässigere Splitterwirkung nach allen Seiten erreicht wird.
Das erfindungsgemässe Verfahren erlaubt weiters auch die Verwendung jedes geeigneten Sprengstoffes zur Erhöhung der Wirksamkeit, der bisher durch das Bestreben einer möglichst kleinen Füll- öffnung zur Vergleichmässigung der Splitterwirkung Handhabung-un Verarbeitungsschwierigkeiten entgegenstanden. Nach dem Aushärten des zur Bildung des Verschlussstopfens eingefüllten, mit den fehlenden Splittern bestückten Kunststoffes steht eine vollständig verdämmte Splitterhülle zur Verfügung, wobei sich bei Versuchssprengungen für den dem Verschlussstopfen zuordenbaren Bereich im wesentlichen dieselbe Splitterwirkung und-dichte ergab.
Die Füllöffnung kann dadurch an jeder beliebigen Stelle der Splitterhülle ausgebildet werden. So wäre es beispielsweise denkbar, sie im Bereich der späteren Zündröhrchenöffnung vorzusehen, so dass der Verschlussstopfen also nur eine Verschlusshülse bildet. Da es sich aber gezeigt hat, dass im Bereich der Zündröhrchenöffnung eine grössere Anzahl der Splitter günstig ist, wenn
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auch jener Bereich in der Splitterwirksamkeit dem Rest der Splitterhülle entsprechen soll, müsste sich eine Verschlusshülse geringfügig in den Innenraum oder auch nach aussen erstrecken, wodurch sich die Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens etwas verkomplizieren würde.
Es ist daher in einer bevorzugten Ausführung vorgesehen, dass die Füllöffnung in dem der Öffnung für das Zündröhrchen des Zünders gegenüberliegenden Bereich der Splitterhülle ausgebildet wird.
Die Unebenheiten an den Seitenwänden der Füllöffnung werden dabei bevorzugt durch vorstehende Teile von Splittern gebildet, zwischen die bei der Fertigung des Verschlussstopfens Teile der Verschlussstopfensplitter eintreten.
Insbesondere Handgranaten weisen eine Aussenschale aus meist thermoplastischem Kunststoff auf, die ein Gewinde für die Montage des Zünderkopfes trägt. Bei derartigen Splitterkörpern ist bevorzugt vorgesehen, dass nach dem Erhärten des Verschlussstopfens eine aus dem Material der Aussenschale bestehende Abdeckung auf den Verschlussstopfen aufgebracht wird.
Nachstehend wird nun die Erfindung an Hand der Zeichnungen näher beschrieben, ohne darauf beschränkt zu sein. Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch einen nach dem erfindungsgemä- ssen Verfahren hergestellten Handgranatenkörper, die Fig. 2 bis 4 einzelne Verfahrensschritte bei der Herstellung und Fig. 5 einen Längsschnitt gemäss Fig. 1 durch eine weitere Ausführung.
Ein Handgranatenkörper nach Fig. 1 oder 5 weist eine Splitterhülle --1-- mit in einem gehärteten Kunststoff eingebetteten Splittern auf, die mit Ausnahme einer Öffnung --4-- vollständig geschlossen ist. Die Splitterhülle ist mit Sprengstoff --2-- gefüllt und ein Zündröhrchen --3-eines Zünders ragt durch die Öffnung --4-- in den Sprengstoff --2--. Die Splitterhülle-l- ist weiters mit einer Aussenschale --7--, vorzugsweise aus thermoplastischem Kunststoff versehen, die einen Hals --14-- zur Befestigung des Zünders aufweist. Da der Querschnitt der Öffnung --4-- nur dem Durchmesser des Zündröhrchens --3-- entspricht, ist die Einbringung des Sprengstoffes - 2-- durch die Öffnung --4-- nicht möglich.
Es wird daher in der Splitterhülle-l-eine Füll- öffnung --5-- (Fig.2) ausgespart, die nach der Einfüllung des Sprengstoffes --2-- durch einen Verschlussstopfen --8-- verschlossen wird, der gegebenenfalls mit einer aus dem Material der Aussenschale --7-- bestehenden Abdeckung --9-- überdeckt wird.
An Hand der Fig. 2 bis 4 wird die dabei gewählte Vorgangsweise näher erläutert. Hiezu wird bei der Herstellung der Splitterhülle-l-die Begrenzungswand der Füllöffnung --5-- mit Unebenheiten --6-- versehen, die bevorzugt durch aus dem Kunststoff der Splitterhülle --1-- vorstehende Teile --13-- der Splitter der Splitterhülle-l-gebildet sind (Fig. 2). Nach der Füllung mit Sprengstoff --2-- wird (Fig.3) in die Füllöffnung --5-- ein härtbarer Kunststoff --11--, beispielsweise ein Giessharz, der dem für die Splitterhülle-l-verwendeten Material entspricht, einge-
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auch eine bereits vorbereitete Kunststoff-Splittermischung eingebracht werden.
Die Splitter --10-dringen dabei, wie aus Fig. 4 ersichtlich, zwischen die vorstehenden Teile --13-- der Splitter der Splitterhülle --1-- ein, so dass sich eine Verzahnung des Verschlussstopfens --8-- mit der Splitter- hülle-l-ausbildet, und eine im wesentlichen gleichmässige und vollständige Verdämmung der gesamten Splitterhülle --1-- entsteht, wie aus dem Bodenteil von Fig. 1 ersichtlich ist.
In der Ausführung nach Fig. 5 wird die Splitterhülle --1-- in bekannter Weise mit der Füll- öffnung an der Oberseite hergestellt, in deren Bereich dann die Öffnung --4-- des Zündröhrchens - ausgebildet ist. Auch hier ist die Begrenzungswand der Füllöffnung mit Unebenheiten --6--, die vorzugsweise durch die vorstehenden Teile --13-- der Splitterhüllensplitter gebildet sind, versehen. Nach Einfüllung des Sprengstoffes --2-- wird auch in dieser Ausführung ein Verschlussstopfen --8-- eingesetzt, der auf Grund der notwendigen Öffnung --4-- eine Verschlusshülse bildet.
Durch die Unebenheiten --6-- bildet sich zwischen dem Kunststoff und den Splittern --10-- des
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ist der Verschlussstopfen --8-- mit einer höheren Anzahl von Splittern --10-- bestückt, die beidseitig in Hülsenansätzen --12-- eingebettet sind, von denen sich der äussere in den Hals --14-- der Aussenschale --7-- erstreckt, auf den der Zünderkopf mit dem Zündröhrchen --3-- aufgeschraubt ist.
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In beiden Ausführungsbeispielen ist die Verteilung und Anordnung der Splitter --10-- des Verschlussstopfens --8-- im wesentlichen gleich der der Splitter der Splitterhülle, so dass bei den durchgeführten Sprengversuchen keine bemerkenswerten Unterschiede in der Splitterdichte und der Durchschlagszahl zwischen den dem Verschlussstopfen --8-- und den der übrigen Splitterhülle-l- zuordenbaren Bereichen ersichtlich sind.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung eines zur Aufnahme eines Zündröhrchens eines Zünders bestimmten sprengstoffgefüllten Splitterkörpers, insbesondere eines Handgranatenkörpers, mit einer Splitterhülle, die aus in einem Kunststoff eingebetteten Splittern besteht, und eine Füllöffnung für den Sprengstoff aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Begrenzungswand der Füllöffnung (5) mit Unebenheiten (6) ausgebildet wird, und nach der Einfüllung des Sprengstoffes (2) unter Ausbildung einer Verzahnung mit den Unebenheiten (6) ein Verschlussstopfen (8) aus eingebettete Splitter (10) aufweisendem Kunststoff (11) in die Füllöffnung (5) eingegossen wird, wobei die Verteilung der Splitter (10) im Verschlussstopfen (8) im wesentlichen der Verteilung der Splitter in der restlichen Splitterhülle (l) entspricht.
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