<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung betrifft einen mehrschichtigen Etikettensatz, der aus mindestens einem mit Klebstoff be- schichteten Etikett, mindestens einem Durchschreibesatz und einer zwischen diesem und dem Klebeetikett angeordneten klebstoffabweisenden Schicht besteht.
Für manche Zwecke ist es erwünscht, dass man Klebeetiketten beschriftet und gleichzeitig Kopien der
Beschriftung herstellt. Beispielsweise bei in Abstand vorzunehmenden Postsendungenfüllt man Adressenfelder aus, die man mit einmaligem Beschriften in mehrfacher Auflage vorliegen haben möchte. Für einfache Kon- trollzwecke kann es auch von Vorteil sein, wenn man auf einem Kopienblatt Kopien der Beschriftung der Eti- ketten erhält.
Man war lange Zeit darauf angewiesen, ein Kohlepapier zwischen das Etikettenblatt und ein Kopienblatt zu legen, um so Durchschriften herstellen zu können. Dieses Verfahren war umständlich, vor allem war es kaum möglich, die Beschriftung der Etikettenan den jeweils gleichen Stellen zu erhalten. Auch war man sehr beschränkt in der Anzahl der Kopien, nicht nur deswegen, weil Kohlepapier an sich maximal 6 bis 7 Kopien liefert, sondern weil durch die Stärke der Etiketten, die zumindestens aus dem eigentlichen Klebeetikett, das mit Klebstoff beschichtet ist und einem Trägerblatt bestehen, der durch Beschriften ausgeübte Druck stark abgebremst wird.
Man hat vorgeschlagen, einen Selbstklebeetikettensatz herzustellen, indem man die Trägerschicht der
Etikettenbahnen an ihrer Unterseite, das heisst der der Klebschicht abgewendeten Seite mit einer Farbüber- tragungsschicht präpariert oder zwischen nachfolgendem Etikett und Trägerbahn ein Farbblatt einlegt. Als
Farbblatt soll einfach Kohlepapier verwendet werden.
Dieser Vorschlag zeigt sämtliche Nachteile, die die Verwendung von gewöhnlichem Kohlepapier für die
Anfertigung von Durchschriften mit sich bringt, wie einleitend dargelegt wurde.
Man ist dazu übergegangen, Selbstklebeetikettensätze nach dem System der chemischen Durchschreibe- papiere herzustellen.
Seit mehr als 20 Jahren stellt man Durchschreibepapiere her, die auf einer chemischen Farbreaktion zwischen zwei farblosen Komponenten beruhren. Durch Druckausübung beim Beschriften werden die farblosen
Komponenten miteinander in Berührung gebracht und so die Farbreaktion eingeleitet.
Es gibt eine Reihe von Vorschlägen für diese Farbreaktionen, beispielsweise die Reaktion zwischen Eisen- chlorid und Gallussäure, Diazotierungsreaktionen und die Reaktion zwischen einer sauren Komponente, als die zumeist ein saurer Ton oder eine phenolische Verbindung verwendet wird, um einem Farbstoffvorprodukt aus der Reihe Kristallviolettlakton, Malachitgrünlakton, Benzoylleukomethylenblau, Rodamin-B-Laktam oder
Leukoauramin.
Nacheinem älteren Vorschlag der Patentinhaberin erzielt man scharf konturierte Kopien, wenn man als saure Komponente ein Metallchlorid eines Metalles mit der Atommasse 50 bis 66 verwendet. Die bevorzugte
Verbindung ist das Zinkchlorid.
Um eine vorzeitige Farbreaktion zwischen den Reaktionskomponenten zu verhindern, hat man das in einem geeigneten Lösungsmittel gelöste Farbstoffvorprodukt in einem Bindemittel dispergiert, wodurch man isolierte Farbtröpfchen erhalten hat. Die das Farbstoffvorprodukt enthaltende Bindemittelschicht wurde dann auf einen Träger aufgebracht. Ein zweiter Träger enthielt die die saure Komponente aufweisende Schicht. Bei der Anordnung eines Kopiensatzes hat man die Träger jeweils mit ihrer beschichteten Seite aneinander gelegt. Durch Druckanwendung wurde die Isolierung zerstört, so dass das gelöste Farbstoffvorprodukt auf der sauren Komponente adsorbiert wurde und die Farbreaktion eintrat.
In der Folge der technischen Entwicklung ist man dazu übergegangen, die Isolierung des Farbstoffvorproduktes durch Einkapselung zu verbessern.
Bekannte Selbstklebeetiketten, die Kopien beim Beschriften durch Farbreaktion liefern, bestehen aus einem Selbstklebeetikett und einem Kopienblatt, in das die das Farbstoffvorprodukt enthaltenden Mikrokapseln eingearbeitet sind. Die saure Komponente ist ebenfalls in dem Kopienblatt enthalten. Zwischen der Klebstoffschicht, dem Klebeetikett und dem Kopienblatt ist eine klebstoffabweisende Schicht aus durchsichtigem Material, beispielsweise Pergaminpapier, eingelegt. Die klebstoffabweisende Schicht kann auch auf das Kopienblatt aufgeklebt sein.
Etikettensätze dieser Art bringen den Nachteil, dass die klebstoffabweisende Schicht auf dem Durchschriftenträger bzw. Kopienblatt haften bleibt. Durch das Pergaminpapier haben die Kopien stets eine leichte Färbung. Papiere, die Mikrokapseln und die saure Komponente in die Papiermasse eingearbeitet haben, sind äusserst druckempfindlich, was bei der Handhabung der Etikettensätze äusserst nachteilig ist, da man beimEtikettieren zumeist weniger Sorgfalt walten lässt, als bei der Korrespondenz in einem Büro, für das man die üblichen Durchschreibesätze verwendet.
Als das obengenannte Verfahren entwickelt wurde, bestand das Vorurteil, dass man Kopienblätter, in denen die Reaktionskomponenten in zwei Schichten aufgebracht werden, nicht für die Herstellung von Klebeetiketten verwenden kann.
Nach einem späteren Vorschlag hat man dennoch versucht, mehrschichtige Kopienblätter mit Klebeeti-
<Desc/Clms Page number 2>
ketten zu kombinieren, wobei man auf den Träger des Kopienblattes eine die saure Komponente enthaltende
Beschichtungsmasse und darüber die Mikrokapseln mit dem gelösten Farbstoffvorprodukt aufbrachte. Zwi- schen der Klebstoffschicht des Klebeetiketts und der Schicht mit den Mikrokapseln sah man eine klebstoff- abweisende Schicht aus einer auf die Kapselschicht aufgebrachten dünnen Polyäthylenlaminierung und einer darauf aufgebrachten Silikonschicht vor.
Nach diesem Verfahren erhält man ein mehrschichtiges Blattmaterial, das mindestens aus 7 Schichten besteht, wenn man lediglich eine Kopie anfertigen will. Entsprechend erhöht sich die Zahl der Schichten, wenn man mehrere Durchschriften vorliegen haben möchte. Bei entsprechend geringer Anzahl werden die Kopien bereits unleserlich, da insbesondere durch die Laminierung der klebstoffabweisenden Schicht der Schreibdruck bei der zweiten, spätestens dritten Kopie derart abgebremst ist, dass man keine scharf gestochenen
Durchschriften erhält.
Die Erfindung vermeidet diese Nachteile durch die Anordnung : a) eines Trägerblattes, auf das eine Beschichtung aus ein Farbstoffvorprodukt enthaltenden Mikrokapseln, über dieser eine eine saure Komponente, die mit dem Farbstoffvorprodukt unter Farbbildung reagiert, enthaltende Schicht aufgebracht ist und b) eines klebstoffbeschichteten Klebeetikettes, wobei c) zwischen der Klebstoffschicht und der die saure Komponente enthaltenden Schicht eine klebstoffabweisende
Schicht aus Wachs oder wachsartigen Produkten vorgesehen ist.
Als saure Komponente eignen sich sowohl Tone, wie Attapulgitton oder Kaolin, die bereits für Durch- schreibepapiere bekannt gewordenen Chloride von Metallen mit der Atommasse 50 bis 66, insbesondere das
Zinkchlorid, auch phenolische Verbindungen lassen sich verwenden.
Die klebstoffabweisende Beschichtung bringt man direkt durch Lösungsmittelauftrag oder Schmelzauftrag auf die die saure Komponente enthaltende Schicht auf. Der Lösungsmittelauftrag bringt den Vorteil, dass man eine dünnere Beschichtung erhält, wodurch mandenEtikettensatz ingeringerer Stärke vorliegen hat, was eine
Erhöhung der Anzahl der Kopien beim Beschriften ergibt.
Geeignet für die klebstoffabweisende Beschichtung sind Wachse oder wachsartige Produkte. Insbesondere eignen sich Polyäthylenwachs, Ozokerit, die Amidwachse enthalten können, oder deren Mischungen.
Durch die erfindungsgemässe Anordnung ist es gelungen, einen mehrschichtigen Etikettensatz herzustel- len, der beim Beschriften eine Reihe von scharf gestochenen Kopien liefert, ohne dass unerwünschte Ver- färbungen vorzeitig auftreten. Es lassen sich nämlich die üblichen Verfahren zur Herstellung von Durch- schreibepapieren nicht auf Etikettensätze übertragen, da die Klebstoffbeschichtungen des Etikettes zumeist reaktionsfähige Komponenten enthalten, die mit den Reaktionsschichten unverträglich sind. Die zwischen den
Beschichtungen des Kopienblattes und der Klebstoffschicht angeordnete klebstoffabweisende Schicht darf ebenfalls keine Reaktionen mit den Reaktionskomponenten für die Farbreaktion zeigen.
Ausserdem ist es wichtig, dass die klebstoffabweisende Schicht dünn ist, da man stets trachten wird, den mehrschichtigen Eti- kettensatz nicht in einer solchen Schichtdicke zu erhalten, dass man in der Anzahl der Kopien zu sehr einge- schränkt wird. Diese technischen Probleme wurden durch die Erfindung gelöst.
Die Erfindung soll nun an Hand einiger Ausführungsbeispiele dargelegt werden : Beispiel l : Auf einen üblichen Träger wurde eine Beschichtung von Mikrokapseln, die Kristallviolett, gelöst in einem Lösungsmittel, enthalten, in einer Auftragsstärke von 6 g/m2 aufgebracht.
Zur Herstellung der die saure Komponente enthaltenden Schicht wurde eine Mischung aus
EMI2.1
<tb>
<tb> Attapulgit <SEP> 30 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Calcium <SEP> Carbonat <SEP> 20 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Polyvinylalkohol <SEP> 8 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Wasser <SEP> 130 <SEP> Gew.-Teile
<tb>
hergestellt.
Die Masse wurde in einer Auftrags stär ke von 8 g/m2 über der Schicht mit den Mikrokapseln aufgebracht.
Anschliessend wurde das Wasser entfernt.
Für die klebstoffabweisende Schicht stellte man eine Schmelze von
EMI2.2
<tb>
<tb> Polyäthylenwachs <SEP> M. <SEP> G. <SEP> 14000 <SEP> 10 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Amidwachs <SEP> 5 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Ozokerit <SEP> 30 <SEP> Gew.-Teile
<tb>
her und brachte die geschmolzene Mischung in einer Auftragsstärke von 3 g/m über der die saure Komponente enthaltenden Schicht auf.
Das so erhaltene Blatt wurde mit einem üblichen Klebeetikett kombiniert. Es lassen sich mehrfach Anordnungen bis zu 15 Stück der in dem Beispiel genannten Sätze zusammenstellen und man erhält deutlich lesbare Kopien auf den jeweiligen Kopienblättern.
Beispiel 2 : Ein übliches Trägerblatt wurde mit Rodamin-B-Laktonlosung enthaltenden Mikrokapseln in einer Auftragsstärke von 6 g/m2 beschichtet.
<Desc/Clms Page number 3>
Die die saure Komponente enthaltende Schicht wurde aus einer Mischung von
EMI3.1
<tb>
<tb> Attapulgit <SEP> 20 <SEP> Gew.-Teile
<tb> China <SEP> Clay <SEP> 20 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Polyvinylchlorid <SEP> 10 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Aceton <SEP> 90 <SEP> Gew.-Teile
<tb>
hergestellt und in einer Auftragsstärke von 4 g/m auf die Kapselschicht aufgebracht.
Für die klebstoffabweisende Beschichtung verwendete man die in Beispiel 1 genannte Wachsschicht, je- doch setzte man ein Polyäthylen mit einem M. GL von 50 000 ein. Das Kopienblatt wurde mit dem Etikett kombi- niert und in mehrlagiger Anordnung konfektioniert.
B Beispiel 3 : Auf ein übliches Trägerblatt wurde eine Schicht von Spiropyran in einem Lösungsmittel enthaltenden Mikrokapseln in einer Auftragsstärke von 4 g/m2 aufgebracht.
Für die die saure Komponente enthaltende Schicht wählte man eine Mischung von
EMI3.2
<tb>
<tb> Zinkchlorid <SEP> 10 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Harnstoff <SEP> 4 <SEP> Gew.-Teile
<tb> China <SEP> Clay <SEP> 30 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Vinylacetat <SEP> Copolymeres <SEP> 6 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Äthylalkohol <SEP> 120 <SEP> Gew.-Teile
<tb>
Die Masse wurde in einer Stärke von 2, 7 g/m aufgebracht und getrocknet. Für die klebstoffabweisende Beschichtung wählte man eine Wachsschicht aus
EMI3.3
<tb>
<tb> Polyäthylenwachs <SEP> M. <SEP> G. <SEP> 20 <SEP> 000 <SEP> 8 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Ozokerit <SEP> 20 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Stearinsäure <SEP> 5 <SEP> Gew.-Teile
<tb>
Die geschmolzene Mischung wurde in einer Auftragsstärke von 4 g/m auf die die saure Komponente enthaltende Schicht aufgebracht.
Etikettensätze mit dem in diesem Beispiel angeführten Kopienblatt lassen sich ebenfalls in mehrlagiger Anordnung herstellen.
Es versteht sich, dass man die Beschichtungen miteinander kombinieren kann, ohne dass die Ergebnisse dadurch verschlechtert werden. Es lässt sich auch an Stelle des Attapulgit-Tons Kaolin verwenden, bzw. ein beliebiges Metallchlorid eines Metalles mit der Atommasse zwischen 50 und 66 als saure Komponente der Beschichtung zusetzen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Mehrschichtiger Etikettensatz, bestehend aus mindestens einem mit Klebstoff beschichteten Klebeetikett, mindestens einem Durchschreibsatz und einer zwischen diesem und dem Klebeetikett angeordneten klebstoffabweisenden Schicht, gekennzeichnet durch die Anordnung : a) eines Trägerblattes, auf das eine Beschichtung aus ein Farbstoffvorprodukt enthaltenden Mikrokapseln und über dieser eine eine saure Komponente, die mit dem Farbstoff Vorprodukt unter Farbbildung reagiert, enthaltende Schicht aufgebracht ist und b) einem klebstoffbeschichteten Klebeetikett, wobei c) zwischen der Klebstoffschicht des Klebeetikettes und der die saure Komponente enthaltenden Schicht eine klebstoffabweisende Schicht aus Wachs oder wachsartigen Produkten angeordnet ist.
Z. EtikettensatznachAnspruchl, dadurch gekennzeichnet, dassdiesaure Komponente ein Ton, beispielsweise Attapulgit oder Kaolin ist.
EMI3.4