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Die Erfindung betrifft eine Mechanik für Ordner zur Ablage von mit Randlochungen versehenen
Schriftstücken od. dgl. mit einer in eine Öffnungsstellung, eine Lesestellung und eine Schliessstellung bringbaren Halterung für die Schriftstücke, die aus zwei je an einem der Deckelteile des Ordners befestigten leistenförmigen Teilen besteht, die über an ihren beiden Enden querverlaufend angeordneten
Laschen schwenkbar miteinander verbunden sind und die nach einem Kreisbogen um die Schwenkachse der
Halterung verlaufende, jeweils einem Lochpaar der Schriftstücke zugeordnete Stäbe tragen, wobei die
Lasche des einen Halterungsteiles zwei bezüglich der Schwenkachse der Halterung winkelmässig zueinander versetzte Rasten aufweist, in die eine mit der Lasche des andern Halterungsteiles verbundene Klinke od. dgl. einrastbar ist.
Solche z. B. in der US-PS Nr. 2, 528, 866 geoffenbarte Ordner sind einfach und bequem zu handhaben, da sie im geöffneten Zustand ein rasches Einordnen bzw. die Entnahme von Schriftstücken an beliebiger
Stelle des im Ordner enthaltenen Blätterstapels erlauben und in einer, im folgenden als "Lesestellung" bezeichneten Zwischenstellung der Halterung eine unbehinderte Einsichtnahme in das jeweils interessie- rende Schriftstück ermöglichen, ohne dass dieses aus dem Ordner herausgenommen werden muss.
Wenn ein solcher Ordner nach Gebrauch zugeklappt wird, gelangt auch die aufschwenkbare zweiteilige Halterung für die eingeordneten Schriftstücke zuverlässig von selbst in die Schliessstellung, so dass ein unbeabsich- tigtes Herausfallen von Schriftstücken, wie es bei bekannten Ordnern mit unabhängig von der Stellung der Deckelteile offen-und schliessbaren Blatthalterungen vorkommen kann, mit Sicherheit vermieden wird.
Der in der genannten Patentschrift beschriebene Ordner weist eine an der einen Lasche um eine Achse drehbare Klinke auf, welche einerseits ein hakenförmiges Eingriffsende, anderseits einen Vorsprung besitzt, an welchem eine Druckfeder angreift, die sich mit ihrem andern Ende an dem einen leisten- förmigen Teil abstützt. Da die eine Lasche an der der Drehachse des Ordners abgewendeten Aussenseite die zwei Raststellen aufweist und so wie die Klinke aus einem dünnen Blech besteht, kann es bei einer Verkantung der Ordner- oder Mechanikteile vorkommen, dass die dünne Klinke an den Raststellen der Lasche abrutscht statt in diese einzugreifen. Die Eingriffslagen der Klinke in der Lese- und Schliess- stellung sind bei diesem bekannten Ordner durch radiale Stufen nur in einer Richtung fixiert.
Eine Verschiebung der Ordnerteile in der andern Richtung ist aber unerwünscht. Schliesslich ist die Klinke bei einem allfälligen Verlust der Druckfeder funktionslos, so dass auch eine von aussen zugängliche Handhabe nicht eingesetzt werden kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Mechanik der eingangs genannten Art so zu verbessern, dass sie eine besonders einfache und kostensparende Bauweise erlaubt und trotzdem ein leichtes bequemes Öffnen, Schliessen und Herbeiführen der Lesestellung des Ordners gewährleistet, in welcher eine gewisse Fixierung der Ordnerteile erfolgen soll. Ausserdem soll es keine separaten Teile wie drehbare Klinke, Feder u. dgl. geben.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Rasten durch kreisbogenstückförmige Ausnehmungen an der der Schwenkachse zugekehrten Innenseite eines Armes der Lasche des einen Halterungsteiles gebildet sind, dass die Klinke ein mit der Lasche des andern Halterungsteiles fest verbundener Hebel ist, dessen freies Ende zum Ein- oder Herausführen in die oder aus den Rasten in Richtung Schwenkachse elastisch nachgiebig bewegbar und der Bogenstückform der Rasten am Arm der einen Lasche entsprechend ausgebildet ist, die Klinke bzw. der Hebel in an sich bekannter Weise mit einer bei geschlossenem Ordner von aussen zugänglichen, parallel zum Rückenteil ausgerichteten Handhabe ausgestattet ist und das dem freien Ende entgegengesetzte Ende des Hebels gemeinsam mit der Lasche am Halterungsteil befestigt ist.
Es bedarf also nur weniger, einfach ausgeführter Bauteile, um die Halterung sowohl in der Schliessstellung als auch in der Lesestellung des Ordners zuverlässig arretieren und die Vorteile derartiger Ordner mit verringertem Kosten- und Bearbeitungsaufwand voll ausschöpfen zu können. Es können sämtliche, für die Einstellung der Halterung in drei Positionen massgeblichen Einzelteile des Ordners als für die Serienproduktion besonders geeignete billige Stanzteile ausgeführt und eine beachtliche Kostenersparnis erzielt werden. Dadurch, dass die bogenstückförmigen Raststellen von dem breiten freien Ende des Hebels in der Lese-bzw. Schliessstellung vollständig ausgefüllt sind, ist ein sicherer Eingriff der zusammenwirkenden Teile der Mechanik gewährleistet.
Die Handhabe ermöglicht daher mit einem Griff ein rasches Öffnen der verrasteten Teile in die Leseoder Öffnungsstellung des Ordners dadurch, dass z. B. der Rückenteil des Ordners mit dem Daumen und
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Rückenteil gedrückt wird.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend an Hand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen : Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines in der Offenstellung befindlichen Ordners mit einer Mechanik nach der Erfindung und Fig. 2 eine gleichartige Darstellung des Ordners nach Fig. l in der Schliessstellung.
Der dargestellte Ordner besitzt zwei aus verhältnismässig steifem Material, z. B. Pappe bestehende, aus dekorativen Gründen gegebenenfalls mit Plastik überzogene Deckelteile --1 und 2--, die mit einem ebensolchen Rückenteil --3-- über durchlaufende Längsfalze--4--schwenkbar verbunden sind. Er weist weiters eine Halterung --5-- für die in den Zeichnungen nicht dargestellten, in bekannter Weise am Innenrand mit Lochungen versehenen im Ordner aufzubewahrenden Schriftstücke od. dgl. auf. Diese Halterung --5-- besteht aus zwei leistenförmigen Teilen --6 und 7--, die jeweils an einem der Deckelteile - l und 2--, z. B. mittels Nieten --8--, parallel zu den Falzen --4-- befestigt sind.
An beiden Enden jedes leistenförmigen Teiles --6 bzw. 7-ist je eine querverlaufende Lasche-9 bzw. 10--befestigt, z. B. angenietet. Die einander zugewendeten Enden jedes Laschenpaares --9, 10-- sind mittels einer Niete --11--, um eine zu den leistenförmigen Teilen --6, 7-- parallele Achse schwenkbar miteinander verbunden.
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Schriftstücke zugeordnet sind.
An einer der Laschen --9--, im dargestellten Ausführungsbeispiel an der dem vorderen Rand des Ordners zunächstliegenden Lasche --9--, sind zwei bezüglich der Schwenkachse winkelmässig zueinander versetzte Rasten --14, 15-- in Form von bogenstückförmigen Ausnehmungen an der der Schwenkachse zugekehrten Seite eines Armes --16-- der Lasche --9-- vorgesehen. Die andere Lasche --10-- ist mit
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kreisbogenförmig ausgebildet ist, wie die Rastausnehmungen --14, 15--. Das untere Ende des Hebels - -17-- wird zusammen mit der Lasche --10-- in einem Arbeitsgang am Halterungsteil --7-- befestigt.
Dieser als Klinke wirkende Hebel --17-- ist elastisch nachgiebig und weicht, wenn die Lasche --9-- mit ihrem Arm --16-- in Richtung des Pfeiles --19-- geschwenkt wird, nach dem Anstossen an einem radialen Vorsprung --20-- nach unten aus und springt nach Passieren dieses Vorsprunges --20-- in die Rast - ein. Dabei füllt das gebogene Ende --18-- die bogenförmige Ausnehmung --15-- vollständig aus, so dass eine sorgfältige Verrastung der Teile --16 und 18-- in dieser sogenannten Lesestellung gewährleistet ist.
Soll der Ordner ganz geschlossen werden, so erfolgt eine weitere Schwenkbewegung der Lasche --9-in Richtung des Pfeiles --19--, nachdem vorher das freie Ende --18-- zur Schwenkachse --11-- hin- und aus der Rast --15-- herausbewegt wurde.
Das Ende-18-- schleift dabei an der Anlauffläche --21-- des Armes --16-- bis es in die zweite Rast - elastisch einfällt. Hier wird das Ende --18-- durch einen radialen Vorsprung --22-- des Armes - festgehalten und die Schliessstellung des Ordners sichergestellt.
Auch der radiale Vorsprung --20-- ist mit einer gebogenen Auflauffläche --23-- versehen, wodurch das Einrasten des freien Endes --18-- in die erste Rastausnehmung --15-- erleichtert wird.
Die Klinke bzw. der elastische Hebel-17-- weist erfindungsgemäss eine Handhabe --24-- auf, mit welcher er mit einem Griff leicht aus einer der beiden Raststellungen herausbewegt werden kann. Zu diesem Zweck ist die parallel zum Rückenteil --3-- ausgerichtete Handhabe --24-- in der Schliessstellung des Ordners gemäss Fig. 2 mit dem Zeigefinger einer Hand zu erfassen, deren Daumen den Rückenteil --3-- ergreift. Durch Herunterdrücken der Handhabe --24-- in Richtung Rückenteil --3-- wird das freie Ende - ebenfalls in dieser Richtung und somit aus der Rastausnehmung --14 oder 15-- herausbewegt und die Verrastung der Laschen --9 und 10-- gelöst.
Bei geöffnetem Ordner befindet sich, wie aus Fig. 1 ersichtlich, der Hebel --17-- ausser Eingriff mit den Rasten --14, 15-- der Lasche --9--. In dieser Stellung kann die Halterung --5-- beliebig weit geöffnet werden, um Schriftstücke in den Ordner einzulegen oder aus diesem zu entnehmen.
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Bei etwa halb geöffnetem Ordner (nicht dargestellt) rastet das freie Ende --18--, wie erwähnt, in die zunächstliegende Raste --15-- der Lasche --9-- ein. In dieser Stellung der Halterung --5-- übergreifen die Stäbe --12, 13-- der gegenüberliegenden Halterungsteile --6, 7-- einander so weit, dass beliebige Aktenteile vom unteren Deckelteil --2-- abgehoben und wie Seiten eines Buches auf den aufgeklappten oberen Deckelteil-l-aufgelegt werden können. In dieser Lesestellung kann bequem in jedes beliebige Schriftstück ein-oder beidseitig Einsicht genommen werden.
Durch weiteres Zusammenschwenken der Halterung --5-- kann das freie Ende --18--, wie ebenfalls erwähnt, mit der zweiten Raste --14-- der Lasche --9-- in Eingriff gebracht werden, wie aus Fig. 2 ersichtlich. Der Ordner kann nunmehr zugeklappt und in geschlossenem Zustand aufbewahrt werden. Ein unbeabsichtigtes Herausfallen von Schriftstücken ist nicht möglich, da der Hebel --17-- die Halterung - -5-- in der Schliessstellung festhält.