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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Magnetisieren (Kodieren) von Schlüsselmagneten und/oder Rotormagneten für Magnetschlösser, insbesondere mit hohen Magnetisierungen von etwa über 2 Tesla für Zylinderschlösser.
Ein Verfahren dieser Art ist durch die DE-OS 2533950 bekannt geworden, wobei Magnetköpfe Verwendung finden, die in die von dem jeweiligen Magnetkode geforderten Stellungen gedreht werden können. Dann wird magnetisiert. In nachteiliger Weise müssen also die Magnetköpfe drehbar und dann auch feststellbar vorgesehen sein. Nun sind aber auch nach einem vorgegebenen Verdrehen der bekannten Magnetköpfe und einem Magnetisieren die Kodierungen oft nicht ganz richtig, wobei aber bei den heutigen hohen Anforderungen selbst geringe Fehlmagnetisierungen nicht zulässig sind. Es mag sein, dass sich bei wenig hoch entwickelten Konstruktionen solche Magnetisierungsfehler im allgemeinen praktisch nicht auswirken.
Die Erfindung stellt sich demgegenüber die Aufgabe, für hoch entwickelte moderne Magnetschlösser einen sichereren Weg vorzuschlagen, Unstimmigkeiten beim Betätigen der Magnetschlösser durch Fehlmagnetisierungen jedenfalls auszuschalten.
Unter Vermeidung der obengenannten Nachteile und zur Lösung der gestellten Aufgabe wird erfindungsgemäss vorgeschlagen, dass die einzusetzenden Pillen der einen Gruppe (Schlüsselmagnete oder Rotormagnete) ohne Rücksicht auf eine gegenseitige Störung magnetisiert werden, wodurch eine bestimmte Kodierung gegeben ist, dass dann diese sich so ergebende Kodierung festgestellt wird und hierauf, entsprechend der festgestellten Kodierung, die andere Gruppe entsprechend magnetisiert wird, so dass letzten Endes genau die angestrebte Kodierung für das Magnetschloss erhalten wird.
In den Zeichnungen ist der Gegenstand der Erfindung in einer Ausführungsform beispielsweise dargestellt. Die Fig. 1 veranschaulicht einen Schlüssel, Fig. 2 ist ein Teilschnitt durch das zugehörige Schloss. Die Fig. 3 und 4 zeigen schematisch Einzelheiten der Erfindung.
Bei Magnetschlössern, insbesondere Zylinderschlössern (Fig. 1 und 2), sind bekanntlich auf dem Schlüssel --1-- Schlüsselmagnete --2-- angeordnet. Die Schlüsselmagnete --2-- wirken mit im Zylinderkern --3-- vorgesehenen Rotormagneten --4-- zusammen. Die Magnete --2-- und --4-- sind in bestimmter Weise kodiert. Nur beim Einstecken eines Schlüssels-l-mit den richtig kodierten Schlüsselmagneten --2-- ist es möglich, die Rotormagnete --4-- und mit ihnen die Magnetrotoren --17-- in eine solche Lage zu bringen, dass der Zylinderkern --3-- des Schlosses gegenüber dem Zylindergehäuse --5-- für einen Sperr- oder Entsperrvorgang verdreht werden kann. Hier z.
B. kann beim Verdrehen ein Schieber --6-- mit seinen Fortsätzen --7-- in Ausnehmungen --8-- der Magnetrotoren --17-- eintreten, wobei ein Vorsprung -9-- des Schiebers --6-- auf einer Schrägfläche - eines mit dem Gehäuse fest verbundenen Ringes --11-- aufläuft. Die Gegenkraft der Feder - ist dabei zu überwinden.
Fig. 3 veranschaulicht eine Magnetpille --2--, die in dem Schlüssel-l-eingesetzt ist. Auf der Oberseite der Pille --2-- ist durch den Magnetvektor --13-- eine bestimmte, gewünschte magnetische Kodierung gegeben. Bei einfachen Verhältnissen und einer niedrigen Magnetisierung kann diese Kodierung gemäss dem Vektor --13-- im allgemeinen ohne weiteres erhalten werden. Die Oberseite der Pille -2-- wirkt mit dem Rotormagnet-4-des Magnetrotors-17- (Fig. 4) zusammen, der im Zylinderkern --3-- des Schlosses gelagert ist. Dieser Rotormagnet --4-- weist die zur Pille - 2-- des Schlüssels --1-- passende Kodierung gemäss dem Vektor --14-- auf, der der ungleichnamigen Polarität entspricht.
Wird der Schlüssel-l-in das Schloss eingesteckt, so wird in bekannter Weise der Rotormagnet --4-- und mit ihm der Magnetrotor durch die Schlüsselpille --2-- in die Lage gebracht, wie sie in Fig. 4 veranschaulicht ist, da sich ungleichnamige Polaritäten anziehen. Es ist dann möglich, das Schloss zu sperren oder zu entsperren, siehe die obenstehenden Ausführungen.
Bei den heutigen hohen Anforderungen an derartige Geräte und den erforderlichen hohen Magnetisierungen von etwa über 2 Tesla ist es in der Praxis oft schwierig, die gewünschte Kodierung nach dem Vektor --13-- auf der Pille --2-- herzustellen. Dabei ist zu bedenken, dass auf einem Schlüssel-l-meist mehrere solche Pillen vorgesehen sind, die magnetisiert werden müssen, wobei durch Streufelder eine gegenseitige Beeinflussung und Störung gegeben ist.
Fernerhin ist meist auch die andere Seite der Pille --2-- zu magnetisieren, was zufolge eines magnetischen Durchgriffes wechselseitige Rückwirkungen und Störungen mit sich bringen kann. Es ist also oft schwierig, der Pille --2-- die gewünschte Kodierung nach dem Vektor --13-- aufzu-
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magnetisieren. Fehlbeträge in der Winkelstellung des Vektors --13--, auch von wenigen Graden, können die Funktionsfähigkeit eines Schlüssels stark beeinträchtigen oder zunichte machen.
Erfindungsgemäss werden nun, wie eingangs gesagt, die Pillen der einen Gruppe, z. B. die Schlüsselpillen, ohne Rücksicht auf eine gegenseitige Störung magnetisiert. Es ergibt sich dann z. B. auf der Pille-2-, Fig. 3, ein an sich fehlerhafter, gestrichelt eingezeichneter Magnetvektor Zur Kompensierung des genannten Fehlers wird nun der Rotormagnet --4--, dessen Drehlage im Zylinderkern --3-- zufolge der Teile --7-- und --8-- festgelegt ist, so magnetisiert, wie der ebenfalls gestrichelt eingezeichnete Vektor erkennen lässt. Eine derartige Kodierung des Rotormagneten --4-- ist leicht durchführbar, da die Rotormagnete einzeln und voneinander getrennt aufmagnetisiert werden können.
Es sind nunmehr die Kodierungen des Schlüsselmagneten --2-- und des Rotormagneten --4-- aufeinander abgestimmt - das Magnetschloss ist voll funktionsfähig.
Sind andere konstruktive Verhältnisse gegeben, so können auch vorerst die Rotormagnete ohne Rücksicht auf Störungen durch Streufelder usw. in eingebauter Lage magnetisiert werden, wodurch eine bestimmte Kodierung gegeben ist. An diese erhaltene und gegebene Kodierung können dann die Schlüsselpillen passend aufmagnetisiert werden. Diese Verfahren sind insbesondere bei der Herstellung billiger Schlösser in Massenfabrikation vorteilhaft.
Im letzten Fall kann es vorteilhaft sein, die Schlüsselpillen abweichend von einer kreisförmigen Gestalt elliptisch, eineckig (tropfenförmig), mehreckig (achteckig) oder sonst irgendwie unrund auszubilden, um beim Einsetzen dieser Pillen Winkelfehler zu vermeiden. Im Zuge des Einsetzens solcher Pillen in den Schlüssel stellt sich eine ungefähr richtige Drehlage von selbst ein, wenn man den ungleichnamigen zugehörigen Gegenpol des Rotormagneten danebenhält. Wie schon gesagt, sollen aber bei den heutigen Magnetschlössern auch kleinste Winkelfehler vermieden werden, was durch die genannte unrunde Ausbildung gewährleistet ist. Auch in dem erstgenannten Fall kann es vorteilhaft sein, den Rotormagneten mit ihren Magnetrotoren eine diesbezügliche unrunde Gestalt zu geben, um einen genau winkelgerechten Einbau dieser Rotoren jedenfalls sicherzustellen.
Die oben genannte Feststellung einer Kodierung kann in bekannter Weise mechanisch oder elektronisch erfolgen, wobei die Kodierung durch einen Winkelgeber angezeigt wird.