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Die Erfindung bezieht sich auf einen lösbaren Spreizanker, beispielsweise Kletterhaken, mit zwei in einem Hohlraum einführbaren, an die Hohlraumwände durch Spreizung anpressbaren, um eine Achse drehba- ren Halteteilen.
Eine lösbare Klemmschraube, beispielsweise ein Kletterhaken, ist in der AT-PS Nr. 201486 beschrie- ben. Dort werdendurcheine Spindelschraube mitKeilflächenverseheneKörperauseinandergespreizt, die sich an die Hohlraumwände anpressen, so dass sie sich besonders für Spalten in Fels oder Eis mit einer Breite zwischen 2 und 5 cm eignet.
Ein Spreizanker der eingangs genannten Art ist weiters aus der CH-PS Nr. 252370 bekannt. Einin einem
Rohr verschiebbarer Haken weist endseitig zwei Schwenkarme auf, die beim Einschlagen des Hakens aufFüh- rungsflächen im Rohr auflaufen und durch seitliche Schlitze ausgelenkt werden, wobei sie in die Hohlraum- wand eindringen. Die Endstellung kann durcheinen Splint gesichert werden.
Die Herstellungskosten und das Gewicht der bekannten Spreizanker sind verhältnismässig hoch ; wenn man bedenkt, dass Kletterer beim Durchklettern einer höheren, schwierigeren Felswand eine Vielzahl von Klet- terhaken setzen müssen, so darf das Gesamtgewicht der Haken nicht unterschätzt werden. Die bekannten
Spreizelemente sind aber auch in ihrer Funktion störungsanfällig, sei es durch Verschmutzung oder Verei- sung des Klemm-Mechanismus, sei es dadurch, dass, insbesondere in Eisspalten, durch die durch den An- pressdruck entstehende Wärme das Eis im Anpressbereich schmilzt und das Befestigungselement sich dabei lockert, da keine selbsttätige Nachstellung der Anpresskraft erfolgen kann.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, einen lösbaren Spreizanker der eingangs erwähnten Art zu schaffen, dessen Herstellungskosten und dessen Gewicht entscheidend geringer ist, und wobei vor allem unter einer
Belastung kein Lockern des Ankers im Spalt bzw. Hohlraum erfolgen soll.
Erfindungsgemäss wird nun diese Aufgabe dadurch gelöst, dass jeder der beiden Halteteile Endabschnitt eines zweiarmigen Hebels ist, dass zumindest einer der beiden Hebel eine, vom zweiten Hebel in der Spreiz- richtung sich entfernende Abwinkelung aufweist, und dass zwischen den beiden Hebeln ein, deren freie Enden aneinanderziehendes und deren Halteteile an die Hohlraumwände nach dem Setzen des Spreizankers anpres- sendes Spreizelement, beispielsweise eine Feder, ein Seilzug od. dgl. angeordnet ist.
Da die beiden Hebelarme nebeneinander auf der gemeinsamen Drehachse angeordnet sind und die Halte- teile beim Einschieben in den Spalt einander überdecken können, liegt die Mindestspaltbreitein der Dicke eines Hebelarmes, während die Höchstspaltbreite sich nach der Grösse der Abwinkelung des Hebels richtet, die bevorzugt im Bereich der Drehachse ausgebildet ist.
Sollten die Hohlräume, bzw. Spaltwände unter dem Druck der Halteteile geringfügig nachgeben, ist auch kein Lockern des Spreizankers möglich, da nach dem Setzen das Spreizelement und bei Belastung eine Zug- verbindung zwischen den beiden freien Hebelenden dies selbsttätig ausgleicht. Die Zugverbindung bei Bela- stung wird dadurch erzielt, dass das Kletterseil selbst oder eine Schlaufe um die beiden freien Hebelenden ge- legt werden.
In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung weisen beide Hebel je eine sich in der Spreizrichtung voneinander entfernende Abwinkelung auf, und sind bevorzugt zueinander symmetrisch ausgebildet.
Die Abwinkelung beider Hebel erhöht die Höchstspaltbreite bei gleichbleibender Mindestspaltbreite, da der Abstand der freien Hebelenden dadurch vergrössert wird.
An mindestens einem derbeidenHalteteile kann eine an die Hohlraumwand sich anpressende Kralle vor- gesehen sein, um den Halt des Halteteiles zu verbessern. Vor allem für Eisspalten ist dies von Vorteil, da die Kralle in das Eis eindringen wird.
Eine Verstellmöglichkeit für verschiedene Hohlraumbreiten ist beim erfindungsgemässen Spreizanker auch dadurch gegeben, dass in einer weiteren Ausführung, zumindest einer der beiden Hebel mindestens zwei Lagerbohrungen für die Drehachse aufweist. Es ist dadurch möglich, die Lage der Drehachse und damit die Länge der Halteteile zu ändern, so dass verschiedene Spreizweiten erzielt werden können.
Ein besonders vorteilhaftes Ausführungsbeispiel ist dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der beiden Hebel aus zwei zur Spreizebene symmetrischen Teilhebeln besteht, wobei deren zugehörige freie Enden jeweils durch einen Bolzen miteinander verbunden sind. Die Halteteile beider Teilhebel sind in diesem Fall mit Krallen versehen.
Auf. diese Weise können die beiden Hebel so auf der Drehachse angeordnet sein, dass sich eine gleichmässige Lastverteilung auf beide Hebel ergibt. Auf der Drehachse sind demnach hintereinander zuerst der erste Teilhebel des ersten Hebels, anschliessend der zweite Hebel und schliesslich der zweite Teilhebel des ersten Hebels angeordnet. Wender in der beschriebenen Anordnung in der Mitte liegende zweite Hebel ebenfalls aus zwei Teilhebeln besteht, können deren freie Enden jeweils nach aussen gekröpft und durch einen Bolzen miteinander verbunden sein.
Über die genannten Bolzen wird die Führung des Kletterseiles bzw. einer Schlaufe selbstverständlich er- leichtert. Zusätzlichkann der Seilzug oder die Seilschlaufe besonders schonend geführt werden, wennauf jedem der die freien Enden der Teilhebel verbindenden Bolzen mindestens eine Rolle drehbar gelagert ist.
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Nachstehend wird nun einausführungsbeispiel der Erfindung an Hand der Zeichnung eingehend beschrie- ben, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein. Darin ist ein Schaubild eines erfindungsgemässen Spreizankers dargestellt.
Der erfindungsgemässe Spreizanker setzt sich aus zwei zweiarmigen Hebeln --1, 2-- zusammen, die an einer Achse--3- drehbar angeordnet sind. Zumindest einer der beiden Hebel --1, 2-- vorzugsweise jedoch beide, sind im Bereich der Achse --3-- mit einer Abwinkelung --4, 5-- versehen. Zumindest einer der beiden Hebel --1, 2-- ist mit mindestens zwei Lagerbohrungen --6-- für die Drehachse --3-- versehen, wodurch die Spreizweite des Spreizankersverändert werden kann. Die Endabschnitte der beiden Hebel --1, 2-bilden die Haltetelle-7, 8-- des Spreizankers, wobei sie bevorzugt jeweils zumindest eine Kralle --9-- aufweisen, durch welche die Anpresswirkung und der Auszugswert des Spreizankers erhöht wird. Vor allem in Eisspalten dringt die Kralle --9-- in die Spaltseitenwand ein und erhöht die Haltewirkung.
Weiters sind die beiden Hebel-l, 2-durch eine verhältnismässig schwache Feder --13-- beaufschlagt, die eine leichte Spreizung der beiden Halteteile --7, 8-- bewirkt. Zum Setzen des Spreizankers werden die beiden Halteteile --7, 8-- übereinander in Deckung gebracht und in den Hohlraum, bzw. Spalt eingeführt. Durch die die spreizende Feder --13-- werden sie nun leicht an die Seitenwände angepresst und dort bis zum Einhängen der Last vorläufig gehalten.
Die beiden Hebel--1, 2-- sind im Ausführungsbeispiel aus jeweils zwei zur Spreizebene symmetrischen Teilhebeln-l', l", 2', 2"-zusammengesetzt, so dass sich ein längssymmetrischer Aufbau des Spreizan- kers und eine gleichmässige Lastverteilung bei Belastung ergibt. Die freien Enden-10', 10"bzw. 11', 11"- der Teilhebel --1', 1", 2', 2"-- sind miteinander durch je einen Bolzen --12-- verbunden, über den ein Seilzug --14-- geführt wird, der bei einer Belastung des Spreizankers die Halteteile-7, 8-gegen die Hohlraumwände presst.
Die freien Enden --10', 10"-- der in der Zeichnung mittig angeordneten Teilhebel --1', 1"--, sind nach aussen gekröpft, so dass die beiden Bolzen --12-- etwa gleich lang ausgebildet sein können. Zur Führungdes Seilzuges --14-- können auf dem Bolzen Rollen angeordnet sein. Der erfindungsgemässe Spreizanker ist leicht und billig herzustellen, wobei beispielsweise die vier Teilhebel --1', 1", 2', 2"-- nahezu identisch sind, und durch die gleichen Verbindungsstifte, nämlich die Drehachse --3-- und die Bolzen--12-- verbunden werden. Ausserdem ist sein Gewicht verhältnismässig gering und es kann der Kletterer ohne allzu grosse Belastungen eine grössere Anzahl erfindungsgemässer Spreizanker mit sich führen.
Die Breite des Hohlraumes, in die der Spreizanker eingesetzt werden kann, richtet sich nach der Stärke der Hebel --1, 2--, nach dem Grad der Abwinkelung--4-- und der Lage der Drehachse --3--. Beispielsweise kann die Spaltbreite zwischen 1 und 6 cm betragen. Auch andere Probleme, z. B. durch Verschmutzung oder Vereisung od. dgl. können nicht auftreten.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Lösbarer Spreizanker, beispielsweise Kletterhaken, mit zwei in einem Hohlraum einfuhrbaren, an die Hohlraumwände durch Spreizung anpressbaren, um eine Achse drehbaren Halteteilen, dadurch gekennzeichnet, dass jeder der beiden Halteteile (7,8) Endabschnitt eines zweiarmigen Hebels (1, 2) ist, dass zumindest einer der beiden Hebel (1, 2) eine, vom zweiten Hebel (2, 1) in der Spreizrichtung sich entfernende Abwinkelung (4,5) aufweist, und dass zwischen den beiden Hebeln (1, 2) ein, deren freie Enden (10, 11) aneinanderziehendes und deren Halteteile (7,8) an die Hohlraumwände nach dem Setzen des Spreizankers anpressendes Spreizelement, beispielsweise eine Feder (13), ein Seilzug (14) od. dgl. angeordnet ist.