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Verfahren und Verrichtung zur Herstellung von Malz.
Wie bekannt, schliesst das Mälzen als wesentliche Phasen in erster Reihe das Einweichen, dann das Keimen und schliesslich das Trocknen oder Darren der gekeimten Körner in sich. Das voreingeweichte Getreide, wie beispielsweise Gerste, Korn, Mais, Weizen und Hafer, wird behufs Vermälzens gewöhnlich in einen Keimraum oder-apparat, u. zw. von den Einweichgefässen in nassem oder feuchtem Zustande eingebracht.
Das Verfahren nach vorliegender Erfindung gründet sich auf der Entdeckung, dass nach dem Einweichen den Hülsen des eingeweichten Getreides Feuchtigkeit oberflächlich anhaftet und eine Feuchtigkeitsschicht bildet, welche dem Keimen schädlich ist, indem sie den Zutritt von Sauerstoff, welcher zum Wachstum unbedingt notwendig ist, zu dem Kern und insbesondere zu dem keimenden Ende des Kerns im Anfangsstadium des Keimens, in welchem die Lebenskraft des Kernes am schwächsten ist, verhindert. Nach vorliegendem Verfahren nun wird diese Oberflächenfeuchtigkeit vor dem Keimen entfernt, wodurch für das Mälzen selbst als auch für die weitere Verarbeitung und für das Brauen bedeutende Vorteile erzielt werden.
Die beiliegende Zeichnung veranschaulicht in teilweiser Seitenansicht eine neue Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach vorliegender Erfindung.
In einem luftdicht abgeschlossenen Rohr 3 ist eine mit Schneckennügeln-5 ausgestattete Welle 4 angeordnet, die eine Förderschnecke 2 bildet, deren Gänge der Innenwand des Rohres 3 so dicht als möglich benachbart liegen, ohne jedoch mit derselben in Berührung zu stehen. Eine ähnliche Schnecke 6 führt von der (hier nicht dargestellten) Einweichvorrichtung in eine Kammer 7, welche die Verbindung zwischen dem Abgabeende der Schnecke 6 und dem Eingabeende der
Schnecke 2 bildet und einen erweiterten Teil 8 zwischen ihren Enden enthält, in dem ein aus einer Welle 70 mit radial sich erstreckenden Armen 11 bestehendes Ventil 9 angeordnet ist.
Die Arme 11 erstrecken sich bis dicht an die Innenwand des Abteils 8 und sind so gestaltet, dass sie die Verbindung zwischen den Förderschnecken 6 und 2 abschliessen. Eine Kammer 12 verbindet ferner das Abgabeende der Schnecke 2 mit dem Eingabeende einer dritten Schnecke 15, welche zu dem (nicht dargestellten) Keimraum führt und ähnlich wie die Schnecke 6 gebaut ist. Auch die Kammer 1'7 besitzt einen verbreiterten Teil 13 zwischen ihren Enden, welcher ein dem Ventil 9
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mit einer gemeinsamen, in der Zeichnung nicht ersichtlichen, Antriebswelle verbunden, so dass sie mit gleicher Geschwindigkeit umlaufen.
Der Oberteil der Röhrenkammer 12 steht durch ein Rohr 22 mit einer (nicht dargestellten) Trockenluftzuführung in Verbindung, welche Trockenluft zur Entfernung der Oberfächenfeuehtigkeit des eingeweichten Getreides dient. Auf dem Eintrittsende des Rohres 3 ist der konisch erweiterte Unterteil 24 eines Knierohres 23 befestigt. welches mit einem gewöhnlichen Saugventilator in Verbindung steht. Es ist vorteilhaft, die Luft auf ungefähr 93-940 C oder sogar darüber zu erhitzen. Die Arbeitsweise ist die folgende :
Nachdem das Getreide eingeweicht worden und den Einweiehgefässen in üblicher Weise entnommen wurde, werden die Schnecken 6,2 und 15 sowie die Ventile 9 und 14 und der Saugventilator in Umdrehung versetzt.
Letzterer saugt Trockenluft durch das Rohr 3 hindurch. Das eingeweichte Getreide gelangt durch die Schnecke 6 in die Kammer 7. von wo es durch das Dreh-
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den Getreidekörnern genügend lange in Berührung, so dass alle oder nahezu alle Feuchtigkeit von deren Oberfläche entfernt wird. Das so entfeuchtete Gut wird dann durch das Drehventil 74 der Schnecke 15 übergehen, welche es nach dem Keimraum befördert, wo dasselbe in der üblichen
Weise dem Keimverfahren unterworfen wird.
Der Zustand des Gutes kann von Zeit zu Zeit dadurch beobachtet werden, dass man durch ein bei 25 im Boden der Kammer 12 angeordnetes Türchen eine Handvoll des Gutes entnimmt und besichtigt.
Der Zweck und die Wirkung des Mälzens ist der, den mehligen Körper des Getrcidekornes,
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stehung einer solchen überschüssigen Menge enzymotischer Körper, als für die verschiedenen
Verwendungszwecke des Malzes, wie z. B. für die Verzuckerung der leicht umwandelbaren Stärke, wenn je nach Verwendung des Malzes der richtige Zusatz anderer Stärkemittel erfolgt, notwendig ist. Je gründlicher die Auflösung dieses Mehlkörpers des Kornes bewirkt wird, desto besser ist das Endprodukt.
Als besonders wichtige Vorteile des Verfahrens nach vorliegender Erfindung mögen folgende erwähnt werden :
Durch Befreien des Gutes von der nachteiligen Oberflächenfeuchtigkeit als Zwischenphase zwischen dem Einweichen und Keimen, also auf seinem Wege zum Keimverfahren, wird nicht nur eine gründliche Auflösung des mehligen Bestandteils des Kornes beim Keimen erzielt, sondern auch vom bakteriologischen Standpunkt ein reineres Keimen selbst, so dass ein äusserst hoch- klassiges Malz als Endprodukt resultiert. Ferner kann das Getreidekorn in viel kürzerer, Zeit zu keimen veranlasst werden, so dass die Enzyme mehr Zeit zum Wachsen und zur Einwirkung auf den Mehlkörper gewinnen.
Weiter entwickelt das diesem Verfahren nach dem Einweichen ausgesetzte Gut Keime und Wurzeln gleichförmiger Länge und Dicke, wobei nur äusserst wenige
Kerne ungekeimt bleiben. Wenn dagegen das eingeweiehte Gut dem Keimverfahren in feuchtem
Zustande, wie bisher, unterworfen wird, gelangt nur ein Teil des Gutes zu einem unvollständigen
Keimen. Solche unvollkommen gewachsene und ungekeimte Körner stellen selbstverständlich einen direkten Verlust von Malzextrakt vor und ergeben ausserdem kein hochklassiges Produkt, so dass Bier z. B., welches aus Malz gebraut wird, das eine grosse Menge ungewachsener Körner enthielt, keine besonders gute Qualität ergibt. Auch Backhefe, die aus solchem Malz hergestellt wird, hat nicht die richtige Gärkratt.
Weiters hat dieses Verfahren, da es ein rascheres und gleich- mässigeres Wachsen des eingeweichten Getreides hervorruft, den Vorteil, dass der Keimprozess selbst bei niedrigeren Temperaturen vorgenommen werden kann als bisher, wodurch eine grössere Menge wertvoller Substanzen in den Kernen zurückbleibt, so dass das fertige Malz nicht nur an Menge, sondern auch seiner Beschaffenheit nach bedeutend besser ist. Als ein weiterer Vorteil dieser Behalldlungswcise darf auch die verringerte Menge von Bakterien und andere Pilze, welche stets den Schalen eingeweichter Gerste und sonstigem Getreide anhaften, nicht unerwähnt bleiben.
Diese Verringerung ist eine Folge der Einwirkung der angewendeten Trockenluftströme, die durch ihre innige Berührung mit jedem Getreidekorn den grösseren Teil dieser Organismen abführen.
Die an den Schalen der Körner zurückbleibenden Bakterien können sich nicht rasch vermehren, da während des Keimverfahrens die zu ihrem Gedeihen notwendige Feuchtigkeit den Körnern entzogen worden ist. Die Entfernung dieser Organismen hat weiter den Vorteil, dass der Geruch und der Geschmack des Malzes ebenfalls bedeutend verbessert werden.
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PATENT-ANSPRÜCHE : l. Verfahren zur Herstellung von Malz, dadurch gekennzeichnet, dass die dem. Keimgut nach dem Einweichen anhaftende Oberflächenfeuchtigkeit vor dem Keimen entfernt wird, ohne die innerhalb des Kornes vorhandene Feuchtigkeit zu beeinträchtigen.