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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Temperaturbehandlung von Milchprodukten oder anderem Nahrungsgut in Behältnissen.
Es gibt Fälle verschiedener Art, in denen es wünschenswert oder notwendig ist, in Behältnissen befindliches Gut einer Temperaturbehandlung zu unterwerfen. So wurde erkannt, dass sich die Haltbarkeit von abgefüllter Sahne wesentlich erhöhen lässt, wenn die Sahne möglichst unmittelbar nach dem Abfüllvorgang und dem Verschliessen der sie aufnehmenden Behältnisse gekühlt wird. Bisher musste davon ausgegangen werden, dass sich eine solche Kühlung nur mit besonderen Einrichtungen und Aggregaten erreichen lässt. Dabei handelt es sich um aufwendige Anlagen, die eine grosse Investition für den betreffenden Betrieb bedeuten und zur Erhaltung ihrer Funktionsfähigkeit sorgfältig gewartet werden müssen.
Schon aus diesen Gründen kann häufig die Anschaffung einer derartigen Anlage nicht in Betracht gezogen werden, obgleich das Bedürfnis nach einer entsprechenden Temperaturbehandlung des Füllgutes besteht.
Ziel der Erfindung ist es, vorhandene Schwierigkeiten zu beheben und ein einfaches Verfahren zu finden, um eine Temperaturbehandlung von in verschlossenen Behältnissen befindlichem Gut, insbesondere zur Erhöhung der Haltbarkeit des letzteren, in günstiger Weise durchzuführen. Die Erfindung will dabei auch zweckmässige Mittel zur Verwendung bei einem solchen Verfahren vorschlagen und strebt weiterhin die Schaffung einer praktischen Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens an, die sich mit verhältnismässig geringem Aufwand verwirklichen lässt und für Einsatzfälle verschiedener Art geeignet ist.
Die Erfindung sieht vor, dass jeweils mehrere Behältnisse unter Sicherung ihrer gegenseitigen Lage und mit Belassung von Zwischenräumen zwischen ihnen zu einer schwimmfähigen Einheit zusammengefasst werden und dass diese Einheiten in ein Bad mit zur Temperaturbeeinflussung dienender Flüssigkeit gebracht und darin schwimmend eingetaucht über eine Verweilzeit belassen werden.
Auf diese Weise ist es möglich, eine erhebliche Anzahl von gefüllten Behältnissen in relativ kurzer Zeit einer wirksamen Temperaturbehandlung, etwa einer Kühlung, zu unterziehen. Die Temperatur der Flüssigkeit lässt sich dabei so wählen, dass das gewünschte Mass der Beeinflussung erreicht wird.
Die mit den Behältnissen gebildeten Einheiten können während der Verweilzeit an ihrer Stelle im Flüssigkeitsbad verbleiben. Vorteilhaft werden sie jedoch durch das Bad hindurchbewegt. Die Behältnisse werden dabei von der Flüssigkeit umspült, so dass die Intensität der Einwirkung erhöht wird.
Es ist in vielen Fällen günstig, der Badflüssigkeit selbst eine strömende Bewegung zu erteilen, um die Temperaturbehandlung zu fördern. Weiterhin kann die strömende Bewegung in besonders vorteilhafter Weise dazu ausgenutzt werden, die Einheiten im Flüssigkeitsbad zu bewegen. Eine Strömung der Badflüssigkeit lässt sich durch Beeinflussung eines einmal vorhandenen Bades erreichen oder aber insbesondere durch ständiges Zuleiten von Flüssigkeit zum Bad und entsprechendes Ableiten von Flüssigkeit aus demselben bewirken.
Oberhalb des Flüssigkeitsspiegels des Bades verbleibende, also nicht in das Bad eingetauchte Bereiche der schwimmenden Einheiten bzw. die Oberseiten der Behältnisse können, wenigstens während eines Teiles ihrer Verweilzeit im Bad, mit einer zur Temperaturbeeinflussung dienenden Flüssigkeit besprüht oder beregnet werden.
Eine besondere Ausführungsweise des Verfahrens besteht darin, dass das zu behandelnde Gut heiss in die Behältnisse eingefüllt und nach dem Verschliessen derselben durch die Behandlung in einem kalten Flüssigkeitsbad gekühlt wird. Wie sich gezeigt hat, kann hiedurch insbesondere die Haltbarkeit von Sahne und ähnlichen Milchprodukten erheblich gesteigert werden.
Darüber hinaus hat sich ergeben, dass ein Heissabfüllen und ein schnelles Kühlen in einem Flüssigkeitsbad auch bei Milch selbst mit Vorteil durchführbar ist und dass dadurch eine wesentliche Erhöhung der Haltbarkeitsdauer der Milch erzielbar ist.
Das Verfahren lässt sich sowohl bei Sahne oder andern Milchprodukten als auch bei Milch selbst einfach durchführen und ist für Molkereibetriebe unterschiedlicher Art und Grösse geeignet. Da mit dem Verfahren auf unkomplizierte Weise auch keimarme Milch erhalten werden kann, gestaltet sich wegen der längeren Haltbarkeit nicht nur der Vertrieb über die jeweiligen Handels- und Kühlketten unproblematischer als bisher, was eine sehr wesentliche Erleichterung bedeutet, sondern es wird auch der ausserordentliche Vorteil erzielt, dass sich in der betreffenden Molkerei jeweils zu einem Zeitpunkt grössere Mengen Milch als bisher abfüllen lassen und dass somit in einem Masse vorgearbeitet werden kann, wie es bisher nicht möglich war. Dies ist gerade auch hinsichtlich der Verfügbarkeit von Personal sehr wichtig.
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Die Temperatur, auf welche die Milch vor dem Abfüllen gebracht wird, soll über 70 C liegen und kann beispielsweise 740C betragen oder auch noch höher sein. Dabei kann es auch zweckmässig sein, nach der Erhitzung und vor dem Abfüllen eine Verweilzeit vorzusehen, während der die Milch noch heiss bleibt.
Die Verweilzeit kann beispielsweise 2 bis 10 Minuten betragen.
Weiterhin kann die Milch auf eine oberhalb von etwa 75 C liegende Temperatur erhitzt und mit einer
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niedrigeren Temperaturbereich gebracht und abgefüllt wird, worauf dann das starke Herabkühlen erfolgt.
Unabhängig von der Art des zu behandelnden Gutes kommt für das Verfahren als Badflüssigkeit namentlich Wasser in Betracht. Handelt es sich um eine Kühlbehandlung, so lässt sich sogenanntes Eiswasser verwenden, d. h. Wasser mit einer geringfügig über dem Gefrierpunkt liegenden Temperatur, beispielsweise einer Temperatur von 2 bis 4 C. Soll dagegen eine Erwärmung des Gutes erreicht werden, etwa als Vorbereitung zum Verzehr, so lässt sich Wasser mit einer entsprechend hohen Temperatur verwenden.
Mit besonderem Vorteil wird den Behältnissen der jeweils im Bad schwimmenden Einheit eine Rüttelbewegung erteilt. Der Begriff der Rüttelbewegung schliesst dabei Vibrationen und sonstige alternierende oder periodische Bewegungen und Schwingungserscheinungen von verhältnismässig kleiner Amplitude und ähnliche Vorgänge ein.
Hiedurch erhält während der Temperaturbehandlung im Bad das in den Behältnissen befindliche Gut eine dasselbe durchmischende und im Behältnis umwälzende Bewegung, und es wird zugleich auch die die Behältnisse umgebende Badflüssigkeit selbst in zusätzliche Bewegung versetzt. Dies führt zu einer besonders intensiven und wirksamen Temperaturbehandlung des Gutes im gewünschten Sinne. So wird namentlich auch bei heiss abgefülltem Gut eine sehr schnelle Kühlung des gesamten Inhalts der Behältnisse erreicht, wie es z. B. bei Sahne für eine Verlängerung der Haltbarkeitsdauer in Betracht kommt. Bei alledem werden zugleich auch unerwünschte Erscheinungen, wie etwa eine Aufrahmung bei Sahne oder ähnlichen Produkten sowie eine Hautbildung, z. B. bei Milch od. dgl., sicher verhindert.
Besonders vorteilhaft wird die Rüttelbewegung in die Behältnisse von deren Oberseite her eingeleitet. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, die Einleitung der Rüttelbewegung über die die Behältnisse tragende Palette vorzunehmen. Ferner kann die Rüttelbewegung in das Flüssigkeitsbad und über dieses in die Behältnisse eingeleitet werden.
Die Erfindung ist u. a. mit Vorteil anwendbar für die Behandlung von Milch, Buttennilch, Kakao, Sahne, Joghurt und ähnlichen Produkten.
Eine zweckmässige Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens weist einen das Flüssigkeitsbad enthaltenden Trog auf, dessen Länge ein Mehrfaches einer Seitenlänge einer schwimmfähigen Einheit beträgt.
Bei im Grundriss rechteckiger Ausbildung hat der Trog vorteilhaft eine Breite, die im wesentlichen der Länge einer Seite einer der schwimmfähigen Einheiten entspricht, oder ein ganzzahliges Vielfaches dieser Länge, derart, dass eine oder gegebenenfalls auch mehrere Einheiten den Trog in seiner Querrichtung mit etwas Zwischenraum ausfüllen. Die in einer oder mehreren parallelen Reihen im Trog befindlichen Einheiten erhalten dann von den Längsseiten des Troges bzw. auch untereinander eine Führung.
Es ist möglich, ein Flüssigkeitsbad für eine gewisse Zeit im Trog zu belassen und dann wieder zu erneuern. Weiterhin kann dem Bad im Trog aber auch durch einen Zulauf ständig Flüssigkeit zugeleitet werden, während überschüssige Flüssigkeit durch einen Ablauf abströmt. Es kann sich z. B. um Wasser handeln, das ohnehin zur Verfügung steht, etwa aus einem andern Prozess, der im betreffenden Betrieb ausgeführt wird, bzw. um Wasser, das einer vorhandenen Zentralanlage entnommen wird. Die Vorrichtung kann ein z. B. mit einer Pumpe versehenes Umwälzsystem für die Badflüssigkeit aufweisen, so dass eine gegebene Flüssigkeitsmenge immer wieder neu benutzt wird. Ein solches Umwälzsystem enthält zweckmässig eine Einrichtung zur Temperaturbeeinflussung der Flüssigkeit, beispielsweise einen Kühler.
Bei einer zweckmässigen Ausführung der Vorrichtung ist am Trog eine Rüttelvorrichtung angeordnet.
Die letztere weist vorteilhaft wenigstens ein zum Angriff an den schwimmenden Einheiten bestimmtes Rüttelorgan auf. Für die Art und Ausbildung des Rüttelorgans bestehen verschiedene Möglichkeiten.
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Dasselbe kann stationär angeordnet sein oder auch eine Translationsbewegung im Sinne der Fortbewegung der schwimmenden Einheiten im Bad ausführen. Die Vorrichtung weist insbesondere wenigstens eine schwingend gelagerte Rüttelplatte auf, die mit wenigstens einem Rüttelantrieb verbunden oder gekuppelt ist. Eine solche Rüttelplatte wird vorteilhaft in der Nähe des Badspiegels, namentlich unmittelbar über diesem, angebracht. Die Rüttelplatte kann einen geneigten Einlaufteil aufweisen, derart, dass sich die schwimmenden Einheiten leicht unter die Rüttelplatte bewegen lassen bzw. bei ihrer Vorwärtsbewegung selbst den Weg unter die Rüttelplatte nehmen.
Die Rüttelvorrichtung kann zugleich auch als Vorschubeinrichtung für die schwimmenden Einheiten ausgebildet sein. So kann die Rüttelvorrichtung insbesondere wenigstens ein drehend antreibbares Organ aufweisen.
Darüber hinaus bestehen zahlreiche weitere Möglichkeiten für die Ausbildung und Anordnung einer Rüttelvorrichtung zur Erzielung des gewünschten Zweckes. So kann eine Rüttelvorrichtung oder ein Teil derselben, etwa eine Platte, auch innerhalb des Flüssigkeitsbades angeordnet sein. Die Rüttelbewegung kann dabei ebenfalls in die Behältnisse eingeleitet werden. Schliesslich ist es auch möglich, das Bad selbst durch die Rütteleinrichtung in eine Schwingbewegung zu versetzen, die sich den schwimmenden Einheiten mit den Behältnissen mitteilt.
Wenn die Einheiten mit den Behältnissen auch in ihrem nicht in die Flüssigkeit eingetauchten Bereich oder auf ihrer Oberseite behandelt werden sollen, so wird über wenigstens einem Teil des Troges eine mit
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die Einheiten in das Flüssigkeitsbad hineinführen und bzw. oder aus dem Flüssigkeitsbad herausführen lassen. Dies ist für die Durchführung des Arbeitsvorganges selbst günstig und verhindert wegen des Entlanggleitens der Einheiten auf den Rampen auch unerwünschte plötzliche grosse Schwankungen des Flüssigkeitsspiegels. Eine solche Rampe kann durch in die Flüssigkeit hineinragende Schienen, Stäbe od. dgl. oder auch durch eine geneigte Wandung des Troges selbst gebildet sein. Im letzteren Fall kann die Trogwandung mit in Richtung ihrer Neigung verlaufenden Profilierungen, Rippen od. dgl. versehen sein.
Unmittelbar am Trog oder in dessen Nähe lässt sich eine Station anordnen, an der die schwimmfähigen Einheiten mit den Behältnissen gebildet werden.
Zur Bildung der Einheiten sieht die Erfindung insbesondere schwimmfähige Untersätze zur Aufnahme von mit dem Gut gefüllten Behältnissen in vorgegebener Anordnung derselben vor. Solche Untersätze können aus schwimmfähigem Material bestehen und bzw. oder luftgefüllte Kammern oder Hohlräume, namentlich nach unten offene Hohlräume, aufweisen.
Die Untersätze lassen sich z. B. durch die Wahl der Anzahl und Grösse von Luftkammern bzw. durch entsprechende Dimensionierung des sie bildenden Materials so gestalten, dass die gewünschte Eintauchtiefe der gesamten Einheit im Flüssigkeitsbad erreicht wird.
Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass aus Kunststoff, insbesondere durch Tiefziehen, hergestellte Stapelplatten oder Paletten, die von hohlen, zur Oberseite hin geschlossenen, zur Unterseite hin offenen Zapfen, Erhebungen od. dgl. umgrenzte Aufnahmeplätze für Becher oder ähnliche Behältnisse aufweisen, zur Bildung von schwimmfähigen Einheiten für die Verwendung beim erläuterten Verfahren hervorragend geeignet sind.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, aus den zugehörigen Zeichnungen und aus den Ansprüchen. Es zeigen Fig. 1 eine Vorrichtung gemäss der Erfindung, teils schematisch, in Draufsicht, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie
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weitere Ausführung der Vorrichtung in einem Längsschnitt nach der Linie VII - VII in Fig. 8, Fig. 8 einen Querschnitt durch die Vorrichtung nach der Linie VIII - VIII in Fig. 7, Fig. 9 teils schematisch eine andere Ausführung einer Rüttelvorrichtung, Fig. 10 einen Teil eines Untersatzes in Draufsicht, Fig. 11 einen Schnitt nach der Linie XI - XI in Fig. 10 und Fig. 12 einen Schnitt nach der Linie XII - XII in Fig. 10.
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Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Vorrichtung weist einen von einem Untergestell --2-getragenen, etwa in einer Höhe von einem Meter über dem Boden angeordneten langgestreckten rechteckigen Trog --1-- aus rostfreiem Stahl oder Kunststoff auf, der an einem Ende mit einem Zulauf --3-- und am andern Ende mit einem Ablauf --4-- für eine zur temperierenden Behandlung dienende Flüssigkeit versehen ist. Bei dem hier in der Anwendung zur Haltbarkeitserhöhung von Sahne od. dgl. erläuterten Verfahren ist die Flüssigkeit kaltes Wasser, etwa sogenanntes Eiswasser, das in einer Molkerei zur Verfügung steht. Dieses wird durch den Zulauf --3-- in den Trog --1-- eingeleitet und strömt vom Ablauf --4-- ab. Bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführung ist ein Umwälzsystem vorgesehen.
Das vom Trog aus dem Ablauf --4-- abströmende Wasser gelangt über eine Rohrleitung --5-- zu einem Kühler --6-- und kann von diesem aus über Rohrleitungen --7 und 8-- mittels einer Pumpe --9-- wieder in den Trog-l- gefördert werden, nachdem es auf niedrigere Temperatur gebracht worden ist.
In der Nähe des mit dem Zulauf --3-- verschenen Endes des Troges --1-- befindet sich eine Station - zur Bildung von in den Trog --1-- einzusetzenden schwimmfähigen, insgesamt mit der Ziffer --11-bezeichneten Einheiten, die beim dargestellten Beispiel jeweils aus mit Sahne gefüllten Kunststoffbechern - und einem diese Becher in vorgegebener gegenseitiger Anordnung mit Zwischenräumen zwischen ihnen aufnehmenden Untersatz --13-- bestehen. Die Untersätze sind insbesondere aus Kunststoff hergestellt und können beispielsweise so ausgebildet sein, wie es mit Bezug auf die Fig. 10 bis 12 noch erläutert werden wird. Die Becher --12-- werden in einer Vorrichtung--A--bekannter Art mit heisser Sahne gefüllt und in einer anschliessenden Vorrichtung--B--mit beispielsweise aufzusiegelnden Deckeln versehen.
In diesem Zustand gelangen die Becher --12-- zu der Station --10--, wo sie von Hand oder auch mittels einer geeigneten Einrichtung jeweils in vorgegebener Anzahl in die Aufnahmeplätze eines von einem Stapel entnommenen oder herangeführten Untersatzes --13-- eingestellt und dabei in ihrer Lage gesichert werden.
Die so gebildete Einheit --11-- wird dann, wie durch den Pfeil --F1-- in Fig. 1 angedeutet, in den Trog --1-- eingebracht.
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von ihnen aufzunehmenden gefüllten Becher --12-- so getroffen, dass die aus Bechern und Untersatz gebildete Einheit --11-- im Wasser des Troges --1-- einen stabilen Schwimmzustand erreicht, bei dem die Becher --12-- mit dem grössten Teil ihrer Höhe in das Wasser eintauchen und nur ein kleiner oberer Randbereich --12a-- noch über die Oberfläche --O-- des Wasserbades --W-- nach oben herausragt. Damit ist das in den Bechern --12-- befindliche Gut (Sahne od. dgl.) der Einwirkung des kalten Wassers ausgesetzt, das auch durch die Zwischenräume zwischen den Bechern --12-- hindurchgeht, wie Fig. 2 erkennen lässt, so dass die Sahne eine schnelle Abkühlung erfährt.
Es hat sich gezeigt, dass hiedurch die Haltbarkeit der Sahne von beispielsweise wenigen Tagen nun bis auf einige Wochen erhöht werden kann.
Die nacheinander in den Trog --1-- eingesetzten Einheiten --11-- werden von dem vom Zulauf--3-aus in Richtung auf den Ablauf --4-- hin fliessenden Wasser vorwärtsgetrieben, so dass sie sich schwimmend in Längsrichtung des Troges --1-- durch diesen hindurchbewegen und am Abflussende aus dem Trog herausgenommen werden können. Sie lassen sich dann z. B. im Sinne des Pfeiles-fin Fig. 1 auf ein
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ohne dass ihre Schwimmfähigkeit und Beweglichkeit beeinträchtigt wird.
Fig. 1 zeigt einen Zustand, in dem der Trog-l-auf seiner ganzen Länge mit den Einheiten --11-besetzt ist. Immer, wenn am Abflussende des Troges eine Einheit --11-- herausgenommen wird, bewegen sich die andern Einheiten unter dem Einfluss der Wasserströmung weiter vorwärts, so dass am Zuflussende des Troges Platz für das Einsetzen einer neuen Einheit entsteht. Die Länge des Troges lässt sich ohne weiteres so wählen, dass sich immer wenigstens die gewünschte Verweilzeit ergibt, wenn in einem Takt gearbeitet wird, der durch den Anfall von gefüllten und verschlossenen Bechern --12-- hinter der Verschliessvorichtung --B-- an der Station --10-- bestimmt wird.
Bei der in den Fig. 1 und 2 gezeigten Ausführung der Vorrichtung ist oberhalb des Troges --1-- auf einem Teil seiner Länge eine Beregnungsvorrichtung --15-- angebracht, die ein auf dem Trog-l- befestigtes Stützgerüst --18-- aufweist, an dem eine Anzahl von jeweils in Reihen angeordneten Sprühköpfen --19-- befestigt ist. Den letzteren wird über eine von der Rohrleitung --8-- abzweigende Rohrleitung --16-- und über Zweigleitungen --17-- kaltes Wasser von beispielsweise 2 bis 4 C zugeführt,
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so dass hiedurch auch die Oberseiten der Becher --12-- und deren nicht eingetauchte Bereiche --12a-einer Kühlwirkung durch das aus den Sprühköpfen-19-austretende Wasser--W1-- (Fig. 2) unterworfen werden.
Was bei der vorstehenden Erläuterung in bezug auf eine Kühlung der Behältnisse mit dem Füllgut gesagt wurde, kann entsprechend im Sinne einer Erwärmung gelten, wenn es sich in einem andern Anwendungsfall darum handelt, den Behälterinhalt temperaturerhöhend zu behandeln. An die Stelle des Kühlers --6-- bei einem Umwälzsystem würde dann z. B. ein geeignetes Heizaggregat treten.
Wie in Fig. 1 durch die strichpunktierten Linien --5a und 8a-mit zugehörigen Pfeilen angedeutet ist, kann die Vorrichtung auch an ein vorhandenes System für die Versorgung mit Flüssigkeit im Umlaufbetrieb angeschlossen werden.
Um das Einführen der Einheiten --11-- in das Flüssigkeitsbad und bzw. oder das Herausführen derselben aus dem Bad noch zu erleichtern und plötzliche Änderungen des Flüssigkeitsspiegels zu vermeiden, kann der Trog an einem oder beiden Enden mit einer geneigten Rampe versehen sein, von der die Einheiten unterstützt werden und auf der sie gleiten können.
Bei der Ausführung nach den Fig. 3 und 4 sind an beiden Enden des Troges --1-- aus Längsstäben - mit Querversteifungen --32-- gebildete Rampen --30-- vorgesehen, die sich jeweils vom oberen stirnseitigen Trogrand --la--, an dem sie z. B. durch Schrauben oder Schweissen befestigt sein können, bis in die Nähe des Bodens --lb-- des Troges erstrecken oder auch mit ihren Enden auf dem Trogboden aufliegen können.
Wie die Fig. 5 und 6 zeigen, kann eine geneigte Rampe --30-- an einem oder beiden Trogenden auch durch eine geneigte Wand --33-- des Troges --1-- selbst gebildet sein. Bei der gezeigten Ausführung ist die Wand --33-- mit in Richtung ihrer Neigung verlaufenden, zum Troginneren vorstehenden Rippen - versehen, auf denen die Einheiten gleiten können.
In den Fig. 3 und 5 ist jeweils durch Pfeile --R-- die Bewegungsrichtung der auf den Rampen-30- in den Trog einzuführenden bzw. aus diesem herauszuführenden Einheiten angedeutet.
Im Bereich des hinteren Endes des Troges oder an einem sich daran anschliessenden bzw. ihm benachbarten Teil der Vorrichtung kann Luft auf die Behältnisse aufgeblasen werden, um z. B. auf den Oberseiten der Deckel der Behältnisse zurückgebliebene Flüssigkeit zu entfernen. Dazu lassen sich Blasdüsen in geeigneter Anordnung vorsehen.
Zur Veranschaulichung einer weiteren Ausführung der Vorrichtung ist in den Fig. 7 und 8 ein Teil eines Troges --51-- mit einem zur Temperaturbehandlung dienenden Flüssigkeitsbad --W-- gezeigt, in das schwimmende Einheiten --11-- gebracht werden. Die letzteren bestehen auch hier jeweils aus einer z. B. aus Kunststoff im Tiefziehverfahren hergestellten Palette --13-- und von dieser aufgenommenen Kunststoffbechern --12--, wobei die Paletten --13-- so ausgebildet sind, dass sie die Becher --12-- in Aufnahmeplätzen in vorgegebenem Abstand voneinander halten. Jede Palette kann bei der dargestellten Ausführung zwanzig Becher aufnehmen.
Die aus den Paletten und den Bechern gebildeten Einheiten --11- werden nacheinander über eine geneigte vordere Abschlusswand --52-- des Troges --51-- in Richtung des Pfeiles-pin das Bad --W-hineingeschoben. Dabei nehmen die Einheiten --11-- einen Schwimmzustand ein, bei dem die Becher --12-mit dem grössten Teil ihrer Höhe bzw. nahezu vollständig in das Bad --W-- eintauchen.
Beim Bad handelt es sich im erläuterten Beispiel um sogenanntes Eiswasser, d. h. Wasser mit einer Temperatur von etwa 2 bis 4 C, um das in den Bechern --12-- befindliche Produkt schnell herunterzukühlen. Die Abfülltemperatur kann je nach der Art des Milchproduktes (Sahne, Milch od. dgl.) einen Wert von über 70 C bzw. bei sogenannter Momenterhitzung auch über 80 C betragen. Das zur Behandlung dienende Eiswasser wird zweckmässig über eine nicht gezeigte Rohrleitung an der Einlaufseite ständig in den Trog eingeführt und am Ende des Troges in der entsprechenden Menge wieder abgeleitet, so dass eine Strömung im Sinne des Pfeiles --P2-- vorhanden ist, welche die schwimmenden Einheiten --11-- bei deren Vorwärtsbewegung durch das Bad --W-- umgibt und mitnimmt.
Die Vorwärtsbewegung kann durch das jeweilige Einsetzen und Nachschieben einer neuen Einheit eingeleitet bzw. unterstützt werden.
Im Verlauf ihrer Vorwärtsbewegung gelangen die schwimmenden Einheiten --11-- unter eine mit einem abgeschrägten oder abgerundeten Einlaufteil --54-- versehene Rüttelplatte --53-- einer insgesamt mit der Ziffer-55-- bezeichneten Rüttelvorrichtung, die auf dem Trog --51-- angeordnet ist. Die Rüttelplatte - weist hochgezogene Längsränder mit Flanschen --56-- auf, die von elastischen Halterungen --57--
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getragen werden, wobei die letzteren auf seitlichen Randflanschen --58-- des Troges --51-- befestigt sind. Die Halterungen-57-können z.
B. mit Gummipuffern oder Federn versehene Abstützungen sein, auch Gummi-Metall-Kombinationen, oder eine sonstige geeignete Ausbildung haben, um die Rüttelplatte
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zu tragenDoppelpfeile--P3--in Fig. 8 zu ermöglichen.
Zur Erzeugung einer solchen Schwingbewegung ist auf der Rüttelplatte --53-- wenigstens ein Rüttelantrieb --59-- angeordnet. Dies kann z. B. ein Unwuchterreger, ein elektrisch oder mit einem Druckmedium, etwa Luft, betriebener Schwingungserreger oder ein anderes geeignetes Gerät sein. In Fig. 8 ist die Energiezuleitung zum Rüttelantrieb --59-- mit der Ziffer --59a-- bezeichnet. Es ist auch möglich, den Rüttelantrieb an einer andern Stelle vorzusehen und mit der Rüttelplatte durch Übertragungsglieder zu kuppeln. Die Schwingbewegung kann auch eine andere Richtung oder Komponente haben.
Beim Durchlauf der Einheiten --11-- durch den Trog --51-- kommen die Oberseiten der Becher --12-- in Berührung mit der Unterseite der unmittelbar über der Oberfläche des Bades --W-- befindlichen Rüttelplatte --53--, so dass den Bechern --12-- und damit auch dem in ihnen befindlichen Produkt eine Rüttel- und Vibrationsbewegung erteilt wird, die zu einem ständigen Durchmischen und Umwälzen des Füllgutes, etwa Sahne, führt, wodurch immer wieder neue Teile des Füllgutes an die Becherwandung gelangen. Auf diese Weise wird eine ganz besonders intensive Temperaturbehandlung, hier eine Kühlung durch das Bad --W--, erreicht, wodurch sich in diesem Fall eine erhöhte Haltbarkeitsdauer des Milchprodukts ergibt.
Zugleich hat die Bewegung des Füllgutes während der Behandlung auch den Vorteil, dass dasselbe sehr gleichmässig bleibt und dass eine Aufrahmung, Entmischung, eine Hautbildung oder ähnliche unerwünschte Erscheinungen sicher verhindert werden.
Die Rüttelplatte --53-- oder ein sonstiges Rüttelorgan kann sich im wesentlichen über die ganze Länge des Troges --51-- erstrecken oder aber auch nur über dem ersten Teil des Durchlaufweges der Einheiten --11-- angeordnet sein. Das Rüttelorgan kann aus einem oder mehreren Teilen bestehen.
Fig. 9 zeigt weitgehend schematisch eine abgewandelte Form einer insgesamt mit der Ziffer --65-bezeichneten Rüttelvorrichtung. Eine Rüttelplatte --63--, die ähnlich wie bei der Ausführung nach den Fig. 7 und 8 auf einem Trog beweglich gelagert ist und zwei oder mehr Rüttelantriebe --69-- aufweist, ist mit drehbar gelagerten Rollen oder Walzen --61-- versehen, die über Riemen --62' :'- oder sonstige Übertragungsorgane von einem nicht gezeigten Motor aus in Drehung versetzt werden können. Solche Rollen oder Walzen machen die Rüttelbewegung mit und erteilen gleichzeitig auch den unter ihr befindlichen (in Fig. 9 nicht eingezeichneten Einheiten --11--) eine Vorwärtsbewegung.
In den Fig. 10 bis 12 ist ein Ausführungsbeispiel eines zur Bildung schwimmender Einheiten --11-geeigneten Untersatzes --13-- dargestellt. Es handelt sich dabei um eine aus Kunststoff tiefgezogene Palette --21-- mit Aufnahmeplätzen --22-- für konische, in Fig. 12 strichpunktiert angedeutete Becher - bekannter Ausführung, wie sie als Verpackung für Sahne und andere Milchprodukte verwendet werden.
Jeder Aufnahmeplatz --22-- ist von nach oben gerichteten, hohlen, zur Palettenunterseite hin offenen zapfenförmigen Erhebungen --23-- begrenzt, die einerseits die eingestellten Becher in ihrer Lage fixieren und anderseits Luftkammern-K-bilden, die der Palette --21-- mit von ihr aufgenommenen gefüllten Bechern --12-- die gewünschte Schwimmfähigkeit bei entsprechender Eintauchtiefe (vgl. Fig. 2) verleihen.
Ausserdem weist die Palette --21-- zwischen den zapfenförmigen Erhebungen --23-- jeweils mit Bezug auf die Fläche der Aufnahmeplätze --22-- nach unten gerichtete Vorsprünge --24-- auf, die als Lagesicherung für die oberen Ränder von unterhalb der Palette --21-- befindlichen, in einer weiteren Palette gehaltenen Bechern dienen, wenn diese Paletten anschliessend an eine temperierende Behandlung des in den Bechern befindlichen Füllguts in bekannter Weise als Stapelplatten dienen sollen, wobei eine grössere Anzahl von mit Bechern bestückten Paletten übereinandergesetzt werden kann.
Nachstehend wird noch ein Beispiel für die erfindungsgemässe Behandlung von Milch zur Erhöhung der Haltbarkeit derselben erläutert.
In der Molkerei angelieferte Milch wird mittels vorhandener oder sonst vom Fachmann ohne weiteres zu erstellender Einrichtungen auf eine Temperatur von etwa 750C gebracht. Nach einer Verweilzeit von etwa 3 bis 5 Minuten wird die heisse Milch dann mit einer Temperatur von beispielsweise 72 C in Kunststoffbecher mit einem Fassungsvermögen von 0. 5 Itr. abgefüllt, worauf die Becher sogleich mit einer
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aufzusiegelnden Metallfolie in bekannter Weise in üblichen Vorrichtungen luftdicht verschlossen werden. Die gefüllten und verschlossenen Becher werden dann z.
B. zu jeweils 12 Stück in eine Steige oder Palette, etwa der in Fig. 10 bis 12 gezeigten Art, eingesetzt, und es wird die so gebildete Einheit in einen mit Eiswasser von etwa 1 C bis 30C gespeisten Trog eingeführt, wie es weiter oben für die Einheiten - mit Bezugnahme auf die Fig. 1 bis 9 erläutert worden ist. In diesem Trog bewegen sich die einzelnen Einheiten schwimmend vorwärts und werden am Ende in gekühltem Zustand aus diesem herausgenommen. Beim Hindurchwandern durch den Trog kann auf die Oberseite der Becher auch noch zusätzlich Eiswasser aufgesprüht werden.
Generell und ungeachtet der im einzelnen für den Kühlvorgang eingesetzten Mittel wird beim erfindungsgemässen Verfahren das schnelle Herunterkühlen der in den geschlossenen Behältnissen befindlichen Milch vorteilhaft bis auf eine unter 18 C liegende und insbesondere auf eine unter 10 C liegende Temperatur bewirkt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Temperaturbehandlung von Milchprodukten oder anderem Nahrungsgut in Behältnissen, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils mehrere das Gut enthaltende Behältnisse unter Sicherung ihrer gegenseitigen Lage und mit Zwischenräumen zwischen ihnen zu einer schwimmfähigen Einheit zusammengefasst werden und dass diese Einheiten in ein Bad mit zur Temperaturbeeinflussung dienender Flüssigkeit gebracht und darin schwimmend eingetaucht über eine Verweilzeit belassen werden.