<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung bezieht sich auf eine Mischvorrichtung, insbesondere für Futtermittel, mit einem um eine horizontale Achse drehbar gelagerten Behälter, der mit einem zu öffnenden Deckel versehen ist.
Dem in der Landwirtschaft gehaltenen Nutzvieh wird bekanntlich seit jeher neben Grünfutter und
Trockenfutter, wie Heu, auch sogenanntes Kraftfutter verabreicht. Dieses bestand früher praktisch ausschliesslich aus vom viehhaltenden Betrieb selbst produziertem Futtergetreide, wie Gerste, Mais, Hafer, und allenfalls Futterbohnen und Futtererbsen. Heute muss die landwirtschaftliche Nutzviehhaltung aus existentiellen Gründen auf Höchstleistungen ausgerichtet sein. Es wird deshalb Kraftfutter verabreicht, das für jede Tierart und sogar für jedes Entwicklungsstadium der Tiere sowohl in seiner Zusammensetzung als auch in seiner täglichen Menge genau festgelegt ist.
Das heute verwendete Kraftfutter besteht aus mehreren Sorten Futtergetreide, aus Fisch-, Blut- und
Fleischmehl, aus Soja-, Erdnuss- und Sesamschroten, aus Mineralstoffen wie Kalzium, Phosphor, Viehsalz und Spurenelementen, sowie aus einer Vielzahl von Vitaminen. Spezielle Kraftfuttersorten enthalten darüber hinaus sogenannte Wuchsstoffe, die den Stoffwechsel beschleunigen, Antibiotika, Coccidiotika und diverse Wurmschutzpräparate. Von sogenannten Mischwerken ist das jeweils erforderliche Kraftfutter fertig gemischt zu beziehen. Für den Landwirt, der selbst Futtermittel erzeugt, ist dies jedoch unwirtschaftlich.
Ein Grossteil der viehhaltenden Landwirte mischt sich deshalb sein Kraftfutter selbst. Es wird nur sogenanntes Eiweisskonzentrat zugekauft, das alle Bestandteile des Kraftfutters mit Ausnahme des
Futtergetreides enthält. Dieses wird sodann dem jeweiligen Bedarf entsprechend mit dem selbst produzierten Futtergetreide vermischt. Das Mischungsverhältnis zwischen Eiweisskonzentrat und
Futtergetreide ist sehr unterschiedlich und liegt zwischen 1 : 3 bis 1 : 30.
Das Mischen von Futtergetreide und Eiweisskonzentrat in der erforderlichen Homogenität bietet
Schwierigkeiten. Die auf dem Markt befindlichen Mischvorrichtungen bestehen aus zylindrischen Trommeln mit im Inneren angeordneten Mischleisten und einem motorischen Antrieb (DE-AS 1215426, US-PS
Nr. 3, 269, 707). Sie sind verhältnismässig gross, kompliziert und entsprechend teuer. Für den kleinen und den mittleren bäuerlichen Betrieb, die heute in erster Linie für die Tierhaltung in Frage kommen, sind solche Mischvorrichtungen ungeeignet und nicht wirtschaftlich. Dort wird deshalb nach wie vor von Hand mit der Schaufel gemischt, was nicht nur mühsam und zeitraubend ist, sondern auch Verstaubungsverluste verursacht und zu groben Ungenauigkeiten der Mischung führt, die fütterungstechnische Minder- ergebnisse verursachen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine vor allem für die kleinen und die mittleren Nutzviehbetriebe bestimmte Mischvorrichtung zu schaffen. Diese soll einfach und billig sein, sich leicht bedienen lassen und eine genaue Mischung des Futters sicherstellen.
Die erfindungsgemässe Mischvorrichtung besteht aus einem Behälter, der einen senkrecht zur Drehachse mehreckigen, vorzugsweise im wesentlichen dreieckigen Querschnitt besitzt. Diese Mischvor- richtung wird zu etwa 2/3 mit den gewünschten Bestandteilen des Kraftfutters gefüllt. Wenn sich eine Ecke des Behälters in der tiefsten Lage befindet, sammelt sich das Futter in dieser Ecke, also in einem eher schmalen, dafür relativ tiefen Raum. Beim Weiterdrehen des Behälters kommt hingegen eine ebene Umfangswand in die unterste Lage, wobei dann das Futter einen zwar weiten, aber nur wenig hohen Raum einnimmt. Ein langsames Drehen des Behälters von Hand aus hat also zur Folge, dass das Futter mit dauernd wechselnder Schütthöhe umgewälzt wird, wobei es von unten her fortwährend nach oben in andere Ebenen befördert wird.
Weiters bildet sich an der Oberseite des Futtermittels eine in Drehrichtung ansteigende, dauernd zu- und abnehmende Oberfläche, auf der das Mischgut wogenartig übereinanderfliesst. Wie sich gezeigt hat, wird dadurch bei langsamem Drehen der erfindungsgemässen Mischvorrichtung schon nach wenigen Minuten eine vollständige Durchmischung des Futters erreicht.
Wenn die erfindungsgemässe Mischvorrichtung auf einem fahrbaren, vorzugsweise schubkarrenartigen Gestell gelagert ist, kann sie zugleich als Futterwagen verwendet werden. Es kann also nicht nur das Futter gemischt werden, sondern das fertige Kraftfutter kann ohne Umfüllarbeit auch von der Futterkammer zur Auswiegung oder sogar unmittelbar zu den einzelnen Futtertrögen gebracht werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besitzt der Behälter eine im wesentlichen dreieckige Querschnittsform mit abgeschnittenen Ecken. Dadurch werden enge Eckenräume, aus denen das Futter nur schwer zu entnehmen ist, vermieden. Die Umfangswände des Behälters zwischen den Ecken können erfindungsgemäss unter Beibehaltung der dreieckigen Querschnittsform auch konvex oder konkav gekrümmt sein. Neben dem bevorzugten dreieckigen Querschnitt sind im Rahmen der Erfindung auch
<Desc/Clms Page number 2>
andere Behälterformen möglich. So sind eine quadratische Form oder auch ein Querschnitt in Form eines langgestreckten Rechteckes denkbar.
Der für das Einfüllen der Futterbestandteile und die Entnahme des fertiggemischten Futters vorgesehene Deckel ist gemäss der Erfindung vorteilhaft in einer Umfangswand des mehreckigen Behälters um eine zur Drehachse quer verlaufende Schwenkachse klappbar angeordnet. Der Deckel kann dann seitlich weggeklappt werden, so dass die Mischvorrichtung von vorne und von hinten ohne Behinderung durch den Deckel gut zugänglich ist.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung können an der Innenseite wenigstens einer Umfangswand, vorzugsweise des Deckels, an sich bekannte, schräg verlaufende, zueinander parallele Leitstege vorgesehen sein. Diese Leitstege weisen verschiedene Steghöhen auf, die vorzugsweise in Drehrichtung des Behälters zunehmen. Sie bewirken eine rasche seitliche Umwälzung des Futters und insgesamt einen optimalen Mischungseffekt. Mit dieser Massnahme wird die erforderliche Mischungszeit vor allem dann erheblich verringert, wenn die einzelnen Futterbestandteile in den Behälter über dessen Breite stark unterschiedlich verteilt eingebracht werden.
Schliesslich können erfindungsgemäss an der Aussenseite des Behälters, vorzugsweise im Bereich der Ecken, Handgriffe zum Drehen des Behälters vorgesehen sein, die eine bequeme Betätigung gestatten.
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Mischvorrichtung dargestellt.
Fig. 1 zeigt eine perspektivische Seitenansicht und Fig. 2 dazu einen Schnitt durch die Drehachse nach der Linie II-II in Fig. l.
Die dargestellte Mischvorrichtung besteht aus einem Behälter --1--, der auf einem Gestell --2-- um eine in Fig. 2 strichpunktiert eingezeichnete horizontale Drehachse --3-- drehbar gelagert ist. Der Behälter --1-- besitzt Seitenwände --4-- mit im wesentlichen dreieckigem Querschnitt. Jede Seitenwand --4-- bildet ein gleichseitiges Dreieck, dessen Ecken abgeschnitten sind. Zwischen den grossen Seitenkanten der Seitenwände --4-- befinden sich Umfangswände--5-, von denen eine als Deckel --6--
EMI2.1
Auf den Eckenwänden--7--befinden sich Handgriffe --8--.
Die Drehachse --3-- befindet sich im Bereich der Schwerpunkte der beiden Seitenwände--4--. Dort ist an jede Seitenwand --4-- ein Lagerzapfen --9-- angeflanscht, der in einem Lager --10-- des Gestells - drehbar aufgenommen ist. Das Gestell --2-- selbst besteht aus zwei parallelen Tragstangen --11--, die je von einem Lager --10-- ungefähr horizontal wegführen, an ihren Enden Handgriffe --12-- besitzen und durch einen U-förmigen Ständer --13-- verbunden sind. Aus dem Bereich der Lager --10-- führen ausserdem Beine --14-- etwa senkrecht nach unten, die eine Radwelle --15-- halten, die an ihren Enden je ein Rad --16-- trägt.
An der Innenseite des Deckels --6--, der in Fig. 1 hochgeklappt dargestellt ist, sind vier parallele Leitstege --17, 18,19 und 20-- angeordnet. Im Schnitt nach Fig. 2 sind nur die drei in Fig. 1 links dargestellten Leitstege --17, 18 und 19-- zu sehen. Es ist aber zu erkennen und in Fig. 2 auch mit strichpunktierten Linien angedeutet, dass die einzelnen Leitstege unterschiedliche Höhe aufweisen. Die Steghöhe nimmt in Drehrichtung des Behälters, die in Fig. 1 durch den Pfeil --21-- angedeutet ist, zu.
Der Steg --17-- besitzt die kleinste Höhe, wogegen der Steg --20-- am höchsten ist. Alle vier Stege gehen in Fig. 1 vom oben dargestellten Rand des Deckels --6-- aus und enden im Abstand vom andern, an die Seitenwand --4-- des Behälters --1-- angelenkten Rand des Deckels --6--. Der Deckel --6-- nimmt die ganze Fläche einer Umfangswand --5-- ein, so dass das Innere des Behälters--l-bei offenem Deckel - gut zugänglich ist.
Bei offenem Deckel --6-- werden die zu mischenden Bestandteile des gewünschten Futters in den Behälter-l--eingebracht. Dieser wird zu etwa 2/3 seines Volumens gefüllt. Aber auch eine geringere Füllung führt zu einem guten Mischungsergebnis. Als günstige Grössenordnung für eine fahrbare Mischvorrichtung gemäss dem Ausführungsbeispiel hat sich ein Behälter mit einem Volumen von 120 bis 150 l erwiesen, in welchem eine Kraftfuttermenge von rund 50 kg bequem gemischt werden kann.
Nach dem Einfüllen des Futters wird der Deckel --6-- geschlossen und der Behälter-l-sodann mit Hilfe der Handgriffe --8-- langsam, mit einer Geschwindigkeit von etwa 10 bis 20 Umdr/min, gedreht. Das Futter wird hiebei teilweise in Drehrichtung mitgenommen, überstürzt sich wogenartig und wechselt auf Grund des mehreckigen Querschnittes des Behälters-l-dauernd seine Oberfläche. Die Leitstege
<Desc/Clms Page number 3>
- -17, 18,19 und 20-- bewirken eine seitliche Verschiebung des Futters in Richtung der Drehachse --3-und eine zusätzliche Mischung hiebei auf Grund ihrer unterschiedlichen Höhe. Durch die einseitige Anordnung der Leitstege --17 bis 20-- an der Innenseite des Deckels --6-- wird auf der einen Seite Raum für einen freien Fluss des Futters geschaffen.
Ausserdem behindern bei offenem Deckel die so höher liegenden Leitstege weniger die Entnahme des Futters aus dem Behälter. Auf Grund dieser mehrfachen Umwälzung ergibt sich schon nach kurzer Zeit, schon nach einigen Minuten, eine vollkommen homogene Futtermischung. Diese kann auf Grund des fahrbaren Gestells --2-- einfach an jeden gewünschten Ort verfahren und auf Grund des grossen Deckels --6-- leicht aus dem Behälter-l-entnommen werden.
Die erfindungsgemässe Mischvorrichtung ist in erster Linie für die Futtermischung bestimmt. Es können mit ihr aber auch andere körnige oder pulverförmige Materialien gemischt werden, z. B. mineralische Dünger.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Mischvorrichtung, insbesondere für Futtermittel, mit einem um eine horizontale Achse drehbar gelagerten Behälter, der mit einem zu öffnenden Deckel versehen ist, d a d u r c h g e k e n n - zeichnet, dass der Behälter (1) einen senkrecht zur Drehachse mehreckigen, vorzugsweise im wesentlichen dreieckigen Querschnitt besitzt.
EMI3.1