<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung betrifft eine zusätzliche, am Gurtschloss oder einer Gurtverankerung angeordnete Auslöseeinrichtung für einen Sicherheitsgurt in einem Kraftfahrzeug, Flugzeug, Motorboot oder Schienenfahrzeug, mit einem am Gurt befestigbaren Teil, der in einer an der Gurtverankerung bzw. dem Gurtschloss vorgesehenen Halterung geführt und gegen Rückhalter beim Überschreiten einer vorbestimmten Zugbelastung des Gurtes in eine Ansprechstellung verstellbar ist, in der er ein Zeitlaufwerk einschaltet, das nach seinem Ablauf den Teil freigibt, wobei das Zeitlaufwerk einen von einer vorgespannten Feder belasteten Verdrängerkolben für eine in einer Zylinderhöhlung mit einem als Drosselstelle ausgebildeten Auslass enthaltene Flüssigkeit aufweist.
Die Hauptaufgabe zusätzlicher Auslöseeinrichtungen der gegenständlichen Art ist es, nach einer den vorbestimmten Wert überschreitenden Zugbelastung am Gurt die angeschnallte Person freizugeben. Der Ansprechwert wird dabei so hoch gewählt, dass praktisch nur bei einem Unfall eine Auslösung stattfinden kann. Die Verzögerung ist notwendig, damit die Schutzwirkung der Gurte sicher auch nach dem ersten Aufprall noch bis zum endgültigen Stillstand des Fahrzeuges erhalten bleibt. Mit der zusätzlichen Auslöseeinrichtung soll die Befreiung der Insassen z. B. aus einem Fahrzeug, das in Brand gerät oder auch in ein Gewässer abstürzt, erleichtert werden, da häufig angeschnallte Insassen, selbst wenn sie bei vollem Bewusstsein sind, infolge der Schockwirkung Schwierigkeiten haben, sich von den Gurten zu befreien.
Bei den vielen am Markt befindlichen verschiedenen Gurtsystemen sind diese Schwierigkeiten in erhöhtem Masse für fremde Helfer vorhanden.
Bei einer bekannten Auslöseeinrichtung der gegenständlichen Art ist eine mit dem Gurt verbindbare Zylinderhülse auf einen an der Verankerung befestigbaren, die Hülse vom Ende her nur zum Teil ausfüllenden Stützfortsatz aufgesetzt. Der Stützfortsatz ist mit einer Kolbenstange verbunden, die in den Zylinderraum einragt und am freien Ende einen Kolben trägt, der am Rand eine als Drosselstelle wirkende Kerbe aufweist. Innerhalb des Stützfortsatzes ist in der Hülse eine Trennwand mit einer Durchführung für die Kolbenstange vorgesehen und der zwischen dieser Trennwand und dem Kolben liegende Raum ist mit Fett gefüllt. An der Decke der Zylinderhülse ist eine dauernd vorgespannte Druckfeder abgestützt, die auf den Kolben drückt. Der Kolben wird mit der genannten Decke über einen beim Überschreiten einer bestimmten Belastung brechenden Bolzen verbunden.
Nach dem Bruch des Bolzens verschiebt die Feder den Kolben, wobei die Kolbenbewegung durch das Fett verzögert wird. Schliesslich drückt die Kolbenstange den Stützfortsatz in eine Lage, in der er von der Hülse freikommt.
Nachteilig bei der beschriebenen Konstruktion ist, dass die Feder dauernd vorgespannt sein muss und also der Ermüdung unterliegen wird, wenn man bedenkt, dass bis zu einer tatsächlichen Betätigung der zusätzlichen Auflöseeinrichtung Jahre vergehen können. Durch die normalen Zugbelastungen auf den Gurt kommt es zu einer Dauerbelastung des Bolzens, so dass die Gefahr eines Ermüdungsbruches und damit einer unerwünschten und sogar gefährlichen Auslösung gegeben ist.
Sinngemäss gleiche Nachteile weisen auch alle andern bekannten zusätzlichen Auslöseeinrichtungen auf dem einschlägigen Gebiet auf. Konstruktiv sind einige Unterschiede vorhanden. So ist bei einer weiteren bekannten Ausführung eine mit dem Gurt verbindbare Lasche mit dem Gehäuse über einen die zulässige Zugspannung am Gurt bestimmenden Scherbolzen verbunden, der also bei einer den vorbestimmten Wert übersteigenden Belastung bricht. Die Lasche liegt an der einen Stirnwand des Gehäuses an und ist mit einem Langloch auf einem Anschlagstift geführt. Nach einem Bruch des Scherbolzens kann die Lasche zunächst nur um das durch das Langloch bestimmte Mass aus dem Gehäuse herausgezogen werden.
Als Zeitlaufwerk ist hier eine Nockenscheibe an einem zweiarmigen Hebel vorgessehen, deren Nocke im Ruhezustand die Lasche gegen die Wand drückt und also ihr Langloch in Eingriff mit dem Bolzen hält. Am einen Hebel des doppelarmigen Hebels greift eine vorgespannte Zugfeder an. Der andere Hebel steht mit einem eine Drosselöffnung aufweisenden Verdrängerkolben in einem mit einer Flüssigkeit gefüllten Zylinder in Verbindung. Durch die geringe Verstellung der Lasche nach dem Bruch des Scherbolzens wird die Blockierung des doppelarmigen Hebels gelöst und die Feder kann den Hebel verstellen.
Nach der durch die Grösse der Drosselstelle im Kolben bestimmten Verzögerungszeit ist der doppelarmige Hebel soweit verstellt, dass die Nocke die Lasche freigibt, so dass sich diese mit ihrem Langloch vom Anschlagbolzen lösen und damit in weiterer Folge aus dem Gehäuse herausgezogen werden kann.
Bei einer andern bekannten Auslöseeinrichtung gibt die wieder über einen Scherbolzen zur Bestimmung der zulässigen Zugbelastung des Gurtes mit dem Gurtschloss verbundene, selbst an dessen Verankerung vorgesehene Lasche in der Auslösestellung einen durch eine vorgespannte Feder vorbe-
<Desc/Clms Page number 2>
lasteten Klinkenschalthebel frei, für den ein seine Bewegung verzögerndes Glied in Form einer gefüllten Zylinder-Kolbeneinheit vorgesehen ist. Nach Ablauf der Verzögerungszeit trifft der Klinkenschalthebel auf einen zusätzlichen Auslöser des Gurtschlosses, so dass der Gurt freigegeben wird.
Schliesslich ist auch schon eine Überlastsicherung im Gurtschloss selbst bekannt, die beim Überschreiten vorbestimmter Belastungswerte das Haltestück des Gurtes freigibt und gleichzeitig einen Unterbrecherkontakt im Hauptstromkreis des Fahrzeuges betätigt. Diese Konstruktion hat den Nachteil, dass der Schutz der Insassen des Fahrzeuges wegen der sofortigen Auslösung des Gurtes beim Auftreten der Überlast nicht mehr gewährleistet ist.
Aufgabe der Erfindung ist eine Verbesserung einer Auslöseeinrichtung der genannten Art, durch die vor allem Ansprechbereitschaft und Funktionssicherheit der Auslöseeinrichtung über Jahre hinaus gewährleistet werden soll.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der am Gurt befestigbare Teil als in einem die Halterung bildenden Gehäuse geführter Kolben ausgebildet ist, dessen einseitig offener Innenraum durch den Verdrängerkolben abgeschlossen ist und die Zylinderhöhlung für die Flüssigkeit bildet, dass am offenen Rand des Kolbens zweiarmige Hebel schwenkbar gelagert sind, die in ihrer zur Kolbenachse radialen Ruhelage mit ihrem einen Arm an der Stirnseite des Verdrängerkolbens und mit ihrem andern, über die Mantelfläche des Kolbens hinausragenden Arm an einer Feder anliegen, die mit ihrem andern Ende an dem Gehäuse abgestützt ist, so dass der Kolben unter Vorspannen der Feder, die somit den Rückhalter bildet, in die Ansprechstellung ausziehbar ist,
in welcher über die in der Wand des Kolbens vorgesehene Drosselstelle die Verbindung zwischen dem Innenraum des Kolbens und dem Innenraum des Gehäuses hergestellt ist, und dass Raster od. dgl. vorgesehen sind, die eine Rückstellung des Kolbens aus der Ansprechstellung in die Ausgangslage verhindern, so dass die durch die Verstellung des Kolbens in die Ansprechstellung vorgespannte Feder die zweiarmigen Hebel unter Einschieben des Verdrängerkolbens in den Innenraum des Kolbens in eine Stellung schwenkt, in der sie nicht mehr über die Mantelfläche des Kolbens hinausragen und dadurch das Ausziehen des Kolbens aus dem Gehäuse ermöglichen.
Bei der erfindungsgemässen Ausführung wird die Feder erst beim Ansprechen der Auslöseeinrichtung, also beim Überschreiten der vorbestimmten Zugbelastung auf den Gurt, gespannt, so dass die Ansprechbereitschaft der Auslöseeinrichtung auch nach langer Zeit gewährleistet ist, weil keine Gefahr einer Ermüdung der Feder besteht. Die Feder kann sogar dazu beitragen, unter dem Ansprechwert liegende, auf die Gurte wirkende Belastungen federnd abzufangen. Die Unterbringung der Zylinderhöhlung im Kolben ermöglicht eine verhältnismässig einfache Bauweise der Auslöseeinrichtung. Die Feder kann kräftig dimensioniert werden. Die vorgesehenen Raster ermöglichen erst die Verwendung einer Feder, die durch die Verstellung des Kolbens vorgespannt wird.
Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes gehen aus der nachfolgenden Zeichnungsbeschreibung hervor.
In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise veranschaulicht. Es zeigt Fig. 1 eine erfindungsgemässe, zusätzliche Auslöseeinrichtung im Längsschnitt im Ruhezustand bei eingeklinktem Sicherheitsgurt und Fig. 2 die Einrichtung nach Fig. 1 in der Ansprechstellung, wobei in der linken Hälfte der Fig. 2 der Zustand unmittelbar nach Auftreten der Überbelastung und in der rechten Hälfte der Zustand kurz vor Ablauf des Zeitlaufwerkes veranschaulicht wurde.
EMI2.1
über eine nicht dargestellte Öse od. dgl. mit einer üblichen Gurtverankerung eines Kraftfahrzeuges, u. zw. der schlossseitigen Gurtverankerung, verbunden werden kann.
Im zylindrischen Gehäuse-l-ist ein von der Decke --3-- unter Freilassung eines Ringspaltes --4-- bis etwa zur halben Gehäusehöhe nach unten ragender Büchsenteil--5--vorgesehen, in dessen Zylinderbohrung --6-- ein Kolben --7-- verschiebbar geführt ist, der oben mit einem Gurtenschloss --8-in Verbindung steht. Die Teile --7 und 8-- sind miteinander während des Betriebes starr verbunden, können aber nach Lösen von Schrauben od. dgl. voneinander getrennt werden.
Das Gehäuse des Gurtenschlosses --8-- besitzt einen Einführschlitz --9-- für das zur Verankerung eines Sicherheitsgurtes dienende Raststück --10--, in welches in der dargestellten Raststellung eine federbelastete Falle --11-- eingreift, die durch einen Druckknopf od. dgl. --12-- lösbar, d. h. aus der Aufnahme-13-- des Raststückes-10-- herausziehbar ist.
<Desc/Clms Page number 3>
In der eingerasteten Stellung drückt das Raststück --10-- auf eine Platte --14-- und schiebt diese daher bei seinem Einführen aus einer Anlagestellung an der Decke --15-- einer Ausnehmung --16-- gegen Rückholfedern --17-- nach unten. Dadurch werden durch den Kolben --7-- geführte Stangen, die mit der Platte --14-- verbunden sind, nach unten geschoben. Diese Stangen --18-- tragen ein Kontaktstück das mit zwei im Hauptstromkreis --21-- des Kraftfahrzeuges liegenden Kontakten --22-zusammenwirkt und also bei ordnungsgemäss angelegtem Sicherheitsgurt den Hauptstromkreis des Kraftfahrzeuges schliesst.
Der Kolben --7-- besitzt seinerseits einen nach unten offenen Innenraum --23--, in dem ein Verdrängerkolben --24-- mit Dichtringen --20-- geführt ist. Vom oberen Ende des nach unten vom Verdrängerkolben --24-- abgeschlossenen und dadurch eine Zylinderhöhlung bildenden Innenraumes --23-geht ein einen relativ kleinen Querschnitt aufweisender und daher eine Drosselstelle --25-- bildender Auslass aus. Die über dem Verdrängerkolben --24-- liegende Zylinderhöhlung --23-- ist im Ruhezustand mit einer Flüssigkeit, z. B. Öl, gefüllt, die über eine durch eine Wurmschraube --26-- verschliessbare Bohrung eingebracht wurde.
Im Ruhezustand verhindern mit der Bohrung --6-- in Eingriff stehende Dichtungen --27-- des Kolbens --7-- den Flüssigkeitsaustritt über die Drosselstelle --25--, so dass der Verdrängerkolben in der in Fig. 1 dargestellten Lage verbleibt.
Am unteren offenen Rand des Kolbens --7-- sind zur Kolbenachse radial und gegenüber den Durchführungen für die Stangen --18-- versetzt in Schwenklager --29-- zweiarmige Hebel --28-schwenkbar gelagert, die im Ruhezustand mit ihrem einen Arm aussen an der Stirnseite des Verdrängerkolbens --24-- anliegen und mit ihrem andern Arm über die Mantelfläche des Kolbens-7-- hinausreichen und einen Stützring --30-- halten, auf dem sich eine zum Grossteil im Ringspalt --4-- untergebrachte und in diesem am Gehäuse abgestützte Druckfeder --31-- mit ihrem andern Ende abstützt. Im oberen Endbereich des Kolbens --7-- ist in einer Schrägbohrung ein federbelasteter Sperrstift --32-untergebracht, der als Raster dient.
Wird auf den Sicherheitsgurt durch den als träge Masse wirkenden Körper der angeschnallten Person eine den durch die Feder --31-- vorbestimmten Wert übersteigende Belastung, z. B. infolge eines Zusammenstosses oder Auffahrunfalles des Fahrzeuges, ausgeübt, dann wird der Kolben --7-- gegen die Wirkung der Feder zunächst in die in Fig. 2 links dargestellte Lage herausgezogen, in welcher Stellung der Stützring --30-- auf den unteren Rand des Büchsenteiles --5-- auftrifft und gemeinsam mit den Hebeln --28-- zunächst ein weiteres Herausreissen des Kolbens --7-- verhindert. Der Kontakt --19-- wird gemeinsam mit dem Kolben --7-- verstellt und unterbricht trotz seiner unveränderten Relativlage zum Kolben --7-- den Hauptstromkreis des Fahrzeuges.
Der als Raster dienende Sperrstift --32-- rastet an der Oberseite des zylindrischen Gehäuses--l-ein und verhindert dadurch eine Rückstellung des Kolbens --7-- in die der Fig. 1 entsprechenden Lage. Die Drosselstelle --25-- gelangt in eine Stellung gegenüber einem Verbindungskanal --33-- zum Ringraum --4--, so dass die zunächst oberhalb des Verdrängerkolbens --24-- in der Zylinderhöhlung vorhandene Flüssigkeit in den Innenraum des Gehäuses - austreten kann. Da der Kolben --7-- festgehalten wird und die Drosselstelle --25-- freigegeben wurde, kann die Feder --31-- über den Ring --30-- nach und nach die zweiarmigen Hebel --28-verschwenken und dadurch den Verdrängerkolben --24-- nach oben verstellen.
Sobald der Ring --30-die zweiarmigen Hebel --28-- freigibt, kann der Kolben --7-- gemeinsam mit den an ihm hängenden zweiarmigen Hebeln frei aus der Zylinderbohrung --6-- herausgezogen werden, so dass der Sicherheitsgurt gelöst ist.