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Die Erfindung betrifft eine Federverrastung für Skibindungen, insbesondere für Auslöseskibindungen, die zur Veränderung der wirksamen Vorspannung der auf ein Rastglied wirkenden Feder ein verstellbares Federwiderlager aufweist, welches mit einem durch ein Gehäuse od. dgl. der Federverrastung ragenden, von aussen her betätigbaren Stellglied zur Einstellung der Federkraft innerhalb vorbestimmter Grenzen ausgestattet und gegen eine ungerechtfertigte Verstellung über diese Grenzen hinaus durch ein Verschlusselement gesichert ist.
Im allgemeinen weisen sämtliche modernen Skibindungen zur Veränderung der Auslösekraft zumindest eine Verstelleinrichtung auf. Ist nur eine Verstelleinrichtung vorhanden, so besteht die Gefahr, dass der Skifahrer an der vom Fachmann eingestellten Verstelleinrichtung eigenmächtig Änderungen vornimmt, wodurch die Auslösewerte nicht oder nicht immer den für den Skifahrer erforderlichen Auslösewerten entsprechen.
Um diese Schwierigkeiten zu beheben, sind auch Vorrichtungen bekannt, die zwei Verstellmöglichkeiten, u. zw. eine Grundverstellung, sogenannte Grobstellung, und eine Feinverstellung aufweisen. Eine solche Einrichtung ist beispielsweise in der AT-PS Nr. 296838 beschrieben. Dabei erfolgt die Grundverstellung durch den Fachmann und kann nur von ihm verändert werden ; die Änderung der Feinverstellung kann auch vom Skifahrer vorgenommen werden. Die Feinverstellung ist auf einen bestimmten Härtebereich - innerhalb je einer Stufe der Grundverstellung - eingeschränkt, so dass vom Skifahrer keine wesentlichen Änderungen in der Einstellkraft vorgenommen werden können. Diese Massnahme erfordert jedoch zusätzliche Material- und Kostenaufwendungen.
Eine ähnliche Einrichtung beschreibt die AT-PS Nr. 308602, nach welcher die Einstelleinrichtung eine in Längsrichtung des Stellgliedes verlaufende Nase aufweist, in deren Umlaufsteg das Ende einer quer zur Längsrichtung des Stellgliedes liegenden kleinen Schraube ragt. Die Betätigung dieser Schraube ist an das Vorhandensein eines entsprechenden Spezialwerkzeuges gebunden, über welches nur der Fachhandel verfügen soll. Da die Feineinstellung durch den Skifahrer unter Anwendung einfacher Beihilfe, z. B. einer Münze, vorgenommen werden kann, ist nicht anzunehmen, dass er zum Skifahren zusätzlich auch ein Spezialwerkzeug mit sich führt.
Trotzdem ist diese Lösung nicht ganz zufriedenstellend, weil eine unzulässige, vom Fachhandel nicht mehr verantwortbare Verstellung im nachhinein nicht eindeutig festgestellt werden kann. Bei infolge einer Verletzung entstehenden Auseinandersetzungen, die auf eine unrichtige Einstellung von Skibindungen zurückzuführen sind und bei denen es auf die Haftung des Fachhandels ankommt, ist es daher erforderlich, eine Einrichtung zu schaffen, welche die Verwendung zweier Verstelleinrichtungen beseitigt und eine unberechtigte Handhabung auch im nachhinein feststellen lässt.
Eine derartige Lösung ist aus der DE-OS 1808466 bekannt. Bei dieser Vorrichtung ist die Verstelleinrichtung in einem plombierten Gehäuse untergebracht oder die das Verstellen bewirkende Schraube ist direkt plombiert. Dabei wird die Plombe in an sich bekannter Weise angebracht, so dass der Fachmann ein zusätzliches Plombierwerkzeug beschaffen und verwenden muss. Diese Lösung lässt jedoch keine Feinverstellung durch den Skifahrer zu.
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, die Nachteile aller genannten Lösungen zu beseitigen und für das Verschliessen einer eingestellten Verstelleinrichtung eine einfache und sichere Methode zu schaffen. Dabei soll auch die oben erwähnte Feinverstellung durch den Skifahrer durchgeführt werden können, ohne dass hiezu gesonderte Bauteile erforderlich wären. Eine darüber hinausgehende Verstellung soll jedoch ohne merkbare Spuren an der Plombe nicht möglich sein.
Gelöst wird die gestellte Aufgabe erfindungsgemäss dadurch, dass das Verschlusselement als Plombe ausgebildet ist, welche im Betätigungsbereich (etwa im Kopfbereich) des Stellgliedes diesen umgebend und von aussen her im wesentlichen konzentrisch durch eine am Gehäuse angeordnete Abdeckung oder durch das Gehäuse selbst fest umrahmt ist, und dass das Stellglied eine Nase aufweist, die innerhalb einer vorbestimmten Grenze, vorzugsweise innerhalb von höchstens 360 , durch zumindest einen im Inneren der Abdeckung oder des Gehäuses vorgesehenen festen Anschlag begrenzt, ohne Zerstören der Plombe und über die Grenzen hinaus nur durch Zerstören der Plombe verdrehbar ist.
Die erfindungsgemässe Lösung ermöglicht eine allenfalls erforderliche Feinverstellung durch den Skifahrer innerhalb von vorzugsweise nicht ganz einer Umdrehung von 360 . Das Ausmass des Unterschiedes zwischen 3600 und dem tatsächlich zur Verfügung stehenden Winkel ist durch die Stärke bzw.
Breite der miteinander zusammenwirkenden Bauteile-Nase und Anschlag-bestimmt. Da der Anschlag
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innerhalb der Abdeckung oder des Gehäuses und mit diesem Bauteil fest verbunden vorgesehen ist, müsste dieser Bauteil abmontiert werden, wenn der Skifahrer eine für ihn unzulässige Verstellung, d. h. eine Grobverstellung vornehmen wollte. Eine solche Demontage ist jedoch nur durch Zerstören der Plombe möglich, weil diese mit einem kreisringförmigen Teil an einem als Widerlager wirkenden Kragen des Stellgliedes abgestützt ist.
Auch ein Versuch, die Plombe ungerechtfertigt zu entfernen, wird schon auf Grund der Härteunterschiede zwischen einem Werkzeug aus gehärtetem Metall und dem weicheren, meistens Kunststoffmaterial, ersichtlich sein, so dass selbst dann, wenn bei einem derartigen Manipulieren die Plombe nicht zur Gänze zerstört werden sollte, die hinterlassenen, merkbaren Spuren auf diese Handlung hinweisen. Dadurch wird der Fachmann von seiner Haftpflicht befreit.
Auf diese Weise wird nicht nur die gestellte Aufgabe einwandfrei gelöst, sondern dem Skifahrer auch die Möglichkeit gegeben, im Notfall eine Verstellung selbst vorzunehmen. Dies kann insbesondere infolge einer raschen und unerwarteten Witterungsänderung, durch die auch die Fahrverhältnisse plötzlich verändert werden, erforderlich werden, die den Skifahrer dazu zwingen, die eingestellte Verrastung trotz des Schliess elementes zu verstellen. In diesem Fall wird er daher auf der Piste das Schliesselement bewusst ruinieren, um für die veränderten Verhältnisse eine angepasste Einstellung der Feder vornehmen zu können.
In diesem Fall wird er, eine vernünftige Handlungsweise vorausgesetzt, ausschliesslich für diese Abfahrt geeignete, den neuen Verhältnissen angepasste Auslösewerte schaffen ; für einen allfälligen Unfall ist aber dann der Fachhandel, insbesondere der die Einstellung vorgenommene Fachmann, von seiner Haftung entlastet. Nach einer solchen Fahrt muss der Skifahrer die eigenmächtig geöffnete und verstellte Verstelleinrichtung zur richtigen Einstellung und zwecks abschliessendem Plombieren wieder dem Fachmann übergeben, um wieder in den Genuss der Haftung des Fachhandels zu gelangen. Der Händler haftet für eine richtige Einstellung der Skibindung nur dann, wenn und nur so lange, bis diese eine intakte Plombe aufweist.
Um Sicherheit zu gewähren, dass der Fachhandel ausschliesslich für die richtige Einstellung jener Skibindungen zu haften hat, die von ihm eingestellt worden sind, sieht nach einem weiteren Merkmal die Erfindung vor, die einzusetzenden Plomben je nach Händler mit einem bestimmten Zeichen (sog. Punze) zu versehen. Am einfachsten wird der Fachhandel von der Herstellerfirma mit entsprechend bezeichneten Plomben beliefert.
Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sind an Hand der Zeichnungen, die ein Ausführungsbeispiel darstellen, näher beschrieben. Hiebei zeigen : Fig. 1 eine erfindungsgemässe Federverrastung im Längsschnitt und Fig. 2 eine Hinteransicht zu Fig. 1.
Der mit dem Bezugszeichen --6'-- versehene Bauteil ist ein Gehäuse einer in weiteren Einzelheiten nicht dargestellten Skibindung. Im Inneren des Gehäuses --6'-- ist eine Feder --3-- angeordnet, welche sich in Längsrichtung des Gehäuses --6'-- erstreckt und mit seinem einen Ende an einem Stellglied --1-- abgestützt ist. Das andere, nicht dargestellte Ende der Feder --3-- beaufschlagt in an sich bekannter Weise eine Rastvorrichtung der Skibindung. Da diese Teile der Skibindung für sich bekannt sind und keinen Gegenstand der Erfindung bilden, wird auf sie nicht weiter eingegangen.
Das Stellglied --1-- ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel in einer Abdeckung --23'-- des Gehäuses --6'-- angeordnet und ragt mit seinem Kopf --13-- aus der Ebene der Abdeckung --23'-hinaus. Der Kopf --13-- ist mit einem Schlitz --10-- versehen, der zur Aufnahme eines geeigneten Werkzeuges, beispielsweise einer Münze oder eines Schraubenziehers od. dgl. dient, mittels deren bzw. dessen das Stellglied --1-- in der als Lagerung dienenden, gesondert nicht bezeichneten Öffnung der Abdeckung --23'-- begrenzt verdrehbar ist.
Das Stellglied --1-- ist im Inneren des Gehäuses --6'-- verschraubt und kann von aussen her nur in einer noch näher zu beschreibenden Weise beschränkt verdreht werden, durch welche Verdrehung die Vorspannung der Feder innerhalb der vorgegebenen Grenzen gleichfalls beschränkt regulierbar ist.
Die Abdeckung --23'-- ist auf die Aussenseite des Gehäuses - aufgedrückt und gegenüber einem etwa kreisringförmigen Kragen --17'-- des Stellgliedes --1--, welcher als ein Widerlager wirkt, mittels einer Plombe abgestützt, Die Plombe weist Sollbruchstellen --12-- auf, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel durch einen kreisringförmigen Einschnitt --12a-- in der Plombe --11"'-- gebildet sind, welcher Einschnitt --12a--, im Längsschnitt der Plombe betrachtet, eine in Richtung zur Feder --3-- hinweisende keilartige Form aufweist.
Nach dem Zusammenbau der erfindungsgemässen Federverrastung kann daher die Abdeckung --23'-- nur durch Zerstören oder zumindest durch eine merkbare Spuren hinterlassende Beschädigung der Plombe
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entfernt werden, um eine im Inneren des Gehäuses --6'-- vorgesehene Grobverstellung vornehmen zu können. Eine Feinverstellung des Stellgliedes --1-- innerhalb bestimmter Grenzen ist jedoch, wie schon erwähnt, ohne Zerstören oder Beschädigung der Plombe möglich.
Zu diesem Zweck ist der Drehweg des Stellgliedes --1-- von einem Anschlag --18-- der Abdeckung begrenzt, der mit einer Nase --19-- des Stellgliedes --1-- zusammenwirkt. Dabei wird die grösstmögliche Verdrehung durch die Abmessungen von Anschlag --18-- und Nase --19-- bestimmt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel besteht die Verstellbarkeit des Stellgliedes --1-- in einer Umdrehung um 180 durch den Skifahrer. Das Ausmass der Verdrehung kann bis etwa 3500 erhöht werden ; in diesem Fall wird der Bereich von 10 von den beiden zusammenwirkenden Bauteilen, Anschlagbund Nase - -19--, eingenommen. Eine Verdrehung des Stellgliedes --1-- über dieses Mass würde die Zerstörung der Plombe erfordern.
Dies ist dadurch bedingt, dass der mit der Abdeckung --23'-- ein stückig hergestellte Anschlag --18-- keine beliebige Verstellung des Stellgliedes --1-- ermöglicht. Zu diesem Zweck muss der Anschlag und somit auch die Abdeckung entfernt werden. Dies ist aber nur möglich, wenn die Plombe zweckmässig an den Sollbruchstellen --12--, zerstört wird. Eine solche Manipulation ist auch durch an der Plombe verbleibende Spuren erkennbar, so dass der ansonsten verantwortliche Fachmann von seiner Haftpflicht befreit werden kann, wenn der Skifahrer zufolge eigenmächtiger Handlungen einen Unfall erleiden sollte.
Erfindungsgemäss kann die Plombe auch aus einem im nachhinein erstarrenden Material hergestellt sein, welches in den Schlitz eingegossen wird und in diesem erstarrt, oder aus einem Gemisch zumindest zweier nach Mischung erstarrenden Materialien erstellt werden. Diese Massnahme ist insbesondere dann von Vorteil, wenn es sich um häufigere Änderungen an abgelegenen Pisten handelt. In diesem Fall kann der Fachmann die nachträgliche Wiedereinstellung auch dann vornehmen, wenn keine Reserveplomben mehr auf Lager sind.
Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene Ausführungsbeispiel eingeschränkt. Es sind weitere Abwandlungen möglich, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Beispielsweise kann die Plombe zwischen dem Stellglied und einem Teil des Gehäuses angeordnet sein. In diesem Fall erübrigt sich eine gesonderte Abdeckung. Es muss jedoch dann dafür gesorgt sein, dass der Fachmann nach Entfernen der Plombe die Grobverstellung aus dieser Richtung vornehmen kann. Wesentlich ist, dass die Plombe aus dem Sitz ohne eine sichtbare Beschädigung nicht entfernt und-nach erfolgter Manipulation des Skifahrers in diesen nicht wieder eingesetzt werden kann, um die Spuren der vorgenommenen unzulässigen Verstellung zu verwischen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Federverrastung für Skibindungen, insbesondere für Auslöseskibindungen, die zur Veränderung der wirksamen Rastkraft der auf ein Rastglied wirkenden Feder ein verstellbares Federwiderlager aufweist, welches mit einem durch ein Gehäuse od. dgl. der Federverrastung ragenden, von aussen her betätigbaren Stellglied zur Einstellung der Federkraft innerhalb vorbestimmter Grenzen ausgestattet und gegen eine ungerechtfertigte Verstellung über diese Grenzen hinaus durch ein Verschlusselement gesichert
EMI3.1
ausgebildet ist, welche im Betätigungsbereich (etwa Kopfbereich) des Stellgliedes (1) diesen umgebend und von aussen her im wesentlichen konzentrisch durch eine am Gehäuse (6') angeordnete Abdeckung (23') oder durch das Gehäuse (6') selbst fest umrahmt ist, und dass das Stellglied (1)
eine Nase (19) aufweist, die innerhalb einer vorbestimmten Grenze, vorzugsweise innerhalb von höchstens 360 , durch zumindest einen im Inneren der Abdeckung (23') oder des Gehäuses (6') vorgesehenen festen Anschlag (18)
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Plombe (11''') verdrehbar ist.