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Die Erfindung betrifft eine Spritzpistole für plastische Massen, die in einem Zylinder enthal- ten sind und mittels eines angetriebenen Kolbens durch eine Düse gedrückt werden.
Es ist eine Spritzpistole für Fensterkitt bekannt, deren Kolben mit Druckluft betätigt wird.
Diese Spritzpistole ist jedoch nachteilig, denn die erforderliche Druckluftanlage ist schwer und gross und muss zusätzlich zur Pistole an die Baustelle geschafft werden. Dort behindert sie den flexiblen Einsatz der Kittspritzpistole sehr. Man ist daher vielfach wieder auf handbetätigte Kitt- spritzen bzw. Pressen für plastische Massen übergegangen. Letztere sind für gelegentliche Vergla- sungsarbeiten oder gelegentliches Abdichten sehr geeignet, jedoch für Dauereinsatz auf Grund der
Handbetätigung nicht zweckmässig. Ferner ist bekannt, einen Eisenkern zwischen zwei Spulen elek- tromechanisch anzuheben und abzusenken und diese Bewegung zum Antrieb einer Pumpe heranzu- ziehen.
Die Erfindung zielt darauf ab, eine Spritzpistole zu schaffen, die leichter und handlicher als die bekannte druckluftbetätigte Pistole ist und die über einen Eigenantrieb verfügt, der so klein ist, dass er in die Pistole integriert werden kann. Dies wird erfindungsgemäss dadurch er- reicht, dass an einem an sich bekannten elektromagnetischen Schwingankermotor zur Umwandlung der schwingenden Bewegung in eine Drehbewegung ein mechanischer Schwingungsgleichrichter vorge- sehen ist, an dessen Welle ein Zahnrad angeflanscht ist, in welches eine mit dem Kolben in Ver- bindung stehende Gliederkette eingreift. Der elektromagnetische Schwingankermotor, der über einen mechanischen Schwingungsgleichrichter verfügt, bringt bei kleinen Baumassen grosse Kräfte auf.
Er kann im Pistolengriff zusammen mit der Gliederkette untergebracht werden, die als Kolbenstange wirkt. Eine einfache Realisierung des Antriebs ist dadurch gekennzeichnet, dass der Schwingungs- gleichrichter als Klinke mit Klinkenrad ausgebildet ist und die Klinke mit dem Schwinganker in
Verbindung steht. Die schwingende Klinke bewegt das Klinkenrad nur in einer Richtung, wodurch die Gleichrichtung der Magnet-Hubbewegung erfolgt.
Eine besonders zweckmässige Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass der Schwingungsgleichrichter eine mit dem Schwinganker verbun- dene Rollenscheibe aufweist, auf deren Umfang in flachen, etwa V-förmigen Ausnehmungen Rollen gelagert sind, dass konzentrisch zur Rollenscheibe eine Tellerscheibe vorgesehen ist, deren Innen- ringfläche in einem Abstand von der Rollenscheiben-Umfangsfläche liegt, der kleiner als der Rol- lendurchmesser ist, und der vom Bereich des Ausnehmungsgrundes der Rollenscheibe aus gemessen, grösser als der Rollendurchmesser ist und dass auf einem Träger angeordnete Federn zur Rollenrückstellung in den Spalt zwischen Teller- und Rollenscheibe und zwischen die Rollen eingreifen.
Bei der hin-und hergehenden Bewegung der Rollenscheibe laufen die einer der beiden Flankenflächen der V-förmigen Ausnehmungen zugeordneten Rollen vorerst die genannte Fläche hinauf, bis eine kraftschlüssige Verbindung mit der Tellerscheibe erfolgt. Die weitere Drehbewegung der Rollenscheibe wird infolge des Kraftschlusses auf die Tellerscheibe übertragen. Bei Drehrichtungsumkehr der Rollenscheibe löst sich der Kraftschluss und die Rollenscheibe dreht sich leer zurück, ohne die Tellerscheibe mitzunehmen, da die Rollen in Richtung auf den Grund der V-förmigen Ausnehmung gleiten. Nach der Zuordnung der Rollen zu der einen oder andern Flankenfläche erfolgt eine Klemmung und damit eine intermittierende Drehung der Tellerscheibe in der einen oder andern Richtung. Auf der Achse der Tellerscheibe sitzt das Zahnrad für die Gliederkette.
Um ein Lösen der Klemmung der Rollen beim Leerhub mit Sicherheit zu gewährleisten, ist gemäss der Erfindung vorgesehen, dass die Tellerscheibe eine weitere Innenringfläche aufweist, dass konzentrisch zur Tellerscheibe eine weitere Rollenscheibe mit flachen, etwa V-förmigen Ausnehmungen auf ihrem Umfang drehfest vorgesehen ist, dass zwischen Innenringfläche der Tellerscheibe und der Umfangsflä- che der Rollenscheibe in den V-förmigen Ausnehmungen Rollen gelagert sind, und dass auf einem Träger angeordnete Federn in den Spalt zwischen Teller- und Rollenscheibe und zwischen die Rollen greifen. Dadurch wird verhindert, dass die Tellerscheibe in die Gegenrichtung mitgenommen werden kann.
Ferner ist es zweckmässig, wenn eine Umschalteinrichtung zur Drehrichtungsumkehr des Schwingankermotors vorgesehen ist. Eine besondere Ausführungsform sieht vor, dass zur Drehrichtungsumkehr der Träger um die Scheibenachse verdrehbar ist und die Rollen von einer Flankenfläche der V-förmigen Ausnehmung auf die gegenüberliegende bewegbar sind. Insbesondere ist es zweckmässig, wenn als Umschalteinrichtung ein zweiarmiger Hebel vorgesehen ist, der gegebenen-
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falls über Zwischenglieder mit dem Träger der Federn zu dessen Verdrehung relativ zu der Rollen- scheibe verbunden ist.
Die als Kolbenstange wirkende Kette kann zur Übertragung von Schubkräften in Führungen verschiebbar sein. Eine besondere Ausführungsform sieht vor, dass die Kettenglieder durch Binde- glieder gelenkig miteinander verbunden sind und dass die Kettenglieder an den einander zugewandten Stirnseiten jeweils eine Anlagefläche aufweisen, an die eine Zylinderfläche anschliesst, deren Mittelpunkt mit dem Kettenglied-Drehpunkt zusammenfällt.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstands ist in den Zeichnungen dargestellt. Fig. l zeigt einen schematischen Schnitt durch eine Spritzpistole gemäss der Erfindung, Fig. 2 und 3 Prinzipdarstellungen des mechanischen Schwingungsgleichrichters, Fig. 4 einen teilweisen Schnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 3, Fig. 5 eine Ansicht der Umschalteinrichtung zur Drehrichtungsumkehr und Fig. 6 Zahnrad und Kette zur Kolbenbetätigung.
Die Spritzpistole nach Fig. l weist einen Zylinder-l-auf, der mit einer plastischen Masse oder einer Kartusche mit plastischer Masse gefüllt ist. Im Zylinder-l-ist ein Kolben --2-längsbeweglich, der unmittelbar auf die plastische Masse oder auf den Boden der Kartusche einwirkt. Der Zylinder-l-ist durch eine aufschraubbare Düsenkappe angeschlossen. Der Kolben - wird durch eine als Kolbenstange wirkende Kette --3-- bewegt, die auch Druckkräfte übertragen kann. Ihr Konstruktionsprinzip ist unmittelbar aus Fig. 6 ersichtlich. Die Kettenglieder - 4, 5-werden durch Bindeglieder --6-- zusammengehalten. An den Stirnseiten der Kettenglieder - -4, 5-- sind Anlageflächen --7- vorgesehen, die in der Strecklage der Kette aneinanderliegen und einen Freiheitsgrad in der Vertikalen unterbinden.
Die Kette hängt daher nicht durch - beschreibt also keine Kettenlinie - sondern liegt längs einer Geraden zwischen zwei Auflagern.
Der Antrieb der Kette --3- erfolgt über einen elektromagnetischen Schwingankermotor - mit mechanischen Schwingungsgleichrichter-9-. Auf Grund des Wechselstroms wird ein
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tung umgewandelt (gleichgerichtet). An der Welle --11-- des Gleichrichters sitzt ein Zahnrad - -12--, über welches die Kette geführt ist. Die vorzuschiebende bzw. zurückzuschiebende Kette ist im Pistolengriff sowie im Schutzbügel des Abzugs --13-- gelagert. Der Abzug --13-- ist mit einem elektrischen Schalter zur Aktivierung des Schwingankermotors --8-- verbunden.
Die Funktion des mechanischen Schwingungsgleichrichters geht aus den Fig. 2 bis 4 hervor.
Gemäss Fig. 4 ist eine Rollenscheibe --14-- vorgesehen, auf deren Umfang Rollen --15-- gelagert sind.
Die Rollen --15-- liegen zwischen der Umfangsfläche der Rollenscheibe --14-- und der Innenringfläche einer Tellerscheibe -16--. In der Umfangsfläche der Rollenscheibe --14-- sind flache V-förmige Ausnehmungen -17- mit einem Basiswinkel von annähernd 1800 vorgesehen, in welchen die Rollen liegen. Die Abmessungen sind so getroffen, dass sich die Rollen in den Senken der Ausnehmungen frei bewegen können, dass sie jedoch, wenn sie die Flankenflächen-17a, 17b-- der Ausnehmungen -17-- hochlaufen, nicht aus den Ausnehmungen --17-- heraustreten können. Es ist also der Rollendurchmesser grösser als der Abstand zwischen Rollenscheibe und Tellerscheibe - gemessen ausserhalb der Ausnehmungen, jedoch kleiner als der Abstand vom. Ausnehmungsgrund zur Tellerscheibe.
Ferner ist ein als Lochscheibe ausgebildeter Träger --18-- für Federn --19-- vorgesehen.
Die Federn -19-- greifen durch die Löcher des Trägers --18-- hindurch und bewirken eine Führung (Zentrierung) der Rollen -15-- in den Ausnehmungen --17--. Je nach der relativen Lage
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Die Rollenscheibe --14-- steht mit dem Schwinganker -10-- in Verbindung und führt analog zum Hub des Schwingankers eine Winkelbewegung (s max) aus. Die Tellerscheibe --16-- ist auf die Antriebswelle-11-für das Zahnrad -12-- aufgezogen.
Wenn sich die Rollenscheibe zu Beginn des Hubs nach links dreht (Fig. 2), bewegen sich die Rollen -15-- auf den Flankenflächen --17b--, bis sie gegen die Innenfläche der Tellerscheibe - anlaufen und somit eine kraftschlüssige Verbindung zwischen Rollenscheibe --14-- und Tellerscheibe --16-- bewirken. Die Drehbewegung der Rollenscheibe --14-- wird auf die Tellerscheibe
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übertragen.
Bei Hubumkehr (Rechtsdrehung der Rollenscheibe) löst sich die kraftschlüssige Verbindung der Rollen-15-mit der Tellerscheibe-16-, so dass die Rechtsdrehung nicht auf die Tellerscheibe --16-- übertragen wird.
Um das Lösen der kraftschlüssigen Verbindung zu unterstützen und ein Mitdrehen der Tellerscheibe auch in der Gegenrichtung zu verhindern, ist eine weitere, drehfest montierte Rollenscheibe-21- (Fig. 4, strichliert gezeichnet) mit äquivalenten Ausnehmungen --22-- und Rollen - vorgesehen. Die Tellerscheibe-16-weist eine symmetrisch liegende Innenringfläche auf, die mit den Rollen-23-zusammenwirkt. Ferner ist ein Träger --24-- mit Federn --25-- zur Zentrierung vorgesehen. Die Bauelemente-21 bis 25-- werden von einer Gehäuseschale --26-- um- schlossen.
Bei Hubumkehr nach Fig. 2, also einer Rechtsdrehung der Rollenscheibe --14--, die von der fix montierten Rollenscheibe -21-- nicht mitgemacht wird, gelangen die Rollen --23--, die bei dem gewünschten Drehsinn der Welle-11-nach links (Gegenuhrzeigersinn) im Uhrzeigersinn durch die Federn-25-vorgespannt sind, sofort in Blockierstellung für Rechtsdrehung der Tellerscheibe - 16-. Die Blockierstellung ergibt sich dadurch, dass die Rollen --23-- bei dem geringsten An-
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--16- einespalt" zwischen Flankenfläche der Ausnehmung --22-- und Innenringfläche der Tellerscheibe - 16-. Die Funktion der in Fig. 4 strichliert dargestellten Hälfte des mechanischen Gleichrichters ist somit gleichartig mit der Funktion der voll gezeichneten Hälfte.
In der Wirkung ergibt sich ein Unterschied durch die konstante Drehbewegung der Rollenscheibe --14-- einerseits und die fix montierte, drehfeste Rollenscheibe-21-anderseits.
Fig. 3 zeigt den Bewegungsablauf, wenn eine Rechtsdrehung der Welle --11-- gewünscht wird.
In diesem Fall arbeiten die Rollen-15-mit den Flankenflächen --17a-- zusammen. Dies wird
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oder 17b-bzw. die korrespondierenden Flankenflächen der Ausnehmung --22--.
Dreht sich die Rollenscheibe-14-nach links (Gegenuhrzeigersinn), dann erfolgt keine Übertragung der Drehung auf die Tellerscheibe-16-, da die Rollen --15-- in der Mittelstellung gehalten werden und nicht in die Kraftschlussstellung gelangen können. Beim Gegenhub, also der Drehung der Rollenscheibe -14-- im Uhrzeigersinn, laufen die Rollen die Flankenflächen - hoch, bis der Kraftschluss mit der Innenringfläche der Tellerscheibe --16-- erreicht ist.
Die strichlierte Lage der Rollen in Fig. 3 (und in Fig. 2) stellt die Kraftschlusslage dar. Sie ist zur Verdeutlichung an den Grenzen der Winkelbewegung eingezeichnet. Tatsächlich ergibt sich auf Grund der Baumasse und der engen Toleranzen die Kraftschlusslage bereits unmittelbar nach Verlassen der voll gezeichneten Mittelstellung, so dass annähernd die volle Winkelbewegung übertragen wird. Bei Fig. 2 wird die Tellerscheibe -16-- daher im Uhrzeigersinn mitgenommen.
Die Gegendrehung wird durch die aus Fig. 4 ersichtliche, strichliert eingezeichnete Einrichtung verhindert. Die linken Flankenflächen der Ausnehmungen-22-, mit welchen die Rollen - bei der gewünschten Drehrichtung nach Fig. 3 im Uhrzeigersinn zusammenarbeiten, bewirken sofort eine Blockierung der Tellerscheibe bei Linksdrehung. Der die Linksdrehung der Rollenscheibe -14- verursachende Hub des Schwingankers wird daher für den Antrieb der Welle - nicht verwertet.
Fig. 5 zeigt den Schwingankermotor --8-- mit Schwinganker --10-- und mechanischem Schwin- gungsgleichrichter-9-. über einen Hebel --30-- überträgt der Schwinganker --10-- die Hubbewegung als Winkelbewegung auf die Rollenscheibe-14-. Durch einen Winkelhebel --31-- werden die Träger-18, 24-so zur Rollenscheibe --14, 21- verstellt, dass ein Zusammenwirken mit den linken oder rechten Flankenflächen der Ausnehmungen erfolgt. Dazu greift eine Gabel --32-- des Winkelhebels --31- in einen Bügel --33--, der gleichzeitig einen Schlitz --34-- des Hebels - durchsetzt. Der Bügel --33-- ist mit einer Lasche --34-- der einen Gehäuseschale --26-- verbunden.
Ferner ist am Winkelhebel --31-- ein Mitnehmer --35-- vorgeschen, der unmittelbar
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an einer Lasche-36--angreift. Die Lasche --36-- sitzt auf der Gehäuseschale --20--. Wird der Winkelhebel --31-- betätigt, dann wird der Bügel --33-- im Schlitz --34-- verstellt. Der Bügel - nimmt die Gehäuseschale --26-- mit. Über den Mitnehmer --35-- und die Lasche --36-- wird auch die Gehäuseschale --20-- verdreht, die drehfest mit dem Träger --18-- verbunden ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Spritzpistole für plastische Massen, die in einem Zylinder enthalten sind und mittels eines angetriebenen Kolbens durch eine Düse gedrückt werden, dadurch gekennzeichnet, dass an einem an sich bekannten elektromagnetischen Schwingankermotor (8) zur Umwandlung der schwingenden
Bewegung in eine Drehbewegung ein mechanischer Schwingungsgleichrichter (9) vorgesehen ist, an dessen Welle (11) ein Zahnrad (12) angeflanscht ist, in welches eine mit dem Kolben (2) in
Verbindung stehende Gliederkette (3) eingreift.