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Die Erfindung betrifft ein Doppelzylinderschloss mit einem Drehknopf auf einem im Schlossgehäuse drehbaren Zylinderkern.
Doppelzylinderschlösser dieser Art werden in einer besonderen Ausführungsform auch als Hotelzylinderschlösser bezeichnet. Gangseitig sind Hotelzylinderschlösser mittels eines Schlüssels aufbzw. zusperrbar. Zylinderkern, Gehäuse und Zuhaltungen dieser Schlossseite entsprechen der üblichen Bauart. Vom Hotelzimmer aus erfolgt die Schlossbetätigung nicht durch einen Schlüssel, sondern unmittelbar durch einen Drehknopf, der mit dem Zylinderkern der inneren Schlossseite in Verbindung steht. Der letztgenannte Zylinderkern verfügt nicht über eigene Zuhalterungen. Er ist bei einer speziellen Ausführungsform mit dem Sperrnasenring, der die Sperrnase trägt, starr gekuppelt.
In manchen Fällen-z. B. bei Altersheimen, Krankenhäusern, Schulen - ist es zwar erwünscht, die Zimmer von aussen auf-und zusperren zu können, es soll vielfach aber nicht die Möglichkeit bestehen, die Zimmer von innen zuzusperren. Vielmehr soll aber für Notfälle immer die Möglichkeit gegeben sein, ein von aussen versperrtes Schloss von der Innenseite mittels des Drehknopfes zu öffnen. Die Bedeutung dieser der Sicherheit dienenden Forderung wird am Beispiel einer Schule klar, bei der abends die Klassenzimmer versperrt werden, da schulfremde Personen einer Abendveranstaltung im Festsaal beiwohnen. Vielfach schliessen an Klassenzimmer noch weitere Räume an, so dass es durchaus möglich ist, dass eine Person eingeschlossen wird.
Diese soll das Schloss von der Innenseite öffnen können-man denke auch an einen Brandfall - jedoch soll nicht die Möglichkeit bestehen, dass sich die Schüler tagsüber einschliessen. Eine ähnliche Forderung besteht auch bei Krankenzimmern. Der Patient soll sich nicht einschliessen können, er soll aber auch dann die Möglichkeit haben, die Türen zu öffnen, wenn er von aussen versehentlich eingesghlossen wurde.
Hotelzylinderschlösser der oben beschriebenen Art werden diesen Anforderungen nicht gerecht.
Die Erfindung zielt darauf ab, ein Doppelzylinderschloss so auszubilden, dass es den vorgenannten Forderungen entspricht. Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass der Drehknopf auf dem Zylinderkern drehbar aufgesetzt ist und zwischen dem Drehknopf und dem Zylinderkern eine einseitig wirkende Rastverbindung vorgesehen ist, die bei Drehung des Drehknopfes in Aufsperrichtung des Schlosses den Zylinderkern mitnimmt und bei Drehung in Sperrichtung Drehknopf und Zylinderkern entkuppelt und die vorzugsweise aus einem in einer Bohrung im Drehknopf oder im Zylinderkern federnd gelagerten Rastbolzen besteht, dem gegenüberliegend auf dem Zylinderkern oder im Drehknopf mindestens eine Ausnehmung angeordnet ist, deren Flanken in Sperrichtung abgeschrägt und in Aufsperrichtung als Anschlagfläche für den Rastbolzen ausgebildet sind.
In einer besonderen Ausgestaltung der Erfindung kann die Bohrung im Drehknopf aussermittig und in axialer Richtung angeordnet und die Ausnehmung auf der Stirnfläche des Zylinderkernes vorgesehen sein. Eine andere Bauform gemäss der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Drehknopf den Zylinderkern an seiner Mantelfläche übergreift und dass die Bohrung im Drehknopf radial angeordnet und die Ausnehmung auf der Mantelfläche des Zylinderkernes in der die Bohrung enthaltenden Normalebene auf die Zylinderkernachse vorgesehen ist. Eine technische Umkehr ist jeweils möglich. Es kann also auch bei den Weiterbildungen der Erfindung der gefederte Rastbolzen durchaus im Zylinderkern und die eingangs wirkende Ausnehmung im Drehknopf vorgesehen sein.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in den Zeichnungen dargestellt. Fig. l zeigt eine Ansicht eines Drehknopfes vom Zylinderschloss aus gesehen, Fig. 2 einen Querschnitt nach
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wobei der Umriss eines Teiles eines Doppelzylinderschlossgehäuses strichliert dargestellt ist.
Ein Drehknopf-l-weist eine zentrale Gewindebohrung --2-- auf, in die ein Bolzen --3-- (Fig. 3) eingreift. Der Drehknopf-l-wird fest auf den Bolzen --3-- aufgeschraubt. Letzterer ist im Inneren des Zylinderkernes --4-- drehbar gelagert, so dass der Drehknopf-l-gegenüber dem Zylinderkern --4-- verdreht werden kann.
Der Drehknopf-l-trägt ferner eine Bohrung --5--, in der ein Rastbolzen --6-- gefedert angeordnet ist. Die Bohrung --5-- ist aussermittig vorgesehen (Fig. 1). Im gleichen Abstand, den der Rastbolzen --6-- von der Drehachse des Drehknopfes-l-einnimmt, ist auf der Stirnseite des Zylinderkernes --4-- eine Ausnehmung --7-- angeordnet. Die eine Flanke --8-- der Ausnehmung --7-- ist abgeschrägt. Daher kann der Drehknopf-l-in dieser Richtung (Uhrzeigersinn) gegenüber dem Zylinderkern frei durchgedreht werden. Die andere Flanke --9-- erstreckt sich in
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Ausschubrichtung des Rastbolzens --6--. Bei einer Drehung des Drehknopfes-l-im Gegenuhrzeigersinn schlägt der Rastbolzen --6-- an der Flanke --9-- an und nimmt den Zylinderkern --4-- mit.
Im Ausführungsbeispiel entspricht daher die Drehung des Drehknopfes-l-im Uhrzeigersinn der Sperrichtung des Doppelzylinderschlosses und im Gegenuhrzeigersinn der Aufsperrichtung des Doppelzylinderschlosses.
Der in Fig. 3 dargestellte Zylinderkern weist keine der bei Schlüsselbetätigung üblichen Zuhaltungen auf. Er ist direkt mit dem Sperrnasenring und damit mit der Sperrnase verbunden. Eine Kupplung ist lediglich zwischen dem in Fig. 3 nicht dargestellten Aussenzylinder und dem Sperrnasenring notwendig. Fig. 3 zeigt ferner noch den Umriss eines Schlossgehäuses --10--.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Doppelzylinderschloss mit einem Drehknopf auf einem im Schlossgehäuse drehbaren Zylinderkern, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehknopf (1) auf dem Zylinderkern (4) drehbar aufgesetzt ist und zwischen dem Drehknopf (1) und dem Zylinderkern (4) eine einseitig wirkende Rastverbin-
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entkuppelt und die vorzugsweise aus einem in einer Bohrung (5) im Drehknopf (1) oder im Zylinderkern (4) federnd gelagerten Rastbolzen (6) besteht, dem gegenüberliegend auf dem Zylinderkern (4) oder im Drehknopf (l) mindestens eine Ausnehmung (7) angeordnet ist, deren Flanken (8,9) in Sperrichtung abgeschrägt und in Aufsperrichtung als Anschlagfläche für den Rastbolzen (6) ausgebildet sind.