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Die Erfindung betrifft eine Spicknadel mit einem am vorderen Ende eine Spitze aufweisenden Schaft, dessen anderes Ende eine Halterung für das einzuziehende Material aufweist, wobei die Spitze der Spicknadel als gegenüber dem Schaft verbreiterter, flacher, an beiden Rändern Schneiden aufweisender Schneidteil ausgebildet ist.
Die derzeit in Haushalt und Gewerbe praktisch in Verwendung stehenden Spicknadeln bestehen aus einer konisch zu einer Spitze zusammenlaufenden Hülse, an deren Ende sich eine aufklappbare Halterung für den einzuziehenden Speck befindet. Die in ein Fleischstück eingestochene Nadel lässt sich somit mit zunehmender Eindringtiefe immer schwerer bewegen und unterliegt bereits einer starken Klemmung, wenn die Einführung des Specks beginnt. Es gelingt daher überhaupt oft nur unter Zuhilfenahme weiterer Instrumente, beispielsweise einer Zange, die Spicknadel überhaupt aus einem Fleischstück wieder herausziehen, besonders wenn dieses von Sehnen und Knorpeln nicht gänzlich frei ist. Dabei wird häufig der angeklemmte Speckfaden abgerissen, so dass die mühsame Prozedur sich überdies als vergeblich erweist.
Zum Teil werden die aufgezeigten Nachteile bereits bei bekannten Einrichtungen vermieden, welche eine gegenüber dem Schaft verbreiterte, mit Schneiden versehene Spitze aufweisen. Durch eine solche Ausführung wird das Eindringen der messerscharfen Spitze der Spicknadel in das Fleisch wesentlich erleichtert, da dieses nicht bzw. nicht ausschliesslich auf dem Funktionsprinzip von Nadeln, nämlich dem extrem hohen Druck in einem verschwindend kleinen Spitzenbereich beruht, sondern wesentlich durch die an die Spitze anschliessenden Schneiden mitverursacht ist. Das Eindringen der Spicknadel entspricht dem Eindringen eines Dolches viel eher als dem einer Nadel im engeren Sinne.
Nicht gelöst wird dabei jedoch die Aufgabe, mit einfachen Mitteln sicherzustellen, dass sich das einzuziehende Speckstück innerhalb des die Öffnung schaffenden Schneidprofils befindet und deshalb nicht abgerissen wird. So weist die Einrichtung nach der CH-PS Nr. 106968 den Nachteil auf, dass zum Schutz des Speckstreifens eine schwer zu reinigende Hülse dient, die noch dazu nur mittels eines gesonderten Handgriffes eingeführt werden kann.
Die AT-PS Nr. 96492 beschreibt zwar eine Spicknadel mit verbreiterter Spitze, die Spicknadel entspricht jedoch nicht den Anforderungen, als sie vierkantig und damit zum Durchstechen des Fleisches kaum geeignet ist. Diese Schneidenausbildung ist bei der vorbeschriebenen Einrichtung dadurch notwendig, als dort der Speckstreifen in einem schwer herzustellenden und schwer zu reinigenden Rohr geführt ist.
Die Erfindung vermeidet die aufgezeigten Nachteile dadurch, dass Schaft und Schneidteil einstückig aus einem im Querschnitt rechteckigen Flachstück gebildet sind und die aus einer mit einem Fortsatz zusammenwirkenden Feder bestehende Festhaltevorrichtung innerhalb des Querschnittsprofiles des Schaftes verläuft.
Im Gegensatz zu den bekannten Spicknadeln, über deren Querschnitt der einzuziehende Speck gerade an einer Stelle vorsteht, an der das Werkzeug einer besonderen seitlichen Pressung ausgesetzt ist, kann der Speckstreifen bei der erfindungsgemässen Einrichtung so befestigt werden, dass er sich immer nur durch Bereiche bewegt, die bereits vom Schneidteil durchlaufen worden sind.
Hiezu ist es lediglich notwendig, den Speck am Ende der Nadel in der Weise zu befestigen, dass er sich in deren Fortsetzung nach hinten erstreckt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anschliessend an Hand der Zeichnungen erläutert. Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf die breiteste Seite des Ausführungsbeispieles einer Spicknadel, Fig. 2 die zugehörige Seitenansicht.
Die dargestellte Spicknadel besteht aus einem metallischen, üblicherweise eisernen Schaft - -1--, der nach vorne in einem Schneidteil --2-- mit scharfen Schneiden --3-- endet. Zur Befestigung eines Speckstreifens --7-- dient ein Blech --5-- aus Federstahl. das durch Nieten --6-- gegen einen Fortsatz --4-- gedrückt wird, jedoch ohne weiteres abgehoben werden kann, um den Speck- streifen --7-- einzuführen. Das abgeknickte Ende des Bleches --5-- ist mit sägezahnartigen Zacken versehen, um den Speckstreifen --7-- in der in den Zeichnungen dargestellten Lage zu halten, in welcher er sich leicht durch das Fleisch ziehen lässt, da er nirgends über den Querschnitt der Nadel vorsteht.
Die Trennung des Speckstreifens von der Spicknadel erfolgt erst, wenn diese so weit durch das Fleisch gezogen ist, dass das Blech --5-- sich wieder im Freien befindet und
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nur das Ende des Fortsatzes --4-- noch im Fleisch steckt. Die Nadel wird in dieser Situation einfach abgesenkt, so dass sich der Fortsatz --4-- vom Blech --5-- wegbiegt, so dass die am Blech - vorgesehenen Sägezähne od. dgl. den Speckstreifen --7-- freigeben.
Typischerweise weist die dargestellte Spicknadel folgende Masse auf : Länge 20 bis 30 cm, Stärke 3 mm, Breite des Schneidteiles 12 mm, Breite am Ende 8 mm.
Als Material für die Herstellung der Spicknadel kommen alle jene Legierungen in Betracht, die sich bisher schon für die Herstellung von Küchenmessern od. dgl. bewährt haben, insbesondere also rostfreier Stahl. Auch eine oberflächliche Vergütung, insbesondere Verchromung der ganzen Spicknadel kann in üblicher Weise vorgesehen werden.
Die mit verschiedenen Fleischsorten vorgenommenen Versuche haben das überlegene Funktionieren des dargestellten Werkzeuges, insbesondere auch unter schwierigen Bedingungen, also beim Spicken von sehr grossen Fleischstücken und von Fleischstücken, die nicht durchgehend zart und regelmässig sind, unter Beweis gestellt, so dass hier offensichtlich mit geringem Aufwand eine erhebliche Erleichterung einer bisher lästigen und daher nur zu oft vermiedenen Arbeit in der gewerblichen und häuslichen Küche erzielt worden ist.