<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung bezieht sich auf ein vorfabriziertes Teilelement aus Natursteinen mit Zementmörtel- bindung, das zumindest an einer Stirnseite eine treppenartige Abstufung zur Verbindung mit Nachbar- elementen aufweist, zur Herstellung von Einfriedungen bzw. zum Aufbau von Stützmauern, Futtermauern,
Stufen, Pfeilern, Gartenmauern od. dgl. nach dem Baukastensystem sowie auf ein Verfahren zur
Herstellung solcher Teilelemente.
Zur Abgrenzung von Grundstücken, insbesondere an der Strassenfront, wird häufig wegen ihres guten Aussehens und ihrer grossen Dauerhaftigkeit eine Einfriedung verwendet, die aus einem Sockel und
Pfeilern besteht, die aus schichtweise verlegten und mit Zementmörtel vermauerten Natursteinen aufgebaut ist, wobei allfällige freie Räume zwischen dem Sockel und den Pfeilern mit Gitterfeldern ausgefüllt werden können. Bei der Errichtung derartiger Einfriedungen bzw. Stützmauern, Futtermauern, Stufen, Pfeilern,
Gartenmauern od. dgl musste bisher eine verhältnismässig mühsame Herstellungsweise, die erhebliche Kennt- nisse erfordert und kostspielig ist, in Kauf genommen werden. Es war nämlich erforderlich, die Sockel und alle Natursteinteile von Grund auf aus natürlichen Bruchsteinen aufzumauern. Wenn schon zur
Aufmauerung von Wänden aus regelmässig geformten Ziegeln bzw.
Backsteinen die Kenntnisse eines
Facharbeiters erforderlich sind, so ist die Aufführung von Wänden und insbesondere von freistehenden
Pfeilern aus natürlichem Bruchstein noch sehr viel schwieriger und setzt ihre sachgerechte Ausführung eingehende Erfahrung voraus.
Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, eine solche Natursteinmauerung durch Verwendung von z. B. in einer Werkshalle vorfabrizierter Bauelemente preisgünstig zu machen und vor allem ihre
Herstellungsweise so sehr zu vereinfachen, dass sie in kürzester Zeit an der gewünschten Stelle auch von ungelernten Arbeitern aufgebaut (Baukastensystem) werden kann. Ausserdem sollen diese Elemente in jedem Natursteinmauerverband und aus jeder Gesteinsart ausführbar sein.
Dies wird mit dem eingangs näher bezeichneten vorfabrizierten Teilelement erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass das Teilelement eine Betonfüllung bzw. einen Betonkern aufweist und insgesamt eine Dicke hat, die der Gesamtdicke der herzustellenden Mauer od. dgl. entspricht. Die erfindungsgemässen Teilelemente stellen somit bereits beim Verlassen der Werkshalle selbsttragende, fertige Teile der zu errichten- den Einfriedung, Mauer od. dgl. dar.
Aus der FR-PS Nr. 2. 062. 710 ist es bekannt, eine Einfriedung aus vorfabrizierten platten-bzw. hohlsteinartigen, aus Quadersteinen aufgemauerten Steinelementen herzustellen, die an der Verlegestelle wie eine Schalung aufgestellt und verankert werden müssen, worauf sie an der Verlegestelle mit Beton ausgegossen werden. Diese vorfabrizierten Steinelemente weisen zumindest an einer Stirnseite eine treppenartige Abstufung zur Verbindung mit Nachbarelementen auf. Demgegenüber entfallen bei Verwendung der erfindungsgemässen Teilelemente an der Verlegestelle sowohl die Arbeitsschritte zur Verankerung einer Schalung als auch die Betonierungsarbeiten ; es werden lediglich die Fugen bzw. kleinen Hohlräume für die Armierung mit Zementmörtel bzw. Lieferbeton ausgefüllt.
Gemäss einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann das Teilelement in an sich bekannter Weise mit mindestens einer von oben nach unten durchlaufenden Bohrung bzw. Ausnehmung zum An- bzw.
Abheben des Teilelementes und zur Aufnahme von Armierungs- bzw. Verankerungseisen versehen sein. Die Vorsehung solcher von oben nach unten durchlaufender Ausnehmungen in der Zugzone zur Aufnahme der Vertikalarmierung ist aus der DE-PS Nr. 317041 bei einer Stützmauer an sich bekannt.
Gemäss einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist es zweckmässig, wenn im Falle des Vorhandenseins nur einer solchen Bohrung bzw. Ausnehmung diese im Bereich des Schwerpunktes des Teilelementes vorgesehen ist.
Weiters kann das Teilelement zwecks Freihaltung von Öffnungen bzw. Hohlräumen mit entfernbaren Schaumstoff einlagen und/oder doppelkeilförmigen Gummiband- bzw. Schlaucheinlagen versehen sein.
Das exakte Zusammensetzen der Teilelemente wird erleichtert, wenn gemäss einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung jedes Teilelement an den Verbindungsflächen mit formstabilen Doppelkegeln bzw. entsprechenden kegelförmigen Vertiefungen versehen ist.
Bei mehreren aufeinanderliegenden Teilelementen ist es von Vorteil, wenn die Teilelemente im Ziegelverband bzw. vollfugig miteinander verbunden sind.
Ziel der Erfindung ist auch die Schaffung eines Verfahrens zur Herstellung der erfindungsgemässen Teilelemente. Ein solches Verfahren ist erfindungsgemäss dadurch gekennzeichnet, dass ein vorfabriziertes, fortlaufendes Natursteinmauerwerk mit Zementmörtelbindung und mit einer Betonfüllung bzw. einem
<Desc/Clms Page number 2>
Betonkern hergestellt wird, das in bestimmten, vorzugsweise regelmässigen Abständen durch eingelegte
Bahnen aus Kunststoff, Gummi od. dgl. längs einer stufenartig verlaufenden Trennfuge in Teilelemente unterteilt wird. Damit kann in einer zentralen Werkshalle eine fortlaufende Produktion eines Naturstein- mauerwerkes kostengünstig durchgeführt werden, welches Natursteinmauerwerk im Zuge dieser Produktion bereits in handliche bzw. leicht transportable Teilelemente zerlegt wird.
Diese Teilelemente können dann an der Baustelle durch ungelernte Arbeitskräfte einfach zusammengesetzt und mittels Zementmörtel bleibend miteinander verbunden werden.
Die Erfindung wird nun an Hand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen Fig. 1 ein erfindungsgemässes Teilelement für eine Einfriedung mit treppen- bzw. stufenartiger Verbindung, Fig. 2 bis 6 verschiedene Natursteinverbände, wobei die Trennfugen der
Elementteilungen gekennzeichnet sind, u. zw.
Fig. 2 ein Zyklopenmauerwerk, Fig. 3 ein Bruchstein- mauerwerk, Fig. 4 ein hammerrechtes Schichtenmauerwerk, Fig. 5 ein regelmässiges Schichtenmauerwerk und
Fig. 6 ein Quadermauerwerk, Fig. 7 eine Elemententeilung von einer in einer Werkhalle vorfabrizierten Stütz- oder Futtermauer, Fig. 8 und 9 einen zur Zentrierung dienenden Doppelkegel in Auf- und
Grundriss, Fig. 10 ein Treppenelement mit einer Einlage zum Herstellen von Hohlräumen, Fig. 11 einen
Schnitt durch eine Bohrung bzw. Ausnehmung, die zur Abhebung und zum Transport grösserer
Teilelemente verwendbar ist, Fig. 12 in einem ähnlichen Schnitt wie Fig. 11 die Benutzung der Bohrung bzw.
Ausnehmung zur Verankerung des Teilelementes an der Baustelle, Fig. 13 einen Teil-Querschnitt durch eine Stütz- oder Futtermauer und Fig. 14 eine Draufsicht eines Teilelementes für eine solche Stütz- oder Futtermauer.
Gemäss Fig. 1 besteht ein erfindungsgemässes Teilelement für die Herstellung von Natursteinmauerun- gen aus Natursteinen --2--, die mittels Zementmörtelfugen --3-- miteinander verbunden sind. Ausser in den im fertigen Mauerwerk sichtbaren Schichten (z. B. obere Deckschicht der Mauer) ist zur Einsparung von Natursteinen im Inneren des Elementes eine Betonfüllung bzw. ein Betonkern --5-- vorgesehen.
Diese
Teilelemente werden vorteilhaft so hergestellt, dass in einer Werkshalle fortlaufend, d. h. in einem kontinuierlichen Vorgang, ein Natursteinmauerwerk mit Zementmörtelbindung und mit einer Betonfüllung bzw. einem Betonkern hergestellt wird, das in bestimmten, vorzugsweise regelmässigen Abständen durch eine Einlage aus Kunststoff, Gummi, Schaumgummi od. dgl., die die Verbindung des Zementmörtels bzw. der Betonfüllung unterbricht, längs einer stufenartig verlaufenden Trennfuge --6-- (in Fig. 2 bis 6) in handliche Teilelemente zerlegt bzw. unterteilt wird ; selbstverständlich kann eine solche Unterteilung auch der Höhe nach erfolgen, wie dies beispielsweise in Fig. 7 gezeigt ist.
An der Verlege- bzw. Baustelle werden diese vorfabrizierten Teilelemente auf einem Fundament-lverlegt und mittels Zementmörtel an der Trennfuge --6-- verbunden.
In jedem vorfabrizierten Element kann im Bereich des Schwerpunktes eine von oben nach unten durchlaufende Bohrung --4-- vorgesehen sein (Durchmesser zirka 8 cm), in welche ein Armierungs- bzw. Verankerungseisen --14-- (Torstahl) eingebracht werden kann, das mit dem Fundament verbunden wird (Fig. 1 und 12), wobei die Bohrung--4--auf der Baustelle nachträglich mit Zementmörtel ausgegossen wird.
In den Fig. 2 bis 6 sind, wie schon vorher erwähnt, verschiedene Möglichkeiten für Natursteinverbände unter Anwendung der stufenartigen Trennfuge --6-- zur Zerlegung des vorfabrizierten Mauerwerks in handliche Teilelemente dargestellt ; es ist ersichtlich, dass sich die stufenartige Trennfuge --6-- leicht jedem Mauerwerk und jeder Steinart anpasst, wobei trotzdem eine sichere Verbindung der einzelnen Teilelemente gewährleistet ist. Fig. 7 zeigt die Elemententeilung sowohl der Länge als auch der Höhe nach für eine grössere Stütz- oder Futtermauer. Mit --7-- sind über die ganze Mauerbreite verlaufende Schaumstoffeinlagen bezeichnet (für die später noch im Zusammenhang mit der Fig. 11 beschriebene Abhebevorrichtung 9,10). Diese Teilelemente sind in verschiedenen Grössen herstellbar.
Zur Erleichterung des Zusammensetzens der einzelnen Teilelemente und Sicherung der gegenseitigen Lage dienen die in die Verbindungsflächen eingesetzten Doppelkegel --13-- bzw. die entsprechenden kegelförmigen Vertiefungen.
Die Fig. 8 und 9 zeigen einen Doppelkegel -- 13-- etwa in Originalgrösse, der aus einem formstabilen Werkstoff, z. B. Kunststoff, Holz oder Metall, besteht. Der Doppelkegel --13-- dient zur Einführung des Teilelementes in die genaue Lage und sein Bund sichert einen Abstand der beiden aneinanderliegenden Teilelemente etwa in Fugenstärke, der nach dem Zusammenfügen mit Zementmörtel ausgegossen wird.
<Desc/Clms Page number 3>
Fig. 10 zeigt ein Treppenelement, in das eine Schlaucheinlage --8-- zur Bildung eines Hohlraumes (17 in Fig. 13) in Längsrichtung eingelegt ist ; an Stelle der Schlaucheinlage kann auch ein flaches oder doppelkeilförmiges Gummi-bzw. Kunststoffband eingelegt werden. Diese Einlage kommt nur bei grösseren und mehreren aufeinanderliegenden Teilelementen in Betracht. Die Schlaucheinlage --8-- wird nach Herstellung und Abhebung bzw. Trennung der Teilelemente herausgenommen, wodurch an der Verlegestelle beim Zusammensetzen der Teilelemente ein Hohlraum zwischen denselben entsteht, in welchen Zementmörtel eingebracht wird.
Fig. 11 zeigt einen Schnitt durch eine Bohrung --4--, die auch zur An- bzw. Abhebung der Teilelemente dienen kann. Durch diese Bohrung --4-- wird ein Seil --9-- mit einem Auge am Ende eingeführt, in welches am unteren Ende ein Torstahlbolzen --10-- eingeschoben wird. Dieser Bolzen - wird durch jene quer durch die Mauer verlaufende Öffnung geschoben, die durch die Schaumstoff- einlagen-7- (Fig. 7) gebildet worden ist.
EMI3.1
Verlegestelle mit den Verankerungseisen --14-- verankert werden. Diese Bohrung --4-- wird an der Baustelle mit Zementmörtel ausgegossen. Mit --11-- ist ein S-Stahl zur Verankerung des Verblendungsmauerwerkes an Stahlbetonwänden bezeichnet.
Fig. 13 zeigt einen Querschnitt durch eine mit den erfindungsgemässen Teilelementen aufgebaute Stützoder Futtermauer, die in verschiedenen Höhen ausgeführt werden kann. Die vertikalen Ausnehmungen - werden bei den vorfabrizierten Teilelementen ausgespart, damit an der Verlegestelle die Stahlarmierung --14-- eingebracht und mit Beton ausgegossen werden kann. Mit --14/1-- ist in Fig. 13 jener Teil der Armierung bezeichnet, der im Fundament-l-an der Verbindungsstelle zu den Teilelementen angeordnet ist. Dieser Armierungsteil --14/1-- darf nicht über die Krone des abgebundenen Fundamentes - vorstehen, um das Absetzen der Teilelemente nicht zu behindern.
Die Horizontalarmierung ist in den vorfabrizierten Teilelementen bereits vorher eingebracht worden.
Bei mehreren aufeinanderliegenden Teilelementen ist zu beachten, dass die Stoss-bzw. Trennfugen ähnlich einem Ziegelverband versetzt sind, damit die horizontalen Armierungseisen (Verteilereisen) in der vertikalen Richtung nicht unterbrochen sind (Ausnahmefall : Dehnfuge).
Der durch Einlagen --8-- gebildete, in Längsrichtung verlaufende Hohlraum --17-- zwischen zwei aneinanderliegenden Teilelementen wird mit Druckbeton --15-- mit einem Schlauch gefüllt (Kompressor).
Bevor die Füllung im Hohlraum --17-- erfolgt, muss an den Aussenseiten der Lagerfuge ein Gummischlauch eingelegt und nach dem Einlegen unter Druck gesetzt werden, damit der Gussbeton --15-- bei den Fugen nicht ausströmt.
Mit --15/1-- ist jener Teil des Gussbetons bezeichnet, der im Fundement --1-- an der Verbindungsstelle zu den Teilelementen gebildet wird.
Fig. 14 zeigt eine Draufsicht auf ein vorfabriziertes Teilelement für eine Stützmauer bzw. Futtermauer gemäss Fig. 13, wobei die im Grundriss rechteckigen vertikalen Ausnehmungen --16-- ersichtlich sind, in die auf der Verlegestelle die Vertikalarmierung --14-- eingebracht und anschliessend mit Beton --15-ausgegossen wird.
Zusammenfassend ergeben sich die Stützmauern aus erfindungsgemässen vorfabrizierten Teilelementen folgende Vorteile :
1. keine Schalung
EMI3.2
EMI3.3
5. keine Natursteinlieferung
6.80% Arbeitseinsparung auf der Baustelle (besonders wichtig bei Strassen stütz- oder Futtermauern wegen Verkehrsstauungen).
**WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.