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Einrichtung für gerichtete Telegraphie ohne Draht.
Die Erfindung betrifft ein System für Telegraphie ohne Draht, welches dazu dient, elektromagnetische Wellen vorwiegend in einer vorherbestimmten Richtung auszusenden und
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Zu diesem Zwecke werden als Luft1eiter,., geschlossene Schwingungs-Stromkreise" be- nützt, welche, w ; e einschlägige Versuche gezeigt haben, wofern erstere von der Erde, jedoch von dieser isoliert angeordnet werden, geeignet sind, Wellen vorwiegend in der Richtung der Ebene dieser Schwingungskreise auszusenden und zu empfangen. Dies bedeutet mit anderen Worten, dass ein geschlossener Schwingungsstromkreis keine Strahlungen senkrecht zu seiner Ebene aussenden wird, wenn er als Sende-Luftleiter benützt, wird und auch nicht beeinflusst wird durch jene Wellen, welche von einer Station ausgesendet werden, die in einer zur Ebene des Schwingungskreises senkrechten Richtung liegt, wenn letzterer als Empfangs-Luftleiter benutzt wird.
Bekanntlich ist ein geschlossener Schwingungskreis ein Stromkreis, der folgenden Bedingungen entspricht : l. Der Leiter bildet einen nahezu geschlossenen Stromkreis ; 2. das elektrische Feld ist auf einen ganz engen Raum konzentriert ; 3. er kann nur gemäss seiner Grundschwingung oszillieren.
Die Zeichnung veranschaulicht in beispielsweiser Ausführungsform einen geschlossenen Schwingungs-Stromkreis, wolcher uls Sender-Luftleiter (Fig. 1) und als Empfangs-Luftleiter (Fig. 2) bontttzt ist. Der dargestellte Stromkreis ist dreieckig, da diese Form die möglichst einfachste ist, er kann jedoch auch irgend eine andere geometrische Form erhalten.
Die zwischen den Enden der Seitenteile t t (Fig. 1) bezw. r r (Fig. 2) befindliche
Luft stellt das Dielektrikum des Kondensators dar, dessen Armaturen durch die Enden der genannten Seitenteile gebildet werden und dessen Vorhandensein notwendig ist, damit der Stromkreis ein schwingender sei.
In Fig. 1 stellt T die Gesamtheit der Apparate dar, welche zur Erregung des Luft-
Liters dienen. In diesem Falle ist die Erregung eine direkte und als Beispiel angeführt, sie konnte jedoch auch induktiv oder von irgend welcher anderen Art sein. In Fig. 2 stellt R die Gesamtheit der Empfangsapparate dar. In diesem Fall ist die Erregung in- duktiv, könnte jedoch auch eine direkte oder eine solche beliebiger anderer Art sein.
Dieses System zum Aussenden und Empfangen von Wellen gestattet den Verkehr zweier Stationen untereinander, ohne dass fremde Übertragungen deren Funktion stören, ausgenommen in dem Falle, als die Stationen, von denen die fremden Übertragungen her- rühren, sich ungefähr in der Übertragungsebene befinden.
Die atmosphärischen Entladungen führen aber weder beim Senden noch beim
Empfangen radiotelegraphischer Zeichen Störungen herbei und zwar aus folgenden Gründen-
Die Störungen durch atmosphärische Elektrizität sind zweierlei Art, nämlich statische und dynamische.
Die statischen Störungen rühren von den durch atmosphärische Elektrizität in den
Luftleitern induzierten elektrischen Ladungen her. In dem Falle als der Luftleiter durch
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eine lotrechte Antenne gebildet wird, wird zufolge des Vorhandenseins dieser induzierten Ladung ein durch die Antenne selbst fliessender Strom entstehen, so dass der Wellenanzeiger (Funkendetektor) beeinflusst wird.
Wird jedoch ein Luftloicer gemäss vorliegender Erfindung (Fig. 2) verwendet, so wird derselbe in seiner Gesamtheit-geladen, derart, dass in demselben kein elektrischer Strom zum Entstehen gebracht wird ; es fliesst demnach kein Strom in die Primärspule des Transformators (Fig. 2), so dass der Wellenanzeiger unwirksam bleibt.
Die dynamischen Störungen rühren von den sichtbaren oder unsichtbaren elektrischen Entladungen her, die zwischen den Wolken oder auch zwischen diesen und der Erde stattfinden. In dem Falle, als diese Entladungen in der Ebene des den Erfindungsgegenstand bildenden Luftleiters vor sich gehen, werden sie im Allgemeinen aufgenommen, während sie in jedem anderen Fa. lle nicht aufgenommen werden. Im ersten Falle sind jedoch, wegen der geringen Dämpfung, welche die den Luftleitern zugehörigen geschlossenen SchwiI1gnngsstromlcreise darbieten, diese Entladungen kaum wahrnehmbar, so dass sie praktisch als nicht vorhanden angenommen werden können. Es haben daher selbst die dynamischen Störungen praktisch keinen schädlichen Einfluss u, f die Aufnahme.
Ausser der Richtmöglichkeit besitzt das vorliegende System noch den Vorteil, dass die Abstrumung zwischen zwei Stationen weit empfindlicher gemacht werden kann als mit den gebräuchlichen Systemen und zwar infolge der geringen Dämpfung des Empfangsstrom- lupises. Tatstlchlich ist es bekannt, dass ein geschlossener Stromkreis eine weit geringere Dämpfung ergibt a) s eine gewöhnliche Antenne und dass die Vollkommenheit in der Ab- stimmung von der Dämpfung der ausgesandten Wellen und von der Dämpfung der Empfangs- tenus abhängt.