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Die Erfindung betrifft ein Verfahren für den Pendelbetrieb einer Bergbahn, insbesondere einer Seilschwebe- oder Standseilbahn, bei welcher in den Wagen Ballastbehälter angeordnet sind, die in der Bergstation mit Ballast z. B. Wasser, gefüllt und in der Talstation entleert werden, und eine Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Derzeit werden Seilschwebebahnen und Standseilbahnen mit motorischem Antrieb betrieben, indem auf das Zugseil über eine Antriebsscheibe in der Bergstation oder auf ein Gegenseil über eine Antriebsscheibe in der Talstation die nötige Seilzugkraft übertragen wird. Ist die bergauf- fahrende Wageneinheit schwerer als die talfahrende, ist Antriebsenergie erforderlich. Im gegenteili- gen Belastungsfall ist Bremsbetrieb erforderlich. Durch entsprechendes Ballastieren der jeweils zu
Tal fahrenden Wageneinheit ist stets ein Bremsbetrieb erreichbar. Es ist bekannt, den Ballastbehäl- ter des in der Bergstation stehenden Wagens mit Wasser zu füllen, so dass der talfahrende Wagen schwerer ist als der bergfahrende. Dieser Wasserantrieb ist nur bei kleinen Förderleistungen der
Bahn möglich, da der Ballastiervorgang zeitaufwändig ist.
Die Erfindung hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Mangel des Wasserantriebes zu beseiti- gen und bei Vorhandensein genügender Wassermengen im Bereich der Bergstation den Wasserantrieb als energiesparende Antriebsart auch bei grösseren Bahnen zu ermöglichen. Das erfindungsgemässe
Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass nach der Ankunft des Wagens in der Bergstation der leere Ballastbehälter aus dem Wagen entfernt und gegen eine gefüllten Ballastbehälter ausgetauscht wird, der vor der Abfahrt des Wagens in den Wagen eingesetzt wird, und dass das Füllen des Ballastbehälters in der Bergstation ausserhalb des Wagens und während der Fahrperiode erfolgt.
Die erfindungsgemässe Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass im Wagen mindestens einer der Ballastbehälter auswechselbar, insbesondere ausfahrbar, angeordnet ist.
In den Fig. 1 bis 5 ist die Erfindung beispielsweise und schematisch dargestellt. Die Zeichnungen zeigen das Bewegungsspiel in aufeinanderfolgenden Phasen.
In Fig. 1 ist schematisch eine Bergbahn dargestellt, die aus zwei Kabinen oder Wagen --1 und 2-- besteht, an welche zwei Ballastbehälter --3 und 4-- gekoppelt sind. Dabei ist der in der Bergstation befindliche Ballastbehälter --4-- mit Wasser gefüllt, wogegen der Ballastbehälter - in der Talstation leer ist. In der Bergstation ist ferner ein leerer Ballastbehälter --5--, der gefüllt wird, während in der Talstation ein voller Ballastbehälter --6-- entleert wird.
In Fig. 2 ist die Kabine-l-mit dem leeren Ballastbehälter-3-- in die Bergstation eingefahren. Während der Fahrzeit wurde in der Bergstation der leere Ballastbehälter --5-- gefüllt und wird nun, während die Passagiere aus-oder einsteigen, gegen den leeren Ballastbehälter - ausgetauscht. Ähnliches vollzieht sich mit umgekehrten Vorzeichen in der Talstation, wo der während der Fahrzeit entleerte Ballastbehälter --6-- gegen den vollen Ballastbehälter --4-- aus- getauscht wird. Der Austausch der Ballastbehälter erfolgt in einfacher Weise durch Ausfahren und Einfahren der vollen bzw. leeren Ballastbehälter und anschliessender Verriegelung.
In Fig. 3 ist praktisch dieselbe Situation wie in Fig. 1 dargestellt, wobei der leere Ballastbehälter --3-- auf der andern Seite der Bergbahn als in Fig. l vorgesehen ist. Auch in der Talstation ist die Situation gegenüber Fig. 1 seitenvertauscht.
In Fig. 4 ist die folgende Bewegungsphase dargestellt, wobei der Behälteraustausch spiegelbildlich zu Fig. 2 erfolgt.
In Fig. 5 ist dann dieselbe Situation wie in Fig. l gegeben, wobei an Stelle des leeren Ballast- behälters --5-- der leere Ballastbehälter --6-- in der Bergstation gefüllt und in der Talstation der volle Ballastbehälter --5-- entleert wird.
Die Querverschiebung oder das Ausfahren der Ballastbehälter erfolgt mechanisch, elektrisch oder hydraulisch. Es ist dabei möglich die Ballastwagen samt Fahrgestell oder aber nur die Ballastbehälter zu versetzen. Im angeführten Beispiel wurde der Einfachheit wegen immer nur von vollem oder leerem Ballastbehälter gesprochen. Bei der Betriebsführung ist aber auch eine teilweise Befüllung bzw. Entleerung der Behälter möglich, ja es kann sogar sinnvoll sein, einen vollen Ballastbehälter von der Talstation in die Bergstation zu führen, wenn der Fahrgaststrom von der Bergstation zur Talstation gerichtet ist.
Zur Feststellung der jeweiligen Nutzlast in den beiden Wagen ist es daher vorteilhaft, die Fahrgäste vor dem Einsteigen im Stationsbereich und gegebenen-
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falls die Nutzlast zu wiegen und mit den Werten in der andern Station zu vergleichen, um einen optimalen Bremsbetrieb bei der Bergbahn zu erreichen. Hiebei ist es zweckmässig die exakte Ballastierung bei den abfahrtbereiten Zügen durchzuführen, wobei sich als Regelimpuls das Anfahrverhalten oder auch die Seilzugkraft auf den in der Talstation stehenden Wagen anbietet. Für die exakte Ballastierung können zusätzliche Ballastbehälter in den Wagen der Bergbahn vorgesehen werden, bzw. die Ballastierung in der Berg- und Talstation wird auch nach der Einbringung der Ballastbehälter in den Wagen fortgesetzt.
Im letzteren Fall ergibt sich der Vorteil, dass zusätzlich zur Fahrzeit auch noch die Umsteigzeit für den Füll- bzw. Entleervorgang herangezogen werden kann.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren für den Pendelbetrieb einer Bergbahn, insbesondere einer Seilschwebe-oder Standseilbahn, bei welcher in den Wagen Ballastbehälter angeordnet sind, die in der Bergstation mit Ballast z. B. Wasser, gefüllt und in der Talstation entleert werden, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Ankunft des Wagens in der Bergstation der leere Ballastbehälter aus dem Wagen entfernt und gegen einen gefüllten Ballastbehälter ausgetauscht wird. der vor der Abfahrt des Wagens in den Wagen eingesetzt wird, und dass das Füllen des Ballastbehälters in der Bergstation ausserhalb des Wagens und während der Fahrperiode erfolgt.